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  1. Registriert seit
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    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Zitat Zitat von Cara123 Beitrag anzeigen
    ENtschuldige. Auch ich trage lieber meinen durchtrainierten, jeden Tag in der Mucki-Bude schwitzenden, muskulösen 18jährigen auf schweres Mobiliar zu schleppen, statt ihren Klassenkameradinnen, die meist selber fast nicht viel schwerer als der Tisch sind.
    ich empfinde das auch immer als etwas beleidigend, dass mir als Frau offenbar nicht zugetraut wird, mehr als 3 kg zu bewegen.

    Ich mach es dann trotzdem. So ein paar Festbänke aus dem Keller holen, oder ein paar Kisten mit Getränken ausladen, ist ja wirklich kein Problem.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  2. Avatar von drafty
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    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    Ich habe mich länger gegen Quoten gesträubt, weil ich das irgendwie erniedrigend fand. (Haben Frauen das etwa nötig?)

    Inzwischen sehe ich das anders. Quoten helfen dabei Änderungen in Richtung Gleichberechtigung im beruflichen und öffentlichen Leben schneller durchzusetzen als es über einzelne Vorreiterinnen (und Vorreiter natürlich auch) gelingen würde.
    Ich sehe das noch immer so. Quoten halte ich für erniedrigend. Nicht nur für diejenigen, die dann von der Quote profitieren, sondern auch für alle die dann unter Generalverdacht geraten, ihre Positionen nicht durch Eigenleistungen erreicht zu haben, obwohl es vielleicht nicht zutrifft. Bereits die Befürwortung der Quote begünstigt schon derartige Verdachtsmomente.
    Abgesehen davon sehe ich den Begriff "Gleichberechtigung" in dieser Form ohnehin mißbräuchlich verwendet. Es sollte eher heißen "einseitiges Sonderförderprogramm", wenn diese Maßnahmen nicht auf die wenigen Fälle begrenzt werden, wo wirklich eine konkret nachweisbare und unstatthafte Benachteiligung stattfindet. In der Privatwirtschaft hat sie meines Erachtens grundsätzlich statthaft zu sein. Solange jede(r) das Recht hat sein/ihr eigenes Unternehmen zu gründen, sehe ich wenig Gründe, warum nicht auch die freie Wahl der Mitarbeiter unter individuellen Verträgen statthaft sein sollte.

    Wenn Frauen erst einmal in Männer dominierten Bereichen auftauchen, zieht das schneller andere Frauen nach. Menschen orientieren sich eben an anderen, auf irgendeine Weise vergleichbaren Mitmenschen. Und wenn die Britta und die Eva und Maria begeistert von ihrer Arbeit auf der Baustelle erzählen, interessieren sich eher Pia und Maren und Lena dafür. Jedenfalls schneller als wenn immer nur Sebastian und Ingo ivon der selben Arbeit schwärmen.

    Für Frauen dominierte Bereiche gilt das natürlich genauso.

    Die Durchmischung würde eben auch dem noch immer bestehenden Lohngefälle entgegenwirken und Kindererziehungszeiten würden (vielleicht) auch gerechter zwischen Männern und Frauen geteilt, was wiederum auf die Rollenverteilung im privaten Leben wirken könnte. Echte Wahlfreiheit für Männern und Frauen zwischen extern ausgerichteter Erwerbstätigkeit und innerfamiliärer Fürsorgetätigkeit in allen nur erdenklichen Aufteilungen. Ist so meine Vision.
    Ich sehe für derart ideologisch motivierte, manipulative Eingriffe in die indviduelle und gesellschaftliche Freiheit aber keine Priorität und keine ansatzweise ausreichenden Gründe. Deswegen lehne ich sie rundherum ab.
    " To say 'I love you' one must know first how to say the 'I.' "
    Ayn Rand (admired and stolen by drafty)
    Geändert von drafty (19.11.2018 um 22:57 Uhr)


  3. Registriert seit
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    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Cara Du hast meinen Beitrag nicht wirklich gelesen, oder?

    Es ging um vorpubertäre Kinder, die Klassenraumtische ein paar wenige Meter bewegen sollten.

    In dem Alter und bei dem Gewicht ist das Geschlecht völlig egal.

  4. Avatar von chaos99
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    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Zitat Zitat von drafty Beitrag anzeigen
    Ich sehe das noch immer so. Quoten halte ich für erniedrigend. Nicht nur für diejenigen, die dann von der Quote profitieren, sondern auch für alle die dann unter Generalverdacht geraten, ihre Positionen nicht durch Eigenleistungen erreicht zu haben, obwohl es vielleicht nicht zutrifft. Bereits die Befürwortung der Quote begünstigt schon derartige Verdachtsmomente.
    Jep.

    Quoten halte ich auch daher für völlig abwegig.Viele Jobs, die alte Männerdomänen sind, wollen von Frauen auch selten gemacht werden.

    Man muss sich nur einmal auf der nächsten Baustelle oder sonstwo im Handwerk umgucken, wo derzeit massig Leute gesucht werden....
    Gleichberechtigung gerne...aber nicht die Hände dreckig machen.
    Bitte nur Führungsrollen für Frauen?
    Gleiches Geld ja, gleiche Jobs nein?
    Provokativ?
    Eher Realität.


  5. Registriert seit
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    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Entschuldigung, aber Pflege und Raumreinigung können Frauen bewältigen?
    Auch dort kommt man häufig mit unangenehnen Substanzen in Berührung und muss Heben, Tragen etc.

    Körperliche Schwerstarbeit ohne technische Hilfsmittel, wo die "Durchschnittsfrau" an ihre Kraftgrenzen kommt, gibt es im modernen Arbeitsleben immer weniger.
    Bei Quote denke ich mitnichten an Führungsjobs, wobei Frauen an der Spitze natürlich auch Türöffner für Frauen in niedrigeren Hierarchiestufen sein können.

    Mein Arbeitgeber (mit einer zur Zeit weiblich besetzten Geschäftsführung) bemüht sich sehr um den Gender-Ausgleich, das wird auch durch rechtliche Rahmenbedingungen gefordert. Das heißt auch, dass Assistenzstellen im Moment bei gleichwertiger Qualifikation vorrangig an Männer vergeben werden, hier haben wir nämlich noch einen deutlichen Frauenüberschuss. Ich habe noch nie gehört, dass sich die ausgewählten Männer dadurch zweitrangig gefühlt haben.


  6. Registriert seit
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    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    1. Wieviele von den Männern wussten das bei Einstellung überhaupt? Wird so ausgeschrieben (bei gleicher Eignung....)?


    2.) Bei Assistenzstellen ist das ja nicht bundesweitso, dass das jeder oder auch nur die meisten AGs so macht.


  7. Registriert seit
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    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Es gibt eine interessante Beobachtung, daß in sehr durchlässigen, gleichberechtigten und liberalen Gesellschaften die unterschiedlichen Präferenzen der Geschlechter stärker zum Tragen kommen.

    Schweden gilt allgemein als ein Land, in dem die Chancengleichheit für Männer und Frauen weit fortgeschritten ist. Der Iran kann das sicher nicht für sich in Anspruch nehmen. Auch die geschlechtstypische Erziehung ist in Schweden sehr wahrscheinlich geringer als im Iran. Trotzdem studieren im Iran fast doppelt so viele Frauen Physik wie in Schweden. Was könnte der Grund dafür sein?
    In Schweden entwicklen sich Kinder sehr frei und sind bei der Wahl ihrer Interessen sehr wenig eingeschränkt. Nach fast 80 Jahren Gleichstellungspolitik sind typische Frauenberufe gesellschaftlich annerkannt. Umfragen ergeben, dass junge Frauen in Schweden bei der Berufswahl sehr nach ihren Neigungen gehen, weniger nach der gesellschaftlichen Erwartungshaltung, die sie spüren. Im Iran sind Frauen viele Berufsfelder verschlossen, für Akademikerinnen gibt es faktisch nur Arbeitsmöglichkeiten an Schulen oder Universitäten. Die Physik ist zudem ein ideologiefreies Feld und besitzt wenig gesellschaftliche Relevanz, sodaß man als Physiker nicht so sichtbar ist wie z.B. als Arzt oder Jurist.
    Man vermutet nun, daß die Wahl der Physik als Studienfach durch iranische Frauen nicht in erster Linie durch Neigung zu erklären ist, sondern durch eine bewußte Wahl eines Faches und eines gesellschaftlichen Sektors, der Frauen mehr Möglichkeiten bietet als andere (Politik, Unternehmertum, Militär). In Schweden dagegen entscheiden sich wirklich nur Frauen für ein Physikstudium, die dazu eine (starke) Neigung verspüren.

    Der hohe Anteil von Physikstudentinnen im Iran ist also ein Ergebnis gesellschaftlicher Zwänge, der geringe in Schweden ein Ergebnis gesellschaftlicher Freiheit.

    Gestützt wird das durch Statistiken, dass der Anteil von jungen Frauen in Schweden in technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen rückläufig ist. Das gilt nicht für Berufe wie Anwalt, Arzt oder Betriebswirt, sondern für Elektrotechnik, Maschinenbau, Physik und Chemie. Also für Bereiche, die starkes mathematisches Interesse und technische Problemlösungsneigung voraussetzen. Die hohen Gehälter, die in diesen Bereichen zu erzielen sind, könne die fehlende Neigung nicht kompensieren. Und gesellschaftliche Anerkennung bekommt man auch in eher frauentypischen Berufen im öffentlichen Dienst (Schule, Pflege, Medizin, Verwaltung).

    Je emanzipierter eine Gesellschaft, umso stärker kommen biologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen zur Geltung. Das Ergebnis von Chancengleichheit ist also Ergebnisungleichheit.

    Hans
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    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
    Geändert von HansDampf (22.11.2018 um 09:04 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Meiner Ansicht nach sind die vieldiskutierten Unterschiede zwischen den Geschlechtern weitaus geringer als behauptet.
    Sie sind v.a. biologisch/physisch, weniger charakterlich.

    Es gibt als männlich und als weiblich bezeichnete Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen, aber diese Zuschreibungen sind aus meiner Sicht eben nur Beschreibungen im Sinne von Attributen (weich/hart, subversiv/dominant, usw.).
    Meine Überzeugung ist, dass alle Menschen grundsätzlich aus der ganzen breiten Palette von Verhaltensweisen schöpfen könnten, sich aber oft für ein begrenztes Verhaltens-Set entscheiden.

    Gesellschaften, Teams, Freundeskreise, etc., sind aus meiner Sicht immer dann am fruchtbarsten, wenn als männlich und als weiblich bezeichnete Eigenschaften gleichermaßen ausgelebt werden - so kommt das Beste aus beiden Welten zusammen, Yin und Yang halt.
    Und auch in jedem Einzelnen sind Yin- und Yang-Anteile.

    Persönlich finde ich Menschen am interessantesten und attraktivsten, die auch die guten Eigenschaften des jeweils anderen Geschlechts bewusst ausleben. Beispiele: Sanfte Frauen, die zu gegebenem Anlass auch sehr dominant auftreten; starke Männer, die auch ihre fürsorgliche Seite ausleben, usw.
    Auch in Optik + Outfit gefallen mir solche Brüche.
    Menschen hingegen, die nur dem Klischee des eigenen Geschlechts entsprechen, sind zwar natürlich per se genauso wertvoll, aber auf mich wirken sie irgendwie blass und uninteressant. Es scheint mir, als würden sie sich selbst begrenzen.
    Noch weniger anfangen kann ich mit Menschen, die alles daran setzen, möglichst weiblich oder männlich zu erscheinen und alles meiden wie der Teufel das Weihwasser, was von der Gesellschaft eher dem anderen Geschlecht zugeordnet wird. Vor allem bei äußerlich unmännlich wirkenden Männern kommt das oft vor.


  9. Registriert seit
    03.07.2005
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    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Ich glaube nicht, dass das eine bewusste Entscheidung ist, in den meisten Fällen.

    Vor allem, das viele Menschen andere Verhaltenssets gar nicht verstehen. Ist auch nicht leicht, auch geschlechtsunabhængig. Ich hab zB einen Lernstil, der über Berùhrung, Bewegung und Worte funktioniert und der visuell veranlagte Personen (Lehrer*innen) in den Wahnsinn zu treiben pflegt. o_O' ich muss immer erst meinen Lehrern beibringen, wie sie mich unterrichten müssen. Blöd aber geht nicht anders, wenn ich was lernen will.

    Die Biologie trägt schon einiges dazu bei, dass Mann und Frau unterschiedlich ticken, auch psychisch. Im Schnitt.

    Gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  10. Inaktiver User

    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Dieses Beispiel ist wirklich geschlechtsunabhängig.
    Kinesthetisch vs. visuell vs. auditiv sind sog. "bevorzugte Repräsentationssysteme" (NLP-Begriff) und als solche angeboren. Aber wie in Deinem Beispiel genannt, wäre es für Deine Lehrer förderlich, wenn sie Deinen Stil verstehen. Die bewusste Entscheidung besteht darin, ob sie sich darauf einlassen oder nicht.

    Mein Posting sollte nicht ausdrücken, dass jeder alles sein kann. Sondern: Da ist ein riesiger Pool an Möglichkeiten. Es lohnt sich, ihn komplett nach dem eigenen Selbst Entsprechendem zu durchfischen, statt nur in der eigenen Ecke reinzugreifen.

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