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    AW: Corona-Eltern: Wo bleibt der Frauenstreik?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und du schliesst völlig aus später eben auch mal in der Situation sein zu können - den besseren oder besser bezahlten Job zu haben?

    Lass doch nicht den Kopf hängen - ich wünsche dir viel Glück.
    Danke, lieb von dir.

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    AW: Corona-Eltern: Wo bleibt der Frauenstreik?

    Ich habe jetzt schon mehrere Tage über dieses Thema nachgedacht.

    Zum Ausgangsbeitrag bei brigitte.de:
    Und jetzt kommt das Schlimmste: Die Regierung weiß das alles längst; und sie weiß auch, dass sich Frauen eh nicht auflehnen werden. Sie werden nicht streiken, nicht für einen Monat, nicht für einen Tag. Weil sie ja sonst zugeben müssten, dass sie mit der Mutterschaft überfordert sind und damit mit ihrer – laut Patriarchat – größten Daseinsberechtigung.
    Ich denke, hier geht es nicht um "mit der Mutterschaft überfordert sein", hier geht es um puren Pragmatismus.

    Ich bin beim Thema Schule/Kita nach 11 Jahren "Mutterschaft" ziemlich desillusioniert. Es gibt zu wenig Lehrerinnen und zu wenig Erzieherinnen. Schon vor Corona war die Situation in unserem Ort in Bezug auf Nachmittags- und Ferienbetreuung eine einzige Katastrophe. Mein Mann und ich mussten schon vorher jonglieren und immer wieder improvisieren. Seit vier Jahren müssen wir nun schon 12 Wochen Ferienzeiten irgendwie überbrücken (oder viel Geld für unengagierte "Aufbewahrung" (sorry) bezahlen). Im Gemeinderat sitzen nur lauter alte Männer mit der "Mütter-wuppen-das-schon"-Attitüde. Zwei Freundinnen von mir, die sich im Gemeinderat bzw. als Gesamtelternvertreter engagiert haben, sind nach zwei Jahren komplett entnervt und wollen nur noch hinschmeißen.

    Klar könnte man streiken. Aber was soll das bringen? Die Strukturen waren doch vorher schon im Eimer. Wo sollen zusätzliche Kräfte herkommen? Müttersolidarität gab es doch vorher schon nicht, wo soll sie jetzt entstehen?
    Jeder versucht, sein eigenes Schäfchen ins Trockene zu bringen - verständlich. Das habe ich am Anfang nicht verstanden, aber gerade mit Kitakindern ist Netzwerken mit anderen Eltern das Allerwichtigste. Wer sich auf irgendwelche Politiker verlässt, ist verlassen.

    "Mutti macht das schon" (Zwischenüberschrift im Artikel) stimmt leider. Weil Mutti muss. Weil die Leidtragenden die Kinder sind. Das hat man bei den Kitastreiks 2009 und 2015 gesehen. Niemand würde sein Kind in irgendeine Notgruppe bringen, wenn es nicht ab-so-lut sein muss. Vorher reißt man sich ein Bein aus, um irgendeine andere Art von Betreuung möglich zu machen.

    Und wenn diese Strukturen einmal stehen (Netzwerk), dann kann man darauf auch in einer Krise zurückgreifen. Dann streikt man nicht. Dann ist man froh, wenn alles irgendwie halbwegs läuft.

  3. Inaktiver User

    AW: Corona-Eltern: Wo bleibt der Frauenstreik?

    Historia,
    danke für deinen Beitrag.

    Wenn ich das mal so thematisiert hatte wurde mir oft vorgeworfen: die Kinder ins Glashaus setzen zu wollen.
    Die Situation in den Kitas und den Schulen ist einfach schon vor Corona katastrophal gewesen.

    Ich beobachte auch immer mehr wie selbst nicht so gut betuchte Eltern Privatschulen bevorzugen.
    Meine Option wäre das auch heute.

    Das würde ich nicht unter Luxus verbuchen.
    Und mal so nebenbei: mir ist mal aufgefallen wie viele angeblich Alleinerziehende erfolgreiche Frauen ihre Kinder ins Internat gegeben haben. Iris Berben, Katherina Thalbach...

    Das erwähnen die nie, nur die Kinder ab und an.

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    AW: Corona-Eltern: Wo bleibt der Frauenstreik?

    Zitat Zitat von Historia02 Beitrag anzeigen
    ....Im Gemeinderat sitzen nur lauter alte Männer mit der "Mütter-wuppen-das-schon"-Attitüde.....
    Ich würde mal unken, die wurden nicht nur von anderen mehr oder weniger alten Männern gewählt . Wie war denn die Auswahl an Kandidatinnnen ?

    Womit ich wieder bei meinem ersten Beitrag wäre: es fehlt an Vorbildern. Mütter, die ihre Kinder "weggeben" (schon der Begriff ist ein Unding!) , weil ihnen ihr Beruf wichtig ist, werden nach wie vor schräg angeschaut, und das nicht nur von Männern, das wollen sich viele nicht antun. Merkwürdigerweise ist beim "Kinder weggeben" fast immer nur von den Müttern die Rede, die Väter scheinen da keine Rolle zu spielen......

    Schwierige Situation, in kürzester Zeit wird es keine Lösung geben. Auch in anderen Ländern, wo Kindererziehung gleichberechtigter abläuft, wo Väter wie Mütter gleichermaßen "Auszeiten" im Beruf haben (und damit kein Karrierehemmnis mehr), hat es politische Anreize gebraucht. Und auch danach noch viele Jahre, bis alles neu justiert war. Scheint eine Katze, die sich in Schwanz beisst.

    In Zeiten wie diesen bin ich besonders dankbar, dass meine Tochter erwachsen ist. Ich habe immer Vollzeit gearbeitet, ich hatte Tagesmütter (eine bis zum Kindergarten, meine Nachbarin während des Kindergartens und der Grundschule, im Gymnasium hat sich die Mutter einer Freundin bereiterklärt). Alleinerziehend war ich 9 Jahre lang.

    Ich habe mein Kind nicht "weggegeben" (der Vater übrigens auch nicht!), sondern habe mich bei der Erziehung unterstützen lassen. Von einschlägig qualifizierten Personen.

    Gruß Elli
    Geändert von elli07 (19.06.2020 um 10:49 Uhr)
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

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    AW: Corona-Eltern: Wo bleibt der Frauenstreik?

    Weil sie ja sonst zugeben müssten, dass sie mit der Mutterschaft überfordert sind und damit mit ihrer – laut Patriarchat – größten Daseinsberechtigung. Und wer traut sich das in einer Gesellschaft, in der das Mutterbild seit 2000 Jahren auf ein unerreichbares Podest gehoben wurde, damit sich Frauen als Dauerbeschäftigung daran abrackern?

    Frauenstreiks im üblichen Sinne wird es nicht geben. Wie sollte das auch gehen, in einer mehr oder weniger traditionellen Rollenverteilung? Soll man 2 jährige Kinder alleine lassen und auf die Arbeit gehen?

    Aber! Meiner Meinung nach ist es die einzige Lösung, dass wir Mütter uns den Schuh des im Patriarchat
    inszenierten Mutterbilds nicht anziehen. Sich nicht als Hauptzuständige bei der Kindererziehung fühlen. Soweit ich weiß haben Kinder zumeist noch einen Vater und natürlich ist auch der Staat und die Gesellschaft mitverantwortlich.

    Ist die Rollenverteilung nicht mehr traditionell, so können auch Corona und Kitaschließungen keine Retraditionalisierung verursachen. Dann sind Vater und Mutter gleichermaßen beansprucht und können so auch effektiver den Staat in die Pflicht nehmen. Weil dann nämlich nicht nur Männer in den Gremien sitzen und nicht nur Frauen die Sorge mit den Kindern kennen.

    Dazu müssen Mütter nicht auf die Straße gehen und streiken, sondern sich den Schuh nicht mehr anziehen, ihr berufliches Ding machen und die Väter in die Pflicht nehmen.

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    AW: Corona-Eltern: Wo bleibt der Frauenstreik?

    Zitat Zitat von elli07 Beitrag anzeigen
    Ich würde mal unken, die wurden nicht nur von anderen mehr oder weniger alten Männern gewählt . Wie war denn die Auswahl an Kandidatinnnen ?
    Ja, das ist wahr, es fehlt an weiblichen Kandidatinnen. Aber, wie gesagt, eine Freundin hat sich als Kandidatin aufstellen und wählen lassen ... sie gibt jetzt auf. Ich war oft bei Sitzungen des Gemeinderats als Gast dabei und habe angesichts der Ansichten der älteren Herren jedes Mal die Fäuste in den Taschen geballt... eine Frau alleine kann da nichts ändern, da müssten sich schon 10 Frauen gleichzeitig wählen lassen, aber woher soll man die nehmen? Und kriegen die dann überhaupt Listenplätze bei den Etablierten? Oder muss man am besten eine eigene Mütter-Partei gründen?
    Diese langweiligen Sitzungen mit den immer gleichen Querulanten tut sich keiner freiwillig an. Lieber beißt man die Zähne zusammen und guckt, dass man irgendwie klarkommt. Bis sich was ändert, sind die eigenen Kinder eh nicht mehr in der Einrichtung (ist traurig, aber wahr).

    PS: Die "Mütterpartei" würde sich wahrscheinlich bald untereinander zertreiten, weil alle immer nur den Vorteil für ihre eigenen Kinder sehen. Hier im Ort ist es jedenfalls so, dass sich eine größere Masse an Eltern nur mobilisieren lässt, wenn das wie auch immer geartete Problem ihre eigenen Kinder betrifft. Solidarität gibt's da nicht viel. Aber vielleicht ist das in anderen Orten Deutschlands anders???

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    AW: Corona-Eltern: Wo bleibt der Frauenstreik?

    Eine reine "Mütterpartei" macht wohl eher weniger Sinn, denn ein Frauenleben hat viele Facetten, wobei die Zeit mit kleineren Kindern eher zu den kürzeren zählt würde ich mal sagen . Verglichen mit der heutigen Lebenserwartung......

    Das eher traditionelle Familienbild in Deutschland ("ein Kind ist immer und in jedem Fall am besten bei Mutti aufgehoben"), das nicht nur von den bösen alten Männern getragen wird , ist uns in der Krise auf die Füße gefallen.

    Der Schlüssel liegt für mich durchaus im politischen Engagement, aber zu allererst mal hier:
    Zitat Zitat von 2believe Beitrag anzeigen
    ....Dazu müssen Mütter nicht auf die Straße gehen und streiken, sondern sich den Schuh nicht mehr anziehen, ihr berufliches Ding machen und die Väter in die Pflicht nehmen.
    Es müsste doch auch für einen Mann ein "Gewinn" sein, wenn die ganze Last des Familieneinkommens nicht nur auf seiner Schulter ruht und er sich Zeit nehmen kann, sich mit seinen Kindern zu beschäftigen. Aber wenn ich da so junge Leute anschaue, kriege ich vielfach das kalte Grausen.....

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

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    AW: Corona-Eltern: Wo bleibt der Frauenstreik?

    Zitat Zitat von elli07 Beitrag anzeigen
    Eine reine "Mütterpartei" macht wohl eher weniger Sinn, denn ein Frauenleben hat viele Facetten, wobei die Zeit mit kleineren Kindern eher zu den kürzeren zählt würde ich mal sagen . Verglichen mit der heutigen Lebenserwartung......

    Das eher traditionelle Familienbild in Deutschland ("ein Kind ist immer und in jedem Fall am besten bei Mutti aufgehoben"), das nicht nur von den bösen alten Männern getragen wird , ist uns in der Krise auf die Füße gefallen.

    Der Schlüssel liegt für mich durchaus im politischen Engagement, aber zu allererst mal hier:


    Es müsste doch auch für einen Mann ein "Gewinn" sein, wenn die ganze Last des Familieneinkommens nicht nur auf seiner Schulter ruht und er sich Zeit nehmen kann, sich mit seinen Kindern zu beschäftigen. Aber wenn ich da so junge Leute anschaue, kriege ich vielfach das kalte Grausen.....

    Gruß Elli
    Ja, leider ziehen sich viele Väter aus der Verantwortung. Sie sind nicht nur physisch für das Kind kaum da sondern auch finanziell. Da sind die ewigen Studenten, die nach Studienabbruch keinen gutbezahlten Job bekommen haben und nach der Trennung in eine Männer-WG ziehen. Bezahlen können sie nicht und ach ja, das Kind nehmen geht ja auch nicht, weil passt nicht in eine Männer WG, in der geraucht wird und außerdem zu wenig Platz....

    Es gibt immer Gründe warum es für sie nicht geht. Ich könnte da alleine anhand mind. 5 Beispielen einen wunderbaren Potpourri an Gründen nennen. Für jede Eventualität was dabei.

    Wieso können sich Frauen nicht gleichermaßen aus der Verantwortung ziehen? Ich glaube allerdings nicht, dass man eine Frau sein muss und es unbedingt notwendig ist, dass ich ein Kind selbst ausgtrage um eine enge Bindung und Verantwortungsgefühl für das eigene Kinde zu haben.
    Es ist vielmehr dem (überholten?) Männlichkeitsbild und der Tatsache geschuldet, dass es gesellschaftlich akzeptiert ist, wenn man(n) den Kinderkram der Frau überlässt.

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    AW: Corona-Eltern: Wo bleibt der Frauenstreik?

    Zitat Zitat von 2believe Beitrag anzeigen
    Wieso können sich Frauen nicht gleichermaßen aus der Verantwortung ziehen? Ich glaube allerdings nicht, dass man eine Frau sein muss und es unbedingt notwendig ist, dass ich ein Kind selbst ausgtrage um eine enge Bindung und Verantwortungsgefühl für das eigene Kinde zu haben.
    Es ist vielmehr dem (überholten?) Männlichkeitsbild und der Tatsache geschuldet, dass es gesellschaftlich akzeptiert ist, wenn man(n) den Kinderkram der Frau überlässt.
    Wieso sich Frauen nicht gleichermaßen aus der Verantwortung ziehen?
    Vielleicht weil da ein Kind ist das ein Recht darauf hat dass seine Eltern Verantwortung für es tragen?
    Abgesehen davon dass ich solche "Versagerväter" kaum kenne... ich kenne sehr viel mehr Väter die sehr wohl und gerne ihre Verantwortung übernehmen.... wäre es vielleicht auch hilfreich die Erziehung und Fürsorge für ein Kind als anspruchsvolle und wichtige Aufgabe zu begreifen und nicht abwertend als "Kinderkram" wie lästige Hausarbeit abzutun.
    Wenn allerdings die Verantwortung wie ein schwarzer Peter hin- und hergeschoben wird, sorry - niemand muß ein Kind bekommen, so wird das nix.

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    AW: Corona-Eltern: Wo bleibt der Frauenstreik?

    Wenn sich da beide einig sind. Perfekt. So sollte es sein und so lebe ich und mein Mann es auch persönlich. Und einige andere in meinem Umfeld auch. Da wird Verantwortung erkannt und gelebt. Da wird sich die Belastung mit Kind, Haushalt und Arbeit auch in Corona-Zeiten gerecht aufgeteilt. Aber Thema des Stranges sind die Familien, in denen die Mütter gerade alleine den Karren aus den Dreck ziehen und die doppelte Belastung haben.

    Und ich habe aus Sicht der Männer geschrieben wenn ich von Kinderkram rede. Das sind nicht meine Worte und Sichtweisen. Das sind ihre Worte und Sichtweisen. Keine Frau redet von Kinderkram

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