Ja, solche Ansichten gibt es.
Aber die müssen einen ja nicht jucken.
(bzw. ich habe schon den Eindruck, dass sowas in diesem Forum eher geäußert wird als im RL)
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Thema: Offen zum Alter stehen?
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17.11.2009, 12:50Inaktiver User
AW: Offen zum Alter stehen?
Geändert von Inaktiver User (17.11.2009 um 12:54 Uhr) Grund: was vergessen
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17.11.2009, 13:53Inaktiver User
AW: Offen zum Alter stehen?
Hm - das kommt noch dazu.
Dann fühle ich mich wie eine Ziege im Kuhstall mit meinen 50 - irgendwie deplaziert und fremd zwischen all' den megavernünftigen, abgeklärten und satten Altersgenossinnen, die mich ob meiner langen Haare mild mißbilligend anschauen und gerne wissen möchten, ob's denn tatsächlich altersgerecht ist, noch in einer bestickten Jeans rumzurennen. Auch den Satz: "hast Du dich denn nicht weiterentwickelt??" mitfühlend und nicht ohne sanften Vorwurf von Altersgenossinnen geäussert, kenne ich. (was denken die sich????)
Man schüttelt ein wenig den Kopf, wenn ich mal wieder in Autoradio laute arabische Popmusik höre, und manchmal höre ich ein resigniertes"naja - so ist sie halt..." oder etwas boshafter "hm - scheinen die Wechseljahre zu sein..."
Ich versuche, mich von solchen Nettigkeiten unabhängig zu machen - und oft gelingt es auch.
Ein Gutes hat das Alter:
ich frage nicht mehr, ob ich irgendwas tragen kann oder nicht - ich entscheide selbst.
Der Friseur rät eine altersgerechte, nette, aufwändige Kurzhaarfrisur mit pflegeaufwändigen Strähnchen an. DAS hätte Stil und würde phantastisch zu mir passen - blablabla...
Will ich nicht, gefällt mir auch nicht - dann müsste ich spätestens alle 4 Wochen bei ihm im Laden antanzen.
Die Verkäuferin rät zu einem edelen, sehr teuren Hosenanzug, in dem ich sehr gediegen und fein aussehen würde - denn "in meinem Alter ist gute Qualität äußerst wichtig!! Und bei meiner Figur....". Soso. Ich fürchte, sie glaubt, ich hätte Geld... ect ect.
Ach Faltenfrosch - im RL trauen sich die Leute kaum, Dir irgendwas wie oben beschrieben an den Kopf zu werfen...
aber sie tuscheln gerne. Was einem ja eigentlich wurscht sein sollte...aber jeder ist mehr oder weniger auf Statements von aussen anfällig...
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17.11.2009, 14:03
AW: Offen zum Alter stehen?
Fremd und deplaziert - ja, das kenne ich gut.
Einer meiner Alpträume: Irgendwann mal in einem Pflegeheim zu landen, in dem das Personal noch die selben Beschäftigungstherapien pflegt wie heute, also gefangen zu sein zwischen Topflappen-Häkeln, volksmusikalischen Ergüssen des lokalen Jugendorchesters und gesellig-besinnlichem Beisammensein bei Kaffee und Kuchen. Schauder!*lost in the woods*
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17.11.2009, 14:05Inaktiver User
AW: Offen zum Alter stehen?
Ich kann beides. Bin zerrissen und hadernd, dann wieder Tanderadei mit allem, was dazu gehört :-))
Selbstzweifel zuzulassen und zu äußern, heißt nicht, generell unzufrieden, streng zu sich oder unglücklich zu sein.
Genausowenig sind sie immer Anzeichen von Depression.
Nur wer das Licht kennt, weiß, was Schatten ist. Nur wer Schatten kennt, schätzt das Licht...
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17.11.2009, 14:19Inaktiver User
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17.11.2009, 14:39
AW: Offen zum Alter stehen?
Mich nervt an der Altersfrage vor allem, wenn ich merke, dass Leute versuchen, mich einzusortieren und dann gewisse Verhaltensweisen von mir erwarten.
Für mich allein denke ich überhaupt nicht groß darüber nach, wie alt ich bin und was altersgemäßes Verhalten sein könnte. Ich bin einfach ich, wie ich es schon "immer" war. Dieselbe, die mit 2 oder 3 Jahren in den Spiegel gesehen hat und sich selbst erkannt hatte. Die bin ich eben immer noch, nur weiß ich heute mehr und kann mehr.
Also lebt man so mehr oder weniger fröhlich vor sich hin, macht, was man will - bis dann wieder von irgendwoher jemand kommt und meint, in meinem Alter müsse ich dies mögen/tun/lassen und mich so und so verhalten. Irgendso eine Verkäuferin oder jemand beim Sport oder oder oder....
Mir kommt es dann vor, als wolle jemand mein ICH verbiegen. Lasst mich doch alle zufrieden in meinem ICH ruhen! Warum wollen mir alle möglichen Leute Richtlinien aufzeigen, die für mein anscheinendes Alter angemessen sein sollten?
Ich möchte einfach nur tun, was mir Spaß macht. Auch wenn andere in dem Alter das möglicherweise nicht spaßig oder völlig unangemessen finden. Das ist mir ziemlich egal! Ich brauche auch kein Publikum, das mich toll findet. Hauptsache, ich bin mit mir und meiner Leistung zufrieden.
Und wenn ich meine, ich müsste im offenen Cabrio Alternative Rock hören, dann tue ich das auch. So wahnsinnig stark ist das serienmäßige Autoradio nicht, als dass ich damit wirklich jemanden ernsthaft belästigen könnte. Aber ein Wolfgang Petry oder Udo Jürgens kommt mir jedenfalls nicht über die Lautsprecher!
Und ich laufe auch noch wie die anderen Mädchen (ich bin 3-4 mal so alt wie sie) in meiner Trainingsgruppe mit einem Zopf oder Pferdeschwanz herum, weil das beim Eislaufen einfach die beste Lösung für die Haare ist. Da können mich die Friseure mit ihren "praktischen Kurzhaarschnitten mit Strähnchen" mal kreuzweise. Beim Friseur war ich sowieso schon seit 24 Jahren nicht mehr! Meine ersten grauen Haare kann ich auch selbst übertönen und Spitzen schneiden geht auch.
Das alles geht aber alles etwas einfacher, wenn man sein Alter nicht bei jeder Gelegenheit bekannt gibt. Ich weiß, wie alt ich bin und abgesehen von den übertönten grauen Haaren manipuliere ich auch nicht daran herum, ich benutze noch nicht mal Make-up und von Schönheits-OPs will ich gar nichts hören. Aber so lange das Alter ein Geheimnis bleibt, fehlt manchen Leuten die Gewissheit, die sie ansonsten wieder ein "aber in deinem Alter solltest du...." hinausposaunen ließe. Das muss ich nicht haben. Ich habe nichts gegen Ratschläge, die sich auf meine Größe, meine Vorkenntnisse oder sogar meinen Körperbau beziehen, aber beim Alter akzeptiere ich das gerade mal bei meinem Arzt oder Zahnarzt.Geändert von Ebayfan (17.11.2009 um 14:43 Uhr)
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17.11.2009, 15:27
AW: Offen zum Alter stehen?
*lost in the woods*
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17.11.2009, 17:22
AW: Offen zum Alter stehen?
Geh einfach davon aus, dass es so sein wird und mach dich nicht verrückt. Das meiste, wovor man Angst hat, tritt nie ein!
Aber davon abgesehen, wer versteht MICH denn hier - außer Anitra
?
@Ruby
keine Angst, ich verschwinde nicht in 60+, ich habe vorhin mein "Leben danach“ dort ein wenig beschrieben, weil mich der Thread dazu ja direkt betrifft und mich etliche Frauen privat angeschrieben haben, weil ich nur noch so wenig hier bin!
Ich hatte mir vorher unglaubliche Sorgen und Gedanken über den sogenannten "Ruhestand“ gemacht und dann …. aber jeder kann es nachlesen, wenn es ihn interessiert!
Es gibt noch mehr in meinem "neuen Leben“, aber ich habe genug berichtet!
@all, ganz pauschal!
Ich kann nur nochmal betonen, dass alles immer so ist, wie ich es schreibe, auch, wenn mir hier nicht alle glauben ...
Aber eigentlich ist das deren Sache - was habe ich damit zu tun?
Es ist mir höchst lästig, wenn ich Bemerkungen und Vermutungen lese, die meilenweit an meiner Wirklichkeit vorbei gehen und ich mich dummerweise darauf einlasse zu antworten, und dann "kontert" die Gegenseite und es geht endlos so weiter, weil jeder das letzte Wort haben will, zeitaufwendig, überflüssig und im Grunde total albern, weil sich erwachsene Frauen mit Wattebäuschchen bewerfen, so kommt mir das jedenfalls vor!
Ich muss das Ignorieren in der Bricom noch besser lernen
!
Ich erlebe das Älterwerden wohl einfach anders - bis jetzt jedenfalls! In die Zukunft kann ich nicht schauen, aber ich bin auch da zuversichtlich!
Mein Lebensgefühl ist besser als in jungen Jahren, sorry, aber das ist nun mal so, und das Lebensgefühl ist für mich das Wichtigste überhaupt.
Wichtiger als Reichtum und Aussehen!
Und gerade jetzt, wo ich den Riesensprung ins kalte Wasser entgegen allen Befürchtungen gut geschafft habe, bin ich zutiefst zufrieden!
Bei anderen mag das umgekehrt sein, aber jede Frau hat eine individuelle Vita.
Ich habe fertig
!
LG
Lalique
p.s. Hoffentlich kommt nie eine Führerscheinüberprüfung, denn ich habe nie eine Fahrschule von innen gesehen und Auto Fahren in einem Land gelernt, in dem man hauptsächlich nach Gefühl fährt, verrückter noch als in Italien!
Das hat mich zwar zu einer gewieften Autofahrerin gemacht, die im dicksten Verkehr Ruhe bewahrt, aber bei einer Prüfung würde ich garantiert durchrasseln!
Geändert von Lalique (17.11.2009 um 17:50 Uhr)
Do what makes your heart sing
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17.11.2009, 17:28
AW: Offen zum Alter stehen?
Ich lebe in einer Sackgasse mit nur 7 Häusern (Einfamilienhäusern). In vier von diesen Häusern leben völlig allein jeweils Witwen zwischen 80 und 98 (!) Jahren. Zu der 98-jährigen Frau kommt täglich zweimal der Pflegedienst und außerdem das "Essen auf Rädern" und das seit mindestens 12 Jahren. Die beiden 80 bis 84-jährigen aber versorgen sich noch völlig alleine und arbeiten in ihrem Garten. Mit der 88-jährigen habe ich den meisten Kontakt. Sie lässt im Garten arbeiten, managt aber sonst alles selbst (erst vor wenigen Monaten hat sie Bauarbeiten in Auftrag gegeben und sich ohne Hilfe von ihren Kindern allein um deren Ausführung gekümmert) ist geistig fit (das sind die anderen übrigens auch). Dagen ist die Mutter meiner besten Freundin (inzwischen 85 Jahre alt) seit mehr als 8 Jahren in einem Pflegeheim (meine Freundin versuchte zunächst, sie zu Hause zu pflegen, schaffte dies aber weder physisch noch psychisch). Sie ist halbseitig gelähmt, muss gewickelt werden und ist "geistig verwirrt". Unter anderem hält sie ihre Tochter für ihre Schwester und beschimpft sie, dass diese sie nicht zu ihrem Vater bringt (der natürlich schon längst verstorben ist).
Was ich damit sagen will? Das Alter kann sehr unterschiedlich aussehen. Es muss doch nicht zwingend die allerschlimmste Variante eintreten. Soll ich mir mein derzeitiges Leben damit vergällen mir für mich selbst stets den "worst case" vor Augen zu halten?
Was sind denn das für Klischees? Entschuldige bitte
Zitat von Inaktiver User
, für mich sind es welche!
Ich bin 59 Jahre alt, trage fast ausschließlich Jeans (manchmal mit knielangen Stiefeln, die ich über die Hose ziehe
), und meine überschulterlangen blond gefärbten Haare trage ich praktisch nur offen. Ich habe nicht im geringsten jemals das Gefühl, dass mich jemand missbilligend ansieht und sollte es dennoch anders sein, dann ist das dessen Problem und nicht meines. Die Frage ob ich mich denn nicht weiterentwickelt habe, hat mir noch niemand gestellt und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass mich das jemand zu fragen wagt.
(Ich selbst finde es allerdings schon auch wichtig, sich weiterentwickelt zu haben, aber das beziehe ich nur bedingt auf Kleidung und überhaupt nicht auf den Musikgeschmack.)
Ich höre dominant laute Popmusik, nicht nur die alten Beatles, es ist da schon auch aktuelle Popmusik dabei. Aber als Reaktion darauf zu hören "scheinen die Wechseljahre zu sein" ist mir völlig fremd. Ich erlebe dergleichen nicht, habe es noch nie erlebt und das obwohl ich eigentlich in einer kleinen Stadt lebe (noch dazu in Bayern
) und es selbstverständlich Menschen in meinem Alter gibt, die da völlig anders geprägt sind. Aber was gehen die mich an? Jeder muss das machen, was er selbst für richtig erachtet. "Die anderen" (eine breite anonyme Masse betreffend) können mir nicht weiterhelfen, die scheren sich im Endeffekt nämlich "einen Dreck" um mich. Warum also sollte ich mich von deren Meinung über mich abhängig machen? Wie sagt mein Mann immer: "Wer sich von der Meinung anderer abhängig macht, hat schon verloren."
Liebe Ruby,
ich überlege mir tatsächlich warum du (aber auch andere) mit der Situation des Älterwerdens Erfahrungen machen, die ich nie mache. Gut, ich bin nicht berufstätig, aber das allein kann nicht alles sein. Ich begebe mich ja auch unter Menschen und lebe nicht auf der Einöde. Ich lebe in einer kleinen Stadt in Bayern und ein wahrscheinlich nicht zu geringer Teil der Menschen hier lebt, denkt, fühlt, handelt vermutlich völlig anders als ich. Aber die müssen ihr Leben leben und ich meines und wenn ich mich von deren (möglichen) Gedanken über mich abhängig mache belaste ich mich nur selbst. Warum sollte ich mir das antun?
Ruby, entschuldige bitte nochmals
Zitat von Inaktiver User
aber du irrst. Es ist nicht jeder auf Statements von außen anfällig. Mich tangiert die Meinung anderer über mich mehrheitlich überhaupt nicht. Lediglich bei einer Gruppe von sehr wenigen Menschen (und das ist ein kleiner sehr überschaubarer Kreis) ist mir zumindest im Ansatz deren Meinung über mich wichtig (und wahrscheinlich ist es nicht einmal da allumfassend). Sollen sie (die große mehr oder weniger unbekannte Mehrheit) doch tuscheln was sie wollen, wenn es sie glücklich macht! Das sagt doch stets mehr über die "Tuschler" aus als über mich - finde ich. 
Diese Vorstellung wäre auch für mich ein Alptraum. Ich bin ja schon jetzt nicht gruppenkompatibel. Ich denke da an meine leider schon verstorbene Tante. Sie lebte - auf eigenen Wunsch - die letzten dreieinhalb Jahre ihres Lebens in einem Altenheim. Sie beteiligte sich niemals an irgendwelchen Gruppenveranstaltungen die dort angeboten wurden. So kann man es auch machen. Wenn man ein Pflegefall ist mag das anders aussehen. Aber möglicherweise ist man dann senil genug, dass einen dergleichen auch nicht mehr stört. Aber nochmals: Ich vergälle mir doch jetzt nicht mein Dasein ständig darüber nachzugrübeln was alles an schlimmen Dingen auf mich zukommen könnte.
Zitat von Rowellan
Liebe Grüße
AnitraGeändert von Anitra (17.11.2009 um 17:39 Uhr)
Mein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.
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17.11.2009, 17:31Inaktiver User
AW: Offen zum Alter stehen?
Ebayfan,
ich gehe auch gerne eislaufen.
Jedes Jahr dasselbe. Am Anfang der Saison hab ich Schwierigkeiten mit meiner Unsicherheit, das dauert so ein paar Runden.
Das war schon immer so, ein paar Jahre war ich auch gar nicht laufen.
Heute macht mir das Hinfallen mehr aus denke ich mir. Ich falle selten, komme mir aber so dämlich dabei vor, lach.
Und da gibt es so ein paar Rabauken, die schneiden gerne ist mir aufgefallen. Und es macht ihnen Spass wenn man schwächelt. Ganz undamenhaft hab ich dann mal hau ab gesagt - und es hat gewirkt.
Man darf sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen.
Heute in der S-Bahn ist mir was aufgefallen. Sass eine Gruppe von so über 50-jährigen zusammen und eine von ihnen drehte ihr Handy lauter auf für ein zugegebenermassen tolles Lied. Da hättest du mal die Jungschen drumherum sehen sollen. Peinlich berührt geguckt und ausmachen getuschelt.
Ich hab das ein wenig beobachtet und war dann amüsiert.
Ist wohl euer Privileg, ganz laut ne Mucke zu hören, was dachte ich mir. Die Frau ließ sich nicht beirren und blieb sehr selbstsicher fast stoisch ruhig.
Das hat mir gefallen.
Ich weiß gar nicht ob ich mich in jüngeren Jahren so sehr übers Aussehen definiert habe.
Fakt ist, man bekam mehr Aufmerksamkeit. Ich lege immer noch Wert auf Kleidung - und manchmal denke ich, wie ist das wenn man in dem grauen Heer versinkt. Bin ich jetzt oberflächlich, ist das ein Prozess oder wirds einem egal.
Tja, und was hier übers Altersheim geschrieben wird da steht für mich fest, da möchte ich nie hin.
Dabei bin ich fast zerrissen ob ich die bewundern soll die sich in ihr Schicksal schicken, brav im Stuhlkreis sitzen oder obs mir an der nötigen Anpassung mangelt.
Ich finde das einfach nur schrecklich, albern und dämlich.
Nichts gegen singen aber so was Verordnetes gegen Altersdepression oder dass man nicht auf dumme Gedanken kommt kann mir gestohlen bleiben.
Wehe eins meiner Kinder käme jemals auf den Gedanken mich da hinzuschicken.....
sky


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