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    Gedicht des Tages (16)


    Hallo zusammen,

    hier geht es weiter ... ein Gedicht pro Tag ... aber das wisst ihr ja schon ...

    Gruß Jac


    Als ich Kind war, hieß mein soziales Netzwerk
    draussen

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    AW: Gedicht des Tages (16)



    Einen Freund mußt du suchen wie nichts auf der Welt

    Jemand, der da ist, geht's dir einmal nicht gut,
    und der, was er kann, für dich dann auch tut,
    der Zeit für dich hat, viel Zeit jederzeit,
    und zu dir steht in Freud und in Leid,
    der gern mit dir froh ist, der gern mit dir lacht,
    der Spaß versteht und Gaudi mitmacht.
    Und selbst, wenn alles um dich herum fällt,
    dich nicht ausläßt und jetzt erst recht zu dir hält,
    jemand, der da ist, wie es auch steht,
    durch dick und durch dünn für dich geht,
    ein Mensch, auf den man todsicher baut,
    vor dem man denken darf, sogar laut.
    Wenn du so jemand kennst, paß auf immerdar,
    denn das ist ein Freund, und Freunde sind rar.
    Freunde kannst du nicht kaufen für noch so viel Geld,
    einen Freund mußt du suchen wie nichts auf der Welt.


    (Helmut Zöpfl)
    Gehe Achtsam mit der Natur, deinen Mitmenschen und auch mit dir selbst um.
    見ざる、聞かざる、言わざる


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    AW: Gedicht des Tages (16)




    Über den Tod hinaus beständige Liebe

    Verschließen mag die Augen mir der letzte
    Schatten, und ganz den weißen Tag verwehren,
    die Seele lösen mag er in der schweren
    Stunde, zur Ruhe rufend die Gehetzte:

    Doch niemals, auch nicht überm Fluß des Todes,
    verliert sie die Erinnerung ihrer Gluten;
    zu schwimmen weiß mein Brand durch kalte Fluten,
    zu spotten selbst des ehernen Gebotes.

    Seele, die einen Gott gefangen hielt,
    Adern, die solcher Flamme Öl geleitet,
    ein Mark, vom eigenen Feuer groß erfüllte,

    kann Tod vom Leben, nicht vom Lieben scheiden:
    Asche zu sein, doch Asche, die noch fühlt,
    Staub sein ihr Los, doch Staub, der Liebe leidet.


    Francisco de Quevedo
    Aus: Aus dem Turm. Moralische und erotische Gedichte, Satiren und Grotesken.




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    draussen

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    AW: Gedicht des Tages (16)

    Tom de Toys, 11.1.08, 54.E.S. für die Rozenmondin


    ÜBER(SCH)WIEGE(NE)

    wortlos
    lieben wir uns
    sprechen ist nicht nötig
    wir zerfließen ganz
    in unseren armen denn
    ich liebe mich und du liebst dich
    so sehr daß keinem etwas fehlt
    was ausgesprochen werden müßte
    wenn sich beide seelen treffen
    wo sie wirklich sind
    darf alles ohne angst sich selbst genügen
    atem atmet weiter
    körper bleiben körper
    geist ist geistig
    dinge sind begreifbar
    rätsel sind geheimnisvoll
    und glück macht glücklich
    weil wir zwischen sämtlichen sachverhalten
    wohnen als sei gegenwart noch mehr
    als gegenwart von ewigkeit
    mal ganz zu schweigen
    Gib mir die Gelassenheit,die Dinge hinzunehmen,die ich nicht ändern kann.Verleihe mir den Mut,die Dinge zu ändern,die ich ändern kann und schenke mir die Weisheit,das eine vom anderen zu unterscheiden.

  5. Inaktiver User

    AW: Gedicht des Tages (16)

    der dichter ist ein einsamer wolf

    der dichter ist ein einsamer wolf
    trinkt selten schnaps; spielt niemals golf
    tritt ungern einem kegelklub bei
    brät als nahrung ein braunes spiegelei
    geht gar nicht oder unfrisiert spazieren
    hat angst, bei allen pferdewetten zu verlieren
    lässt sich von kritikern verdrießen
    würd öfter gern sein telefon erschießen
    mag hitler ungern, findet lenin besser
    trinkt tee- und kaffeeähnliche gewässer
    2x die woche muss er laut vertrag die musen küssen
    die immer (auch bei grippe) mit ihm schmusen müssen
    der dichter wird bei mondschein leicht verrückt
    erschaudert wenn ein sturm ans fenster drückt
    muss dauernd mit poesie die welt bewegen
    und liebt (vor allem wenn sichs reimt) den regen
    zitiert von schopenhauer jedes große wort
    schaut heimlich und verschwitzt den abendsport
    säuft sprudelwein bei kerzenlicht
    und dichtet manchmal ein sonettgedicht

    Martin Amanshauser

    (aus 100.000 verkaufte Exemplare - Deuticke Verlag)

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    AW: Gedicht des Tages (16)

    Das Kartenhaus

    Ich habe eine Welt
    gebaut aus Träumen
    und unser Haus
    aus Phantasien

    Ein Kartenhaus
    das leicht zerfällt
    Sprich leise
    Liebste

    [Gerhard Rombach]
    Der Inhalt des Lebens ist am Ende die Sammlung schöner Erlebnisse, Eindrücke und Freundschaften.

    [UÖ]

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    AW: Gedicht des Tages (16)

    Ich nehme meine Hoffnung, gleich
    einem blendenden Schatz,
    aus meinem Herzen - ihrem Kästchen -
    führ' sie zwischen Rosen spazieren,
    verhätschle sie wie eine Tochter,
    eine Schwester oder Braut,
    betrachte sie endlos
    ... und verwahre sie wieder, allein.

    Juan Ramon Jimenez
    Im Herbst sammelte ich alle meine Sorgen und vergrub sie in meinem Garten. Als der Frühling wiederkehrte - im April - da wuchsen in meinem Garten schöne Blumen (Khalil Gibran)

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    AW: Gedicht des Tages (16)

    Linguistik

    Du musst mit dem Obstbaum reden.

    Erfinde eine neue Sprache,
    die Kirschenblütensprache,
    Apfelblütenworte,
    rosa und weisse Worte,
    die der Wind
    lautlos
    davonträgt.

    Vertraue dich dem Obstbaum an
    wenn dir ein Unrecht geschieht.

    Lerne zu schweigen
    in der rosa
    und weissen Sprache.

    [Hilde Domin]
    Der Inhalt des Lebens ist am Ende die Sammlung schöner Erlebnisse, Eindrücke und Freundschaften.

    [UÖ]

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    AW: Gedicht des Tages (16)



    DIE NADEL

    Ein Schneider eine Nadel fand,
    Die stach den Schneider in die Hand.

    Der Schneider sprang entsetzt zurück,
    Die Nadel sprach, ich bring’ dir Glück.

    Der König hörte Schneiders Leid,
    Und bestellte sich ein kleid.

    Der Schneider nähte dieses gleich;
    Am andern Tage war er reich.


    Joachim Ringelnatz
    Aus: Sämtliche Gedichte





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    draussen

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    AW: Gedicht des Tages (16)


    MEIN AUGE GEHT AUF EINE STILLE REISE

    wenn dein Gesicht in deiner Hand ausruht
    (wie Walters von der Vogelweide)
    mein Auge geht auf eine stille Reise
    zu deinem Auge das sich müde schlieszt
    und weilt an deinem schönen Mund
    mein Auge geht auf eine stille Reise
    zu deiner Wange wunderbar und ernst
    zu deiner Hand zu deiner Brust zu deinem Fusz
    mein Auge geht auf eine sanfte Reise
    zu deinem Herz

    Friederike Mayröcker
    There are a hundred paths through the world that are easier than loving. But, who wants easier?
    Mary Oliver

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