+ Antworten
Seite 6 von 8 ErsteErste ... 45678 LetzteLetzte
Ergebnis 51 bis 60 von 73
  1. Avatar von lu.lu
    Registriert seit
    26.04.2007
    Beiträge
    1.053

    AW: Graham Norton: Ein irischer Dorfpolizist

    Hallo, lieber Mitleserinnen,
    ab heute wollten wir unsere Schlußbetrachtungen geben. Ich fange mal an:

    Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat mir das Buch gut gefallen. Es ist eine schöne gemütliche Erzählweise, ein richtig schöner „Landkrimi“. Hier hat das Kriminalistische nicht die große Bedeutung, sondern die menschlichen Bezüge miteinander. Es ist kein Thriller und es fließt kein Blut.

    Alle Figuren sind irgendwie angeschlagen, werden aber überaus liebenswert und vielgestaltig beschrieben. PJ, der Dorfpolizist ist ein übergewichtiger, gutmütiger Mann, der sein Herz am rechten Fleck hat, jedoch von sich und seinen Fähigkeiten als Polizist wenig überzeugt ist. Auch sein Privatleben ist nicht gerade spannend; aus Angst vor Enttäuschungen in der Liebe, geht er gar nicht erst das Risiko ein, sich zu verlieben. Umso verblüffter ist er über sich selbst, als er plötzlich Sympathien für gleich zwei Frauen entwickelt, die in den Fall verwickelt sind.

    Bei Schachtarbeiten für eine Neubausiedlung werden die Überreste eines menschlichen Körpers gefunden. Es stellt sich heraus, daß es sich wohl um Tommy Burke handelt, der vor 20 Jahren plötzlich verschwand. PJ geht der Sache nach und findet heraus, daß zwei Frauen diesem jungen Mann nahestanden, Evelyn und Brid Riordan. Evelyn, die mit ihren beiden unverheirateten Schwestern Abigail und Florence im Ort lebt, glaubte an eine Zukunft für sich und Tommy und ist fassungslos, als die Verlobung von Tommy und Brid bekanntgegeben wird. Anfangs agiert PJ unsicher und ungeschickt, wächst aber mehr und mehr in die Aufgabe hinein und erarbeitet sich mehr Sicherheit.

    Graham Norton schildert die Krimihandlung mit Sympathie und der Roman liest sich ausgesprochen amüsant und unterhaltsam. Wenn PJ zu Anfang einfach und ungelenk erscheint, gelingt es Graham Norton, ihn im Laufe des Geschehens menschlich und sympathisch werden zu lassen. Auch dass die beiden Ermittler, die sich erst nicht so richtig grün sind, dann aber doch einen Draht zueinander finden, ist ebenso sympathisch geschildert.

    Ich habe das Buch sehr gern gelesen.

    lu.lu

  2. Avatar von Lorolli
    Registriert seit
    24.02.2005
    Beiträge
    30.053

    AW: Graham Norton: Ein irischer Dorfpolizist

    Ich habe das Buch sehr gern gelesen.

    So ging es mir auch. Der Anfang war etwas zäh und wenn es nicht für den Lesekreis gewesen wäre, hätte ich es wahrscheinlich beiseite gelegt. Aber dann wurde es richtig gut und spannend. Ich konnte mich in die einzelnen Personen reinversetzen.

    Vielleicht gibt es ja eine weitere Geschichte von dem Dorfpolizisten bei der Mordkomission.
    Viele Menschen treten in dein Leben, aber nur wenige hinterlassen Spuren in deinem Herzen.

  3. Inaktiver User

    AW: Graham Norton: Ein irischer Dorfpolizist

    Ja... tja. Ich bin ziemlich zwiespältig, was dieses Buch angeht.

    Zunächst: den ersten Teil habe ich mir fast reinquälen müssen, so behäbig kam der Roman in Gang. Ich überlegte, woran das liegt, denn eigentlich hat dieses Buch sehr vieles, was ich eigentlich mag: liebevoll-detailliert beschriebene Charaktere, keine Superhelden, sondern tatsächlich so, wie man sich Leute in einem ländlichen, etwas behäbigen Dorf vorstellt, auch der Dorfpolizist ist auf sympathische Weise unvollkommen, der hinzugezogene Polizist aus der Stadt erwartungsgemäß ein überheblicher Idiot, der sich so nach und nach doch noch als greifbarer Charakter entpuppt, den man nicht mögen muß, aber als glaubwürdige Person akzeptieren kann. Und trotzdem... es zog sich, die Geschichte dümpelte so hin wie die Landschaftsbeschreibungen bei Thomas Mann.

    Auch die Auflösung zwar einigermaßen überraschend, aber doch unspektakulär. Und zumindest der Schluß für mich nicht schlüssig, warum hat die Mörderin versucht, den Polizisten mit in den Tod zu reißen?

    Ich stimme lu.lu zu, die Personen und Handlungen sind liebevoll und detailliert beschrieben, aber mir fehlte etwas Spannung und Tempo in der Geschichte.

  4. Avatar von Spadina
    Registriert seit
    02.11.2011
    Beiträge
    3.956

    AW: Graham Norton: Ein irischer Dorfpolizist

    Es war kein Thriller, wie ich ihn sonst gerne lese, wo blutrünstige Aktion angesagt ist.

    Aber ich bin jemand, der die Schilderung von Charakteren mag, ich kann mich dann geistig so richtig reinversetzen in die Personen.

    Und ich war in Irland, kenne solche kleinen liebenswerten Ortschaften.

    Man kann sich vorstellen, dass da eigentlich nie etwas passiert. Und hier hat es eben auch gut geklappt - bis der Bagger kommt. Ist es Tommy Burke, der da liegt? Nein, erst mal nicht....

    Und dann wird gewühlt. Aufgewühlt. Der dicke PJ muß in Wallung kommen unter dem schnöseligen Detektiv aus Cork. Der im Anzug, der so eine ganz andere Figur macht .....

    Und noch paßt nichts zusammen.

    Erst nach und nach wird klar, welche Dramen sich doch mal abspielt haben. Wie man wirklich gelebt hat, Drei Schwestern, abgeschieden lebend, davon eine, Evelyn, immer noch hoffend und sich dran klammernd, dass ihre große Liebe Tommy noch lebt...

    Und dann ist da noch Abigail, lustlos verheiratet, im Wein Trost findend, die wollte den Tommy unbedingt. Wie eben Evelyn auch. Prügelei vor über 20 Jahren auf offener Straße. Und seit dem Tag ist der Tommy eben fort.... Nur nicht in Gedanken....

    Die Haushälterin, den guten PJ mästend, dabei selbst völlig klein und unauffällig - bis...

    ...bis sich herausstellt, dass auch sie mehr als 20 Jahre zuvor ein Schicksal getroffen hat, was auch ihr Herz noch heute bewegt....

    Noch eine Leiche, die eines Babys. Wo ist der Zusammenhang?

    Die Auflösung ist durch die DNA gesichert, erst jetzt geht es nicht mehr anders, die Wahrheit kommt ans Licht...

    Das Schicksal der unscheinbaren Haushälterin, still gelitten über Jahrzehnte hinweg. Es ist ihr Sohn, der tot ist.

    Die kalte Schwester Abigail, die immer meinte, Evelyn schützen zu müssen und die Verantwortung dafür trägt, dass Tommy verscharrt wurde.... Und die nun noch mehr Mordeslust zeigt....

    Ich fand das alles sehr angenehm zu lesen, das Aufdröseln der Lebensgeschichten der einzelnen Charaktere, einfach ausgedrückt, unter jedem Dach ein Ach.... Selbst beim Schnösel aus Cork, der dann gar nicht mehr so schnöselig ist....


    Ich mochte das Buch.
    Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
    Ich bin die, die ich bin.

  5. Avatar von Hampelmuse
    Registriert seit
    24.09.2013
    Beiträge
    667

    AW: Graham Norton: Ein irischer Dorfpolizist

    Ich hab es ähnlich empfunden, ich hab das Buch vor einigen Monaten als Audiobook gehört, vom Autor gelesen. Damit hatte ich bislang immer Probleme, obwohl Graham Norton das „technisch“ natürlich kann, ich weiß nicht woran das liegt. Es gab eine Ebene, die mit den „Dorfbeziehungen“, die ich spannend fand, sogar spannender als wessen Überreste das waren, gleichzeitig hatte ich lange das Gefühl mit einem Fuß auf der Bremse zu stehen, ich hab lange gebraucht um reinzukommen und auch die Charaktere auseinander zu sortieren, zu verstehen, was wen bewegt.
    Durch Fehler wird man klug, drum ist einer nicht genug.

  6. Inaktiver User

    AW: Graham Norton: Ein irischer Dorfpolizist

    Auch ich brauchte, um rein zu kommen. Da ich ca 50-60 Seiten am Anfang an ein oder zwei Abenden vor dem Einschlafen gelesen hatte, merkte ich irgendwann, dass ich Szenen vergessen hatte (weil schon zu müde) und habe nochmals angefangen. Auch da hab ich anfangs aber öfter das X-Ray beim Kindle verwendet, zB um den Namen der Nachbarin, die am Anfang den Zaun schrubbt, zuordnen zu können.

    Das Buch war - nachdem ich rein gekommen bin - für mich "ok", es hinterlies keinen größeren nachhaltigen Eindruck wie zB Sarahs Schlüssel.

    Interessant fand ich die Entwicklung einiger Figuren, zB der adipöse Dorfpolizist, der irgendwie als unfreiwillig a-sexuell beschrieben wird, hin zum von zwei Frauen begehrten Mann, oder der Haushälterin von einer Nebenfigur, die halt so mitlief, zum eigentlichen Schlüssel der Angelegenheit.

    Die Geschichte der Haushälterin, die unverschuldet in diese Lage geriet - sie konnte ja nix dafür, dass sie auf dem Konzert umkippte, dadurch ihre Freundin verloren hat, und dadurch auf dem Heimweg vergewaltigt wurde, ich sehe hier die Schuld bei der Familie der Freundin - durch die ihr das ganze Leben versaut wurde, hat mich noch am ehesten etwas vom Sessel gerissen, aber um davon richtig vom Hocker zu sein, wurde diese Geschichte zu spät und zu "beiläufig" eingeführt.

    Ebenfalls eine Wandlung machte diese Brid durch, von einer Alkoholikerin die absolut neben der Spur ist, zu einer Frau, die ihr Leben im Griff hat.

    Die drei Schwestern ... da weiß ich nicht so recht, was ich sagen soll. Am ausführlichsten wurde ja Evelyn beleuchtet, wobei mir immer noch nicht ganz klar ist, was zwischen ihr und Tommy war, weil er ja mit dieser Brid verlobt war ... ich habs zumindest so verstanden, dass zwischen Evelyn und Tommy sehr zarte Bande waren, bis eines Tages die Verlobung mit Brid in der Anzeige stand. Keine Ahnung, ob ich es überlesen oder vergessen hab, aber dieses Nebeneinander der beiden Mädchen bei Tommy blieb für mich irgendwie im "Grauen" ... was dagegen klar rauskam, war die Rivalität der beiden, die sich wie irische Fischweiber gekloppt haben.

    Von den Schwestern war für mich Abigail diejenige, die am wenigsten beschrieben / dargestellt wurde bzw "greifbar" war, sie war halt da und hatte nach dem Tod der Eltern dergestalt die Zügel in die Hand genommen (durch Verpachtung des Grundes) dass die drei Schwester zusammen bleiben konnten. Ihr Tod hat mich daher nicht berührt.

    Insgesamt würde ich sagen, dass ich einige nette Lesestunden hatte, aber nicht so angetrieben wie zB bei Sarahs Schlüssel wo ich wissen wollte, was mit dem Bruder ist, sondern eher so lau, aber es war nichts bis wenig dabei, das mich berührt hat. Von der Tiefe der Darstellung der Figuren würde ich sagen "so mittel".


  7. Registriert seit
    12.07.2012
    Beiträge
    646

    AW: Graham Norton: Ein irischer Dorfpolizist

    Mir hat das Buch sehr gefallen!

    Da ich Graham Norton in seiner Tätigkeit als Moderator sehr schätze und ich viele Jahre in Irland gelebt habe und die Gegend, in der das Buch spielt sehr gut kenne, hatte ich hohe Erwartungen.

    Es ging langsam los und wohl eher ein Buch der leisen Töne.
    Meiner Meinung nach lebt das es eher von den liebevollen Beschreibungen der Protagonisten und den Beziehungen untereinander, als von seiner spannenden Geschichte. Die Geschichte selbst ist recht überschaubar und im einzelnen nichts, was man nicht schon in anderen Romanen in Irland spielend gelesen hätte.
    Graham Norton konnte aber ein sehr genaues und detailreiches Bild solch einer irischen Kleinstadt zeichnen, das ich alles genau vor mir sehen konnte. Die Tristesse, die es in manchen Orten gibt, das klein karierte Denken Einzelner. Auch die Schicksale der einzelnen Personen und deren Gedankengänge hat er sehr gut wieder gegeben.

    Warum Abigail P.J. mit in den Tod reißen wollte fand ich jetzt auch nicht ganz plausibel. Aber vielleicht war das auch eher ein spontaner Entschluss, nachdem sie gemerkt hat, dass sie nun wirklich mit dem Rücken zur Wand steht.

    Also mir hat es gefallen und ich werde wohl auch den zweiten Roman von ihm lesen!

  8. Avatar von jofi2
    Registriert seit
    11.03.2015
    Beiträge
    17.114

    AW: Graham Norton: Ein irischer Dorfpolizist

    Mir hat es gefallen aus Gründen, die hier alle schon genannt wurden.
    Vom Hocker gerissen hat es mich nicht.
    Ich red halt auch oft nur so dahin und hoffe, dass ein Gedankengang Schritt hält. Und wenn nicht, hat er halt Pech gehabt, der Gedanke.

    (Gerhard Polt)

  9. Avatar von Lolletta
    Registriert seit
    02.06.2006
    Beiträge
    6.111

    AW: Graham Norton: Ein irischer Dorfpolizist

    Nach euren negativen Erfahrungen im 1.Teil.....
    nachlesen, nein.

  10. Avatar von PeggySue
    Registriert seit
    10.11.2002
    Beiträge
    89.284

    AW: Graham Norton: Ein irischer Dorfpolizist

    Lolletta, mir hat das Buch von der ersten Seite an sehr gut gefallen. Ich lese sonst sehr gerne die nordischen Krimis die oft sehr düster und fies sind, aber dieser Roman hat mich nicht weniger gefesselt als der spannendste Islandkrimi. Die Figuren waren so wunderbar beschrieben, dass man sie förmlich lebendig vor sich sah, genau das was ich mir von einem guten Buch wünsche. Ich habe gerade erst die letzten Seiten gelesen damit ich hier mitlesen kann, der Haushalt musste warten es waren durchweg eigentlich nur traurige Schicksale, ich hätte mich auch über einen anderen Schluss gefreut, so zum Beispiel ein HappyEnd mit PJ und Brid, aber das scheint sich ja gerade anzubahnen
    Meine Meinung steht fest, bitte verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen.

    Enkelkinder sind die Entschädigung dafür, dass wir alt werden.

    Rolling-"IT'S ONLY ROCK 'N ROLL BUT I LIKE IT"-Stones



+ Antworten
Seite 6 von 8 ErsteErste ... 45678 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •