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    AW: Die KriminellInnen lesen: Malla Nunn, Ein schöner Ort zu sterben

    Mir hat das Buch auch sehr gefallen. Sprachlich fand ich es toll. Inhaltlich interessant. Von der Dramaturgie fand ich es zum Ende hin etwas zu schnell.

    Mein erster Verdacht war ja der jüngste Sohn des Captain, was sich ja zumindest zeitweise erhärtet hatte und dann war er es doch nicht. Hielt mich ja schon für sehr clever

    Ich fand allerdings die Beschreibungen der Burschen, die zur Special Branch gehörten, etwas zu Klischee behaftet.

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    AW: Die KriminellInnen lesen: Malla Nunn, Ein schöner Ort zu sterben

    Am Anfang habe ich mich mit dem Buch etwas schwer getan. Es wurde aber immer interessanter und spannender. Die Problematik der Rassentrennung kam gut rüber ohne dass es zu dominant ist. Die Typen von der Geheimpolizei waren meiner Meinung nach gut beschrieben und ich denke es war wirklich so in südafrika.
    Ich werde den Folgeroman auf jeden Fall lesen.
    Viele Menschen treten in dein Leben, aber nur wenige hinterlassen Spuren in deinem Herzen.

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    AW: Die KriminellInnen lesen: Malla Nunn, Ein schöner Ort zu sterben

    Zitat Zitat von Zorni Beitrag anzeigen
    Hielt mich ja schon für sehr clever
    Ich hatte auch die Söhne erst im Verdacht! Dann diesen Nazi-Hansie-Typen (igitt!).

    Literarisch war das Buch sehr gut, keine Frage. Sehr guter Schreibstil, keine Frage.

    Aber inhaltlich? Bis zur Hälfte des Buches fand ich es richtig spannend. Ich fand, dann flaute es so ab. Es verlor sich in der Banalität über pornografische Bilder. Ok, du kannst sagen, jo 50er Jahre, da war das anders, die Gesetze, wir sind in Afrika, alles okay. Aber letztlich? Verlor sich das Buch doch in einem banalen "weißer Vorzeigebulle mit religiös verschnurrter Krampf-Ehefrau nutzt seine Macht aus, um sexuelle Phantasien mit schwarzen Frauen auszuleben". Das fand ich Klischee. Ich hab die Hälfte des Buches befürchtet, es ginge um einen Pädophilenring. Mich hat auch gestört, dass der Protagonist betont, wie glücklich der Captain auf diesem einen pornografischen Bild ausgesehen habe. An anderer Stelle betont die Frau, mit der er diese Bilder gemacht hat, aber (selbstverständlich!!) ganz deutlich, sie habe es gemacht, weil sie eben unter Zwang stand, unter Druck, weil er sie als weißer Mann hätte kaputt machen können. Von daher wars so ein Zerreißbild: Auf der einen Seite der weiße Typ, der endlich quasi mit Ausleben seiner Sexualität Happyness erreicht - der aber gleichzeitig eine schwarze Frau auch subtil dazu zwingt.

    Das Buch subsumiert mir zu sehr auf dieses Thema. Oder hab ich da was Elementares überlesen?

    Die Figur des Protagonisten fand ich gut, aber auch da ambivalent. Denn auch er ist tief drin ein Sexist. Der auch irgendwie gestört ist mit seiner Sexualität. Diese Ausschnitte da, a la Folter, die waren sehr heftig - ich habe sie so verstanden, dass die ihm das Schwulsein irgendwie austreiben wollten - aber ich hatte nicht gelesen, dass das lückenlos dem Leser aufgeklärt wurde?

    Die letzten Sätze fand ich krass.

    @Rokeby: Son Quatsch! Du bist doch nicht vorlaut! Und ich hock hier die ganze Zeit und denk: Himmel, warum schreibt die denn nix....? Bin gespannt, was du sagst!

    Im Übrigen hab ich einige Rezensionen dazu gelesen. Und ich bin total enttäuscht, denn: Bei den meisten gehts um die Würdigung dieser Rassengesetze-Geschichte, die sehr gut historisch sein soll. Fast KEINER ist auf das sexuelle Thema des Missbrauchs eingegangen - mal wieder klassisch.

    So, jetzt ihr. Freu mich, was ihr so denkt!
    Be a voice not an echo.

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    AW: Die KriminellInnen lesen: Malla Nunn, Ein schöner Ort zu sterben

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen
    An anderer Stelle betont die Frau, mit der er diese Bilder gemacht hat, aber (selbstverständlich!!) ganz deutlich, sie habe es gemacht, weil sie eben unter Zwang stand, unter Druck, weil er sie als weißer Mann hätte kaputt machen können. Von daher wars so ein Zerreißbild: Auf der einen Seite der weiße Typ, der endlich quasi mit Ausleben seiner Sexualität Happyness erreicht - der aber gleichzeitig eine schwarze Frau auch subtil dazu zwingt.
    Das mag ja erst einmal platt wirken, pikant daran ist doch aber, dass ihr eigener Vater das nicht nur gewusst, sondern auch gebilligt hat. Ja, sogar daraus Profit gezogen hat!!
    Findet es denn keiner merkwürdig, dass sie die Stimme ihres eigenen Bruders nicht erkannt hat?
    Und ist denn Cooper wirklich homosexuell? Machte ja nicht den Eindruck, oder habe ich da etwas nicht verstanden?

    Ich habe mir ja schon den Nachfolgeroman besorgt....

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    AW: Die KriminellInnen lesen: Malla Nunn, Ein schöner Ort zu sterben

    Zitat Zitat von Zorni Beitrag anzeigen
    Und ist denn Cooper wirklich homosexuell? Machte ja nicht den Eindruck, oder habe ich da etwas nicht verstanden?
    Das hab ich auch nicht kapiert. Weil er doch an einigen Stellen sehr wohl angezogen wird von Frauen und ihren Körpern?

    Echt? Jetzt wollen schon zwei hier den Folgeroman lesen...Noch jemand? Das könnte der nächste Krimikreis werden.
    Be a voice not an echo.

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    AW: Die KriminellInnen lesen: Malla Nunn, Ein schöner Ort zu sterben

    Ich hatte das mit dem angedeuteten Schwul sein vor dem historischen Hintergrund gesehen.
    Also, 50er Jahre...
    ich glaub, so wie wir das inzwischen empfinden, also als Normalität, als Möglichkeit derer Mann sich bewusst wird und das dann lebt und akzeptiert und so - das ist früher komplett anders gewesen.
    Also, dass ein schwuler Mann sich sein Schwul sein auch erst selber "eingestehen" musste.

    Und dann ist da ja nicht immer so 100%. Bei keinem Menschen.

    Das fand ich sogar sehr plausibel und realistisch. Dass Malla Nunn das mit so einem vagen irgendwas macht.

    Das Apartheidsthema und die ganze Wahrnehmung von Rassen fand ich auch gut geschrieben.
    Ich habe mir auch überlegt, wie weg das eigentlich ist. Dass man Frauen, die zu einer Randgruppe/Minderheit/als Rand oder Minder wahrgenommen! .... zu sexuellen Zwecken benutzt ist ja gang und gäbe. Ist. Nicht war.

    Und ich fand auch diese Zerrissenheit ganz gut geschrieben. Also, sexueller Wunsch, der selber und gesellschaftlich als problematisch betrachtet wird (und ist) wird "delegiert" an Partner, die auch wiederum von der Machthaber-Gesellschaft als nieder betrachtet werden.
    Das fand ich einen realistischen Plot.
    Und ich glaube, das würde auch in der Gegenwart funktionieren.

    Mich hat das Buch vor allem interessiert wegen der Epoche und dem Land.

    Ich fand den Cooper auch nicht unsympathisch. Mensch halt. Viel Licht, viel Schatten.
    Ich konnte ihn irgendwie besser "fassen" als z. B. unsere japanischen Freunde , um es mal komparatistisch an zugehen.

    Ich fand im Nunns Roman die Figuren und ihre (auch ganz üblen!) Handlungen irgendwie fassbarer. (mir fällt grad kein gutes Wort ein ).
    Nicht, dass mir deren Handlungen oder Motive "gefallen" hätten oder so. Aber irgendwie konnte ich mich da mehr hinein versetzen.

    So. Ich wollte noch irgendwas schreiben, aber mir fällt es grad nicht ein

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