Liebe Userinnen, liebe User,
Sex und Schule, Hysterie und Hausarrest, Alkohol und Liebeskummer - das sind die Themen, um die es geht, wenn die Kinder in der Pubertät sind. Wie übersteht man diesen ganz normalen Wahnsinn? Darauf antworten unter anderem zwei Experten im Dossier der aktuellen BRIGITTE (Heft 4, ab 28. Januar am Kiosk): Ab zwölf sei jeder Erziehungsversuch sowieso zwecklos!
Sehen Sie das auch so? Wie halten Sie die Balance zwischen Freiheit und Kontrolle? Wie begleiten Sie Ihre Kinder beim Erwachsenwerden?
Wir freuen uns auf Ihre Tipps und Meinungen!
Ihr BRIGITTE.de-Team
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23.01.2009, 08:48
Dossier: Pubertät - Freiheit oder Kontrolle?
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23.01.2009, 09:25
AW: Dossier: Pubertät - Freiheit oder Kontrolle?
Ich finde die Herren Moll und Dawirs machen es sich ein wenig zu einfach. Sie haben nämlich die Verantwortung der Eltern für das Tun der Pubisten außen vor gelassen.
Es kann nämlich Konsequenzen haben, wenn die Teenager sich nachts "draußen" bewegen und Dinge ausprobieren von denen die Eltern keine Ahnung haben. Gute Aufklärung und ein gutes Verhältnis zu den Eltern ist keine Garantie für das "Wohlverhalten" des Nachwuchses.
Wie schon geschrieben wollen Teenies ausprobieren und Grenzen austesten. Das gilt nicht nur für die häuslichen Grenzen.
Was hilft die beste Basis, wenn Kind sich mit "falschen" Freunden trifft?
Die Theorie in allen Ehren, aber meiner Meinung nach hapert es an wichtigen Informationen.simplemind
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Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte
George Bernhard Shaw
4.6.18

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23.01.2009, 11:06
AW: Dossier: Pubertät - Freiheit oder Kontrolle?
Aber es ist wohl das Wichtigste, was ich meinem Kind mit auf den Weg geben kann.Gute Aufklärung und ein gutes Verhältnis zu den Eltern ist keine Garantie für das "Wohlverhalten" des Nachwuchses.
Ich fand es schon immer albern, Jugendlichen z. B. vorschreiben zu wollen, wann sie ins Bett zu gehen haben, was sie anziehen sollen, mit wem sie sich treffen dürfen und wann sie zu Hause zu sein haben.
Die meisten machen doch eh, was sie wollen, nur bei den einen gibt´s dann hinterher Stress und bei den anderen eben nicht.
Seitdem mein Kind so 13 oder 14 Jahre alt ist, habe ich ihn solche Entscheidungen selbst überlassen. Er hat unsere Großzügigkeit nie ausgenutzt.
Er übertreibts nicht mit Ausgehen und Alkohol und ab und zu geht er sogar mit seiner Mutter essen
Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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23.01.2009, 12:21
AW: Dossier: Pubertät - Freiheit oder Kontrolle?
Völlig richtig, unbestritten, ebenso wie blödsinnige Vorschriften in allen Lebenslagen.Zitat:
Gute Aufklärung und ein gutes Verhältnis zu den Eltern ist keine Garantie für das "Wohlverhalten" des Nachwuchses.
Zitat Marylin:
Aber es ist wohl das Wichtigste, was ich meinem Kind mit auf den Weg geben kann.
Trotzdem bin ich der Meinung, das soziale Umfeld spielt eine nicht unwesendliche Rolle. Damit meine ich Wohnort/Schule aus denen sich der Freundeskreis ergibt.simplemind
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Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte
George Bernhard Shaw
4.6.18

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23.01.2009, 12:45
AW: Dossier: Pubertät - Freiheit oder Kontrolle?
Natürlich spielt das eine große Rolle. Allerdings bestimmen ja die Eltern im Kindesalter solche Faktoren wie Wohnort, Schule und so in einem gewissen Rahmen ev. auch den Freundeskreis.Trotzdem bin ich der Meinung, das soziale Umfeld spielt eine nicht unwesendliche Rolle. Damit meine ich Wohnort/Schule aus denen sich der Freundeskreis ergibt.
Aber auch ein gutes Umfeld schützt manchmal nicht vor "falschen" Freunden. Und geht es dann dort mit Alkohol, Drogen, Schuleschwänzen etc. los, haben Eltern wenig Chancen, dem entgegenzuwirken. Mehr als Streit und Unfrieden kommt dabei meist nicht raus.
Jugendliche, die in solchen Kreisen verkehren und sich dort wohlfühlen (da muss man sich schon fragen: Warum?), lassen sich nicht zuhause einsperren und halten sich nicht an Regeln, die die Eltern versuchen aufzustellen.
Eher kommen sie lieber nicht nach hause, um Stress zu vermeiden und versacken so nach und nach.
Glück hat man, wenn die Jugendlichen nachdem sie mal in solche Gesellschaft "reingeschnuppert" haben, selbst zu dem Standpunkt kommen, dass das nichts für sie ist. Und da kommt wieder die Erziehung im Kindesalter ins Spiel - erziehen muss man, solange die Kinder klein sind. Mit 13 oder 14 Jahren ist der Zug abgefahren.Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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24.01.2009, 00:55
AW: Dossier: Pubertät - Freiheit oder Kontrolle?
letztendlich ist es wohl gleich wie in der liebe - wer zu fest klammert wird verlassen respektive fühlen sich die kinder bedrängt und wer zu locker lässt wird nicht mehr ernst genommen.
welche dosis beim eigenen kind die richtige ist wird niemand den eltern besser sagen können, als sie es instinktiv ohnehin wissen.
letzten endes hilft allerdings auch stets ein blick auf die eigene jugend und der versuch, sich vorzustellen wie man auf gewisse aussagen und verhaltensweisen reagiert hätte.
wie unterschiedlich es laufen kann sah ich an meiner besten freundin aus schulzeiten und mir selbst. ich hatte sehr viele freiheiten, habe sie - warum eigentlich? - aber nie wirklich ausgenutzt. natürlich denke ich heute öfters, dass meine eltern unter gewissen dingen sicher sehr gelitten haben müssen, aber damals war es mir nicht bewusst und wenn ich diese idee gehabt hätte, hätte ich von meinem tun abgelassen.
sie wurde äußerst streng erzogen und das resultat - nämlich das ausleben all des versäumten - zeigte sich sobald sie von zu hause ausgezogen war.
das ist nur eine meiner erfahrungen und vergleiche, andere freundinnen schluckten die unterdrückung von zu hause wunderbar und ihre partner führten diese kontrolle äußerst gekonnt weiter.
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30.01.2009, 13:24
AW: Dossier: Pubertät - Freiheit oder Kontrolle?
Meine Söhne sind 15 und 13. Ich finde auch, dass die beiden Experten im Interview es sich recht leicht machen.
Man muss ja - nicht nur juristisch, aber auch das - immer noch für die 15jährigen die Konsequenzen ihres Verhaltens mittragen. Und weil sie nicht voll verantwortlich sind (und sein können), können sie auch nicht vollkommen frei sein, sondern müssen durch Gebote und Verbote (auch vor sich selbst) geschützt werden.
Meine beiden sind - wenn ich mit den im Heft und auch hier dargestellten Problemen vergleiche - eigentlich sehr pflegeleicht. Es gibt im Prinzip bisher nur zwei Themen, zu denen wir immer wieder - aber heftig! - streiten: Ordnung ("Ich habe keine Lust, eure Putzfrau zu sein!) und Computerspielen.
Wie gehen andere damit um, dass Jungen in diesem Alter einen Großteil ihrer Freizeit vor dem PC verbringen? Streitet Ihr auch häufig über dieses Thema? Was sind vertretbare Regeln?
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31.01.2009, 14:23Inaktiver User
AW: Dossier: Pubertät - Freiheit oder Kontrolle?
Hallo Tafki,
das Problem mit dem Computerspielen und chatten kenn ich von meinem 15jährigen auch. Im Moment habe ich das Gefühl, daß er allmählich ein gesundes Mittelmaß findet aber zeitweise war der wie verwachsen mit dem PC. Da hab ich ihm dann so ein Sicherungsprogramm aufgespielt und ihm 3 Stunden PC-Zeit am Tag eingeräumt, was ich immernoch sehr viel finde. Damit war er auch einverstanden, da er selber merkte, daß er selbstauferlegte Grenzen nicht einhielt. So ging der PC nach drei Stunden aus und gut wars. Natürlich finden Jugendliche in dem Alter auch bald raus, wie man ein solches Programm austricksen kann, deshalb wars wichtig, daß er es als Hilfe und nicht als Beschränkung ansah.
Lieber Gruß
Natural
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31.01.2009, 19:59
AW: Dossier: Pubertät - Freiheit oder Kontrolle?
Hallo tafki, hallo natural,
das Problem mit dem Computer hatten wir vor zwei Jahren sehr heftig, als unser Sohn sich mit 13 Jahren in World of Warcraft eine neue Identität augebaut hatte und die der echten vorzog. Da haben wir ihn auch nicht allein entscheiden lassen. Wir haben geredet, mit ihm, den Lehrern, mit allen zusammen, und wir haben es gemeinsam geschafft, davon wegzukommen.
Jetzt, mit 15 Jahren, lässt er sich nicht mehr ohne weiteres etwas befehlen, deshalb bleibt uns nichts anderes übrig, als vieles mit ihm auszudiskutieren. Aber das hat sich mittlerweile sehr gut bewährt.
Kitta
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01.02.2009, 13:29
AW: Dossier: Pubertät - Freiheit oder Kontrolle?
Hallo alle miteinander...
Computer: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass PC Verbote nichts nützen. Ich gehörte früher zu den wenigen weiblichen Ausnahmen (heute sinds ja immer mehr Mädchen), die sich viel mit dem PC beschäftigte. Hab immer vor dem PC gesessen, sobald ich aus der Schule kam. Meistens um zu spielen. Als meine Eltern fanden, es sei zu viel, haben sie Verbote verhängt. Damals hat man sich noch mit Modem einwählen müssen - die konnten mir also schnell den Saft ausdrehen. Hat mich aber nur dazu bewogen, zu Freunden und Klassenkameraden zu gehen. Dort habe ich mich dann auch getraut, Dinge zu spielen und zu gucken, die ich daheim nie angeschaut hätte. Das war manchmal durchaus zu viel für mich! Ein paar der Bilder, die ich damals gesehen habe, gehen mir heute noch ab und an durch den Kopf. Im Internet gibt es nicht nur böse Menschen und Pornographie, sondern auch Originalaufnahmen von Folterungen und Erschießungen, teilweise uralt aus Vietnam etc. Manche Jungs machen sich zum Hobby, diese Greueltaten im Internet aufzuspüren und heimlich rumzureichen. Davor kann man gar nicht schützen!
Jedenfalls blieb der PC bei mir eine Phase - hat ungefähr bis 1 Jahr vors Abitur gedauert. Weshalb? Na, dann "nerven" die Eltern einen sowieso nicht mehr so viel und können einem nicht so viel "auftragen", man ist selbständiger und geht mehr aus dem Haus ohne Kontrollen. Damals brauchte ich dann keine virtuelle Flucht mehr, mich hat ja keiner an der realen gehindert.
Fazit: Ich denke, die Möglichkeit Dinge zu tun, auf die Eltern keinen Einfluss haben, ist verlockend. aber nicht nur Eltern, sondern gar keine Erwachsenen. Es ist eine Welt (Internet) wie geschaffen für Jugendliche, da sind nur die - niemand Anderes. Keine Vorschriften, nur eigene Regeln und alles nach Gusto machen, wie es einem passt.
Man kann seine Aggressionen, Frustrationen und auch Schüchternheiten entweder ausleben oder überwinden, es gibt keine moralische Polizei und keine Strafen. Das ist der Reiz: Eintauchen in eine Welt, die erlaubt, was die Realität verbietet.
Ich kenne heute noch einige Typen, die uns eher unheimlich waren, weil die nur vor dem PC hingen und einem richtig Angst gemacht haben. Heute sind sie auch ganz normal: Das Leben hat sie wieder!
Gefährlich ist nur, wenn man seelisch nicht mehr aus seinen Tiefs kommt - ich meine als Jugendlicher hat man ja sowieso dauernd Tiefs, aber es gibt Phasen, die dauern zu lang.
Statt irgendwas zu verbieten, würd ich (hab ich mir für meine Kinder und die meines Lebensgefährten überlegt), wenn es soweit ist, vor allem selber mal gucken, was grade im Internet zu sehen ist. Würde die Internetprotokolle meines PCs prüfen und mir anschauen, was mein Kind sich immer anguckt, wo es sich tummelt. NIEMALS lesen, was es schreibt - das wäre unfair. Jugendliche haben ihre eigene Sprache, auch wenn sie einem dumm und vulgär erscheint.
Ich würde meinen Jugendlichen fragen, ob er zu bestimmten Themen, die mich interessieren, Surf-Tipps hat, damit er auch mal auf politisch interessante Seiten oder so geht. Ich würde mich mit ihm unterhalten über die schrecklichen Dinge, die man selbst dort gesehen hat - fragen, wie er solche Bilder/Videos verkraftet. Fragen, ob er nicht einen Schutz kennt, damit "die Erwachsenen" nicht versehentlich auf solche Seiten geraten. Die Interaktion mit Jugendlichen, ihnen das eigene Entsetzen und den eigenen Ekel nicht vorwurfsvoll präsentieren, sondern als reines persönliches Gefühl - auch die Ängste teilen, nicht im aufklärenden Sinn (Haben sie ALLE schon gehört!), sondern auch durch Geschichten, die man teilt:
"Hast du gehört, ich habs letztens gelesen, da hat so ein Jugendlicher versucht einen Mord aus seinem PC Spiel in Echt nachzuahmen. Glaubst du, das liegt an dem Spiel selbst? Oder eher an dem Jugendlichen?"
Eltern sollten herausfinden, wie reif ihre Jugendlichen mit dem Medium umgehen und sie immerwieder dazu anregen, über das nachzudenken, was da passiert, was sie da sehen.
Es ist nicht lustig zu sehen, wie jemand gefoltert und erschossen wird: Aber alle Jugendlichen lachen oder schreien laut, wenn sie es sehen: Das ist Hilflosigkeit innerhalb der Gruppendynamik.
Keiner weiß, wie man damit umgeht. Wir alle erleben so etwas nicht in echt! Man fühlt sich mies, darüber zu lachen - aber auch nicht in der Lage, anders zu reagieren. Da müssen Eltern helfen, nicht urteilen.
Als Jugendlicher ist man da irgendwie emotional noch nicht so weit...
Heute stören mich die Kids im Kino übrigens auch, die an den unangebrachtesten Stellen dumm rumkichern und lachen...aber ich weiß ja selbst: Die können nicht anders.
Besser, wenn ein Eltern zu Haus ganz offen auf sie wartet und sich über den Film unterhalten will...hartnäckig. Die meisten wollen ja auch, sie haben bloß ständig das Gefühl Zeit zu verschwenden, wenn sie sie mit ihren Eltern verbringen ;-)


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