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  1. Avatar von Saphire
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    Umgang mit sexuellen Übergriffen, wie verhindern?

    Vorab: Dieser Strang hat nur insofern mit dem Kölner Hauptbahnhof zu tun, als dass seit diesen Gewchehnissen endlich offen darüber gesprochen wird, dass es das Problem gibt. Seither melden die Zeitungen aus sämtlichen Ecken der Republik Vorkommnisse, die es vor dem 31.12.15 scheinbar gar nicht gab.
    Ich finde es unerträglich, dass ich nach über 40 Jahren, die ich mich frei und sicher auf den Straßen und Bahnhöfen bewegen konnte, das auf einmal nicht mehr gehen soll. Da kriegt man gute Tipps wie "Nicht Haare waschen" und "eine Armlänge Abstand halten" Pfefferspray ist ausverkauft, ich hatte mich im November zu einem Selbstverteidigungskurs angemeldet, bin auf der Warteliste gelandet....wie lang die jetzt ist, möchte ich gar nicht wissen. Soll das unsere Zukunft und die unserer Töchter sein? Wie können konkrete Vorkommnisse aktiv verhindert werden, wie sollen sich Frauen und Mädchen verhalten, was kann das Umfeld, die Gesellschaft tun, damit das kein Dauerzustand wird? Und damit keine Missverständnisse aufkommen: es gibt genügend frauenverachtende Eingeborene, die ihre Pfoten nicht stillhalten können und jetzt mutiger werden. Angst macht mir vor allem, dass es sich oft um Tätergruppen handelt, so dass Tipps, wie man einem Einzelnen begegnet, ins Leere laufen.
    Es muss grundsätzlich etwas geschehen, damit Männer mit Null Achtung vor Frauen in ihren Schädel bekommen, dass Frauen keine Sache, kein Besitz und kein Spielzeug sind, sondern gleichberechtigte Menschen...aber wie? Da sind jetzt alle gefragt, die sich die letzten Jahre über pfeifende Bauarbeiter und sexistische Werbung auf Milchflaschen aufgeregt haben... Jetzt hat die Frauenbewegung wieder eine echte Aufgabe, damit Gleichberechtigung gesamtgesellschaftlich ankommt.
    Also, zwei Fragen: Wie trete ich im Alltag gegenüber sexueller Belästigung auf und wie verändern wir etwas in den Köpfen der Männer?

    Ich hab mich bisher noch nie mit so etwas beschäftigen müssen. In meiner Teeniezeit bin ich zweimal vor Exibiotionisten weggerannt und einem Arbeitskollegen, der mir die Hand aufs Knie gelegt hat, hab ich mal eine geklebt. Bauarbeitern winke oder lächle ich zu (ich bin in der Branche und weiß, wie die Jungs ticken) und frauenfeindlche Sprüche kann ich gut kontern (wie gesagt, Baubranche). Ich bin gern eine Frau und das soll auch so bleiben.

    Saphire

  2. Inaktiver User

    AW: Umgang mit sexuellen Übergriffen, wie verhindern?

    Zitat Zitat von Saphire Beitrag anzeigen
    Wie trete ich im Alltag gegenüber sexueller Belästigung auf und wie verändern wir etwas in den Köpfen der Männer?
    Zitat Zitat von Saphire Beitrag anzeigen
    Ich hab mich bisher noch nie mit so etwas beschäftigen müssen. In meiner Teeniezeit bin ich zweimal vor Exibiotionisten weggerannt und einem Arbeitskollegen, der mir die Hand aufs Knie gelegt hat, hab ich mal eine geklebt. Bauarbeitern winke oder lächle ich zu (ich bin in der Branche und weiß, wie die Jungs ticken) und frauenfeindlche Sprüche kann ich gut kontern (wie gesagt, Baubranche).
    Zunächst einmal, indem frau realisiert, dass sie (in diesem Falle Du) sich bereits sehr wohl "mit sowas" beschäftigen musste (siehe Deine Beispiele) und indem frau auch dämliche Sprüche und Hinterherpfeifen von Bauarbeitern nicht mit Lächeln oder neckischen Sprüchen kontert, sondern auch dies ganz klar als das sieht, was es ist: Sexuelle Belästigung, eine Straftat, die man anzeigen kann (und ggf. auch sollte).
    Solange wir Frauen vielfach mit zweierlei Maß messen, dürfen wir von Männern nicht erwarten, sich zu ändern.

  3. Inaktiver User

    AW: Umgang mit sexuellen Übergriffen, wie verhindern?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Zunächst einmal, indem frau realisiert, dass sie (in diesem Falle Du) sich bereits sehr wohl "mit sowas" beschäftigen musste (siehe Deine Beispiele) und indem frau auch dämliche Sprüche und Hinterherpfeifen von Bauarbeitern nicht mit Lächeln oder neckischen Sprüchen kontert, sondern auch dies ganz klar als das sieht, was es ist: Sexuelle Belästigung, eine Straftat, die man anzeigen kann (und ggf. auch sollte).
    Und genau da möchte ich nicht hinkommen.

    Ich sehe nicht, wo hier irgendwie eine Hilflosigkeit als Frau wäre - dagegen kann ich mich sehr gut entweder abgrenzen oder wehren. Außer ich fühl mich grundsätzlich hilflos und schutzwürdig, das tut ich persönlich nicht, auch nicht weil ich weiblich bin. Gegen Beleidigungen kann man vorgehen, aber ein Nachpfeifen ist für mich keine und wird in diesem Leben auch keine mehr werden.

    Kritisch wird es für mich dann, wenn ich tatsächlich unterlegen bin (bei körperlichen Attacken z.B.) oder wenn es ein Machtgefälle gibt und ich mich aus Angst vor Konsequenzen nicht wehren kann.

    Aber mich schon im vorauseilenden Gehorsam herabgewürdigt fühlen von jemand der mir sonstwo vorbeigeht, dazu bin ich nicht bereit, und ich bin auch nicht bereit das soweit zu adeln dass ich dem eine solche Deutungsmacht über mich zugestehe. Das hat für mich weder mit Frau- noch mit Emanzipiertsein zu tun.

    Ich finde das ist ein ganz grundsätzliches Thema, und man kann nicht auf der einen Seite gleiche Rechte haben wollen, auf der anderen Seite aber bei jeder Gelegenheit beschützt sein wollen wie ein kleines Kind.

    Und zur Frage der TE: ich wünsche mir momentan ganz deutliche Polizei(und gerne auch Polizistinnen)präsenz auf der Straße, das würde mein persönliches Sicherheitsgefühl erhöhen.

    Was man sonst auf die Schnelle machen kann, da bin ich ratlos, es treibt mich aber genauso um, da ich mich bisher auch nachts sehr frei bewegt habe. Inzwischen fühl ich mich da nicht mehr so sicher, das macht mich wütend.
    Geändert von Inaktiver User (10.01.2016 um 10:47 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Umgang mit sexuellen Übergriffen, wie verhindern?

    Experten raten für gewöhnlich von Pfefferspray und Co. ab, weil sich Frauen im Ernstfall oft selbst damit Schachmatt setzen.


  5. Registriert seit
    15.11.2013
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    AW: Umgang mit sexuellen Übergriffen, wie verhindern?

    Sexuelle Übergriffe wie in Köln kann man nicht verhindern. Da ist selbst die Polizei nicht zu in der Lage gewesen. Was soll man da als Frau machen?

    Für mich gilt ganz klar, dass ich mich nicht an Orte begebe wo derart viele Menschen sind. Vor allem dann nicht, wenn zu erwarten ist, dass der Alkoholpegel bei vielen doch sehr hoch ist. Das ist für mich nach wie vor immer noch der beste Schutz. Ich muß nicht Silvesterabend am Bahnhof sein, ich muß nicht zu Karnevalszeiten an solchen öffentlichen Orten sein.

    Selbstverteidigung ist klar, die Techniken beherrsche ich auch, das Problem ist aber, dass man als Frau irgendwann auch mit Selbstverteidigung nicht mehr weit kommt, wenn es sich z.B. um mehrere Männer handelt. Mit einem hätte ich überhaupt kein Problem ;-) aber der mit mir. Da ich nicht Lara Croft bin, wirds mit mehreren Männern schwierig ;-).
    - == Manches beginnt groß, manches klein, und manchmal ist das Kleinste das Größte == -

  6. Inaktiver User

    AW: Umgang mit sexuellen Übergriffen, wie verhindern?

    Zitat Zitat von bittersweet0403 Beitrag anzeigen
    Sexuelle Übergriffe wie in Köln kann man nicht verhindern. Da ist selbst die Polizei nicht zu in der Lage gewesen.
    Dann muss man was ändern - sowas muss verhindert werden. Den Anspruch hab ich ganz klar!!

    Wäre genug Polizei vor Ort gewesen und hätte man adäquat reagiert wäre es nicht soweit gekommen.

    Ein öffentlicher Ort wie ein Bhf darf nicht zur No Go Area für Frauen werden, auch nachts nicht.

  7. Inaktiver User

    AW: Umgang mit sexuellen Übergriffen, wie verhindern?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Experten raten für gewöhnlich von Pfefferspray und Co. ab, weil sich Frauen im Ernstfall oft selbst damit Schachmatt setzen.
    Ich habe meiner Tochter schon vor vielen Jahren Pfefferspray gekauft und zwar in einem Waffengeschäft. Man hat mich da gut beraten. Klar kann man sich damit selbst ausser Gefecht setzten, muss aber nicht sein - ich denke, es kommt auf die Beratung an. Im letzten Jahr habe ich mir dann auch Pfefferspray zugelegt, ebenso mein Mann, Sohn und Schwiegersohn. Ich hoffe, es nie benutzen zu müssen, aber es gibt mir eine gewisse Sicherheit, auch z.B. beim Sport (Nordic walking) bilde ich mir jedenfalls ein

    Meiner Meinung nach muss wieder mehr auf Sicherheit, sprich Polizeischutz gesetzt werden. Es kann doch nicht angehen, dass z.B. bei uns im Stadtteil die Wache nur noch 2 Std. täglich besetzt ist!


  8. Registriert seit
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    AW: Umgang mit sexuellen Übergriffen, wie verhindern?

    Also keinesfalls Pfefferspray , da muß vorher die Windrichtung klar sein !!!
    Und bei mehreren angreifenden Personen besteht die große Wahrscheinlichkeit das selbst abgenommen und abzukriegen .
    Da tue ich lieber dem Nächststehenden mit aller Kraft weh : Nase , Kehlkopf , Augen , zwischen den Hosentaschen und das ohne alle Fairness . Solange ich das kann .


  9. Registriert seit
    15.11.2013
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    AW: Umgang mit sexuellen Übergriffen, wie verhindern?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dann muss man was ändern - sowas muss verhindert werden. Den Anspruch hab ich ganz klar!!

    Wäre genug Polizei vor Ort gewesen und hätte man adäquat reagiert wäre es nicht soweit gekommen.

    Ein öffentlicher Ort wie ein Bhf darf nicht zur No Go Area für Frauen werden, auch nachts nicht.
    Das ist richtig, aber dann müssen auch die richtigen Konsequenzen daraus gezogen werden. Warum ist das ganze denn so unsäglich abgelaufen. Damit meine ich jetzt nicht nur die Übergriffe selbst, sondern das ganze Drumherum. Weil es einfach nicht mehr genug Polizisten gibt. Außerdem waren ja meines Wissens mehrere Hundertschaften (3?) angefordert worden, aber es wurde nur eine genehmigt.

    Mittlerweile haben wir einfach schon rechtsfreie Räume, weil keine Polizeipräsenz mehr gewährleistet werden kann. Und das ist nicht nur ein Kölner Problem. Auch wenn das immer wieder vehement abgestritten wird. Die Realität zeigt doch etwas anderes.

    Aus meiner Sicht ist es primär enorm wichtig, die Polizeistärke massiv zu erhöhen. Nur so kann eine deutlich bessere Präsenz erfolgen die dann abschreckend wirkt. Statt dessen wird aber ein Eiertanz um das Thema gemacht bzw. es einfach nicht erwähnt. Aus meiner Sicht ist es aber die Hauptursache für die Zunahme solcher Gewaltakte.

    Im Karneval drohen wieder solche Situationen mit Unterbesetzung der Polizei. Köln ist nunmal eine Karnevalshochburg. Da werden massenhaft Polizisten aus anderen Städten angefordert, sodaß diese Städte dann personalmäßig in Problemzonen kommen.

    Warum begreift man nicht, dass Sicherheit nur dann gewährleistet werden kann, wenn entsprechende Präsenz von Ordnungshütern vorhanden ist.
    - == Manches beginnt groß, manches klein, und manchmal ist das Kleinste das Größte == -

  10. Avatar von fritzi72
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    AW: Umgang mit sexuellen Übergriffen, wie verhindern?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dann muss man was ändern - sowas muss verhindert werden. Den Anspruch hab ich ganz klar!!

    Wäre genug Polizei vor Ort gewesen und hätte man adäquat reagiert wäre es nicht soweit gekommen.

    Ein öffentlicher Ort wie ein Bhf darf nicht zur No Go Area für Frauen werden, auch nachts nicht.
    Sehe ich genauso!

    Selbstverteidigung nützt nichts, wenn Dir eine Waffe vorgehalten wird, Pfefferspray nicht, wenn Du überraschend von hinten gepackt wirst.

    Absolute Sicherheit wird es nicht geben.

    Aber dass Taten vor den Augen der Polizei stattfinden, ist ein Unding!

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