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  1. Avatar von fritzi72
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    AW: Frauenrolle heute

    Habe mich auch gefragt, warum Teilzeit jetzt das Anti-Emanzipationsmodell sein soll und auf der selben Ebene stehen soll, wie eine Alleinverdienerehe?

    Mein Mann und ich haben Jobs, in denen wir derzeit, wenn wir beide Vollzeit arbeiten, unseren (drei) Kindern nicht gerecht werden könnten, deshalb arbeite ich Teilzeit (ca 30 h/Woche). Trotzdem fühle ich mich nicht unemanzipert.

    Als mein Mann in Elternzeit war, habe ich natürlich Vollzeit gearbeitet und mein Mann hat in dieser Zeit selbstverständlich den Haushalt geschmissen.
    Auch können wir uns beide vorstellen, dass er Teilzeit arbeitet, das ist aber im Moment aufgrund seines aktuellen Arbeitsorts und damit verbundener Pendelzeit nicht sinnvoll.

    Statt Frauen, die in Teilzeit arbeiten, überspitzt gesagt, in die Ecke "Hausmütterchen, das sich versorgen lässt" zu stellen, müsste man überlegen, ob es zwingend notwendig ist, Frauen (und Männer, die gibt es nämlich auch!) , die einen gewissen Zeitraum Teilzeit arbeiten, um Kinder zu erziehen, rentenrechtlich abzustrafen oder ob da ein Ausgleich stattfinden könnte.
    Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
    Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist

    Intro "Tatsächlich Liebe"


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    AW: Frauenrolle heute

    Ich verstehe nicht, dass in den vorigen Beträgen Teilzeit mit langem zu Hause bleiben assoziiert wird. Ich habe seit der Geburt des ersten Kindes immer Teilzeit gearbeitet (zwischen 28 und 34 Stunden) und war jeweils nur wenige Monate ganz zu Hause. Ich fühle mich überhaupt nicht rückständig oder in der Teilzeitfalle. Wir haben zwei kleine Kinder (wir sind beide Ende 30), mein Mann arbeitet zur zeit voll und ich bin heilfroh wenn er zum Januar ebenfalls wieder Stunden reduziert. Ich finde eine Doppelvollzeit mit kleinen Kindern überhaupt nicht erstrebenswert oder vorbildhaft, für mich hat das auch nix mit Emanzipation zu tun. Viel sinnvoller finde ich wenn beide Eltern Arbeitszeit reduzieren sofern es finanziell möglich ist. Macht halt keiner Karriere, das überlebt man auch ...

    Zur Aufteilung: Da wir immer schon ähnlich lange außer Haus waren tun haben wir eine faire Aufgabenteilung im Haushalt. Was die Kinder angeht sowieso weil wir uns mit den Kindernachmittagen abwechseln, da macht halt jeder das was an seinen Nachmittagen anfällt.
    Konflikte gibt es natürlich, um Haushaltsaufgaben reißt sich wohl niemand. Es muss halt vieles immer wieder neu verhandelt werden, da muss frau dranbleiben und darf sich nicht betuppen lassen ;-) Ich wunder mich da auch öfter drüber, dass ein erwachsener Mann angeblich keine Waschmaschine bedienen kann oder nicht in der Lage ist, den Kindern was zu essen zu machen. Aber zu jedem männlichen Cleverle gehört eine Frau die den Blödsinn glaubt.

    Ich hab vor meiner Ehe jahrelang allein gelebt, mir macht das keine Angst. Ich weiß, dass ich alles was mir mein Mann jetzt netterweise abnimmt (bohren, löten, Wasserkisten tragen und so) im Zweifelsfall auch allein könnte. Finanzieren könnte ich mein Leben (und ggfs. das meiner Kinder) auch allein. Aber ich liebe ihn halt, und unser Familienleben ...

  3. Moderation
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    AW: Frauenrolle heute

    Zitat Zitat von Lady_in_waiting Beitrag anzeigen
    Ich frage jetzt mal ganz ketzerisch, warum die Teilzeit arbeitende Mutter das neue Bri- und Emanzipationsfeindbild zu sein scheint.
    Warum dir das so erscheint, kann ich dir jetzt auch nicht sagen.

    Zitat Zitat von Lady_in_waiting Beitrag anzeigen
    Wer Teilzeit arbeitet und das in einem Job, der bei Trennung/Scheidung Aufstockungsmöglichkeiten vorsieht, oder so qualifiziert ist, dass er einen Wechsel in eine Vollzeit-Position ermöglicht, handelt inwiefern fahrlässig?
    Wer einen solchen Job hat, ist in der gleichen angenehmen Position wie jemand, der von Haus aus Vermögen hat. Wenn Sorge nicht notwendig ist, kann notwendige Sorge auch nicht außer acht gelassen werden. Aber die meisten Leute habe dieses Privileg nicht. Selbst in meinem sehr plüschigen Job ist es nicht selbstverständlich, daß jemand, der Teilzeit macht, je wieder zurückkommen kann. Eine unzutreffende Grundannahme kann keine guten Ergebnisse bringen.

    Zitat Zitat von Lady_in_waiting Beitrag anzeigen
    wer (als Mann) für mehr als ein Kind Unterhalt zahlen muss, wird oft auch nicht großartig viel für private Vorsorge ansparen können...
    Der Denkfehler ist, daß die Frau, die den anderen Teil der Kinderkosten zahlt, und das für gewöhnlich aus einer schlechteren beruflichen Hintergrund heraus, in irgendeiner Form mithalten könnte in Sachen Rücklagen, sei es gesetzlich oder privat.

    Der Gesetzgeber hat gesagt, "solange ihr verheiratet seid, kriegt ihr Geld dafür, daß nur einer arbeitet, und wenn ihr euch trennt, bleibt der im Regen stehen." Das wäre... nicht nett, aber fair, wenn Männer und Frauen zu gleichen Teilen dieses vergiftete Bonbon annehmen würden. So ist es aber (noch?) nicht.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


  4. Registriert seit
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    AW: Frauenrolle heute

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Wer einen solchen Job hat, ist in der gleichen angenehmen Position wie jemand, der von Haus aus Vermögen hat. Wenn Sorge nicht notwendig ist, kann notwendige Sorge auch nicht außer acht gelassen werden. Aber die meisten Leute habe dieses Privileg nicht. Selbst in meinem sehr plüschigen Job ist es nicht selbstverständlich, daß jemand, der Teilzeit macht, je wieder zurückkommen kann. Eine unzutreffende Grundannahme kann keine guten Ergebnisse bringen.
    Da kann jeder nur von seinem Bereich sprechen, aber gerade in akademischen Jobs heißt es doch noch lange nicht "einmal Teilzeit, immer Teilzeit". Also, in der Zeit, in der ich bisher Teilzeit gearbeitet habe, wurde ich bisher fast in jedem Feedback Gespräch quasi angefleht, aufzustocken. Zwei Kolleginnen haben dies getan (eine nach der Scheidung). Auch in allen Vorstellungsgesprächen, die ich zu Teilzeit-Jobs hatte, wurde mehr oder weniger vorsichtig nachgebohrt, ob Vollzeit irgendwann wieder gewünscht wird. Vollzeit-Jobs sind ferner bei einem Wechsel in meiner Branche wesentlich einfacher zu finden, als Teilzeit.

    Der Denkfehler ist, daß die Frau, die den anderen Teil der Kinderkosten zahlt, und das für gewöhnlich aus einer schlechteren beruflichen Hintergrund heraus, in irgendeiner Form mithalten könnte in Sachen Rücklagen, sei es gesetzlich oder privat.
    Nö, aber wenn wir getrennt sind, dann wirtschaftet halt jeder für sich allein und dann habe ich gar nicht mehr den Anspruch, genauso viel zurücklegen zu können, wie mein Mann. Dann muss ich natürlich die Konsequenzen dafür tragen, dass ich weniger beruflichen Ehrgeiz hatte als er (aber bereits vor den Kindern). Trotzdem habe ich mir meinen Job so gewählt, dass ich davon leben und meine Rente davon finanziert werden kann. Wenn die Zeit, während der die Ehe existierte, aber über die Rente ausgeglichen wird, dann ist das doch schon mal relativ gerecht. Und vom höheren Gehalt des Gatten profitiere ich dann zumindest über den Rentenausgleich.

    Mir sind die Auswirkungen des neuen Unterhaltsrechts schon bewusst. Wie ein Vollzeit-Job und die schwierigen Betreuungszeiten in den Kitas nach einer Trennung miteinander vereinbart werden können, ist mir z. Bsp. ein Rätsel (ohne Unterstützung durch Großeltern, etc.). Aber aus der Angst vor einer Trennung heraus bereits jetzt, wo die Ehe funktioniert, die Zeit mit den Kindern zu reduzieren, würde ich für mich als Aktionismus empfinden. Wirklich wichtig ist mir jedoch die Anbindung an die Arbeitswelt, ein lückenloser Lebenslauf, nicht zu lange Elternzeiten (und auch während dieser selbständige Tätigkeiten, Fortbildungs-Stipendien), etc.

  5. Inaktiver User

    AW: Frauenrolle heute

    Wie seid Ihr jetzt eigentlich auf die TZ-Diskussion gekommen? Im EP ging es ja eher darum, warum Frauen den Hauptteil der Hausarbeit und Kinderbetreuung übernehmen.

  6. Moderation Avatar von maryquitecontrary
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    AW: Frauenrolle heute

    Noch mal zu Teilzeit: mit mehreren Kindern kann ich unter deutschen Verhältnissen (wie ich sie erinnere, kann sich ja auch alles sehr verändert haben) nicht sehen, wie man mit zweimal Vollzeit plus Haushalt auf Dauer ein balanciertes Familienleben haben kann, ohne sich komplett zu verausgaben.

    Hier in Skandinavien ist zweimal Vollzeit plus Kinder das propagierte Modell, aber da ist erstens auch die Infrastruktur drauf zugeschnitten, zweitens das Arbeitsleben oft entspannter und weniger verdichtet, und drittens wählen Familien nicht selten dennoch eine Vollzeit/Teilzeit-Kombination, weil es einfach besser hinkommt. Ein wichtiger Unterschied: deutlich mehr präsente Väter.

    Ich meine, man muß den Familien die subsidierte Möglichkeit geben, extra Renten anzusparen. Es kann nicht sein, dass Kinder entweder eine wahnsinnige Belastung (!) sein sollen oder zu Altersarmut führen, pointiert gesagt.

  7. Inaktiver User

    AW: Frauenrolle heute

    Wenn irgend möglich, würde ich das Modell präferieren, dass beide Partner mit reduzierter Stundenzahl arbeiten, solange die Kinder klein sind.

    Ganz ehrlich, wenn zwei Personen eine reguläre 40-Stunden Woche machen, zusätzlich Überstunden schieben und auch noch Fahrzeiten dazukommen, dann ist das doch der sicherste Weg in die totale Erschöpfung.

    Ich sehe auch nicht, was wirtschaftlich dagegen sprechen sollte. Früher sind viele Familien mit nur einem Einkommen ausgekommen, warum sollte es heute mit zwei 2/3 Stellen schlechter funktionieren? Zumal es sich ja um einen begrenzten Zeitraum handelt.

    Im Idealfall sollte Emanzipation das Leben doch für beide Seiten leichter machen. Die Idee, dass beide Partner die Nachteile beider Rollen kombinieren, finde ich nicht so verlockend.

  8. gesperrt
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    AW: Frauenrolle heute

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn irgend möglich, würde ich das Modell präferieren, dass beide Partner mit reduzierter Stundenzahl arbeiten, solange die Kinder klein sind.

    Ganz ehrlich, wenn zwei Personen eine reguläre 40-Stunden Woche machen, zusätzlich Überstunden schieben und auch noch Fahrzeiten dazukommen, dann ist das doch der sicherste Weg in die totale Erschöpfung.

    Ich sehe auch nicht, was wirtschaftlich dagegen sprechen sollte. Früher sind viele Familien mit nur einem Einkommen ausgekommen, warum sollte es heute mit zwei 2/3 Stellen schlechter funktionieren? Zumal es sich ja um einen begrenzten Zeitraum handelt.

    Im Idealfall sollte Emanzipation das Leben doch für beide Seiten leichter machen. Die Idee, dass beide Partner die Nachteile beider Rollen kombinieren, finde ich nicht so verlockend.
    Ich finde da sind die Firmen mehr gefragt.

    Ich wohne in einer Großstadt, arbeite in einem Konzern, Elternzeit bei Männern,.... ist alles normal geworden.

    Aber.... bei der Teilzeit wird sich immer noch schwer getan.
    Eigentlich ist bei Teilzeit nur eine Sachbearbeiterstelle möglich, erfahrungsgemäß ist die Aufgabenverteilung nicht glanzvoll.

    50:50 Stellen werden überhaupt nicht genutzt, die Führungskräfte sind eher genervt, weil sie gefühlt mehr Arbeit mit Teilzeit-Mitarbeitern haben,...

    Ich finds schrecklich unflexibel.

    Und die Zeiten mit einem Gehalt sind vorbei. Die Lebenshaltungskosten sind durch die Decke gegangen, man schaue sich nur die Mietpreise an.


  9. Registriert seit
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    AW: Frauenrolle heute

    Wir haben auch ein eher 50/50-Modell (ich arbeite aktuell 75%, mein Mann 85%) und fühlen uns damit überhaupt nicht in der Teilzeitfalle. Natürlich wird die gesetzliche Rente dadurch etwas niedriger - aber wir haben immer noch was übrig, um in private Vorsorge zu investieren. Und es sind ja auch nur ein paar Jahre, denn wir beide könnten fast von jetzt auf gleich auf 100% aufstocken.

    Wir teilen uns auch Haushalt und Kinder betreffende Aufgaben auf, wobei ich im Alltag etwas mehr mache, weil ich etwas weniger arbeite und deutlich geringere Fahrzeiten habe. Selbst bei gleicher Arbeitszeit würde ich alleine der Fahrzeitersparnis wegen mehr machen.

    Schade finde ich, dass eine solche Aufteilung tatsächlich in breiten Schichten der Gesellschaft noch ungewöhnlich ist. Der Chef meines Mannes hat es bis heute noch nicht kapiert, dass ich einen Job habe, der sogar besser bezahlt ist als der meines Mannes, und dass wir bei einer evtl. anstehenden Verlagerung des Firmenstandortes garantiert nicht mit Sack und Pack umziehen würden, sondern eher mein Mann nach einer verträglichen Pendellösung suchen oder sich einen neuen Job suchen würde. Sowas kommt im Weltbild dieses Chefs nicht vor. Seine studierte Frau hat damals wegen der Kinder aufgehört zu arbeiten und nie wieder angefangen.

    Meine männlichen Kollegen genießen es, dass ich nicht komisch gucke, wenn sie kurzfristig wegen des Kita-Streiks früher wegmüssen, weil sie ihre Frau zu Hause ablösen müssen, damit die dann an dem Tag noch zur Arbeit kann.
    Geändert von Tigerente (28.09.2015 um 18:08 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Frauenrolle heute

    Zitat Zitat von schnitte_85 Beitrag anzeigen
    Warum das jetzt in meinem kopf rumgeht? Unser lehrling in der firma plant eher früher als später vater zu werden. Seine freundin soll dann von ihrem gespartem leben und dann wieder arbeiten und sich selbst finanzieren + hh und kinder.

    Er ist Lehrling. Da muss er wohl noch was dazulernen
    Den muss man gnadenlos aufziehen den Stift. Hält er aus. Was meinst du, wenn der mal Chef wird in 30 Jahren mit dem Weltbild.

    Ist alles nur für sein bestes. Mit der Einstellung kommt er nämlich nicht weit.

    Wer Sprüche kloppt, hält auch Gegenwind aus, das ist unsere Devise in der Firma. Ich halte das auch für einigermaßen emanzipiert.

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