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  1. gesperrt

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    AW: Frauenrolle heute

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    So was kann doch kein Vorbild sein.

    Das kann höchstens eine Schwärmerei auslösen bei 12jährigen: ich möchte mal wie XY sein.
    "ich möchte mal wie XY sein" ist doch gerade ein Vorbild...

    gruss, barbara

  2. Moderation

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    AW: Frauenrolle heute

    Zitat Zitat von JeanneD Beitrag anzeigen
    Oder sehe ich manche Idole, Vorbilder nicht? Fallen Euch welche ein?
    Ich habe in meiner Familie und meinem Freundes- und Bekanntenkreis genug Frauen, die mir immer wieder zeigen und gezeigt haben, daß es möglich ist, sich leidlich unabhängig durchzuwursteln und ein genügend nettes Leben und genug eigene Kompetenz zu haben, um nicht auf jeden Dummschwätzer reinzufallen. Aber eben auch, daß man paddeln muß, wenn man nicht den Fluß runter getrieben werden will, daß man sich kennen und Entscheidungen treffen und sich streiten muß, und daß einem das keiner abnimmt.

    Was soll ich mit "Helden", die haben immer so übermenschliche Probleme, da kann ich mir sagen, wenn ich das Imperium zu bekämpfen hätte oder die auserwählte Vampirjägerin wäre, oder die Erde vor dem Abschaum des Universums beschützen müßte, könnte ich auch cool sein. Ich lerne lieber von Miss Marple, wie man ganz unauffällig eine gerissene alte Schachtel sein kann, und arbeite ansonsten so gut es mir möglich ist, ganz unsuperheldenhaft an einer Welt mit, in der Menschen- und Bürgerrechte für alle gelten.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Frauenrolle heute

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    "ich möchte mal wie XY sein" ist doch gerade ein Vorbild...

    gruss, barbara
    Nein.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

  4. Moderation

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    AW: Frauenrolle heute

    Zitat Zitat von JeanneD Beitrag anzeigen
    Ja, die Idee ist da! Aber ich glaube, wenn es dann später mal an die Familiengründung geht, ist es bei einigen einfach vorbei und das ist auch so gewünscht.
    Ja.

    Zitat Zitat von JeanneD Beitrag anzeigen
    Ich habe Harry Potter nicht gelesen muss ich zugeben; gibt es da nicht diese Hermine oder so? Ist die nicht so schlau...?
    Sie ist sehr intelligent und praktisch denkend, aber nicht übermäßig sozialkompetent, insbesondere nicht, da sie als Außenseiterin in eine Welt gekommen ist, die nicht ihre ist. Spätestens mit 12 Jahren weiß sie, daß es in der Magierwelt starke politische Strömungen gibt, nach denen sie kein vollwertiger Zauberer sein kann, und am besten einfach verschwinden sollte, und wenn sie stirbt, na, um so besser. Entsprechend ist sie leicht aufgebürstet und reagiert über, und wird mit der Zeit ausgesprochen skrupellos.

    Luna Lovegood ist entschlossen wunderlich und klug und geht unbeirrt ihren Weg. Wenn sie jemals Angst hat sieht man's nicht. Bellatrix Lestrange ist die böseste aller bösen Zauberer. Narcissa Malfoy wickelt gemeingefährliche Zauberer um den kleinen Finger und wechselt unbemerkt die Seite, um ihre Familie zu retten. Dolores Umbridge baut das Ministerium für Magie zu einer Art Stasi um. Die Slytherin-Quiddich-Mannschaft, in der keine Mädchen spielen, kriegt regelmäßig auf die Schnauze wegen strategischer Inkompetenz. Lily Potter war die beste Hexe ihrer tragischen Generation.

    Leider hat Rowling die "erste Reihe" -- den Auserwählten, den treuen Gefährten, den Lehrer, den Rivalen, den Gegenspieler, den Bösen -- komplett mit Männern bzw. Jungen besetzt, so daß die Frauen zwar alle ihren Job machen und dabei überwiegend kompetent sind, aber nicht das Spotlight kriegen. Wie im wirklichen Leben.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  5. Moderation

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    AW: Frauenrolle heute

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    So was kann doch kein Vorbild sein.
    Das gleiche kann man über reale Menschen sagen. Demontage von "Guten" ist ein Volkssport des Internets. Es gibt keine "Guten". Es gibt Leute, die richtige Ideen haben und das richtige tun, es gibt Kompetenz und Coolness. Das findet man aber alles ebenso in fiktiven Charakteren wie in realen, und oft, aufgrund der Natur der Sache, in klarerer Form.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, und Eowyn wird danach dann doch.....Ehefrau.
    Die heiraten fast alle (außer Bilbo und Frodo), aber nur die Frauen scheint das in den Augen des Publikums abzuwerten.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Arwen, Eowyn
    und Sams Frau Rosi Hüttinger hatten diese Option nicht!
    Die einzige, die mir einfällt, die sich alle Optionen genommen hat -- Prinzessin, Rebellin, Königin ihres eigenen Reiches, (glücklich) verheiratet, (unglückliche) Mutter -- war Galadriel. Niemand anders hatte die Gelegenheit.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    bin ich kürzlich im Wikiartikel über Liz Taylor über folgenden Satz gestolpert
    Wie "Traumfrauen" funktionieren und warum sie punktuell aus den Beschränkungen der Frauenrolle ausbrechen können, ist in feministischer Theorie hinreichend erklärt. Die Datenlage ist bei realen Menschen meist mehr als ausreichend.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und mir fällt auf Anhieb tatsächlich keine weibliche Serienfigur ein, die Ehe, Kinder und Karriere hat, aber diverse männliche.
    Nicht in den Action-Genres (obwohl ich den Eindruck habe, ich übersehe was), was ist mit anderen Genres?
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    ** ansonsten niemand besonderes **

  6. Moderation

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    AW: Frauenrolle heute

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Nein.
    Da gehen die Meinungen einfach auseinander, vielleicht auch darüber, was ein Vorbild ist und wozu es dient.

    Ich möchte so clever sein wie Miss Marple, so unbeeindruckt von menschlichen Verworrenheiten wie Mister Spock, so beharrlich darin, das Richtige zu tun, wie Maia Drazhar. Und wenn ich hingucke, wie diese Charaktere konstruiert sind, spricht jahrtausendelange Tradition des Geschichtenerzählens zu mir, das gesammelte Wissen der Welt, und stellt mir ein Modell hin: So könnte das funktionieren.

    Andere möchten vielleicht einen Schritt auf dem Mond gehen, eine Unrechtsherrschaft beenden, oder ein neues Elementarteilchen entdecken, und arbeiten sich lieber am konkreten Beispiel entlang zu den nötigen Schritten, Haltungen und Aktionen.

    Als Menschen lernen wir ja von anderen Menschen und gucken uns Sachen ab: Was ist möglich, und wie. Und je nachdem, was dabei rauskommen soll, guckt man anders. Und wo-anders. Wenn ich sehen will, wie ich als Frau vermeide, mich in geschlechtsspezifische Abhängigkeiten zu begeben, geben meine Verwandten mir ein besseres Modell als Katniss Everdeen. Wenn ich lernen will, meine eigenen Gedanken auf eine bestimmte Art zu arrangieren, gibt mir Esmeralda Weatherwax ein besseres Modell als Marie Curie.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  7. Inaktiver User

    AW: Frauenrolle heute

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Nein.
    Doch.

  8. Inaktiver User

    AW: Frauenrolle heute

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ja.



    Sie ist sehr intelligent und praktisch denkend, aber nicht übermäßig sozialkompetent, insbesondere nicht, da sie als Außenseiterin in eine Welt gekommen ist, die nicht ihre ist. Spätestens mit 12 Jahren weiß sie, daß es in der Magierwelt starke politische Strömungen gibt, nach denen sie kein vollwertiger Zauberer sein kann, und am besten einfach verschwinden sollte, und wenn sie stirbt, na, um so besser. Entsprechend ist sie leicht aufgebürstet und reagiert über, und wird mit der Zeit ausgesprochen skrupellos.
    Ja - allerdings sozialkompetent wäre sie auch an einer menschlichen Schule nicht, das ist schon eindeutig so geschrieben.
    Luna Lovegood ist entschlossen wunderlich und klug und geht unbeirrt ihren Weg. Wenn sie jemals Angst hat sieht man's nicht.
    Stimmt aber sie hat auch ganz eindeutig einen an der Waffel, und zwar richtig.
    Bellatrix Lestrange ist die böseste aller bösen Zauberer.
    Mit Ausnahme von Voldemort. Und sie scheint die Alibifrau bei den Bösen zu sein, sie ist da nämlich so ziemlich die einzige offensichtlich fähig Frau.
    Und wen bekommt sie als Endgegner:
    Eine Frau, und zwar eine, die so gar keine Übung in Kampfzaubern hat.

    Narcissa Malfoy wickelt gemeingefährliche Zauberer um den kleinen Finger und wechselt unbemerkt die Seite, um ihre Familie zu retten.
    Ja......6 Bücher lang ist sie Anhängsel und Ehefrau, quasi klassisch "Hausfrau und Mutter" und in ihrer Rolle als Mutter schafft sie dann EINE brauchbare Lüge.

    Dolores Umbridge baut das Ministerium für Magie zu einer Art Stasi um.
    Und ist magisch so unfähig dass sie (anders als die anderen Lehrer) mit einem Streich der Weasley-Zwillinge (männlich und 16!) nicht fertig wird und am Ende von Dumbledore (auch männlich) aus dem Wald gerettet werden muss.
    Die Slytherin-Quiddich-Mannschaft, in der keine Mädchen spielen, kriegt regelmäßig auf die Schnauze wegen strategischer Inkompetenz.
    Das ja, aber nicht deshalb weil sie keine weiblichen Spieler hat.
    Lily Potter war die beste Hexe ihrer tragischen Generation.

    Die eine vorbildtaugliche Hexe ist also vor Band 1 schon tot und im Buch hat sie, obwohl kompetent, dann doch in erster Linie wieder die Rolle der opferbereiten Mutter, diese Eigenschaft ist ja der Aufhänger für den ganzen Rest der Story.
    Leider hat Rowling die "erste Reihe" -- den Auserwählten, den treuen Gefährten, den Lehrer, den Rivalen, den Gegenspieler, den Bösen -- komplett mit Männern bzw. Jungen besetzt, so daß die Frauen zwar alle ihren Job machen und dabei überwiegend kompetent sind, aber nicht das Spotlight kriegen. Wie im wirklichen Leben.

    Du hast die ganzen selbst IN IHRER ROLLE wirklich inkompetenten Frauen vergessen:


    -die Patil-Zwillinge: Negativbeispiel für Schulmädchen
    -Fleur Delacourt: magisch OFFENSICHTLICH unfähiger als ihre beiden männlichen Kontrahenten, dafür sehr hübsch.
    -Cho Chang: Feigling und Opportunistin

  9. Inaktiver User

    AW: Frauenrolle heute

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen

    Die heiraten fast alle (außer Bilbo und Frodo), aber nur die Frauen scheint das in den Augen des Publikums abzuwerten.
    Das deswegen weil die Frauen danach eben "nur noch" Ehefrau sind und sämtlichen Status (etwa Königin im Fall von Arwen) über den Status des Ehemannes beziehen, während die Männer auch noch andere Rollen haben.

    Die einzige, die mir einfällt, die sich alle Optionen genommen hat -- Prinzessin, Rebellin, Königin ihres eigenen Reiches, (glücklich) verheiratet, (unglückliche) Mutter -- war Galadriel. Niemand anders hatte die Gelegenheit.
    Die allerdings war Elbin - und selbst die hätte wohl nicht die Gelegenheit zur Kämpferkarriere gehabt, so modern war Tolkien nicht, Tauriel gabs erst bei Peter Jackson.





    Wie "Traumfrauen" funktionieren und warum sie punktuell aus den Beschränkungen der Frauenrolle ausbrechen können, ist in feministischer Theorie hinreichend erklärt. Die Datenlage ist bei realen Menschen meist mehr als ausreichend.
    Wildwusel, Denkfehler, aber ein sehr verständlicher:

    Ich habe das oben zitierte nicht technisch gemeint.
    Es kann gut sein dass es dazu Terabyte von Daten gibt und das gut untersucht ist: Dass man aber weiß wie etwas funktioniert heißt in manchen Bereichen nicht unbedingt dass man es versteht.



    Nicht in den Action-Genres (obwohl ich den Eindruck habe, ich übersehe was), was ist mit anderen Genres?

    Haha, doch, AUSGERECHNET in meiner Lieblingsschnulze Downton Abbey gibt es am Ende gleich zwei Frauen die das haben, die hatten aber eine für die Zeit ausnehmend tolerante (und hochrangige!) Familie im Hintergrund und ich vermute wenn ich eine Schnulze über die Bewohner eines Anwesens aus dem frühen 20. Jahrhundert für weibliche Rollenvorbilder für das 21. Jahrhundert heranziehe werde ich geprügelt.

  10. gesperrt

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    AW: Frauenrolle heute

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Stimmt aber sie (Luna Lovegood) hat auch ganz eindeutig einen an der Waffel, und zwar richtig.
    Weniger als es scheint, sie wird im Lauf der Geschichte je länger je normaler, vernünftiger, praktischer...


    -die Patil-Zwillinge: Negativbeispiel für Schulmädchen
    -Fleur Delacourt: magisch OFFENSICHTLICH unfähiger als ihre beiden männlichen Kontrahenten, dafür sehr hübsch.
    -Cho Chang: Feigling und Opportunistin
    naja, es gibt ja auch Gilderoy Lockhart, Percy Weasley, der junge Malfoy (der am Schluss doch kein so böser Bube ist, wie er dachte), Crabbe und Goyle, Peter Pettigrew...

    Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, als Rollenbilder Frauen zu schaffen, die Ehe, Kind und Karriere unter einen Hut bringen; da Ehe, Kind und Karriere doch alte Konzepte sind aus alten Gesellschaftsbildern, die womöglihc ganz neu gestaltet werden müssen.

    Bei Terry Pratchett gibt es eine, die Ehe, Kinder und Karriere unter einen Hut bringt, das ist Nanny Ogg.

    Und es gibt Polly Perks und das "monstrous regiment", wo sich Frauen in einer patriarchalischen Welt durchsetzen, inklusive unterschiedlicher Lebensmodelle.

    gruss, barbara

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