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  1. Registriert seit
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    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Zitat Zitat von drafty Beitrag anzeigen
    ...
    Im engeren Sinne sind es beispielsweise Bereiche wie IT, Elektrotechnik, Maschinenbau und mehr. Ich bin da selbst tätig und wir hatten etwa 3% Frauenanteil (Ingenieurwesen, Elektrotechnik). Als mein Mann dasselbe gelernt und studiert hat waren es 3% und bei seinem Vater waren auch etwa 3% Und dennoch treibt die Weisheit immer noch ihre Runden, daß da um jeden Preis mehr Frauen "rein müssen".
    Und warum sollten da nicht mehr Frauen rein? Wer oder was hindert daran, dass Frauen in diese Bereiche gehen?

    Wobei ich nun gerade im IT Bereich eine Menge Frauen kenne, die dort arbeiten Z B. gerade Programmiererinnen, weil hier Fachkräfte gesucht werden, man gute Kräfte unbedingt halten will und die Frauen das gern tun, weil die Tätigkeit so wunderbar für's Home-Office geeignet ist und Beruf und Kinder gut vereinbar sind. Die meisten sind allerdings nicht angestellt, sondern freiberuflich tätig. Und im IT-Support hatte ich in der Vergangen mit mindestens genauso vielen Frauen wie Männern zu tun, nach meinem persönlichen Erfahrungen ist das keine Männer-Domäne.

  2. Avatar von drafty
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    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    Und warum sollten da nicht mehr Frauen rein? Wer oder was hindert daran, dass Frauen in diese Bereiche gehen?
    ...
    Ich sage weder, daß da nicht mehr Frauen rein sollen, noch daß sie es unbedingt sollen. Ich möchte gleiche Rechte und Chancen für alle, aber in einem freiheitlichen Sinn, nicht in einem planwirtschaftlichen, wo letztlich durch gesetzliche Bestimmungen und Regularien alles geplättet und gleichgebügelt wird.
    Freiheit in diesem Sinne bedeutet die Abwesenheit von Zwängen, insbesondere von staatlichen, gesetzlichen, behördlichen, aber auch zu großen gesellschaftlichen Zwängen.
    " To say 'I love you' one must know first how to say the 'I.' "
    Ayn Rand (admired and stolen by drafty)

  3. Moderation
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    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Ich bin noch zu einer Zeit aufgewachsen, wo niemand pinkfarbenes Zeug hatte. Wo es Spielzeug in rot, grün, blau, gelb, weiß, braun, orange... gabe und nicht nur nur in weiß-rosa und schwarz-blau. Und keine Überraschungseier "für Mädchen". Wie haben Mädchen damals nur ohne Glitzer und pinkfarbenes Zeug überlebt, und Jungen ohne pinkfarbenes Zeug zum meiden zu haben.
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    ** ansonsten niemand besonderes **

  4. Moderation
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    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Zitat Zitat von drafty Beitrag anzeigen
    Im weitesten Sinne sind das fast alle Bereiche, in denen die männliche Dominanz historisch gewachsen ist
    Als meine Großmutter studiert hat, gab es fast keine Ärztinnen. In der Verwaltung, wo meine Großtante arbeitete, war sie die einzige Frau. Als meine Mutter studiert hat, waren die Hälfte der Lehrer Männer, aber Journalistinnen waren revolutionär selten. Als ich studiert haben, hatte die Informatik einen Frauenanteil von 20%, aber Politikerinnen konnte man mit der Lupe suchen.

    Dinge ändern sich ständig. In alle Richtungen.

    Ich habe mich für einen zu der Zeit schon männlich zugeordneten Beruf entscheiden, weil ich geregelte Arbeitszeiten, Rentenansprüche, und gegebenenfalls die Möglichkeit, eine Familie zu ernähren haben wollte. (Und weil ich es konnte.) Wenn man die Gelegenheit hat, das zu kriegen, ist "ich kann das nicht tun, weil ich ein Mädchen bin" der blödesete aller Gründe, die Gelegenheit nicht zu ergreifen. Fast so blöd ist, die Gelegenheit nicht zu kriegen, weil sie einem nicht offensteht oder man die Tür nicht sieht, die man öffnen könnte. (Gute Gründe: "Macht mir keinen Spaß , hab ich kein Talent für, ist mir zu viel Arbeit, hab was besseres zu tun, ...")

    Ich hab mir noch nie gerne sagen lassen, was ich zu tun und zu lassen habe, und schon gar nicht aus essentialistischen Gründen.

    Wobei, der Hauptgrund, wenn irgendwo sehr nachdrücklich (über "Tag der offenen Tür" und Infoprospekte für alle hinaus) "mehr Frauen rein" sollten, war für gewöhnlich Arbeitskräftemangel. Rosie the Riveter hat den Job nicht bekommen, weil es jemand moralisch wertvoll fand, daß Rosie einen "Männerjob" macht, sondern weil jemand die Kanonen und Panzer bauen mußte. Und dann kamen die Fünfziger...
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    Geändert von wildwusel (18.11.2018 um 23:02 Uhr)

  5. Avatar von drafty
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    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    ...Ich hab mir noch nie gerne sagen lassen, was ich zu tun und zu lassen habe, und schon gar nicht aus essentialistischen Gründen...

    Ich auch nicht. In meiner Entwicklung war das sogar ein ganz zentraler Aspekt. Ich war provokant nach allen Richtungen und nicht für alle ganz pflegeleicht. Destruktiv wollte ich aber nicht sein, ich hatte bald auch konkrete Ziele. Ich hab zunächst zufällig, später bewußt, simultan sowohl die feminine Seite stark ausgekostet, als auch die männerdominierte. Das macht mich zwar nicht zur Fachfrau für Genderaspekte und Emanzipation, aber meine ganz persönlichen, vielfältigen Erfahrungen hab ich gemacht. (Im Nachhinein eine für mich unendlich wertvolle Sache)
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  6. Registriert seit
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    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Zitat Zitat von drafty Beitrag anzeigen
    Ich sage weder, daß da nicht mehr Frauen rein sollen, noch daß sie es unbedingt sollen. Ich möchte gleiche Rechte und Chancen für alle, aber in einem freiheitlichen Sinn, nicht in einem planwirtschaftlichen, wo letztlich durch gesetzliche Bestimmungen und Regularien alles geplättet und gleichgebügelt wird.
    Freiheit in diesem Sinne bedeutet die Abwesenheit von Zwängen, insbesondere von staatlichen, gesetzlichen, behördlichen, aber auch zu großen gesellschaftlichen Zwängen.
    Ich habe mich länger gegen Quoten gesträubt, weil ich das irgendwie erniedrigend fand. (Haben Frauen das etwa nötig?)

    Inzwischen sehe ich das anders. Quoten helfen dabei Änderungen in Richtung Gleichberechtigung im beruflichen und öffentlichen Leben schneller durchzusetzen als es über einzelne Vorreiterinnen (und Vorreiter natürlich auch) gelingen würde.

    Wenn Frauen erst einmal in Männer dominierten Bereichen auftauchen, zieht das schneller andere Frauen nach. Menschen orientieren sich eben an anderen, auf irgendeine Weise vergleichbaren Mitmenschen. Und wenn die Britta und die Eva und Maria begeistert von ihrer Arbeit auf der Baustelle erzählen, interessieren sich eher Pia und Maren und Lena dafür. Jedenfalls schneller als wenn immer nur Sebastian und Ingo ivon der selben Arbeit schwärmen.

    Für Frauen dominierte Bereiche gilt das natürlich genauso.

    Die Durchmischung würde eben auch dem noch immer bestehenden Lohngefälle entgegenwirken und Kindererziehungszeiten würden (vielleicht) auch gerechter zwischen Männern und Frauen geteilt, was wiederum auf die Rollenverteilung im privaten Leben wirken könnte. Echte Wahlfreiheit für Männern und Frauen zwischen extern ausgerichteter Erwerbstätigkeit und innerfamiliärer Fürsorgetätigkeit in allen nur erdenklichen Aufteilungen. Ist so meine Vision.


  7. Registriert seit
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    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich bin noch zu einer Zeit aufgewachsen, wo niemand pinkfarbenes Zeug hatte. Wo es Spielzeug in rot, grün, blau, gelb, weiß, braun, orange... gabe und nicht nur nur in weiß-rosa und schwarz-blau. Und keine Überraschungseier "für Mädchen". Wie haben Mädchen damals nur ohne Glitzer und pinkfarbenes Zeug überlebt, und Jungen ohne pinkfarbenes Zeug zum meiden zu haben.
    Es gab aber trotzdem Spielzeug, bei dem eher an Jungen gedacht wurde und solches für Mädchen. Und solches für alle, aber das gibt es heute ja auch noch.


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    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Ich frage mich wirklich, wo es noch so eine Denke gibt "Ich kann das nicht tun, weil ich ein Mädchen bin."

    Bei uns in der Gegend und an meiner Schule habe ich ja nun einige Schülerinen-Generationen "durch", habe ich so etwas noch nie feststellen oder hören können.


  9. Registriert seit
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    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Ich schon.

    Erlebnis in einer Schulklasse, die Schüler waren etwa 10-12, also in einem Alter, wo die Kräfteunterschiede noch minimal bis nicht vorhanden sind. Aus irgendeinem Grund mussten Tische gerückt werden.

    Lehrerin: "Und die Jungen stellen jetzt mal die Tische zusammen."

    Jetzt wird das kein einmaliges Vorgehen gewesen sein, sondern die entsprechenden Kinder wachsen damit auf, dass genau sowas häufiger vorkommt.

    Wenn das zu Hause dann ähnlich läuft setzt sich das vermutlich fest.


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    AW: "Ist Weiblichkeit eine "natürliche Tatsache" oder eine kulturelle Performanz?"

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Ich schon.

    Erlebnis in einer Schulklasse, die Schüler waren etwa 10-12, also in einem Alter, wo die Kräfteunterschiede noch minimal bis nicht vorhanden sind. Aus irgendeinem Grund mussten Tische gerückt werden.

    Lehrerin: "Und die Jungen stellen jetzt mal die Tische zusammen."

    Jetzt wird das kein einmaliges Vorgehen gewesen sein, sondern die entsprechenden Kinder wachsen damit auf, dass genau sowas häufiger vorkommt.

    Wenn das zu Hause dann ähnlich läuft setzt sich das vermutlich fest.
    ENtschuldige. Auch ich trage lieber meinen durchtrainierten, jeden Tag in der Mucki-Bude schwitzenden, muskulösen 18jährigen auf schweres Mobiliar zu schleppen, statt ihren Klassenkameradinnen, die meist selber fast nicht viel schwerer als der Tisch sind.

    Wer besser schleppen kann, soll es tun. Wenn ein Mädel unbedingt mitschleppen will, soll sie es auch tun.

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