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  1. Avatar von Amelie63
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    Frauen haben Netzwerke - Männer Seilschaften? Der Unterschied?

    Die Frage nach dem Unterschied zwischen Netzwerken und Seilschaften ist von mir ernst gemeint. Die Frage dreht schon lange in meinem Kopf die Runden. Das einzige, was sich mir bisher erschlossen hat ist, dass Seilschaften scheinbar erfolgreicher sind, da sie mit hoch hieven, während Netzwerke scheinbar nur Raum zum gegenseitigen Austausch geben.

    So ist zumindest mein Eindruck, wenn ich zu entsprechenden Frauenveranstaltungen, die als (Business-)Netzwerke beworben sind, gehe. Da werden - mal überspitzt gesagt - Kochrezepte gegen Massagen ausgetauscht, oder es gibt Vorträge zu Gesundheits- und Wellnessthemen, die ich bei meiner KK auch bekommen kann. Das hilft mir in meiner v.a. beruflichen Entwicklung keinen Deut weiter.
    Was ich mir wünsche ist eine Kultur unter Frauen, in der ich gefördert werde und selbst auch fördern kann und zwar so, dass das wirklich praktischen Nährwert hat. Das ist zumindest auch das, was ich bei den männlichen Seilschaften, z.B. in meinem beruflichen Umfeld in der Baubranche, neidvoll beobachten kann.

    Das, was ich bisher bei sog. Frauennetzwerken erlebt habe, kann ich mir auch bei der vhs holen. War ich nur bei den falschen oder haben "wir" es immer noch nicht gelernt, wie das geht mit dem gegenseitigen Fördern und weiter "hoch" -helfen? Ich finde, wir sollten da mehr von den Männern lernen. Ich weiss nur nicht, wie die das machen

    Ganz konkret bekomme ich es in meinem beruflichen Umfeld z.B. immer wieder mit, dass Männer auf jeder Stufe immer wieder mal Angebote von Männern auf der nächst höheren Stufe Abwerbungs-Angebote bekommen. Hab ich noch nie bekommen Obs nur daran liegt, weil ich kfm. "Bodenpersonal" bin? Von denen gibts ja grundsätzlich genug. Andererseits hab ich eine branchenspezifische Fortbildung und wenn das Leute aus der Branche hören, brechen sie in Entzücken aus, dass es so was gibt. Aber deswegen fragt trotzdem keiner konkret nach. Bei Männern läuft das anders. Die machen aber halt auch gern ihre "Schwätzle" und auf der Baustelle ihre "Gschäftle" per Handschlag. Das sind aber Kommunikationsmuster, wenn ich als Frau die übernehmen würde, würde das lächerlich aussehen. Mir wird als Frau generell anders begegnet. Ich sehe schon darin ein echtes Problem in irgendwelche Seilschaften zu kommen. Frauen weiter oben gibts in meiner Branche sehr wenig und die paar sind alles Einzelkämpferinnen.

    Was habt ihr für Erfahrungen diesbezüglich? Falls ich zu wirr geschrieben habe, tuts mir leid, vll. lässt sich das eine oder andere in der Diskussion noch herausarbeiten.
    Danke fürs Zulesen
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  2. Inaktiver User

    AW: Frauen haben Netzwerke - Männer Seilschaften? Der Unterschied?

    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen
    So ist zumindest mein Eindruck, wenn ich zu entsprechenden Frauenveranstaltungen, die als (Business-)Netzwerke beworben sind, gehe. Da werden - mal überspitzt gesagt - Kochrezepte gegen Massagen ausgetauscht, oder es gibt Vorträge zu Gesundheits- und Wellnessthemen, die ich bei meiner KK auch bekommen kann. Das hilft mir in meiner v.a. beruflichen Entwicklung keinen Deut weiter.
    Was ich mir wünsche ist eine Kultur unter Frauen, in der ich gefördert werde und selbst auch fördern kann und zwar so, dass das wirklich praktischen Nährwert hat. Das ist zumindest auch das, was ich bei den männlichen Seilschaften, z.B. in meinem beruflichen Umfeld in der Baubranche, neidvoll beobachten kann.
    Ich denke, man muss unterscheiden zwischen a) seinem persönlichen Netzwerk, dass man sich im Laufe seines Lebens privat und beruflich aufbaut, und b) irgendwelchen offiziellen Networking-Plattformen, die eigentlich nur a) mehr Futter zuführen sollten.


  3. Registriert seit
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    AW: Frauen haben Netzwerke - Männer Seilschaften? Der Unterschied?

    Ich war nie so der Netzwerktyp. Allerdings habe ich zwei Mentoren in meinem Leben gehabt, beides Männer. Das kann klappen, wenn man die selben sachlichen Interessen hat. Nur Frau sein und im selben Beruf gelandet ist halt zu wenig.

    Ich habe mir Frauennetzwerke angeschaut, bis auf einen Verein von Krimischriftstellerinnen (war mal ein Hobby von mir) waren sie ziemlich bedeutungslos und künstlich gepuscht. Zudem feierte das typische Gezicke, wie man es in der Bri auch beobachten kann, fröhliche Auferstehung. Es ist besser sich nach Inhalten zu richten, als nach dem Geschlecht.

    In der Kommunikationsbranche mag das anders aussehen, aber im Bau würde ich nach Interesse und nach einer Grundsympathie gehen.

  4. Avatar von marylin
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    AW: Frauen haben Netzwerke - Männer Seilschaften? Der Unterschied?

    Naja, ich sage mal das "Bodenpersonal" wie du es nennst - warum sollte das jemand abwerben? Abgeworben werden wird in meiner Branche der Oberarzt, der einen Chefarztposten angeboten bekommt, drunter eher nicht.

    Aber wer in den unteren Hierarchien bekannt ist - also z. B. durch Kongresse, Öffentlichkeitsarbeit etc. hat auch kein Problem eine andere Stelle zu kriegen, weil er oder sie ja genügend Leute kennt. Ist ja im Prinzip ein Netzwerk, aber man kann es natürlich auch Seilschaft nennen, wenn man bei einer anderen Uni, einer Pharmafirma etc. jemanden kennt, der einen nen neuen Job vermittel, einen empfiehlt. Ich meine,man muss ja nicht warten, dass einen jemand abwerben will - man kann ja auch einfach selbst mal fragen...

    Übrigens kriege ich z. B. auf XING öfter mal Anfragen - und da steht der Status noch nicht mal auf "Suche Job". Ich glaube, es kommt auch drauf an, welche Kenntnisse und Fähigkeiten man/frau hat und für wen man arbeitet/gearbeitet hat...
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


  5. Inaktiver User

    AW: Frauen haben Netzwerke - Männer Seilschaften? Der Unterschied?

    Das ist eine interessante Frage. Meine vage Theorie lautet, dass Männer nicht darüber nachdenken, ob sie die angebotene Unterstützung verdienen und ob sie gut genug sind, um ihre Förderer nicht zu blamieren.

    Ein Beispiel: Ein Schulfreund von mir kriegte mit, dass mein Vater beruflich jeden Montag in seine Unistadt fuhr. Ab da fuhr er immer mit meinem Vater mit, um Fahrtkosten zu sparen.

    Im Verlauf dieser Fahrgemeinschaft bot mein Vater ihm ein Praktikum in seiner Firma an, die zum Studienfach passte. Der Student nahm das Angebot dankend und bedenkenlos an. Eine Frau hätte möglicherweise gezögert, da es eine anspruchsvolle Praktikumsstelle war. Sich dumm anzustellen wäre eindeutig auf den Förderer, also auf meinen Vater zurückgefallen.

    Nach dem Studium arbeitete der Schulkamerad für eine Firma, die geschäftlich mit dem Arbeitgeber meines Vaters verbunden war. Mein Vater und er hatten dadurch weiterhin Kontakt und waren einander in manchen Dingen behilflich.

    Mir geht es wie dir, Amelie: Solche Kontakte kenne ich nur bei Männern. Frauen sind vielleicht zu sehr in falscher Fairness ("Bloss keine Amigos sein") befangen oder zu große Bedenkenträgerinnen, wenn sie glauben, sie können eine Gefälligkeit nicht quid pro quo zurückgeben.

  6. Inaktiver User

    AW: Frauen haben Netzwerke - Männer Seilschaften? Der Unterschied?

    Frauen haben nach meiner Erfahrung ein andere Einstellung zu beruflicher Konkurrenz.
    Während kleine Jungs von klein auf konkurrieren und ihre Kräfte messen, ohne das "persönlich zu nehmen", scheint das für Frauen ein Lernprozess zu sein. Viele können nur schlecht zwischen beruflicher Konkurrenz und persönlicher Beziehung unterscheiden.
    In Frauengruppen spielt oft Solidarität eine Rolle: Sie sind gut darin, sich gegenseitig zu unterstützen, wenn eine Schwierigkeiten hat oder wenn es einen "Außenfeind" gibt. Aber viele scheinen Konkurrenz unter ihresgleichen als kränkend zu empfinden, und nicht als Ansporn.

    Dazu kommt, dass Männer - wie du schon schreibst - auch ihre Kumpels fördern, während erfolgreiche Frauen oft die Brücken hinter sich abbrechen und es genießen, "Huhn im Korb" zu sein.
    Gleichzeitig fördern auch die meisten Frauen ihre Kolleginnen nicht. Es ist, als ob sie gar nicht daran dächten.

  7. AW: Frauen haben Netzwerke - Männer Seilschaften? Der Unterschied?

    Die von Dir beschriebenen 'netzwerke' sind ja eher öffentliche clubs. Man trifft sich, lernt sich kennen, plaudert. Gut, um kontakte zu knüpfen, für den fall, dass eventuell mal irgendwann irgendwer an einen denkt. Sehr viel zufall und kein konkretes ziel.
    Seilschaften kennen sich zwar auch, aber sie sind nicht öffentlich. Teilnehmen darf nur, wer eingeladen wird. Das gemeinsame ziel ist der einzige grund ihrer existenz: karriere machen.
    Netzwerke halten, fangen auf. Das ist auch wichtig.
    Seilschaften helfen sich gegenseitig auf dem weg nach oben, aber wenn einer fällt, reisst er oft die anderen mit nach unten.

    Der gruppendruck auf den einzelnen ist in seilschaften ungleich grösser. Das ist nicht nur wohlwollende förderung; intrigen, gemeinsame aktionen zweifelhaften charakters und egoismus statt geschäftsinteressen sind die andere seite dieser medaille.

    Ich persönlich habe auch ein berufliches netzwerk, bestehend aus männern und frauen, die ähnlich ticken wie ich. Es ist nur gefühlt, nicht manifestiert - und trotzdem existiert es, trägt uns.
    Es ist ein völlig unorganisierter austausch von informationen, unangeordnete zusammenarbeit in bereichsübergreifenden themen.
    Auch schultern zum ausheulen und sandsäcke zum abreagieren gehören zum inventar.
    Aber wie gesagt, das ist eine völlig geschlechtsneutrale sache.
    nichts ist wie es scheint

  8. Inaktiver User

    AW: Frauen haben Netzwerke - Männer Seilschaften? Der Unterschied?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Meine vage Theorie lautet, dass Männer nicht darüber nachdenken, ob sie die angebotene Unterstützung verdienen und ob sie gut genug sind, um ihre Förderer nicht zu blamieren.
    Dazu gibt es meines Wissens sogar Untersuchungen. Männer trauen sich mehr zu. Auch wenn sie noch nicht alle Anforderungen für einen Job erfüllen, sind sie überzeugt, das schnell zu lernen, während Frauen viel mehr Selbstzweifel haben. Sie glauben immer, sie müssten perfekt sein.

  9. Avatar von marylin
    Registriert seit
    27.03.2007
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    5.421

    AW: Frauen haben Netzwerke - Männer Seilschaften? Der Unterschied?

    Immer wenn bei uns eine Stelle zu besetzen ist, fragt der Chef bevor er ausschreibt: "kennen Sie jemanden, der/die das machen will und kann?" Also scheint es für ihn völlig normal zu sein, dass man erst mal im Umfeld guckt. Und da will er nicht unter "Männern" bleiben, sondern für ihn ist es wohl normal, dass das auch unter Frauen so laufen kann...
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?



  10. Registriert seit
    03.07.2005
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    AW: Frauen haben Netzwerke - Männer Seilschaften? Der Unterschied?

    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen
    Da werden - mal überspitzt gesagt - Kochrezepte gegen Massagen ausgetauscht,
    Das IST doch gegenseitiges Hochhieven! und viel mehr praktischen Nährwert als in Kochrezepten kann man kaum kriegen, würde ich sagen.

    Ich glaube, der Schlüssel dazu ist, dass man Leute eine lange Zeit lang kennt, sie schätzt, und gemeinsam was miteinander tut. Dann denkt man auch aneinander, wenn sich mal eine gute Gelegenheit bietet.



    Bei Männern läuft das anders. Die machen aber halt auch gern ihre "Schwätzle" und auf der Baustelle ihre "Gschäftle" per Handschlag. Das sind aber Kommunikationsmuster, wenn ich als Frau die übernehmen würde, würde das lächerlich aussehen.
    Sicher nicht, wieso denn? Du kannst den Stil ja anders halten, weiblicher, aber Schwätzle und Gschäftle müssen nun mal sein. Regelmässig und immer wieder.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

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