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Thema: Maria 2.0

  1. Avatar von elli07
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    AW: Maria 2.0

    Bei den "Altkatholiken" gibt es Frauen im Priesteramt, Pfarrer können heiraten. Außerdem erkennt die Gemeinschaft die sog. "Unfehlbarkeit" des Papstes nicht an.

    Mich wundert, dass diese Gemeinschaft in Deutschland so wenig bekannt ist, sie gibt es nicht erst seit jüngerer Zeit.

    Infos hier

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)


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    AW: Maria 2.0

    Zitat Zitat von elli07 Beitrag anzeigen
    Bei den "Altkatholiken" gibt es Frauen im Priesteramt, Pfarrer können heiraten. Außerdem erkennt die Gemeinschaft die sog. "Unfehlbarkeit" des Papstes nicht an.

    Mich wundert, dass diese Gemeinschaft in Deutschland so wenig bekannt ist.

    Infos hier
    Doch, ich kenne die schon, die gehören aber auch nicht zur RKK, glaube ich.
    Die Chemin Neuf eben schon.

    Wobei die Unfehlbarkeit des Papstes ja auch wieder so ein Thema ist, das oft falsch verstanden wird.
    Diese gilt halt "nur" in Bezug auf die Theologische Ausrichtung - nicht auf das private Leben, sagt der Papst ja selbst. Für mich übersetzt heisst es schlicht: Er steht in der Kirchenhierarchie oben und hat auf die Kirche bezogen eben das letzte Wort.

  3. Avatar von Holzkante
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    AW: Maria 2.0

    Zitat Zitat von Saily_ Beitrag anzeigen
    Es sind ja tatsächlich oft eher die konservativen Religionen die Mitglieder stärker binden als die sehr modernen. Ich weiß nicht woran es liegt - vielleicht weil die Moderne irgendwie auch zugleich vermittelt, dass es auch ohne Gott ganz gut geht.
    Meiner Meinung nach liegt das eher daran, dass in der evangelischen Kirche weniger der Eindruck erweckt wird, man lande wegen eines Kirchenaustritts direkt im Höllenfeuer. Autoritätsgläubigkeit und damit die "Macht" der Kirchenoberen sind nach meinem persönlichen Dafürhalten in der katholischen Kirche weitaus ausgeprägter, als in der evangelischen.
    Ich wünsche mir auch, dass die katholische Kirche weiblicher wird, aber - auch wenn ich jetzt gleich gekilled werde - ich weiß nicht ob ein jetzt-sofort-weibliches-Priesteramt - der Weg dafür ist.
    Die Gesellschaft geht gerade sehr weit in Bezug auf Geschlechterdiversität, Frauenquoten etc. - das verunsichert auch.

    Ich denke, die KK muss sich modernisieren aber darf dabei nicht den Eindruck erwecken dem Zeitgeist hinterherzulaufen.
    Wenn die katholische Kirche nach 70 Jahren endlich mal Artikel 3 des Grundgesetzes befolgt, würde ich das nicht als "dem Zeitgeist hinterherlaufen" einstufen, sondern als notwendiges, längst überfälliges, gesetzeskonformes Verhalten.
    "Wer glaubt, dass die AfD Deutschland rettet,
    glaubt auch, dass ihm das Ordnungsamt die Küche aufräumt."

    Netzfund einer Bri-Freundin


  4. Registriert seit
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    AW: Maria 2.0

    Zitat Zitat von Holzkante Beitrag anzeigen
    Wenn die katholische Kirche nach 70 Jahren endlich mal Artikel 3 des Grundgesetzes befolgt, würde ich das nicht als "dem Zeitgeist hinterherlaufen" einstufen, sondern als notwendiges, längst überfälliges, gesetzeskonformes Verhalten.
    Ich gehe fest davon aus, dass dies Grundgesetzkonform und durch die Religionsfreiheit gedeckt ist, sonst wären auch etliche jüdische und muslimische, hinduistische, baptistische und andere religiöse Gemeinschaften verboten.

    Ansonsten kann ich Dir als Insider sagen, dass auch in der KK der liebende und verzeihende Gott gepredigt wird. Von der Hölle und Angst davor habe ich quasi in internen religiösen Kontexten (Gottesidensten, Reliunterricht) noch nie gehört und diese nie gehabt.
    Wir müssen das aber nicht vertiefen, es geht hier ja um Maria 2.0.

  5. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Maria 2.0

    Nein, es ist nicht grundgesetzkonform - aber noch genießen die Kirchen in dieser Hinsicht eine Sonderstellung.
    Die aber zum Glück beispielsweise im Arbeitsrecht immer mehr bröckelt.

    Ich bin schon seit vielen Jahren kein Kirchenmitglied mehr. Ich glaube nicht, dass die katholische Kirche es schaffen wird sich zu reformieren, sie ist einfach ein verkrusteter Altmännerverein (in meinen Augen) und hat derzeit keinen Veränderungsdruck.
    Mir persönlich würde es vollkommen ausreichen, wenn sie in Europa minimalisiert würde und ihren Einfluss verlieren würde.

    Wenn ich gläubig wäre und Teil einer kirchlichen Gemeinschaft sein wollte, würde ich mich nach einer umsehen, in der ich als Person wertgeschätzt werde und in der ich mich wohlfühlen kann und deren Weiterentwicklung ich aktiv unterstützen und beeinflussen kann.


    Ich glaube nicht, dass die Aktion Maria 2.0 wirklich konsequent durchgeführt werden wird und damit gibt es keinen Grund für die Kirche darauf wirklich zu reagieren. Und ich halte die katholische Kirche auch nicht für reformierbar, da werden die nichteuropäischen Anteile alles für tun, dass das nicht passiert.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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  6. Registriert seit
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    AW: Maria 2.0

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Nein, es ist nicht grundgesetzkonform - ab noch genießen die Kirchen in dieser Hinsicht eine Sonderstellung.
    Die aber zum Glück im Arbeitsrecht immer mehr bröckelt.
    Doch, es ist grundgesetzkonform. Niemand muss Mitglied dieser Kirche sein. Sonst dürften hier ja auch z.B. keine muslimischen Gemeinschaften mit nur männlichen Imamen sein - die haben hier ja zum großen Teil keine Sonderstellung aus der Historie. Die Religionsfreiheit ist ein ebenso wichtiges Grundrecht.

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Wenn ich gläubig wäre und Teil einer kirchlichen Gemeinschaft sein wollte, würde ich mich nach einer umsehen, in der ich als Person wertgeschätzt werde und in der ich mich wohlfühlen kann und deren Weiterentwicklung ich aktiv unterstützen und beeinflussen kann.
    Da stimme ich Dir zu 100% zu vor allem was den ersten Teil Deines Satzes angeht. Es ist wunderbar einer Gemeinschaft anzugehören in der ich genau das empfinde.
    Für die aktive Weiterentwicklung bin ich derzeit zu "bequem" und mir fehlt auch schlicht die Zeit.


  7. Registriert seit
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    AW: Maria 2.0

    Es werden aber auch noch andere Gesetze als das der (unbestrittenen) Religionsfreiheit berührt. In diesem Land werden Kirchensteuern erhoben. Für eine Kirche, in der die vielen Missbrauchsfälle nicht dem Strafrecht unterliegen und in der Frauen nicht gleichgestellt sind. Das kann auch die Kirche nicht so ohne weiteres ignorieren. Wenn zu viele austreten, bleibt irgendwann auch das Geld weg.


  8. Registriert seit
    27.04.2019
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    AW: Maria 2.0

    Zitat Zitat von Stadtvogel Beitrag anzeigen
    Für eine Kirche, in der die vielen Missbrauchsfälle nicht dem Strafrecht unterliegen
    Doch, die Kirche und alle ihre Mitglieder unterliegen zum Glück (!) dem Strafrecht!
    Es gibt zwar parallel ein eigenes Kirchenrecht, aber natürlich hat sich jeder, der der KK angehört auch als Bürger seines Landes vor dem jeweiligen Gesetz zu verantworten.

  9. Avatar von Holzkante
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    AW: Maria 2.0

    Zitat Zitat von Saily_ Beitrag anzeigen
    Doch, die Kirche und alle ihre Mitglieder unterliegen zum Glück (!) dem Strafrecht!
    Es gibt zwar parallel ein eigenes Kirchenrecht, aber natürlich hat sich jeder, der der KK angehört auch als Bürger seines Landes vor dem jeweiligen Gesetz zu verantworten.
    Dem Strafrecht, dem die katholische Kirche unterliegt, entzieht sie sich ganz bewusst, wenn sie Straftaten nicht bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft anzeigt. Auch kann es nicht angehen, dass Wiederverheiratete gegen Kündigungen klagen müssen, beziehungsweise lügen müssen, dass sich die Balken biegen, wenn sie dem durch kirchliche Ehe-Annulierung entgehen wollen.

    Entsprechende Änderungen werden seit Jahren nicht nur von Frauen in den Gemeinden gefordert, ohne dass das viel Wirkung gezeigt hat. Da Maria 2.0 aber sehr öffentlichkeitswirksam ist und von vielen Geistlichen bis hin zu Bischöfen unterstützt wird, bin ich mir nicht sicher, ob das alles wieder im Sande verlaufen kann.
    "Wer glaubt, dass die AfD Deutschland rettet,
    glaubt auch, dass ihm das Ordnungsamt die Küche aufräumt."

    Netzfund einer Bri-Freundin


  10. Registriert seit
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    AW: Maria 2.0

    Zitat Zitat von Holzkante Beitrag anzeigen
    Dem Strafrecht, dem die katholische Kirche unterliegt, entzieht sie sich ganz bewusst, wenn sie Straftaten nicht bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft anzeigt.
    Äh, aber genau das ist strafbar. Die Behauptung von Stadtvogel, dass Kirchenangehörige nicht dem Strafrecht unterliegen ist einfach falsch. Ich denke, wir sollten hier schon auf der Grundlage von Fakten diskutieren.
    Dass es immer wieder Menschen, auch in Institutionen gibt, die sich dem Strafrecht und anderen Gesetzen entziehen ist sicherlich Fakt, dennoch ist ein solche Verhalten schlicht - ungesetzlich.

    Zitat Zitat von Holzkante Beitrag anzeigen
    Auch kann es nicht angehen, dass Wiederverheiratete gegen Kündigungen klagen müssen, beziehungsweise lügenmüssen, dass sich die Balken biegen, wenn sie dem durch kirchliche Ehe-Annulierung entgehen wollen.
    Da beschreibst Du sicherlich Entwicklungen, die einem gesellschaftlichen Wandel entsprechen. Und dies betrifft vor allem aber Angestellte, die nicht selbst rein kirchliche Ämter (also Priester, Nonne etc,) ausüben sondern eher den Bereich der weltlichen Arbeitsnehmer von Putzkraft bis Arzt.

    Und da ist tatsächlich eine Liberalisierung im Gang. Die Frage die dahinter steht ist ja: In wieweit dürfen Kirchen in von Ihnen getragenen Arbeitsbereichen ihre Werte durchsetzen? Die Frage ist nicht unwichtig, denn wenn letztlich eine christliche Schule sich nicht von einer öffentlichen oder einer Waldorfschule unterscheidet, geht es auch um die Frage: Warum gibt es verschiedene Träger?

    Aber ja, da stimme ich Dir zu, die Tendenz geht da ganz klar in Richtung Liberalisierung.

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