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  1. Administrator

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    Dossier: Kann man Glauben lernen?

    Liebe Userinnen,

    das aktuelle BRIGITTE-Dossier (Heft 26, ab 6.12. am Kiosk) beschäftigt sich mit Religion und Glauben. Mehr dazu - die geschichte einer Frau, die sich in einen Strenggläubigen verliebt - lesen Sie hier .

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    AW: Dossier: Kann man Glauben lernen?

    " man" kann alles.
    ich glaube, dass es für jeden menschen seinen bestimmten weg zu gott gibt, auf den er ihn führt und dass man ja oder nein dazu sagen kann:

    man kann glaubensinhalte lernen und so zum glauben kommen, man kann sich ihnen widersetzen und früher oder später zu glaubenserfahrungen kommen, die einen dazu bringen, zu glauben.

    mit dem glauben ist es wie mit der liebe: nichts ist unmöglich.

    und darum finde ich es so schwierig für eheleute, mit einem menschen zusammenzuleben, der völlig anders denkt und fühlt auf dem gebiet.
    nicht als freund, da mag das andere gedankengut immer auch bereichern und den anderen inspirieren, aber für ein elternpaar, das in der gemeinsamen pflicht steht, kinder zu erziehen, finde ich es sehr schwer.

    vielleicht liegt es auch daran, dass ich noch nie glaubensverschiedene eltern getroffen habe, bei denen das gelang: kinder vorurteilsfrei und dennoch stark im glauben zu erziehen.
    entweder sie machten es sich leicht und nannten das toleranz, dass jeder seine wege ging, oder sie benutzten die kinder als waffe gegen die andere einstellung.

    natürlich gibt es auch sehr fromme eltern, deren kinder das keineswegs wurden, es gibt bigotte, die dann jeden glauben ablehnten und emotionalen missbrauch im religiösen bereich, der krank macht.

    aber ich habe das doch öfter auch erlebt: kinder, die mit dem lebendigen gott leben gelernt haben und ihr leben nach gottes willen ausrichten und das sind harmonische, lebensfroh strahlende menschen, die kennengelernt zu haben ich niemals missen möchte.
    Geändert von Eustachia (10.12.2006 um 11:48 Uhr)
    Die Leute haben mit der Liebe zuviele Probleme.
    Dauernd suchen sie wen, der ihr Souffle` sein soll.
    Aber wehe, er fällt zusammen.

    Andy Warhol

  3. Inaktiver User

    AW: Dossier: Kann man Glauben lernen?

    Um Mensch zu sein brauch man keinen Gott.
    Um Menschlich zu sein auch nicht.
    Um Humanistisch zu denken auch nicht.
    Wenn man Ängste hat schon. Dann hilft jede Religion.
    Die richtige Religion für sich zu finden ist das schwierige.

  4. Inaktiver User

    AW: Dossier: Kann man Glauben lernen?

    Ohne päpstlicher als der Papst sein zu wollen -
    lernen ist etwas Logisches, der Glaube aber ist nie logisch.

    Für mich ist eines der grössten Wunder, dass ein Naturwissenschaftler an Gott glauben kann - die eine wie die andere Disposition sind so gegensätzlich, wie man es sich nur vorstellen kann - aber dennoch, vielleicht liegt darin auch wieder die Erklärung.

    Wie kann man etwas lernen, für das es keinen Beweis gibt, keine "evidence", wie es das englische Wort so gut darstellt?

    Dennoch, um auf die Frage einzugehen: ja, man kann es lernen, an etwas zu glauben, aber doch nur, wenn man selbst etwas davon hat - und wenn es nur eine andere Sicht der Dinge ist, eine Erklärung für Unerklärliches, einen Partner, der glaubt, und den man nicht missen möchte. Aber das hat die Bibel wohl nicht gemeint, als sie den Gottes- und Jesus-Glauben beschrieben hat; was auch für die anderen Religionen gilt, bis hin zum Naturglauben.

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    AW: Dossier: Kann man Glauben lernen?

    Kann man Glauben lernen?


    Um einfach die Frage zu beantworten:

    NEIN

    Glauben hat nichts mit lernen zu tun, entweder man hat ihn in sich oder nicht.

    Natürlich gibt es Menschen, die scheinbar nicht glauben oder sich einfach keine großen Gedanken darüber machen, die dann aber aufgrund irgendeines äußeren Anstoßes (zum Beispiel die Liebe zu einem gläubigen Menschen, aber es gibt auch andere Varianten) den Glauben "lernen" wollen. Sie werden dieses Ziel aber nur erreichen, wenn sie von vornherein eine innere Disposition dafür mitbringen, anderenfalls ist es unmöglich. Wer anderes behauptet belügt sich selbst.

    Der "Saulus" der zum "Paulus" wird, hat - wenn auch in einem verborgenen und dem eigenen Ich unmöglich erscheinenden Winkel seiner Persönlichkeit - schon immer die Disposition in sich getragen, glauben zu können und zu wollen.

    Schön und auch in meinem Sinne absolut zutreffend finde ich Ahasvers Aussage:

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Um Mensch zu sein brauch man keinen Gott.
    Um Menschlich zu sein auch nicht.
    Um Humanistisch zu denken auch nicht.
    Wenn man Ängste hat schon. Dann hilft jede Religion.
    Aber das war hier nicht das Thema, gell?

    Liebe Grüße,
    Anitra
    Mein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.

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    AW: Dossier: Kann man Glauben lernen?

    Mag sein, dass es eine Disposition beim Menschen gibt, sich mit Seinsfragen (Tod, Schöpfung, Höhere Macht etc.) zu beschäftigen (auf der Grundlage seines ausgeprägten Bewusstseins bzw. seiner Hirnstrukturen). Das könnte man vage als "religiöse Disposition" bezeichnen.

    Aber die konkreten Glaubensinhalte bzw. Antworten einer bestimmten Religion (auf solche Fragen) samt ihrer Rituale werden anerzogen = erlernt, innerhalb der Gemeinschaft, in der man aufwächst.

    Ob man sich davon später wieder abwendet, sie also hinterfragt und zu eigenen Schlüssen kommt, sei dahingestellt...

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    AW: Dossier: Kann man Glauben lernen?

    Zitat Zitat von Elwyn
    Mag sein, dass es eine Disposition beim Menschen gibt, sich mit Seinsfragen (Tod, Schöpfung, Höhere Macht etc.) zu beschäftigen (auf der Grundlage seines ausgeprägten Bewusstseins bzw. seiner Hirnstrukturen). Das könnte man vage als "religiöse Disposition" bezeichnen.

    Aber die konkreten Glaubensinhalte bzw. Antworten einer bestimmten Religion (auf solche Fragen) samt ihrer Rituale werden anerzogen = erlernt, innerhalb der Gemeinschaft, in der man aufwächst.

    Ob man sich davon später wieder abwendet, sie also hinterfragt und zu eigenen Schlüssen kommt, sei dahingestellt...
    Elwyn,

    ich würde zwischen Glauben und Religion unterscheiden. RELIGION kann man natürlich erlernen, man kann sie durch Erziehung vermittelt bekommen, nicht aber den GLAUBEN. Das Wissen um Religion macht eben nur entsprechend disponierte Menschen auch zu gläubigen Menschen.

    Ich bleibe dabei, dass man GLAUBEN nicht lernen kann.

    Anitra
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    AW: Dossier: Kann man Glauben lernen?

    Zitat Zitat von Anitra
    Elwyn,

    ich würde zwischen Glauben und Religion unterscheiden. RELIGION kann man natürlich erlernen, man kann sie durch Erziehung vermittelt bekommen, nicht aber den GLAUBEN. Das Wissen um Religion macht eben nur entsprechend disponierte Menschen auch zu gläubigen Menschen.

    Ich bleibe dabei, dass man GLAUBEN nicht lernen kann.

    Anitra
    @Anitra

    so ähnlich habe ich das ja auch gemeint, versuche das Thema aber grundlegender zu fassen.

    Was ist denn Glauben unabhängig von jeder Religion?

    Für mich ist es die Auseinandersetzung mit bestimmten Seinsfragen im Leben des Menschen, wobei dann von "gläubigen" Menschen grundsätzlich irgendeine höhere jenseitige Macht angenommen wird, oder nicht?

    Eine Grunddisposition ist angelegt im Bewusstsein, die Ausprägung geschieht gesellschaftlich, kulturell durch Sozialisation, Erziehung.

    An welche höhere Macht du glaubst, oder ob du gar nicht an eine solche glaubst, hast du in deiner jeweiligen Gesellschaft vermittelt bekommen, hälst es entweder für "glaubhaft" oder eben nicht. Beides geschieht aufgrund dessen, was du in deiner Umgebung erlernst, aufnimmst und für dich als sinnvoll beurteilst...

    Wird es so ungefähr klar, was ich meine?

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    AW: Dossier: Kann man Glauben lernen?

    Ja, Elwyn,

    so kann ich besser nachvollziehen was du meinst und jetzt auch zustimmen.

    Zitat Zitat von Elwyn
    An welche höhere Macht du glaubst, oder ob du gar nicht an eine solche glaubst, hast du in deiner jeweiligen Gesellschaft vermittelt bekommen, hälst es entweder für "glaubhaft" oder eben nicht. Beides geschieht aufgrund dessen, was du in deiner Umgebung erlernst, aufnimmst und für dich als sinnvoll beurteilst...
    Interessant finde ich dabei die Möglichkeit, dass zwei Menschen, sagen wir Geschwister, die vom Elternhaus die gleichen Vorstellungen von Glauben vermittelt bekommen - also in dieser Hinsicht annähernd identisch erzogen worden sind - sich vollkommen gegensätzlich entscheiden können. Einer wird gläubig, der andere nicht.

    Diese unterschiedliche Entwicklung trotz gleicher Voraussetzungen ist natürlich nicht nur auf den Glauben anwendbar.

    Aber zurück zum Thema Glauben. Ein Mensch, der nach seiner eigenen Definition ungläubig ist wird nur dann aufgrund eines persönlichen Ereignisses gläubig, wenn eben die Grunddisposition zum Glauben trotz des vermeintlichen Unglaubens irgendwie (noch) vorhanden ist. Fehlt diese gänzlich, wird er "Glauben" nicht erlernen können.

    Erlernen kann man nur was klar definiert ist, eine Fremdsprache zum Beispiel oder höhere Mathematik, physikalische Gesetze, biologische Zusammenhänge etc. Dass 1+1 2 ergibt und dass Puppe im Englischen "doll" heißt (usw) unterliegt klaren BEWEISBAREN Regeln, die Existenz eines Gottes kann man nicht beweisen. Man GLAUBT daran oder eben nicht.

    "Glauben" und "lernen" geht für mich nicht zusammen. Natürlich kann man unendlich viel über Religionen und Philosophie lernen, aber nicht Glauben an sich.

    LG,
    Anitra
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    AW: Dossier: Kann man Glauben lernen?

    Zitat Zitat von Anitra
    .....die Existenz eines Gottes kann man nicht beweisen. Man GLAUBT daran oder eben nicht.

    "Glauben" und "lernen" geht für mich nicht zusammen. Natürlich kann man unendlich viel über Religionen und Philosophie lernen, aber nicht Glauben an sich.

    LG,
    Anitra
    Dem stimme ich zu. Glauben an sich ist nicht erlenbar - entweder ist es so oder nicht. Wobei man in jedem Alter, zu jedem Zeitpunkt, aus jedem Anlass oder aus keinem anfangen kann an etwas zu Glauben - egal ob man dieses etwas als Gott oder sonst wie bezeichnet.

    Ich Glaube an eine höhere Macht seit dem Tod meines Vaters vor über 10 Jahren. Dabei kann ich nicht sagen, dass ich an die Kirche glaube oder einen bestimmten Gott, aber ich glaube an eine höhere Macht. Ich muß nicht in die Kirche gehen aber manchmal tue ich es gerne, nicht zum Gottesdienst sondern einfach so um eine Kerze anzuzünden und ganz still für mich an die Menschen zu denken die mir besonders am Herzen liegen....
    "Gönne Könne" sagt der Rheinländer...ein gutes Prinzip...und so wahr!!!

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