@Nipperdey: Ich habe deinen Post gelesen und gedacht, da hat jemand so richtig Ahnung vom "Dicksein", den Hintergründen, psych. Problemen, die zu Übergewicht führen können, der Spirale des Dickseins etc.pp. - und bin überzeugt, du schmeißt solche Reden auch Magersüchtigen an den Kopf, die so ausgezehrt sind, dass sie noch langsamer laufen, als eine dicke Frau... Alles eine Sache der Disziplin und des Ehrgeizes - jawoll, ja. *kopfschüttel*
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Thema: Macht Schlanksein glücklich?
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11.12.2014, 15:12
AW: Macht Schlanksein glücklich?
- Virginia Satir / Ich bin ich, ein Stück Lebensphilosophie -
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11.12.2014, 16:06
AW: Macht Schlanksein glücklich?
Das mit den Mannschaften hat mit Dicksein wenig zu tun. Ich war überhaupt nicht dick, ich war lahmarschig. Vor allem deshalb, weil es sowas wie sportliche Förderung bei mir nur beim Schwimmen gegeben hat. Deshalb schwamm ich gut, lief aber nicht so schnell und werfen ging nicht besonders. Turnen war mittelmäßig, denn ich ging einmal pro Woche zum Kinderturnen und blamierte mich da.
Unsportliche Kinder haben meist unsportliche Eltern und sind nicht gefördert worden. Hat ein Mädchen drei fussballbegeisterte Brüder und geht mit ihnen und dem Vater jeden Samstag im Stadtpark bolzen, dann kann sie auch fußballspielen. Das Mädchen ohne Geschwister mit einem Bastelvater aber nicht. Sie hat dafür die schönste Martinslaterne.
Wichtig ist eine sportliche Grundausbildung möglichst ab dem Alter von 6 Jahren. Also im Verein, zweimal die Woche Bewegungsspiele mit den verschiedensten Materialien. Bekommt ein Kind die, wird es auch nicht als letztes in die Mannschaften gewählt. Es ist vergleichbar mit dem Kindergartenbesuch in Bezug aufs lesen und schreiben lernen. In welcher Art Sportverein sowas stattfindet, ist zweitrangig. Selbst mein Kinderturnen, so selten und doof es auch war, hat mich vor dem Schlimmsten bewahrt. Denn ich war nicht die Allerletzte bei der Wahl, ich kam als dritt- oder viertletzte dran.
Meine dicke Freundin von nebenan war übrigens viel sportlicher als ich, sie rannte schneller und sprang genauso hoch. Es ist nicht unbedingt das Gewicht. Sie spielte dann noch Jahrzehnte lang in einer Tennismannschaft. Ich glaube, sie tut es immer noch. Nur ist sie nicht mehr dick. Auch so kann es gehen, wenn ein Moppelchen sportlich ist.
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11.12.2014, 16:07Inaktiver User
AW: Macht Schlanksein glücklich?
Ich war nie dick - im Gegenteil.
Es sind ja nicht nur die Dicken, die beim Schulsport aussortiert werden, die gnadenlos behandelt werden. Es sind die Unsicheren, die nicht-so-beweglichen, die Gehemmten... Alle eint dann die schlimme Erfahrung: " Du zählst nicht - dich will niemand in seiner Mannschaft - mit dir kann man nicht gewinnen".
Das kann bei sensiblen Menschen Auswirkungen auf das ganze restliche Leben haben - längst nicht nur im sportlichen Bereich.
Ich bin auch für Schulsport - aber leistungsbezogener Sport sollte eben auch in Leistungsgruppen bleiben, während der normale Schulsport sich um Fitness, Ausgleich kümmern sollte - um Entwicklung eines Körpergefühls, oder zB die Fähigkeit sich zu entspannen.. Warum nicht die fördern, die es bitter nötig haben, statt sie zu verspotten? Ich wette mit dir: da würde manch ein Sportlehrer staunen...denn wer Spaß am Sport hat, bringt ganz andere Leistungen als ein verängstigtes und unsicheres Kind!
Was bringt das - junge Menschen zu schwächen, ihnen Defizite einzureden und das empfindliche, erst wachsende Selbstwertgefühl aus dem Gleichgewicht zu bringen?
Ich bin sicher - ich wäre früher begeisterte Sportlerin gewesen, hätte mir nicht der Schulsport die Freude an Bewegung madig gemacht...der Spaß an Bewegung kam erst viel später..
Als Verlierer zu gelten, schwächt das Selbstwertgefühl. Wer ein schwaches Selbstwertgefühl hat, kann schlechter Willenskraft entwickeln...
Ich kann hier nicht lesen, dass jemand jammert oder ständig Rücksichtnahme einfordert...aber fair und anständig sollte jeder und besonders jedes Schulkind behandelt werden...
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11.12.2014, 17:24Inaktiver User
AW: Macht Schlanksein glücklich?
Ich hatte Schulsport in der DDR. das war noch eine Nr. härter, mehr Drill, mehr leistungsbezogenheit, Lehrer die ihren Job verfällt hatten.
Ich kann mich erinnern öfter von meiner Sportlehrerin mit Wörtern wie , Flasche oder Niete betitelt worden zu sein
Ich war übrigens nicht dick
Ich war klein dünn, ängstlich und ungelenkig. mit 5 holte man mich sogar im Kindergarten zum Leistungsturnen weil ich die Figur dafür hatte. Nur war ich absolut untalentiert und wurde schnell wieder aussortiert
Zur Wendezeit war ich Teenager, Sportunterricht würd unwichtig, aber die Lehrer bleiben dieselben.
Und ich habe eine scheissegal Einstellung gegenüber dem jetzt unwichtigen Fach vor mir hergetragen.
Nach dem Abi habe ich 10 Jahre gar keinen Sport gemachtGeändert von Inaktiver User (11.12.2014 um 17:31 Uhr)
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11.12.2014, 17:43
AW: Macht Schlanksein glücklich?
Schulsport war Sch**** ...
Vor einige Zeit war ich für 1 1/2 Jahre beim Herzsport. Da wurde wöchentl. 90 Min. Sport betrieben: Ausdauer, Muskel, Gelenke, Beweglichkeit incl. Spiele zw. Mannschaften. Die Übungsleiterin hat es verstanden, uns zu fordern und zu fördern und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass auch die Schwachen mit Freude mitmachen konnten. Da gab es Rücksichtnahme, ohne dass man selbst zu kurz kam. Ging alles. Und bei den "Mannschaftsspielen" ging es zwar auch ein wenig um's Gewinnen, aber wirklich wichtig war das nicht.
Diese Art des Umgangs miteinander wäre für den "normalen" Schulsport mMn gut geeignet, um allen Kindern und Jugendlichen Zugang zur Bewegung ohne Angst und Frust zu ermöglichen.
Wer in dem Alter mehr will, geht halt in einen Verein.life is all about
finding people who
are your kind of
CRAZY
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11.12.2014, 18:39
AW: Macht Schlanksein glücklich?
Unser Sportlehrer war ein ehemaliger Feldwebel der Bundeswehr und entsprechend lief der Sportunterricht ab

Ich war eine lange, dünne Bohnenstange und tappsig wie ein blinder Welpe. Wenn ein Ball auf mich zuflog, bin ich in Deckung gegangen, statt das verdammte Ding zu fangen. Und wenn mir dreißig Augenpaare nebst Feldwebel zuguckten, wie ich übern Bock hoppsen musste, bin ich volle Lotte davor geprallt. Ich hatte ein Abo auf eine "5" in Sport.
Irgendwann war der Feldwebel länger krank und die Vertretungslehrerin machte mit uns Gymnastik, Aerobic und spielte Badminton. In meinem Zeugnis stand plötzlich eine "2" in Sport.
Wir hatten übrigens, obwohl eine reine Mädchenklasse, ein super Klassenklima und weder ich, noch die Dicken, waren Außenseiter. Es wollte nur keiner mit jemandem Völkerball spielen, der vor dem Ball wegläuft
Ballspiele haben mich dann auch nachhaltig traumatisiert. Wenn mir heute einer was zuwirft, ziehe ich immer noch den Kopf ein...
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11.12.2014, 19:27Inaktiver User
AW: Macht Schlanksein glücklich?
Du meine Güte!
Ich bin bekennende Schulsporthasserin. Mannschaftssport war o.k. Aber im Geräteturnen war ich eine absolute Null. Ich kenne eure Erfahrungen auch.
Aber meine letzte Schulsportstunde ist 42 Jahre her. Wie ist es bei Euch? Auch so lange? Da sollte man langsam sein Trauma ablegt haben. Als Ausrede dient das nicht mehr.
Ich mag immer noch keinen Sport, außer tanzen. Aber ich mache 4 - 5 mal die Woche 40 Min. Gymnastik daheim mit ausgesuchten Übungen.
Ich weiß, was es heißt dick zu sein und kenne auch die Gründe. Und ich weiß, wie man das Übergewicht auch wieder verliert. Bei mir waren es insgesamt 20 kg. Und ich halte mein neues Gewicht seit 2 Jahren.
Und ich werfe im realen Leben weder Dicken noch Magersüchtigen irgendetwas vor. Am Schlagabtausch hier im Thread habe ich mich nicht beteiligt.
Ich jammere halt nicht, sondern handle getreu dem Motto meines alten Deutschlehrers:
"Wer mit dem Leben spielt, kommt nie zurecht. Wer sich nicht selbst befiehlt, bleibt immer Knecht."
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11.12.2014, 19:48Inaktiver User
AW: Macht Schlanksein glücklich?
Nun ich bin nicht dick, ein paar Kilo weniger würden aus Ästhetischen Gesichtspunkten nicht schaden, aber ich bin normalgewichtig, wenn auch knapp
Sport wird aber meines Erachtens zur Gewichtsabnahme überbewertet.
Ich habe es nach meinem Bandscheibenvorfallvorfall geschafft durch Sport schmerzfrei zu werden, von daher habe ich Sport schätzen gelernt, aber nur alleine ohne Mannschaft ohne Gruppe.
Und Spaß hat es mir nicht wirklich gemacht. Mit der richtigen Musik aufs Ohr habe ich es versucht das Ganze als Zeit zum Abschalten zu sehen.
Ich bin fitter geworden durch Sport, aber abgenommen habe ich nichtGeändert von Inaktiver User (11.12.2014 um 20:39 Uhr)
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11.12.2014, 19:56
AW: Macht Schlanksein glücklich?
28 Jahre her
Aber ich verstehe deine Aussage nicht: Wieso braucht jemand, der Sport nicht mag, eine Ausrede? Ist doch wurscht, ob er ihn hasst, weil der Schulsport so gräßlich war oder ob er ihn hasst, weil er ihn eben hasst. Soll ja auch Leute geben, die Putzen hassen und sich eine Putzfrau leisten.
Ich finde es immer blöd, wenn sich Dicke, Dünne, Unsportliche, Raucher, Freunde des täglichen Glases Rotwein, Bauer-sucht-Frau-Fans und andere Minderheiten rechtfertigen müssen (du darfst raten, was alles auf mich zutrifft
).
Das Motto deines Deutschlehrers finde ich im übrigen gruselig. Ich mag Leute, die mit dem Leben spielen.
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11.12.2014, 19:58


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