Weil vita und Mnn gerade so fröhlich über die Ehe philosophieren...
„Das Ende der Hausfrauenehe, Barbelies Wiegmann, 1980“
Ehen haben glücklich und harmonisch zu sein. Man muss nur erst die wirklich große Liebe finden. Dann ist das tägliche Eheglück garantiert und dauert selbstverständlich ein Leben lang. Mit dieser Illusion beginnen noch immer die meisten Ehen. Tauchen Konflikte auf, werden sie unter den Teppich gekehrt. (...)
Der Mensch von heute sichert sich sein tägliches Brot unabhängig vom Elternhaus durch einen Beruf. „Beruf ist die hauptsächliche Tätigkeit (Erwerbstätigkeit) des einzelnen, die auf dem Zusammenwirken von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten beruht“ (Lexikon).
(...)
Die Zuständigkeit für Kinder, Familie und Hausarbeit ist gekoppelt mit einem atemberaubenden Angebot: vorausgesetzt wir bringen unsere Kinder in einer ordnungsgemäßen Ehe und mit einem Ehemann zur Welt und sind gewillt, diese Kinder auch allein zu betreuen, dann wird uns diese Tätigkeit als ein Beruf wie jeder andere garantiert. Mehr noch: Diese Tätigkeit der ehelichen Familien-Hausfrau gilt sogar als ganz besonders wertvoller Beruf (...)
Der Beruf dient als Existenzgrundlage. Stimmt das Hier? Jawohl, sagt die Familien-Hausfrau, natürlich ist deine Tätigkeit eine Existenzgrundlage. Du tust doch genug dafür! Die Antwort ist ungenau. Eine unverheiratete Frau mit Kindern mietet eine Wohnung, betreut die Kinder und versorgt den Haushalt. Ist ihre Tätigkeit eine Existenzgrundlage? Nein. Sie muss von Transferleistungen des Staates leben.
Von der Familientätigkeit leben kann eine Frau bekanntlich erst in dem Augenblick, in dem sie eine Ehe eingeht. Also: Die Ehe als Existenzgrundlage.
Kann eine Frau davon leben?
Selbstverständlich – so sagt man. Ihr Mann ist doch erwerbstätig und verdient das Geld. Es handelt sich um eine schlichte Arbeitsteilung. Beide müssen einsehen, dass das Geld des Mannes beiden gehört (Anmerkung: als emanzipierte moderne Frau hat sie ihm das unmissverständlich klar gemacht, wäre ja noch schöner).
Und wenn der Mann das irgendwann nicht mehr einsieht? Oder die Ehe mit ihm langweilig oder ärgerlich wird? Aber selbst wenn die Ehe kaputtgeht, dann hat die Familien-Hausfrau Anspruch auf Unterhalt! Damit liebe die Existenz gesichert? Viele Beispiele von Geschiedenen belegen das nicht (Anmerkung: Es sei denn, die Familien-Hausfrau hatte sich in einen Mann verliebt, der 15.000 Euro monatlich verdient und ihr 5.000 davon überlassen muss. Ja, wo die Liebe hinfällt).
(...)
Wir sind heute stolz darauf, dass die Ehe kein Geschäft mehr ist. Wir sind froh, dass es beim heiraten nur noch um unser Gefühl geht. Wir heiraten den, den wir lieben, mag er ein noch so armer Schlucker sein! Wir bauen auf Gefühl (Anmerkung: keine Familien-Hausfrau hätte je etwas anderes behauptet). Wieso reden wir dann plötzlich von wirtschaftlicher Sicherheit? Das Gefühl ist keine Existenzgrundlage. Wir suchen in der Ehe Liebe und persönliches Glück. Mehr können wir, wenn wir ehrlich sind, von der Ehe nicht erwarten.
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Ergebnis 1 bis 10 von 91
Thema: Das Ende der Hausfrauenehe
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31.05.2007, 17:53
Das Ende der Hausfrauenehe
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31.05.2007, 18:12Inaktiver User
AW: Das Ende der Hausfrauenehe
27 Jahre alt ist der TextBarbelies Wiegmann, 1980“
findet man noch im Antiquariat..
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31.05.2007, 18:24
AW: Das Ende der Hausfrauenehe
Zitat von reiner
langweilig wird eine Ehe bloss, wenn die Leutchen selbst langweilig sind.
zunächst bringen Kinder Trubel ins Haus und was dann ?
und dann kommt die Wahrheit
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01.06.2007, 08:43
AW: Das Ende der Hausfrauenehe
und immer noch aktuell.
Zitat von Inaktiver User
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01.06.2007, 08:46
AW: Das Ende der Hausfrauenehe
Klar, das sehe ich auch so. Aber Scheidungsgründe sind vielfältig.
Zitat von trambahn100
Die Wahrheit ist vielleicht nicht immer angenehm.zunächst bringen Kinder Trubel ins Haus und was dann ?
und dann kommt die Wahrheit
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01.06.2007, 22:05
AW: Das Ende der Hausfrauenehe
Warum muss Ehe eigentlich immer mit Kindern verbunden sein?
Zitat von trambahn100
Ich sehe es, wie hier im Text geschildert, eigentlich auch so das die Ehe ein Bündnis der und aus Liebe ist.
Was man hinterher draus macht KÖNNEN Kinder als weiterer I-Punkt sein.
Aber warum wird das oft als Bild gezeichnet, das einen "normalen" Verlauf deklariert?
Gehört Ehe und Kind zwangsweise zusammen?
Ist eine Ehe ohne Kinder (so gewollt) unnormal, "schlechter" angesehen, sogar eventuell sinnbefreit?
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01.06.2007, 23:03
AW: Das Ende der Hausfrauenehe
Für mich persönlich sind das zwei verschiedene Paar Stiefel.
Zitat von Satyr
Mein erstes Kind habe ich "ohne Ehe" bekommen und das Kind war nicht der Grund für die spätere Heirat.
Meinen jetzigen Mann habe ich nicht geheiratet, weil ich Kinder mit ihm wollte, sondern weil ich ihn liebe.
Das Kind kam halt dann irgendwann (sehr zu unser beider Freude).
Wieso sollte die Ehe ohne Kinder sinnbefreit sein?
Zitat von Satyr
Was den Sinn einer jeweiligen Ehe ausmacht, kann doch nur jedes Paar individuell bestimmen.
Für die Einen sind das Kinder, für die Anderen ist es die Liebe zum Partner und für einige ist es wohl eine reine finanzielle Absicherung und hat wirtschaftliche Gründe.
Für den Gesetzgeber besteht der Sinn der Ehe in der Versorgungsgemeinschaft.
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01.06.2007, 23:06
AW: Das Ende der Hausfrauenehe
Meine Fragen waren nicht wertend gemeint, auch nicht in Bezug auf meine eigene Meinung.
Aber ich bin froh, das ich mit meiner Meinung, die sich der Deinigen anschließt, nicht alleine stehe.
Wobei ich mich grade Frage.. als Versorgungsgemeinschaft füreinander.. oder im Endeffekt für das Kind?
Letzteres könnte ich verstehen, ersteres eher weniger.
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04.06.2007, 10:42
AW: Das Ende der Hausfrauenehe
Ersteres machte früher auch Sinn: die Last der Versorgung auf zwei Paar Schultern verteilen. In Zeiten ohne Arbeitslosen und Altersversorgung war ein Leben als "Single" im Alter zumindest sehr häufig durch Armut gekennzeichnet. Das "Füreinander einstehen" war auch materiell gemeint.
Zitat von Satyr
Ob das heute noch Sinn macht, ist fraglich.
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
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04.06.2007, 10:57Inaktiver User
AW: Das Ende der Hausfrauenehe
Beim Eindampfen der staatlichen Leistungen, würde ich es mit Ja beantworten. Besser man verteilt das Risiko auf zwei als es allein zu tragen.
Zitat von HansDampf
Das kann aber nur die Konsequenz aus einer guten Beziehung sein und nicht der Grund eine Beziehung (Ehe) zu führen.
vita


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