Antworten
Ergebnis 81 bis 90 von 299
Thema: Frauenrolle heute
-
06.03.2016, 21:49
AW: Frauenrolle heute
-
07.03.2016, 00:51
AW: Frauenrolle heute
Ich habe in meiner Familie und meinem Freundes- und Bekanntenkreis genug Frauen, die mir immer wieder zeigen und gezeigt haben, daß es möglich ist, sich leidlich unabhängig durchzuwursteln und ein genügend nettes Leben und genug eigene Kompetenz zu haben, um nicht auf jeden Dummschwätzer reinzufallen. Aber eben auch, daß man paddeln muß, wenn man nicht den Fluß runter getrieben werden will, daß man sich kennen und Entscheidungen treffen und sich streiten muß, und daß einem das keiner abnimmt.
Was soll ich mit "Helden", die haben immer so übermenschliche Probleme, da kann ich mir sagen, wenn ich das Imperium zu bekämpfen hätte oder die auserwählte Vampirjägerin wäre, oder die Erde vor dem Abschaum des Universums beschützen müßte, könnte ich auch cool sein. Ich lerne lieber von Miss Marple, wie man ganz unauffällig eine gerissene alte Schachtel sein kann, und arbeite ansonsten so gut es mir möglich ist, ganz unsuperheldenhaft an einer Welt mit, in der Menschen- und Bürgerrechte für alle gelten.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
-
07.03.2016, 01:06Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
-
07.03.2016, 01:09
AW: Frauenrolle heute
Ja.
Sie ist sehr intelligent und praktisch denkend, aber nicht übermäßig sozialkompetent, insbesondere nicht, da sie als Außenseiterin in eine Welt gekommen ist, die nicht ihre ist. Spätestens mit 12 Jahren weiß sie, daß es in der Magierwelt starke politische Strömungen gibt, nach denen sie kein vollwertiger Zauberer sein kann, und am besten einfach verschwinden sollte, und wenn sie stirbt, na, um so besser. Entsprechend ist sie leicht aufgebürstet und reagiert über, und wird mit der Zeit ausgesprochen skrupellos.
Luna Lovegood ist entschlossen wunderlich und klug und geht unbeirrt ihren Weg. Wenn sie jemals Angst hat sieht man's nicht. Bellatrix Lestrange ist die böseste aller bösen Zauberer. Narcissa Malfoy wickelt gemeingefährliche Zauberer um den kleinen Finger und wechselt unbemerkt die Seite, um ihre Familie zu retten. Dolores Umbridge baut das Ministerium für Magie zu einer Art Stasi um. Die Slytherin-Quiddich-Mannschaft, in der keine Mädchen spielen, kriegt regelmäßig auf die Schnauze wegen strategischer Inkompetenz. Lily Potter war die beste Hexe ihrer tragischen Generation.
Leider hat Rowling die "erste Reihe" -- den Auserwählten, den treuen Gefährten, den Lehrer, den Rivalen, den Gegenspieler, den Bösen -- komplett mit Männern bzw. Jungen besetzt, so daß die Frauen zwar alle ihren Job machen und dabei überwiegend kompetent sind, aber nicht das Spotlight kriegen. Wie im wirklichen Leben.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
-
07.03.2016, 01:37
AW: Frauenrolle heute
Das gleiche kann man über reale Menschen sagen. Demontage von "Guten" ist ein Volkssport des Internets. Es gibt keine "Guten". Es gibt Leute, die richtige Ideen haben und das richtige tun, es gibt Kompetenz und Coolness. Das findet man aber alles ebenso in fiktiven Charakteren wie in realen, und oft, aufgrund der Natur der Sache, in klarerer Form.
Die heiraten fast alle (außer Bilbo und Frodo), aber nur die Frauen scheint das in den Augen des Publikums abzuwerten.
Die einzige, die mir einfällt, die sich alle Optionen genommen hat -- Prinzessin, Rebellin, Königin ihres eigenen Reiches, (glücklich) verheiratet, (unglückliche) Mutter -- war Galadriel. Niemand anders hatte die Gelegenheit.
Wie "Traumfrauen" funktionieren und warum sie punktuell aus den Beschränkungen der Frauenrolle ausbrechen können, ist in feministischer Theorie hinreichend erklärt. Die Datenlage ist bei realen Menschen meist mehr als ausreichend.
Nicht in den Action-Genres (obwohl ich den Eindruck habe, ich übersehe was), was ist mit anderen Genres?** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
-
07.03.2016, 01:55
AW: Frauenrolle heute
Da gehen die Meinungen einfach auseinander, vielleicht auch darüber, was ein Vorbild ist und wozu es dient.
Ich möchte so clever sein wie Miss Marple, so unbeeindruckt von menschlichen Verworrenheiten wie Mister Spock, so beharrlich darin, das Richtige zu tun, wie Maia Drazhar. Und wenn ich hingucke, wie diese Charaktere konstruiert sind, spricht jahrtausendelange Tradition des Geschichtenerzählens zu mir, das gesammelte Wissen der Welt, und stellt mir ein Modell hin: So könnte das funktionieren.
Andere möchten vielleicht einen Schritt auf dem Mond gehen, eine Unrechtsherrschaft beenden, oder ein neues Elementarteilchen entdecken, und arbeiten sich lieber am konkreten Beispiel entlang zu den nötigen Schritten, Haltungen und Aktionen.
Als Menschen lernen wir ja von anderen Menschen und gucken uns Sachen ab: Was ist möglich, und wie. Und je nachdem, was dabei rauskommen soll, guckt man anders. Und wo-anders. Wenn ich sehen will, wie ich als Frau vermeide, mich in geschlechtsspezifische Abhängigkeiten zu begeben, geben meine Verwandten mir ein besseres Modell als Katniss Everdeen. Wenn ich lernen will, meine eigenen Gedanken auf eine bestimmte Art zu arrangieren, gibt mir Esmeralda Weatherwax ein besseres Modell als Marie Curie.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
-
07.03.2016, 06:29
-
07.03.2016, 06:39Inaktiver User
AW: Frauenrolle heute
Ja - allerdings sozialkompetent wäre sie auch an einer menschlichen Schule nicht, das ist schon eindeutig so geschrieben.
Stimmt aber sie hat auch ganz eindeutig einen an der Waffel, und zwar richtig.Luna Lovegood ist entschlossen wunderlich und klug und geht unbeirrt ihren Weg. Wenn sie jemals Angst hat sieht man's nicht.
Mit Ausnahme von Voldemort. Und sie scheint die Alibifrau bei den Bösen zu sein, sie ist da nämlich so ziemlich die einzige offensichtlich fähig Frau.Bellatrix Lestrange ist die böseste aller bösen Zauberer.
Und wen bekommt sie als Endgegner:
Eine Frau, und zwar eine, die so gar keine Übung in Kampfzaubern hat.
Ja......6 Bücher lang ist sie Anhängsel und Ehefrau, quasi klassisch "Hausfrau und Mutter" und in ihrer Rolle als Mutter schafft sie dann EINE brauchbare Lüge.Narcissa Malfoy wickelt gemeingefährliche Zauberer um den kleinen Finger und wechselt unbemerkt die Seite, um ihre Familie zu retten.Und ist magisch so unfähig dass sie (anders als die anderen Lehrer) mit einem Streich der Weasley-Zwillinge (männlich und 16!) nicht fertig wird und am Ende von Dumbledore (auch männlich) aus dem Wald gerettet werden muss.
Dolores Umbridge baut das Ministerium für Magie zu einer Art Stasi um.
Das ja, aber nicht deshalb weil sie keine weiblichen Spieler hat.Die Slytherin-Quiddich-Mannschaft, in der keine Mädchen spielen, kriegt regelmäßig auf die Schnauze wegen strategischer Inkompetenz.
Lily Potter war die beste Hexe ihrer tragischen Generation.
Die eine vorbildtaugliche Hexe ist also vor Band 1 schon tot und im Buch hat sie, obwohl kompetent, dann doch in erster Linie wieder die Rolle der opferbereiten Mutter, diese Eigenschaft ist ja der Aufhänger für den ganzen Rest der Story.
Leider hat Rowling die "erste Reihe" -- den Auserwählten, den treuen Gefährten, den Lehrer, den Rivalen, den Gegenspieler, den Bösen -- komplett mit Männern bzw. Jungen besetzt, so daß die Frauen zwar alle ihren Job machen und dabei überwiegend kompetent sind, aber nicht das Spotlight kriegen. Wie im wirklichen Leben.
Du hast die ganzen selbst IN IHRER ROLLE wirklich inkompetenten Frauen vergessen:
-die Patil-Zwillinge: Negativbeispiel für Schulmädchen
-Fleur Delacourt: magisch OFFENSICHTLICH unfähiger als ihre beiden männlichen Kontrahenten, dafür sehr hübsch.
-Cho Chang: Feigling und Opportunistin
-
07.03.2016, 06:44Inaktiver User
AW: Frauenrolle heute
Das deswegen weil die Frauen danach eben "nur noch" Ehefrau sind und sämtlichen Status (etwa Königin im Fall von Arwen) über den Status des Ehemannes beziehen, während die Männer auch noch andere Rollen haben.
Die allerdings war Elbin - und selbst die hätte wohl nicht die Gelegenheit zur Kämpferkarriere gehabt, so modern war Tolkien nicht, Tauriel gabs erst bei Peter Jackson.Die einzige, die mir einfällt, die sich alle Optionen genommen hat -- Prinzessin, Rebellin, Königin ihres eigenen Reiches, (glücklich) verheiratet, (unglückliche) Mutter -- war Galadriel. Niemand anders hatte die Gelegenheit.
Wildwusel, Denkfehler, aber ein sehr verständlicher:Wie "Traumfrauen" funktionieren und warum sie punktuell aus den Beschränkungen der Frauenrolle ausbrechen können, ist in feministischer Theorie hinreichend erklärt. Die Datenlage ist bei realen Menschen meist mehr als ausreichend.
Ich habe das oben zitierte nicht technisch gemeint.
Es kann gut sein dass es dazu Terabyte von Daten gibt und das gut untersucht ist: Dass man aber weiß wie etwas funktioniert heißt in manchen Bereichen nicht unbedingt dass man es versteht.
Nicht in den Action-Genres (obwohl ich den Eindruck habe, ich übersehe was), was ist mit anderen Genres?
Haha, doch, AUSGERECHNET in meiner Lieblingsschnulze Downton Abbey gibt es am Ende gleich zwei Frauen die das haben, die hatten aber eine für die Zeit ausnehmend tolerante (und hochrangige!) Familie im Hintergrund und ich vermute wenn ich eine Schnulze über die Bewohner eines Anwesens aus dem frühen 20. Jahrhundert für weibliche Rollenvorbilder für das 21. Jahrhundert heranziehe werde ich geprügelt.
-
07.03.2016, 08:10
AW: Frauenrolle heute
Weniger als es scheint, sie wird im Lauf der Geschichte je länger je normaler, vernünftiger, praktischer...
naja, es gibt ja auch Gilderoy Lockhart, Percy Weasley, der junge Malfoy (der am Schluss doch kein so böser Bube ist, wie er dachte), Crabbe und Goyle, Peter Pettigrew...-die Patil-Zwillinge: Negativbeispiel für Schulmädchen
-Fleur Delacourt: magisch OFFENSICHTLICH unfähiger als ihre beiden männlichen Kontrahenten, dafür sehr hübsch.
-Cho Chang: Feigling und Opportunistin
Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, als Rollenbilder Frauen zu schaffen, die Ehe, Kind und Karriere unter einen Hut bringen; da Ehe, Kind und Karriere doch alte Konzepte sind aus alten Gesellschaftsbildern, die womöglihc ganz neu gestaltet werden müssen.
Bei Terry Pratchett gibt es eine, die Ehe, Kinder und Karriere unter einen Hut bringt, das ist Nanny Ogg.
Und es gibt Polly Perks und das "monstrous regiment", wo sich Frauen in einer patriarchalischen Welt durchsetzen, inklusive unterschiedlicher Lebensmodelle.
gruss, barbara



Zitieren