+ Antworten
Seite 5 von 7 ErsteErste ... 34567 LetzteLetzte
Ergebnis 41 bis 50 von 67
  1. Avatar von Suzie Wong
    Registriert seit
    17.11.2010
    Beiträge
    21.518

    AW: BriCom-Lesekreis liest: "Der Trafikant" von Robert Seethaler

    Zitat Zitat von kamerun Beitrag anzeigen
    Ich habe das Ende so verstanden, dass Franz von den Nazis ermordet worden ist. Liege ich damit falsch?
    Sie haben ihn zumindest mitgenommen. Ob sie ihn auch ermordet haben - davon ist auszugehen. Vielleicht hätte es sonst einen Epilog gegeben.
    Meine Hobbies:

    (lesen, essen/backen/kochen/reisen/walken (ohne Hund))

  2. Avatar von Zimtfisch
    Registriert seit
    28.06.2006
    Beiträge
    11.253

    AW: BriCom-Lesekreis liest: "Der Trafikant" von Robert Seethaler

    Hej,

    Ich bin noch nicht ganz durch, hab noch die Hälfte vor mir, aber ich denke, ich kann morgen früh dann mitreden.

    Ich lasse euch aber ein paar Fragen zum Buch da, vielleicht hilft euch das auch beim Sortieren eurer Eindrücke oder kann die Diskussion anfachen/vertiefen. Keine Angst - ihr müsst nicht alle beantworten oder eben auch garkeine, aber ich denke, vielleicht ist das so auch mal ganz spannend.


    Welche Themen bestimmen das Buch? Was möchte der Autor dem Leser vermitteln? Spricht das Buch aktuelle oder generelle Themen wie beispielsweise Krieg, Trauer, Schuld, Rassismus, Umwelt an und wenn ja, hat er dazu beigetragen Ihre Sicht zu ändern oder zu erweitern?

    Benutzt der Autor das Buch, um seine Sichtweise und Meinung über bestimmte Themen wie bspw. Gesellschaft, Politik, Beziehung zwischen Mann und Frau auszudrücken?

    Gelingt es dem Autor die Charaktere im Buch interessant und lebensnah darzustellen? Sind sie und ihre Beziehung zueinander glaubwürdig?

    Fanden sie bestimmte Personen besonders sympathisch? Gab es andere, die Sie nicht leiden oder nicht verstehen konnten? Was waren Ihre Gründe dafür?

    Wie gefällt Ihnen der Beginn des Buches? Machen die ersten Sätze und Seiten Lust darauf, das gesamte Buch zu lesen?

    Wie gefällt Ihnen der Schreibstil des Autors?

    Gelingt es dem Autor Spannung aufzubauen?

    Wie wichtig ist der Gebrauch der Sprache durch den Autor? Gabe es bestimmte Stellen im Buch, die Ihnen besonders aufgefallen sind und warum?

    Warum hat der Autor gerade dieser Person bzw. diesen Personen die Rolle des bzw. der Erzähler zuerkannt?

    Klingen die Dialoge manchmal zu modern für die damalige Zeit?

    Lässt der Autor genug Hintergrundinfos einfließen, so dass die Leser den historischen Kontext verstehen können?

    Bewertung/Empfehlung

    Mit welchen Adjektiven würdet ihr den Roman beschreiben?

    Hat euch das Buch emotional berührt oder beschäftigt?

    Wie bewertet ihr das Ende des Buches?

    Hat sich eure Meinung über das Buch nach der Diskussion im Vergleich zu davor geändert?

    Hat euch das Buch an andere Bücher, die ihr gelesen habt, erinnert?

    Hatte das Buch einen Bezug zu persönlichen Erfahrungen, die ihr gemacht habt?
    Wenn ja, in welcher Weise?

    Würdet ihr das Buch weiterempfehlen oder verschenken?

    Ist das Buch ein gutes Buch für die Diskussion in einem Literaturkreis? Wenn ja, warum?


    Bis morgen!

    Zimtfisch
    That rug really tied the room together. The Big Lebowski

  3. Avatar von Barossa14
    Registriert seit
    10.03.2014
    Beiträge
    113

    AW: BriCom-Lesekreis liest: "Der Trafikant" von Robert Seethaler

    Franz Huchel, der Junge vom Land, der wenig Schul- dafür aber umso mehr Herzensbildung besitzt, lässt sich nicht von den Nazis vereinnahmen. Er hat seine ganz eigene Ansicht zur „Verantwortung“ und lässt daher in der schlimmsten aller Zeiten die Menschen, die ihm etwas bedeuten, auch oder gerade weil sie wegen ihrer politischen Gesinnung oder ihrer Religion verfolgt sind, ihre Würde bewahren, selbst wenn es für ihn zum tödlichen Verhängnis wird.
    Die Sprache des Autors wird der ganzen Geschichte gerecht. Die Schilderung des einfachen, aber glücklichen Lebens am Attersee, dann die völlig andere Welt, das laute und verkehrsreiche Wiens und die heiße, vergebliche Liebe zu Anezka, alles wird in klarer ,ruhiger Weise erzählt. Besonders beeindruckt hat mich auch, wie der Autor den subtilen Wandel in der Gesellschaft, von der verächtlichen Haltung gegenüber des „Herrn Hitler“ zur glühenden Verehrung diesen Mannes und seines Regimes beschreibt. Ein ergreifendes kleines Buch!

  4. Avatar von Lorolli
    Registriert seit
    24.02.2005
    Beiträge
    30.132

    AW: BriCom-Lesekreis liest: "Der Trafikant" von Robert Seethaler

    Welche Themen bestimmen das Buch? Was möchte der Autor dem Leser vermitteln? Spricht das Buch aktuelle oder generelle Themen wie beispielsweise Krieg, Trauer, Schuld, Rassismus, Umwelt an und wenn ja, hat er dazu beigetragen Ihre Sicht zu ändern oder zu erweitern?
    Die Handlung könnte auch in der Jetztzeit spielen. Krieg, Trauer, Schuld, Rassismus, Umwelt sind leider sehr aktuelle Themen.

    Benutzt der Autor das Buch, um seine Sichtweise und Meinung über bestimmte Themen wie bspw. Gesellschaft, Politik, Beziehung zwischen Mann und Frau auszudrücken?
    Ich denke schon. Er beschreibt die Mutter von Franz als selbstbewusste Frau, die vorallem auch loslassen kann und ihren Sohn nach Wien schickt.

    Wie gefällt Ihnen der Beginn des Buches? Machen die ersten Sätze und Seiten Lust darauf, das gesamte Buch zu lesen?
    Ja, sie haben mich neugierig auf das Buch gemacht.

    Gelingt es dem Autor die Charaktere im Buch interessant und lebensnah darzustellen? Sind sie und ihre Beziehung zueinander glaubwürdig?
    Ja auf jeden Fall. Wobei ich nicht beurteilen kann, ob die Beziehung zu Freud so möglich gewesen wäre.

    Lässt der Autor genug Hintergrundinfos einfließen, so dass die Leser den historischen Kontext verstehen können?
    Für mich ja, allerdings kenne ich aufgrund meines Alters auch den historischen Hintergrund

    Gelingt es dem Autor Spannung aufzubauen?
    ja, ich wusste bis zum Schluss nicht wie die Geschichte endet.

    Ist das Buch ein gutes Buch für die Diskussion in einem Literaturkreis? Wenn ja, warum?
    es bietet viele Diskussionsthemen, z.B. das Leben am Attersee und die Handungsweise der Mutter,
    die Schilderung des Lebens des Trafikanten, die Geschichte von Franz und seinem ersten Liebeskummer, das Verhalten von Anezka, die Beziehung zu Freud und vorallem natürlich der geschichtliche Hintergrund.
    Viele Menschen treten in dein Leben, aber nur wenige hinterlassen Spuren in deinem Herzen.


  5. Registriert seit
    30.05.2010
    Beiträge
    1.931

    AW: BriCom-Lesekreis liest: "Der Trafikant" von Robert Seethaler

    "Der Trafikant" ist ein Abklatsch des Buches "Mit brennender Geduld" von Skarmeta. Freud statt Neruda, Trafikant statt jungem Postboten, Faschisten statt Nazis. Die Handlung ist in den Grundzügen identisch. Ich habe mich sehr über diesen Text geärgert.

  6. Avatar von Suzie Wong
    Registriert seit
    17.11.2010
    Beiträge
    21.518

    AW: BriCom-Lesekreis liest: "Der Trafikant" von Robert Seethaler

    Zitat Zitat von panzernashorn Beitrag anzeigen
    "Der Trafikant" ist ein Abklatsch des Buches "Mit brennender Geduld" von Skarmeta. Freud statt Neruda, Trafikant statt jungem Postboten, Faschisten statt Nazis. Die Handlung ist in den Grundzügen identisch. Ich habe mich sehr über diesen Text geärgert.
    Echt? Ich kenne das Buch nicht, weiß aber, dass es hier irgendwo rumliegt.
    Meine Hobbies:

    (lesen, essen/backen/kochen/reisen/walken (ohne Hund))


  7. Registriert seit
    30.05.2010
    Beiträge
    1.931

    AW: BriCom-Lesekreis liest: "Der Trafikant" von Robert Seethaler

    Skarmeta, ein Freund Nerudas, lohnt das Lesen. Der kleine Roman ist witzig, sinnlich, emotional. Ich habe ihn Mitte der Achtziger Jahre gelesen und erinnere mich an viele Details.
    Geändert von panzernashorn (26.01.2015 um 22:03 Uhr)

  8. Moderation Avatar von Utetiki
    Registriert seit
    21.12.2004
    Beiträge
    16.954

    AW: BriCom-Lesekreis liest: "Der Trafikant" von Robert Seethaler

    Panzernashorn, das ist ein interessanter Einwand. Das Skarmeta-Buch hat mich jetzt neugierig gemacht und werde ich zum Vergleich noch lesen.


    Ich hatte ein bisschen Schwierigkeiten mit dem Buch.
    Von der Sprache her fand ich es gar nicht hölzern, musste bei einigen Passagen laut auflachen, z.B. bei der Erklärung, dass der junge Lehrling nunmehr viel zu lesen hatte, was er von zuhause nicht gewöhnt war. Die aktuellen Geschehnisse glitten ihm untern Hintern weg, eben die Zeitung, die die Mutter als Klopapier in Stücke gerissen fein säuberlich auffädelte.
    Oder die Darstellung des Alois Preuningers, stiller Finanzier im Hintergrund, den diverse Damen betrauerten.

    Auch die Zeit in Wien fand ich stimmig wiedergegeben.


    Aber, mit dem "Burschi" bin ich nicht recht warmgeworden. Gerade in der heutigen Zeit überlege ich mir bei Büchern wie diesem, wie hat ein Mensch so agieren können wie Franz.
    Er, der in der Nußdorfer Zeit beschrieben wird wie ein total unbeschriebenes Blatt, der in den Tag hineinlebte und ziemlich naiv war und handelte (was ich bei der Liebelei mit Anezka gut nachvollziehen konnte), der lehnt sich gegen die Obrigkeit auf?

    Entweder weil er sich diese Naivität weiterhin bewahrt hat und überhaupt nicht bedenkt, welche Konsequenzen sein Handeln haben kann. Und dies trotz des Schicksals seines Lehrherrn, das einen Vorgeschmack erahnen ließ?
    Oder hat er darauf angelegt, weil seine Angebetete ihn links liegen ließ und er keinen Sinn mehr in seinem weiteren Dasein sah?

    Nur, genug Chuzpe, den Herrn Professor, den Freud, anzusprechen, hatte er schon? Aber vielleicht war dies auch seiner grenzenlosen Unschuld geschuldet.

    Mir waren diese Episoden mit Freud auch zu wenig herausgearbeitet, da hatte ich mir von den Vorankündigungen mehr versprochen.


    Trotz allem gefiel mir das Buch insgesamt. Der Paukenschlag zum Schluss, den fand ich wieder stimmig. Ausgerechnet die "böhmische Zahnlücke" überlebt den ganzen Mist, wahrscheinlich weil sie sich immer hübsch mit den "richtigen" Leuten zusammentat.


    Ich habe mir auch die Hörbuchversion zugelegt. Robert Seethaler liest selbst und er macht das gut. Der leichte Wiener Akzent machen das ganze authentischer. Und ich weiß endlich wie der alte Trafikant ausgesprochen wird: Trschnigg!


  9. Registriert seit
    30.05.2010
    Beiträge
    1.931

    AW: BriCom-Lesekreis liest: "Der Trafikant" von Robert Seethaler

    Ich bin gespannt, wie Ihr "Mit brennender Geduld" findet.
    Es hat mich schon erstaunt, dass keiner der Rezensenten, die den "Trafikant" in den Himmel loben, Skarmeta zu kennen scheint. Ich bin keine professionelle Leserin, aber an Neruda kommt man nicht vorbei, wenn man sich ernsthaft mit Literatur beschäftigt und dann stolpert man früher oder später über Skarmeta,
    Die jungen Männer in beiden Texten sind ähnlich angelegt, als naive "tumbe Toren", die den älteren Mann als Ratgeber in Liebesangelegenheiten ansprechen, der Gang der Handlung läuft weitgehend parallel.
    Skarmeta habe ich mit großem Vergnügen, zum Ende hin auch mit Beklemmung gelesen. Es wäre schön, wenn dieser Text wieder in Erinnerung gebracht würde. Auf Literatur aus zweiter Hand kann man verzichten.

  10. Avatar von Lorolli
    Registriert seit
    24.02.2005
    Beiträge
    30.132

    AW: BriCom-Lesekreis liest: "Der Trafikant" von Robert Seethaler

    Ich bin gespannt, wie Ihr "Mit brennender Geduld" findet.
    bin auch gespannt, habe es mir gerade bestellt.
    Viele Menschen treten in dein Leben, aber nur wenige hinterlassen Spuren in deinem Herzen.

+ Antworten
Seite 5 von 7 ErsteErste ... 34567 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •