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  1. Avatar von Brygge
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    AW: Der BriCom Lesekreis liest " Sarahs Schlüssel " von Tatiana De Rosnay

    Hallo Ihr Lieben

    @ Hampelmuse - yes to all you said

    Die Geschichte um Sarah hat mich gleichermaßen interessiert und berührt. Auch ich habe gelesen und gelesen in der Hoffnung zu erfahren, ob sie ihren Bruder retten kann oder er in anderer Weise befreit werden konnte.

    Wobei mich gleichzeitig verwundert, dass die Dame, die die Familie verpfiffen hat, den Bruder nicht auf dem Schirm hatte? Jemand, der so mit Argusaugen über jüdische Familien wacht, weiß doch, wer dazu gehört? Aber gut, hätte natürlich den Verlauf der Geschichte geändert.

    Ich hätte lieber mehr über Sarah erfahren (ähnlich wie Tamara), wie hat sie das Trauma bewältigt, wie hat sie sich ihr Leben in den Staaten aufgebaut und was hat schlussendlich zum Suizid geführt ... ich denke, da hätte man die Geschichte anders konzipieren können.

    Stattdessen geht es nur noch um Julia, die ich als unglaublich übergriffig empfinde. Auf eine mitunter taktlose Weise reißt sie die „Klärung“, an der in meinen Augen in erster Linie ihre Schwiegerfamilie interessiert sein sollte, an sich und dass sie ihre Tochter Sarah nennt, war für mich ebenfalls der Gipfel. Ehrlich gesagt habe ich nur noch darauf gewartet, dass William und sie als Paar zusammen kommen .... von allem zuviel.

    Insofern ... Sarahs Geschichte mehr wert als nur die Hälfte des Buches; Julias Geschichte für mich nicht einmal die Hälfte des Buches wert
    Mountains aren't funny, they are hill areas

  2. Inaktiver User

    AW: Der BriCom Lesekreis liest " Sarahs Schlüssel " von Tatiana De Rosnay

    Mir ging es wie euch. Die erste Hälfte des Romans, in der die Geschichte des Mädchens so berührend erzählt wird, hat mich gefesselt, ging mir nahe. Gegen jede Vernunft hoffte ich, daß es doch noch wenigstens für den kleinen Bruder und das Mädchen zu einem guten Ende käme.

    Die Einschübe der Ich-Erzählerin waren zu Beginn noch nachvollziehbar, aber im Verlauf empfand ich die Erzählerin als penetrant, so als dränge sie sich in die Geschichte des Mädchens hinein. Übergriffig, ja, stimmt.

    Und die 'Julia-Geschichte' mochte ich nicht, ich mochte ihren Mann nicht, ich mochte diese Julia nicht, daß sie diese Sarah posthum quasi annektiert und ihr eigenes Kind nach ihr benennt fand ich völlig daneben.

    Das Thema - wie weit darf man die Nase in andere Biografien stecken, wie weit darf man sogar in die fremde Familiengeschichte eingreifen, indem man das Herausgefundene dem inzwischen erwachsenen Sohn aufdrängt - dieser Erkläungszwang, den diese Julia betreibt, fand ich verstörend. Und letztlich damit auch das gesamte Buch, weil es am Ende eben nicht mehr um die Zusammentreibung, die Auslieferung der in Frankreich lebenden Juden durch Franzosen ging, sondern um die Befindlichkeiten dieser Julia, die Annäherung und "Aussöhnung" mit Sarahs Sohn quasi stellvertretend, so als könnte die Geschichte damit ein versöhnliches Ende finden.

    Letzten Endes bleibt so ein diffuses, ungutes Gefühl, als hätte jemand Weichspüler ins Grauen gekippt. Irgendwie falsch.

  3. Moderation Avatar von Utetiki
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    AW: Der BriCom Lesekreis liest " Sarahs Schlüssel " von Tatiana De Rosnay

    Zitat Zitat von Hampelmuse Beitrag anzeigen
    Namen: ich meinte, dass Julia ihre Tochter Sarah nennt und die Art, wie der Leser das erfährt.
    Ganz vergessen: hatte ich dann missverstanden, aber ja, da schwirrte etwas unübersehbar in der Luft. Mir gefiel nicht, dass wir Leser so unbedingt mit dem Holzhammer drauf gestupst wurden. Der lauwarme Rechtsanwaltsfreund....


    Anscheinend ist alles gesagt zu dem Buch, ich möchte nur kurz noch den Eindruck zur Sarah-Geschichte loswerden.
    Die nahm mich am meisten mit.

    Ich kann Psychothriller mit den absonderlichsten Tötungsdelikten gut lesen. Hört sich jetzt komisch an, ich meine, das geht mir in dem Augenblick schon nah. Ich leide dann auch mit oder grusel mich, so ist das nicht.

    Aber diese Greueltaten wie in der Nazizeit, da kann ich nicht mit. Das übersteigt mein Fassungsvermögen. Dass die Leute da mitgemacht haben, ob nun unsere Altvorderen oder Kollaborateure in anderen Ländern.
    Und dass ich da vielleicht auch nicht so genau hingeschaut hätte (aktiv mitgemacht denke ich von mir ja sowieso nicht, aber von der jetzigen Warte aus ist das ja gut sagen), so was finde ich einfach ungeheuerlich.
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  4. Avatar von lu.lu
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    AW: Der BriCom Lesekreis liest " Sarahs Schlüssel " von Tatiana De Rosnay

    Ich habe mein Buch leider nicht finden können. Gelesen habe ich es vor vier oder fünf Jahren und kann mich nicht mehr so genau an alles erinnern. Ich weiß nur noch, daß mich die Geschichte noch lange beschäftigt hat, weil sie mir sehr ans Gemüt gegangen ist.

    lu.lu

  5. Moderation Avatar von Utetiki
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    AW: Der BriCom Lesekreis liest " Sarahs Schlüssel " von Tatiana De Rosnay

    Zitat Zitat von Lorolli Beitrag anzeigen
    Im Buch sind ja am Schluss Anregungen für Lesekreise. Ich habe mal etwas ausgesucht.

    Im Zentrum von Tatiana de Rosnays Roman stehen verschiedene Familiengeheimnisse, die Julia zu Tage befördert. Hatte Julia das Recht, so weit zu gehen ? Ist es manchmal besser, nicht alles zu wissen ?

    Ich denke das ist ein interessanter Punkt.

    Meine Meinung dazu ist, dass Julia etwas zu weit gegangen ist. William mit der Geshichte seiner Mutter zu konfrontieren wäre nicht unbedingt nötig gewesen.
    Dazu wollte ich ja auch noch was schreiben.

    Ich schließe mich an. William, bzw. die ganze Familie zu konfrontieren war mir auch zu viel. Das hätte m.E. behutsamer passieren müssen und nicht mit der Tür-ins-Haus-fall-Methode.

    Als Journalistin ist für mich Julie durchgefallen. Ich kann verstehen, dass sie weiterbohrt als sie die Verflechtungen ihrer angeheirateten Familie entdeckt, aber die professionelle Distanz lässt sie (vielleicht auch deswegen?) ganz schön vermissen.

    Ich fand den Vorwurf ihres Chefs auch durchaus gerechtfertigt. Er moniert, dass sie wohl die Geschichte ausgegraben habe, aber nicht weiter in die Tiefe gegangen sei. Wie hätten sich die Polizisten gefühlt, die damals die Juden zusammengetrieben haben, wie die Busfahrer/Lokführer usw.?


    Was ich dann hier einigermaßen verärgert erfahren durfte, ist eine technische Komponente, die aber allgemein gilt und nichts mit dem Roman zu tun hat.

    Ich bin sauer über meine elektronische Ausgabe. Im ebook stehen die Fragen für Lesekreise nicht. Und wie ich über amazon beim Blick ins Buch erfahren konnte, ist am Ende auch noch ein Interview mit der Autorin aufgeführt.
    Ich hatte mich gewundert, dass das Buch mit 394 Seiten aufegführt war und das ebook mit nur 326. Jetzt ist mir auch klar warum.

    Natürlich ist das ebook preiswerter, aber ich hätte trotzdem gern alles, was in der Printausgabe steht, zur Verfügung.
    Das dürfte nicht passieren.
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  6. Avatar von Salina
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    AW: Der BriCom Lesekreis liest " Sarahs Schlüssel " von Tatiana De Rosnay

    Eigentlich hatte ich ja auch mitlesen wollen, aber dann kam ich doch nicht dazu. Obwohl ich mir das Buch aus Versehen gleich zweimal gebraucht besorgt hatte.
    Aber nach euren Kommentaren möchte ich es nun doch lieber nicht lesen. So schreckliche Greueltaten verfolgen mich immer lange Zeit.
    Und die 2 Bücher wandern gleich in die Kiste für den Flohmarkt :)
    Das Herz, auch es bedarf des Überflusses, genug kann nie und nimmermehr genügen. (Conrad Ferdinand Meyer)

  7. Avatar von Hampelmuse
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    AW: Der BriCom Lesekreis liest " Sarahs Schlüssel " von Tatiana De Rosnay

    Zitat Zitat von Utetiki Beitrag anzeigen

    Ich kann Psychothriller mit den absonderlichsten Tötungsdelikten gut lesen. Hört sich jetzt komisch an, ich meine, das geht mir in dem Augenblick schon nah. Ich leide dann auch mit oder grusel mich, so ist das nicht.

    Aber diese Greueltaten wie in der Nazizeit, da kann ich nicht mit. Das übersteigt mein Fassungsvermögen. .
    Das geht mir auch so.
    Trotzdem fand ich das das Stärkste am Buch, dass das alles so grausam stehen geblieben ist. Der Bruder, (das fand ich wirklich schwer zu ertragen), dass nichts mehr über Rachel kam, Sarah sich nie wirklich erholt hat.
    Man würde es jedem anders wünschen und auch beim Lesen sich selbst wenigstens ein bisschen Erleichterung- aber es WAR ja so unerbittlich. Alles andere wäre dem eigentlich nicht gerecht geworden.
    Durch Fehler wird man klug, drum ist einer nicht genug.

  8. Moderation Avatar von Utetiki
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    AW: Der BriCom Lesekreis liest " Sarahs Schlüssel " von Tatiana De Rosnay

    Ja, stimmt.

    Beim Bruder bin ich nie davon ausgegangen, dass er noch lebend gefunden wird. Dafür war einfach zu viel Zeit mittlerweile vergangen.
    Es wäre noch ein Hauch von Hoffnung da gewesen, wenn das Versteck leer gewesen wäre.

    Ich hab gedacht, so ein Kind bleibt doch nicht ruhig da im Dunkeln sitzen. Irgendwann fängt es an zu rufen, zu schreien. Die Concierge mag vielleicht was hören und es wird befreit.

    Aber wirklich befreit? Wahrscheinlich dann nur um ins nächste Lager gebracht zu werden.

    So gebe ich Dir recht, die Grausamkeit war so real.
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  9. Registriert seit
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    AW: Der BriCom Lesekreis liest " Sarahs Schlüssel " von Tatiana De Rosnay

    Die Geschichte "SarahsSchlüssel" sollte mehr als zu denken geben. Der Film und das Buch zeigen , dass rechte Ideologie keinen Platz mehr in Europa und der Welt mehr haben darf. Wer Jogginghosen trägt und hat keinesfalls die Kontrolle über sein Leben verloren. Mir sind Menschen, die sich nach eigenem Gusto kleiden und die Menschenrechte befürworten lieber als solche diejenigen, die nach den Ansinnen Karl Lagerfelds der Haut Coture zugenigt fühlen und wirklich humanitäre Anliegen völlig vernachlässigen. RIP Karl Lagerfeld, but you were not really one of my favourites in the sense of humanity.

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