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Thema: Maria 2.0

  1. Avatar von Holzkante
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    Maria 2.0

    Zu meinem Erstaunen konnte ich zu diesem aktuellen Thema noch keinen Strang finden, ich hoffe, ich habe Nichts übersehen.

    In der katholischen Kirche werden Frauen mit ihren Forderungen (endlich) laut und gehen in die Öffentlichkeit. Es begann mit einem offenen Brief an den Papst und die Bischöfe nach dem Sondergipfel über sexualisierte Gewalt in der Kirche und mündete in der Bewegung Maria 2.0 mit einem „Kirchenstreik“ der Frauen in dieser Woche.

    Die wesentlichen Forderungen:
    • kein Amt mehr für diejenigen, die andere geschändet haben an Leib und Seele oder diese Taten ge-duldet oder vertuscht haben
    • die selbstverständliche Überstellung der Täter an weltliche Gerichte und uneingeschränkte Koopera-tion mit den Strafverfolgungsbehörden
    • Zugang von Frauen zu allen Ämtern der Kirche
    • Aufhebung des Pflichtzölibats
    • kirchliche Sexualmoral an der Lebenswirklichkeit der Menschen auszurichten
    Frauenlob wird gerne von Kirchenmännern gesungen, die aber allein bestimmen, wo Frauen ihre Talente in der Kirche einbringen dürfen. In ihrer Mitte dulden sie nur eine Frau: Maria. Auf ihrem Sockel. Da steht sie. Und darf nur schweigen.
    Holen wir sie vom Sockel! In unsere Mitte. Als Schwester, die in die gleiche Richtung schaut, wie wir.


    Maria 2.0 wird von Priestern und Bischöfen unterstützt und Marianne Heimbach-Steins, Direktorin des Instituts für Christliche Sozialwissenschaften der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sieht einen Aufbruch in der katholischen Kirche:"Die große Resonanz zeigt, dass die Initiative nach der einen Woche Kirchenstreik nicht zu Ende sein wird".

    Teilt Ihr diese Meinung, oder ist die Initiative nur ein Strohfeuer und die Frauen werden am Ende mit ein paar besänftigenden Worten abgespeist?

    Ich persönlich kann das nicht so gut einschätzen, da ich der katholischen Kirche nicht angehöre. Allerdings lebe ich in einer katholischen Gegend und bin positiv überrascht, wie groß die Resonanz in der eher konservativen Kleinstadt ist.
    "Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied.“
    „Doch, doch“, ruft das Känguru, „die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.“


    Mark-Uwe Kling "Die Känguru-Offenbarung"

  2. Avatar von elli07
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    AW: Maria 2.0

    Ich bin aus der katholischen Kirche ausgetreten, ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass sich zu meinem Lebzeiten eine Änderung oder zumindest eine Bewegung ergeben wird. Dazu das unsägliche Verhalten der Kirche beim Umgang mit Missbrauchsopfern. Durch meine Mitgliedschaft unterstütze ich dieses Gebaren, das konnte ich nicht mehr gutheissen. Änderungen von innen heraus, wie z.B. es die Bewegung "Wir sind Kirche" anstrebt, haben sich weitgehend als wirkungslos erwiesen.

    Ich denke, der Protest bringt garnichts, alle Frauen müssten konsequent austreten, dann könnten die Macker mal sehen, wie sie den Laden am Laufen halten.

    Wahrscheinlich gibt es paar besänftigende Worte von irgendeinem Bischof oder dem Papst, die "Leistungen" der Frauen in der Kirche werden anerkennd gelobhudelt und dann geht alles weiter wie bisher. Und die meisten Frauen werden das mitmachen...... Ist jetzt meine Befürchtung.

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)
    Geändert von elli07 (17.05.2019 um 07:59 Uhr)

  3. Avatar von bunte-Kuh
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    AW: Maria 2.0

    … Maria. Auf ihrem Sockel. Da steht sie. Und darf nur schweigen.

    Holen wir sie vom Sockel! In unsere Mitte.

    Als Schwester, die in die gleiche Richtung schaut wie wir.
    Schöne Worte.

    Das Problem bei der aktuellen Aktion ist - wie üblich: wenn du als Frau in der katholischen Kirche dein Ehrenamt auch nur für eine Woche ruhen lässt, sind immer andere davon betroffen.

    Das ist gar nicht so leicht...


  4. Registriert seit
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    AW: Maria 2.0

    Ich glaube nicht, dass es nur ein Strohfeuer ist. Wenn es der Kirche nicht gelingt, diese massive Kritik aufzunehmen, dann steht ihr ein Mitgliederschwund ins Haus, den sie sich nicht leisten kann.
    Ich glaube nicht, dass Weibsvolk sich weiter hinhalten lässt. Da werden etliche die Kirche verlassen. Weil die Frustgrenze hochgradig überschritten ist und nichts passiert.


  5. Registriert seit
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    AW: Maria 2.0

    Zitat Zitat von Stadtvogel Beitrag anzeigen
    Ich glaube nicht, dass es nur ein Strohfeuer ist. Wenn es der Kirche nicht gelingt, diese massive Kritik aufzunehmen, dann steht ihr ein Mitgliederschwund ins Haus, den sie sich nicht leisten kann.
    Ich glaube nicht, dass Weibsvolk sich weiter hinhalten lässt. Da werden etliche die Kirche verlassen. Weil die Frustgrenze hochgradig überschritten ist und nichts passiert.
    Ich glaube nicht, dass ein weibliches Priesteramt die katholische Kirche vor Austritten in den westlichen Ländern schützen würde.
    Der evangelischen Kirche, die dieses hat, geht es ja genauso, sie verliert genau so viele Mitglieder, wenn man jetzt D anschaut.

  6. Avatar von Holzkante
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    AW: Maria 2.0

    Zitat Zitat von bunte-Kuh Beitrag anzeigen
    Schöne Worte.

    Das Problem bei der aktuellen Aktion ist - wie üblich: wenn du als Frau in der katholischen Kirche dein Ehrenamt auch nur für eine Woche ruhen lässt, sind immer andere davon betroffen.

    Das ist gar nicht so leicht...
    Sorry, aber mit der Haltung haben meiner Meinung nach die Frauen viel zu lange still gehalten, bzw. sich still halten lassen. Wenn Widerstand erfolgreich sein will, muss er (ein bisschen) weh tun.
    "Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied.“
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  7. Avatar von Opelius
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    AW: Maria 2.0

    Zitat Zitat von Saily_ Beitrag anzeigen
    Ich glaube nicht, dass ein weibliches Priesteramt die katholische Kirche vor Austritten in den westlichen Ländern schützen würde.
    Der evangelischen Kirche, die dieses hat, geht es ja genauso, sie verliert genau so viele Mitglieder, wenn man jetzt D anschaut.
    Viel schlimmer: wenn 100 kath. Mitglieder aus der Kirche austreten, so sind es seit Jahrzehnten immer deutlich mehr auf ev. Seite. Statistik
    Das Pastorenamt ist seit 50 Jahren auf der evangelischen und anglikanischer Seite bis hin zum Bischofsrang für Frauen offen. Es bringt beiden Kirchen keinen Mehrwert.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  8. Avatar von elli07
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    AW: Maria 2.0

    Zitat Zitat von Saily_ Beitrag anzeigen
    Ich glaube nicht, dass ein weibliches Priesteramt die katholische Kirche vor Austritten in den westlichen Ländern schützen würde.
    Der evangelischen Kirche, die dieses hat, geht es ja genauso, sie verliert genau so viele Mitglieder, wenn man jetzt D anschaut.
    Weitere Kirchenaustritte würden alleine Frauen im Priesteramt der katholischen Kirche sicher auf Dauer nicht verhindern, denn das ist nur eine der vielen Unsäglichkeiten.

    Letztere gibt es in der evangelischen Kirche genauso. z.B. Missbrauchsfälle in Kinderheimen etc. Von weiteren "Vorfällen" bei den Evangelischen, die ich selber erlebt habe, rede ich hier nicht, denn das ist nicht Strangthema.

    Gruß Elli
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  9. Avatar von elli07
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    AW: Maria 2.0

    Zitat Zitat von Holzkante Beitrag anzeigen
    Sorry, aber mit der Haltung haben meiner Meinung nach die Frauen viel zu lange still gehalten, bzw. sich still halten lassen. Wenn Widerstand erfolgreich sein will, muss er (ein bisschen) weh tun.
    Dem schließe ich mich an, denn mit diesem Argument wird der Schwarze Peter denen zugeschoben, die sich nicht mehr alles gefallen lassen wollen.

    So wird beispielsweise bei Streiks von Pflegepersonal in Krankenhäusern und Altenheimen oder bei Streiks von Ärzten argumentiert: "hach, die armen Alten und Kranken können ja so garnichts dafür, aber ihr Pösen lasst sie jetzt durch euren Streik hängen".

    Einfach nur schäbig, berechtigte Forderungen derart abzutun !

    Gruß Elli
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  10. Registriert seit
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    AW: Maria 2.0

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Viel schlimmer: wenn 100 kath. Mitglieder aus der Kirche austreten, so sind es seit Jahrzehnten immer deutlich mehr auf ev. Seite. Statistik
    Das Pastorenamt ist seit 50 Jahren auf der evangelischen und anglikanischer Seite bis hin zum Bischofsrang für Frauen offen. Es bringt beiden Kirchen keinen Mehrwert.
    Kein Mehrwert zumindest auf die Austritte bezogen.

    Es sind ja tatsächlich oft eher die konservativen Religionen die Mitglieder stärker binden als die sehr modernen. Ich weiß nicht woran es liegt - vielleicht weil die Moderne irgendwie auch zugleich vermittelt, dass es auch ohne Gott ganz gut geht.

    Ich wünsche mir auch, dass die katholische Kirche weiblicher wird, aber - auch wenn ich jetzt gleich gekilled werde - ich weiß nicht ob ein jetzt-sofort-weibliches-Priesteramt - der Weg dafür ist.
    Die Gesellschaft geht gerade sehr weit in Bezug auf Geschlechterdiversität, Frauenquoten etc. - das verunsichert auch.

    Ich denke, die KK muss sich modernisieren aber darf dabei nicht den Eindruck erwecken dem Zeitgeist hinterherzulaufen.

    Die wichtigsten Punkte sind für mich derzeit der Schutz von Kindern und natürlich Verfolgung von Tätern etc., diese wünsche ich mir in anderen Bereichen der Gesellschaft natürlich auch. Dann sehe ich die Einsamkeit von Priestern auch als ein Problem, sie haben neben dem nicht vorhandenen Familienleben auch immer eine Sonderrolle.

    Es gibt eine ganz interessante katholische Gemeinschaft, von der ich mal Mitglieder kennen lernen durfte:
    https://www.chemin-neuf.org/en/home

    Die gehen andere Wege, wurden auch am Anfang vom Vatikan etwas kritisch beäugt, sind jetzt aber offiziell anerkannt.
    Was ich ganz gut finde, ist, dass sie - auch nach außen - aus dem Glauben raus agieren und nicht aus einer Protesthaltung - und das, obwohl sie Neues ausprobieren (Schwestern, Mönche, Priester, Ehepaare gehören einer Gemeinschaft an und unterstützen sich).

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