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  1. Avatar von Lorolli
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    AW: Anne von Canal: Der Grund

    Ich konnte am Anfang mit dem Buch nichts so richtig anfangen. Das Leben auf einem Kreuzfahrtschiff wäre nicht meine Sache. Aber dann wollte ich natürlich den " Grund " wissen, warum er auf dem Schiff als Pianist gelandet ist.

    Der Spannungsaufbau ist Anne von Canal sehr gut gelungen und der Schreibstil hat mir auch gefallen.

    Die verschiedenen Charaktere sind sehr gut beschrieben und ich konnte mich gut reinversetzen. Der dominante Vater wollte nur das Beste für seinen Sohn und war der Meinung, als Arzt kommt der Sohn besser durchs Leben und das Klavierspielen hätte ja Hobby bleiben können. Die Mutter hat in der Ehe sehr schnell resigniert und ging den Weg des geringsten Widerstands.

    Laurits ist sehr schwer zu verstehen. Seine Enttäuschung war natürlich groß. Aber inzwischen hatte er Familie, einen Beruf und stand mitten im Leben. Seine Flucht aus Schweden sollte seine Eltern bestrafen, traf aber nur seine Tochter. Er hätte es aus der Erfahrung seiner Kindheit besser wissen müssen.

    Seine zweite Flucht war ungerecht seiner Frau gegenüber und das er nicht die Verantwortung für die schwangere Freundin übernehmen will spricht auch nicht für ihn.

    Meiner Meinung nach hat er sich in schwierigen Situationen wie ein bockiges Kind verhalten und den " Grund " für alles nie bei sich gesucht.

    Mein Fazit: ein sehr interessantes Buch über das ich viel nachdenken konnte.
    Viele Menschen treten in dein Leben, aber nur wenige hinterlassen Spuren in deinem Herzen.

  2. Avatar von Salina
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    AW: Anne von Canal: Der Grund

    Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, der Spannungsbogen hat mir gut gefallen.

    Den Schiffspianisten Laurits fand ich auch nicht sympathisch, ich glaube, er mochte sich selbst nicht.

    Der junge Laurits dagegen war mir sehr sympathisch. Seinen strengen Vater fand ich furchtbar. Wie hätte er sich gegen diesen Riesen auflehnen können?

    Ich kann seine Fluchten (bis auf die dritte) schon nachvollziehen. Dieser absolute Schnitt mit seinem Leben und der Neuanfang in Estland hat auch ihm Mut abverlangt. Leider hat er dabei seine Tochter aus den Augen verloren.

    Etwas blass blieb Laurits Frau Silja. Sie hat sich auch nicht für die Tochter eingesetzt.

    Dass er Silja verlassen hat, ist für mich ein Zeichen seiner absoluten Verzweiflung.
    Das Herz, auch es bedarf des Überflusses, genug kann nie und nimmermehr genügen. (Conrad Ferdinand Meyer)


  3. Registriert seit
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    AW: Anne von Canal: Der Grund

    So, jetzt bin ich auch durch mit dem Buch.

    Ich fand das Buch sehr angenehm zu lesen. Mir haben die Erzählungen vor dem Unglück besser gefallen, als die Erzählungen danach. Das liegt jedoch daran, dass ich mit der wehleidigen Art und Weise von Laurits nichts anfangen kann. Dennoch fand ich die Darstellung sehr authentisch und glaubhaft.

    Das Ende fand ich nicht gut. Mir hat irgendwie der Wow!-Effekt gefehlt.

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