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  1. Avatar von Saphire
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    AW: Feminismus im Umgang mit patriarcharlisch geprägten Zeitgenossen m/w

    Mir gehts nicht um pubertierende Kopftuchträgerinnen, früher waren es die Punks, jetzt muss man sich halt anders herum abgrenzen.
    Ich fürchte auch, dass generell konservative Kräfte wie auch die katholische Kirche das aktuelle Klima zur "Rückbesinnung" auf "traditionelle Werte" nutzt und wir eine generelle Rückwärtsrolle machen. Die Rechtsradikalen haben auch wieder Oberwasser, wie man es sich noch vor kurzem nicht vorstellen konnte. Jetzt ist die Frage: Ist diese Entwicklung für uns okay oder nicht? Wohin steuern wir im Zusammenleben?
    Wenn euch Fakten fehlen, immer her damit. Wie ich schon schrieb...ich habe meine Gedanken formuliert.

    saphire

  2. Inaktiver User

    AW: Feminismus im Umgang mit patriarcharlisch geprägten Zeitgenossen m/w

    Ich bin nicht ganz sicher worum es Dir hier geht also wenn mein Beitrag OT ist sag es einfach dann schreibe ich nichts weiter dazu.

    Meines Erachtens sammeln die "konservativen Kräfte" im Moment einfach die Nichtakademiker ein - natürlich nicht alle.


    Aber wenn ich mir anschaue welchen Spagat ich machen muss wenn ich mich mit den Freundinnen meiner Mutter (keine hat studiert, die Männer dazu auch nicht) unterhalte, im Verhältnis zu Kommilitonen beider Geschlechter: Das Frauenbild ist ein völlig anderes, vor allem ist in meinem persönlichen Umfeld bei den Nichtakademikern der Rahmen von "was ist noch akzeptiert" erheblich breiter.

    Da sind Weltbilder dabei, die sind nicht sonderlich extrem, in keine Richtung, aber KEINE etablierte Partei vertritt sie mehr (ok, eine: Die CSU).

  3. Inaktiver User

    AW: Feminismus im Umgang mit patriarcharlisch geprägten Zeitgenossen m/w

    Aha, werte TE,

    du willst keinen weiteren Flüchtlings- und Islamstrang?

    Ich sage platt: ich glaube dir nicht.

    Warum sonst beklagst du zu mehr als 2/3 das jämmerliche Schicksal von Frauen in Migrantenfamilien, ihren Brüdern und malst den Untergang des Abendlandes in Form von Frauenrechten?

    Das ist einfach nur ganz schlecht getarntes Ressentiment, nix weiters.

    Und daher: weg hier. Die Diskussion an sich hätt ich spannend gefunden. Ein weiteres Bloßdraufschlagen und/oder undifferenzierte Bemitleiden Nichtweißchristlicher in Deutschland langweilt mich einfach nur noch - es ist nicht einmal mehr in der Lage, mich zu ärgern. Der Ansatz ist ausgelutscht und doof.

  4. Avatar von Carolly
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    AW: Feminismus im Umgang mit patriarcharlisch geprägten Zeitgenossen m/w

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Sorry Saphire,
    aber in Deinem langen Posting behauptest Du Dinge, die eher in den Strang "Droht Europa eine Islamisierung" passt, z.B. die permanente Unterdrückung türkischer und arabischer Mädchen, Zwangsverheiratung u. etliches mehr.

    Ich habe ein ziemlich stark geprägtes türkisches Umfeld und erlebe eher das Gegenteil. Die Mädchen machen Abitur und zwar mit Bestnoten, studieren und Karriere machen, während ein Teil ihrer Brüder schon in der Grundschule alles doof finden, dementsprechend auch zu keinem Schulabschluß kommen. Und es in der türkischen und arabischen Welt genauso wie bei uns. Männer ohne richtigen Beruf haben auf dem Heiratsmarkt kaum Chancen - und radikalisieren sich.

    Und auch das "Verhüllen". Ich habe es in anderen Strängen auch schon geschrieben, dass Kopftuchtragen und Burkas erst in den letzten Jahren unter muslimischen Mädchen und Frauen deutlich zu beobachten ist. Mein türkischer Kollege jammerte mir zu Zeiten seiner spätpubertierenden Tochter die Ohren voll: "Wozu lasse ich sie studieren, wenn sie rumrennt wie meine anatolische Großmutter?"

    Salfismus, Bärtetragen (obwohl das nur Männern nach der Hatsch zusteht) und Verhüllen ist eine Provokation gegenüber den eigenen Eltern und der Umwelt. Das ganz normale sich Abgrenzen zu der biederen Bürgerlichkeit. Früher konnte man Eltern mit Sex, Drugs und Alkohol provozieren, das die Eltern das aber selbst schon getan haben, ist die neue Provokation: Frömmigkeit und Enthaltsamkeit. Das treibt Eltern in den Wahnsinn.

    Aber keins der Mädchen und keiner der Jungs bedroht unsere Freiheit. Desto ängstlicher wir auf die "Bedrohung" reagieren,
    desto mehr sonnen die sich im Erfolg ihrer Revolte.
    Danke! Genau so sehe ich das auch noch.

    Dazu kommt allerdings dass in den arabischen Laendern, vor allem jenen mit einer kleinen einheimischen Bevoelkerung wo jeder jeden kennt der Druck auf junge Frauen doch ziemlich gross ist. Wenn eine Tochter kein Kopftuch/Abaya traegt gehoert die Familie nicht mehr dazu. Die Kleidung wird den Eltern zuliebe dann doch getragen aber verschwindet schnell in der Handtasche auf dem Flug nach Europa. Aber Rebellionen gegen die eigenen Eltern sind zumindest unter Frauen sehr verbreitet: eben nicht heiraten, und sicher keine Loser dessen einziges Talent das Fahren von teuren Sportwagen und das Belaestigen von Anwohnern mit Jetskis ist. Man koennte den Eindruck kriegen dass der relativ neu eingefuehrte Wehrdienst fuer junge Maenner in Katar nicht fuer zukuenftige Konflikte, sondern um den Juenglingen Manieren und Verantwortungsbewusstsein beizubringen ist. In Kuwait habe ich das etwas extremer gesehen: viele Teenager und junge Frauen mit Minirock und auch sonst sehr knapper oder enger Kleidung waehrend die jungen Maenner eher an der traditionellen Kleidung festhalten. Das alles hat aber meiner Meinung nach wneig mit einer zunehmenden radikalisierung, sondern einfach einer fehlenden anstaendigen Erziehung zu tun.

  5. Avatar von marylin
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    AW: Feminismus im Umgang mit patriarcharlisch geprägten Zeitgenossen m/w

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich bin nicht ganz sicher worum es Dir hier geht also wenn mein Beitrag OT ist sag es einfach dann schreibe ich nichts weiter dazu.

    Meines Erachtens sammeln die "konservativen Kräfte" im Moment einfach die Nichtakademiker ein - natürlich nicht alle.


    Aber wenn ich mir anschaue welchen Spagat ich machen muss wenn ich mich mit den Freundinnen meiner Mutter (keine hat studiert, die Männer dazu auch nicht) unterhalte, im Verhältnis zu Kommilitonen beider Geschlechter: Das Frauenbild ist ein völlig anderes, vor allem ist in meinem persönlichen Umfeld bei den Nichtakademikern der Rahmen von "was ist noch akzeptiert" erheblich breiter.

    Da sind Weltbilder dabei, die sind nicht sonderlich extrem, in keine Richtung, aber KEINE etablierte Partei vertritt sie mehr (ok, eine: Die CSU).
    Ich glaube eher, das ist eine Generationenfrage - mein Opa hat auch nie geputzt oder gekocht - und nicht eine Frage, ob man sich mit einem Akademiker oder einem Realschüler unterhält.

    Nicht-Akademiker sind auch nicht von vorvorgestern. Viele von denen sind intelektuell auf dem gleichen Stand wie Akademiker.
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


  6. Inaktiver User

    AW: Feminismus im Umgang mit patriarcharlisch geprägten Zeitgenossen m/w

    Bennett, ich glaube, dieses Argument funktioniert nicht. Sehr viele der Männer, die das klassische Modell verteidigen (wollen), dürften Akademiker sein.

    Ich bringe mal ein Gegenbeispiel: Ich habe größtenteils Nicht-Akademiker in meinem Umfeld und ich kenne nicht ein einziges Paar, das die klassische Rollenverteilung lebt. Und bevor jetzt das Argument kommt, dass sich Nicht-Akademiker das sowieso nicht leisten können: Ich habe etliche Sehr-gut-Verdiener in meinem Umfeld (davon viele Unternehmer, die finanziell schon längst ausgesorgt haben) und auch von denen lebt keiner dieses Modell. Man muss als Frau schon auch Lust dazu haben, dem Mann den Dreck nachzuräumen - das Geld alleine ist dafür sicher nicht ausschlaggebend.

    Ich denke, das ist vor allem a) eine Frage des Typs und b) eine Frage des Umfelds.

  7. Inaktiver User

    AW: Feminismus im Umgang mit patriarcharlisch geprägten Zeitgenossen m/w

    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen
    Ich glaube eher, das ist eine Generationenfrage - mein Opa hat auch nie geputzt oder gekocht - und nicht eine Frage, ob man sich mit einem Akademiker oder einem Realschüler unterhält.

    Nicht-Akademiker sind auch nicht von vorvorgestern. Viele von denen sind intelektuell auf dem gleichen Stand wie Akademiker.

    Missverständnis marilyn, meine Kritik ging in die genau ANDERE Richtung.

  8. Inaktiver User

    AW: Feminismus im Umgang mit patriarcharlisch geprägten Zeitgenossen m/w

    Mangostane, ich meine gar nicht mal das klassische Modell.

    Ok, im Umfeld meiner Eltern gibts schon noch viele Familien wo der Mann Hauptverdiener ist und die Frau Teilzeit oder weniger erwerbsarbeitet (und entsprechend mehr Haushalt macht).
    Ich meine mehr:

    Am (erweiterten, also auch Nachbarn usw.) Küchentisch meiner Eltern wird ab und an über angeblich typisch männliche/weibliche Eigenheiten geflaxt, nicht böse gemeint, für alle Beteiligten in Ordnung.

    Wenn mir was derartiges im studentischen Umfeld rausrutscht (und zwar völlig egal über welches geschlecht) beziehe ich verbal erstmal kräftig Prügel, dort muss man politisch korrekt nicht nur reden sondern möglichst auch denken, es gibt ja teilweise schon blöde Sprüche (ja, auch von "älteren" Akademikern, schon selbst erlebt) wenn man mal im Sprachgebrauch das -innen vergisst.

    Gibt noch diverse andere Themen mit ähnlichen Konflikten, ich mag nicht zu sehr ausschweifen.


    Und dass das nun wieder Leuten die nicht jedes Wort so dermaßen auf die Goldwaage legen auf den Geist geht kann ich nachvollziehen, sehr gut sogar.

    Die AfD bedient wie Herr Seehofer (ich bin gar nicht mal sicher ob die CSU generell) die politisch inkorrekten und fängt auf die Weise einige Leute mit ein, die für die AfD eigentlich gar nicht weit genug rechts stehen.

  9. Avatar von Saphire
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    AW: Feminismus im Umgang mit patriarcharlisch geprägten Zeitgenossen m/w

    Nein, ich möchte keinen Islamstrang. Ich fürchte, die verstärkte öffentliche Präsenz konservativer Lebensweise färbt die Gesamtgesellschaft zurück in die Richtung, dass Frauen wieder und weiter als "Das schwache Geschlecht" wahrgenommen werden. Mir führt es gerade vor Augen, dass es alle möglichen Gruppierungen gibt, deren Frauenbild mit Gleichberechtigung nichts zu tun hat. Die bekommen gerade alle massiv Unterstützung, in dem die Rolle der Frau gerade mehr zur Diskussion steht als die gesamten letzten Jahre.
    @ bennett, mit den Nichtakademikern, da ist was dran. Oder doch eine Generationenfrage...obwohl, wie ich schon schrieb...mein Vater hat auch schon geputzt.
    @psik: Vielleicht habe ich zu viele Schriften von türkischen, iranischen und arabischen Frauenrechtlerinnen gelesen, unter deren Eindruck ich beim Posten gestanden habe. Die sehen Frauen ihres Kulturkreises als grundsätzlich unterdrückt an und wollen sich davon lösen. Daher der Ansatz, so doof fand ich ihn gar nicht. Ich bewundere den Mut dieser Frauen, auch wenn sie wohl nicht die Mehrheit bilden. Sie sehen eine freie europäische Gesellschaft als Wunschtraum. Deswegen ist mein Pamphlet so islamlastig geraten. Und wegen des "Buches der Ehe" von Abu al Gazhali. Und wegen der Politik von Erdogan, der gerne in die EU will und Europa gerade ziemlich in der Hand hat. Ich habe aber keine Angst vor der Islamisierung des Abendlandes, jedenfalls nicht mehr als vorm Rückfall ins fundamentale Christentum. Ich wünsche mir, dass ein Mädchen selber entscheiden kann, was es anzieht, wann es wohin mit wem ausgeht und welchen Beruf es ergreifen möchte. Es gibt auch christlich geprägte Strömungen/ Sekten, die ihre Töchter nicht mit zur Klassenfahrt lassen und sie komplett unter der Fuchtel halten. Da haben wir hier eine Hochburg. Kann eine Gesellschaft es Frauen leichter machen, sich gegen solche Strukturen aufzulehnen? Geht es die Gesellschaft überhaupt etwas an? Die Mehrheit der Frauen in den Strukturen scheint damit ja zufrieden zu sein. Also nochmal die Frage: Lässt man die Parallelgesellschaften am besten einfach in Ruhe? Betrachtet die Frauen, die sich damit nicht wohl fühlen als Kollateralschaden?
    Noch ein Gedanke, geht leider nicht ohne Flüchtlinge: Als Reaktion auf die Befindlichkeiten konservativ geprägter Leute ( die müssen nicht mal recht gläubig sein, es reicht, dass sie Anstand anders definieren) empfehlen wohlmeinende Ratgeber Frauen und Mädchen mehr Textilien, separate Badezeiten und defensives Benehmen. Das hat langfristig zur Folge, dass bisher als normal geltende Kleidung und normales Benehmen als leichtfertig wahrgenommen werden. Der gesellschaftliche Druck wird dann stärker, die Wahrnehmnung eine andere. Das ist keine Islamisierung, das ist ein Rückfall in die Unterdrückung der Frau. Wird allen gefallen, die gern Anstand, Zucht und Ordnung haben. Bisher hatten solche Kräfte kein Lobby, aber die kommt wieder.

    Saphire
    Geändert von Saphire (07.03.2016 um 17:37 Uhr)

  10. Avatar von marylin
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    AW: Feminismus im Umgang mit patriarcharlisch geprägten Zeitgenossen m/w

    Besonders, wenn es um minderjährige Mädchen geht, geht es die Gesellschaft sehr wohl etwas an. Hier müsste von Seiten der Behörden eingegriffen werden, wenn z. B. Mädchen nicht zum Schwimmunterricht dürfen oder wenn Lehrer / Erzieher der Meinung sind, dass da in der Beziehung was schief läuft.

    Den Kinder muss ab dem Schulalter beigebracht werden, dass hier jede/r die gleichen Rechte und Pflichten hat. Unterdrückung von Mädchen/Frauen wird nicht geduldet. Den Mädchen müssen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wo Hilfe zu bekommen ist, immer und immer wieder.

    Männer, die sich weigern mit BehördenmitarbeiterINNEN oder LehrerINNEN zu sprechen, muss klar gemacht werden, dass das hier nicht geduldet wird - wer mit den Damen der Behörden nicht spricht, kann leider keine Hilfe bekommen. Wer sein Kind vom Schwimmunterricht fern hält, muss eben Strafe zahlen.

    Wir dürfen die Konfrontation mit diesen Menschen nicht fürchten, schon gar nicht unter dem Deckmantel falscher Toleranz!
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


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