Hallo zusammen,
hier geht es weiter... ein Gedicht pro Tag ... aber das wisst ihr ja schon ...
Gruß Jac ☻
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Thema: Gedicht des Tages (16)
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23.02.2008, 13:58
Gedicht des Tages (16)
Als ich Kind war, hieß mein soziales Netzwerk
draussen
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23.02.2008, 14:18
AW: Gedicht des Tages (16)
Einen Freund mußt du suchen wie nichts auf der Welt
Jemand, der da ist, geht's dir einmal nicht gut,
und der, was er kann, für dich dann auch tut,
der Zeit für dich hat, viel Zeit jederzeit,
und zu dir steht in Freud und in Leid,
der gern mit dir froh ist, der gern mit dir lacht,
der Spaß versteht und Gaudi mitmacht.
Und selbst, wenn alles um dich herum fällt,
dich nicht ausläßt und jetzt erst recht zu dir hält,
jemand, der da ist, wie es auch steht,
durch dick und durch dünn für dich geht,
ein Mensch, auf den man todsicher baut,
vor dem man denken darf, sogar laut.
Wenn du so jemand kennst, paß auf immerdar,
denn das ist ein Freund, und Freunde sind rar.
Freunde kannst du nicht kaufen für noch so viel Geld,
einen Freund mußt du suchen wie nichts auf der Welt.
(Helmut Zöpfl)Gehe Achtsam mit der Natur, deinen Mitmenschen und auch mit dir selbst um.
見ざる、聞かざる、言わざる
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24.02.2008, 10:28
AW: Gedicht des Tages (16)
Über den Tod hinaus beständige Liebe
Verschließen mag die Augen mir der letzte
Schatten, und ganz den weißen Tag verwehren,
die Seele lösen mag er in der schweren
Stunde, zur Ruhe rufend die Gehetzte:
Doch niemals, auch nicht überm Fluß des Todes,
verliert sie die Erinnerung ihrer Gluten;
zu schwimmen weiß mein Brand durch kalte Fluten,
zu spotten selbst des ehernen Gebotes.
Seele, die einen Gott gefangen hielt,
Adern, die solcher Flamme Öl geleitet,
ein Mark, vom eigenen Feuer groß erfüllte,
kann Tod vom Leben, nicht vom Lieben scheiden:
Asche zu sein, doch Asche, die noch fühlt,
Staub sein ihr Los, doch Staub, der Liebe leidet.
Francisco de Quevedo
Aus: Aus dem Turm. Moralische und erotische Gedichte, Satiren und Grotesken.
Als ich Kind war, hieß mein soziales Netzwerk
draussen
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24.02.2008, 11:40
AW: Gedicht des Tages (16)
Tom de Toys, 11.1.08, 54.E.S. für die Rozenmondin
ÜBER(SCH)WIEGE(NE)
wortlos
lieben wir uns
sprechen ist nicht nötig
wir zerfließen ganz
in unseren armen denn
ich liebe mich und du liebst dich
so sehr daß keinem etwas fehlt
was ausgesprochen werden müßte
wenn sich beide seelen treffen
wo sie wirklich sind
darf alles ohne angst sich selbst genügen
atem atmet weiter
körper bleiben körper
geist ist geistig
dinge sind begreifbar
rätsel sind geheimnisvoll
und glück macht glücklich
weil wir zwischen sämtlichen sachverhalten
wohnen als sei gegenwart noch mehr
als gegenwart von ewigkeit
mal ganz zu schweigen
Gib mir die Gelassenheit,die Dinge hinzunehmen,die ich nicht ändern kann.Verleihe mir den Mut,die Dinge zu ändern,die ich ändern kann und schenke mir die Weisheit,das eine vom anderen zu unterscheiden. 
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24.02.2008, 12:58Inaktiver User
AW: Gedicht des Tages (16)
der dichter ist ein einsamer wolf
der dichter ist ein einsamer wolf
trinkt selten schnaps; spielt niemals golf
tritt ungern einem kegelklub bei
brät als nahrung ein braunes spiegelei
geht gar nicht oder unfrisiert spazieren
hat angst, bei allen pferdewetten zu verlieren
lässt sich von kritikern verdrießen
würd öfter gern sein telefon erschießen
mag hitler ungern, findet lenin besser
trinkt tee- und kaffeeähnliche gewässer
2x die woche muss er laut vertrag die musen küssen
die immer (auch bei grippe) mit ihm schmusen müssen
der dichter wird bei mondschein leicht verrückt
erschaudert wenn ein sturm ans fenster drückt
muss dauernd mit poesie die welt bewegen
und liebt (vor allem wenn sichs reimt) den regen
zitiert von schopenhauer jedes große wort
schaut heimlich und verschwitzt den abendsport
säuft sprudelwein bei kerzenlicht
und dichtet manchmal ein sonettgedicht
Martin Amanshauser
(aus 100.000 verkaufte Exemplare - Deuticke Verlag)
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24.02.2008, 17:50
AW: Gedicht des Tages (16)
Das Kartenhaus
Ich habe eine Welt
gebaut aus Träumen
und unser Haus
aus Phantasien
Ein Kartenhaus
das leicht zerfällt
Sprich leise
Liebste
[Gerhard Rombach]Der Inhalt des Lebens ist am Ende die Sammlung schöner Erlebnisse, Eindrücke und Freundschaften.
[UÖ]
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24.02.2008, 19:59
AW: Gedicht des Tages (16)
Ich nehme meine Hoffnung, gleich
einem blendenden Schatz,
aus meinem Herzen - ihrem Kästchen -
führ' sie zwischen Rosen spazieren,
verhätschle sie wie eine Tochter,
eine Schwester oder Braut,
betrachte sie endlos
... und verwahre sie wieder, allein.
Juan Ramon JimenezIm Herbst sammelte ich alle meine Sorgen und vergrub sie in meinem Garten. Als der Frühling wiederkehrte - im April - da wuchsen in meinem Garten schöne Blumen (Khalil Gibran)
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25.02.2008, 00:07
AW: Gedicht des Tages (16)
Linguistik
Du musst mit dem Obstbaum reden.
Erfinde eine neue Sprache,
die Kirschenblütensprache,
Apfelblütenworte,
rosa und weisse Worte,
die der Wind
lautlos
davonträgt.
Vertraue dich dem Obstbaum an
wenn dir ein Unrecht geschieht.
Lerne zu schweigen
in der rosa
und weissen Sprache.
[Hilde Domin]Der Inhalt des Lebens ist am Ende die Sammlung schöner Erlebnisse, Eindrücke und Freundschaften.
[UÖ]
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25.02.2008, 00:59
AW: Gedicht des Tages (16)
DIE NADEL
Ein Schneider eine Nadel fand,
Die stach den Schneider in die Hand.
Der Schneider sprang entsetzt zurück,
Die Nadel sprach, ich bring’ dir Glück.
Der König hörte Schneiders Leid,
Und bestellte sich ein kleid.
Der Schneider nähte dieses gleich;
Am andern Tage war er reich.
Joachim Ringelnatz
Aus: Sämtliche Gedichte
Als ich Kind war, hieß mein soziales Netzwerk
draussen
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25.02.2008, 04:26
AW: Gedicht des Tages (16)
MEIN AUGE GEHT AUF EINE STILLE REISE
wenn dein Gesicht in deiner Hand ausruht
(wie Walters von der Vogelweide)
mein Auge geht auf eine stille Reise
zu deinem Auge das sich müde schlieszt
und weilt an deinem schönen Mund
mein Auge geht auf eine stille Reise
zu deiner Wange wunderbar und ernst
zu deiner Hand zu deiner Brust zu deinem Fusz
mein Auge geht auf eine sanfte Reise
zu deinem Herz
Friederike Mayröcker
There are a hundred paths through the world that are easier than loving. But, who wants easier?
Mary Oliver


... ein Gedicht pro Tag ... aber das wisst ihr ja schon ...
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