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  1. Inaktiver User

    AW: Frauenrolle heute

    Das deswegen weil die Frauen danach eben "nur noch" Ehefrau sind und sämtlichen Status (etwa Königin im Fall von Arwen) über den Status des Ehemannes beziehen, während die Männer auch noch andere Rollen haben.
    Das sehe ich überhaupt nicht so. Arwen hat Ihren Status unter denen, die sie kennen, als Heilerin, als Freundin der Menschen, die für Ihren Glauben an die Menschen sogar ihre Unsterblichkeit gibt, selbst errungen. Sie wird um ihrerselbst als Vorbild geliebt.

    Eowyn hat ihren Ruhm ebenfalls selbst auf dem Schlachtfeld verdient. Aus Statussicht ist nachdem sie den Nazgulherrscher besiegt und ihren Onkel rächt völlig schnuppe, ob sie danach noch geheiratet hat. Sie wird um ihrer Leistungen selbst respektiert.

    Was verbindest Du nur mit Ehe? Dadurch verliert man sich doch nicht und wird Anhängsel.

  2. Inaktiver User

    AW: Frauenrolle heute

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das sehe ich überhaupt nicht so. Arwen hat Ihren Status unter denen, die sie kennen, als Heilerin, als Freundin der Menschen, die für Ihren Glauben an die Menschen sogar ihre Unsterblichkeit gibt, selbst errungen. Sie wird um ihrerselbst als Vorbild geliebt.
    Doch nicht für ihren Glauben an die Menschen.
    Dafür, dass sie Aragorn heiraten darf.
    Eowyn hat ihren Ruhm ebenfalls selbst auf dem Schlachtfeld verdient. Aus Statussicht ist nachdem sie den Nazgulherrscher besiegt und ihren Onkel rächt völlig schnuppe, ob sie danach noch geheiratet hat. Sie wird um ihrer Leistungen selbst respektiert.
    Verschwindet aber danach von der politischen Bühne und ist nur noch "Frau von".
    Was verbindest Du nur mit Ehe? Dadurch verliert man sich doch nicht und wird Anhängsel.
    Wenn man parallel automatisch sämtliche "beruflichen" Chancen verliert (und zwar nicht, weil man die sowieso nicht wollte, sondern weil Ehe und Beruf eben für Frauen gar nicht geht, wie im Herrn der Ringe) schon.

  3. Inaktiver User

    AW: Frauenrolle heute

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen

    naja, es gibt ja auch Gilderoy Lockhart, Percy Weasley, der junge Malfoy (der am Schluss doch kein so böser Bube ist, wie er dachte), Crabbe und Goyle, Peter Pettigrew...

    Was es aber nicht gibt: Eine kämpferisch aktive Frau, jede aktive Frau in diesem Buch hat mindestens einen Mann über sich (McGonagall/Dumbledore) oder wird aufgrund des Status als Frau (teils auch von anderen Frauen!) gesondert behandelt (Ginny).
    Hermine kommt noch am nächsten an einen aktiven Part ran, aber auch hier: Sie kann das, was man aus Büchern lernen kann.
    Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, als Rollenbilder Frauen zu schaffen, die Ehe, Kind und Karriere unter einen Hut bringen; da Ehe, Kind und Karriere doch alte Konzepte sind aus alten Gesellschaftsbildern, die womöglihc ganz neu gestaltet werden müssen.
    Dann wäre das dochmal eine Idee für die Literatur.
    Aber ersetze Ehe durch Partnerschaft.
    Sorry, wenn ich Karriere nur haben kann, wenn ich dafür auf Kinder oder Partner verzichte, erscheint mir Karriere wenig attraktiv - und ungerecht erst Recht, da Männer schließlich alle 3 haben können.
    Bei Terry Pratchett gibt es eine, die Ehe, Kinder und Karriere unter einen Hut bringt, das ist Nanny Ogg.
    Stimmt.
    Sie "arbeitet" allerdings in einem sehr traditionellen Frauenberuf.
    Ich hätte eher Angua genommen als Beispiel - die hat zwar noch keine Kinder, aber einen Partner, und es wird mehrfach angedeutet dass das mit den Kindern noch kommen könnte.

    Und es gibt Polly Perks und das "monstrous regiment", wo sich Frauen in einer patriarchalischen Welt durchsetzen, inklusive unterschiedlicher Lebensmodelle.
    Indem sie sich als Männer verkleiden.....

  4. Inaktiver User

    AW: Frauenrolle heute

    Wenn man parallel automatisch sämtliche "beruflichen" Chancen verliert (und zwar nicht, weil man die sowieso nicht wollte, sondern weil Ehe und Beruf eben für Frauen gar nicht geht, wie im Herrn der Ringe) schon.
    Bennett: ich glaube Du konstruierst ein Problem, von dem man in Herr der Ringe nicht sicher sein kann, ob es das überhaupt gibt und das auch mit unserer jetzigen Gesellschaft nichts zu tun hat.

    Ehe und Beruf geht.

    Ehe und Kinder und Beruf auch, aber es ist eben anstrengend allen Ansprüchen dieser Tätigkeitsfelder gerecht zu werden.

    Inbesondere dann, wenn man es genauso gut oder gar besser machen will, als jmd, der sich auf eines dieser Dinge konzentriert.

    In dieser Ansprüche- und Perfektionismusthematik liegt das Problem. Und in der Rushhour des Lebens. Letztere trifft Frauen leider etwas mehr als Männer.

  5. gesperrt

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    AW: Frauenrolle heute

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hermine kommt noch am nächsten an einen aktiven Part ran, aber auch hier: Sie kann das, was man aus Büchern lernen kann.
    Oh, nicht nur. politischen Aktivismus lernt man kaum aus Büchern. Und Hermione war es auch, die Malfoy mal eins runtergehauen hat. Im Gegensatz zu den Jungs spart sie sich ihre kämpferische Seite eben für jene Gelegenheiten auf, wo es wirklich angebracht ist.^^


    Sorry, wenn ich Karriere nur haben kann, wenn ich dafür auf Kinder oder Partner verzichte, erscheint mir Karriere wenig attraktiv - und ungerecht erst Recht, da Männer schließlich alle 3 haben können.
    Es ist ja nicht so, dass Männer alle drei "haben" im Sinne von "erleben, erfahren" können. Männer, die ernsthaft Karriere betreiben, sehen ihre Familie so gut wie nie. Dass sie eine "haben"... nützt ihnen auch nichts. Was durchaus auch für den nicht karriereorientierten Allein-Finanzierer der Familie gilt, die Kinder sieht man vielleicht am Wochenende, aber wenig im täglichen Leben.

    Stimmt.
    Sie "arbeitet" allerdings in einem sehr traditionellen Frauenberuf.
    Nanny Ogg arbeitet nicht in Anführungszeichen. Sie arbeitet. Punkt.

    Ihr hoher Status ("tyrannische Matriarchin eines ausgedehnten Clans", schreibt Pratchett, wenn ich mich recht erinnere) kommt nicht von nichts. Und bei ihr scheinen eher die Ehemänner, unsicher an der Zahl und nie in Erscheinung tretend, die Anhängsel zu sein, in der Funktion auf Betthäschen beschränkt. Und was von ihrem Sexualleben angedeutet wird, so scheint das reichhaltig und abwechslungsreich zu sein. :-)

    Ich hätte eher Angua genommen als Beispiel - die hat zwar noch keine Kinder, aber einen Partner, und es wird mehrfach angedeutet dass das mit den Kindern noch kommen könnte.
    Ja dann wär eben die Frage, wie das dann gelöst werden würde... die Wiege in der Polizeiwache? Schade, wir werden's nie erfahren.


    Indem sie sich als Männer verkleiden.....
    Nur am Anfang. Am Schluss ist Polly Perks offiziell, als Frau, gleichzeitig Soldatin und Unteroffizierin. zwar mit "lächerlichem" Outfit mit Röckchen und Rüschen und so, aber von solchen Details lässt sie sich nicht abhalten.

    Und bei Pratchett gibt es natürlich noch die Zwerge, die Gender als Privatsache betrachten. Und Glenda Sugerbean, a working class lass, die sich nicht scheut, zum Patriarchen zu gehen und ihm zu widersprechen, und die erkennt, dass man aus dem "Krabbeneimer" rauskommen kann; dass man Regeln brechen kann; dass reine Frechheit (eine eher männlich konnotierte Qualität) oft gute Resultate bringt.

    Pratchett ist definitiv einer der grössten feministischen Autoren unserer Zeit. möge er in Frieden ruhen!

    gruss, barbara

  6. Inaktiver User

    AW: Frauenrolle heute

    Im Herr der Ringe sehe ich das auch unproblematisch, das Buch ist schließlich recht alt.

    In der heutigen Welt sehe ich das Problem schon: Es gibt, fiktiv und real, ZIG bekannte beruflich erfolgreiche Männer mit Partner und Kindern, aber so gut wie keine ebenso gestellten Frauen.

  7. User Info Menu

    AW: Frauenrolle heute

    Augen auf bei der Partnerwahl. Der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben mit Erfolg in den einzelnen Tätigkeitsfeldern ist ein Partner, der mitzieht und seine Rolle gleichberechtigt zur Frau sieht. Wenn die Kompetenzen traditionell verteilt werden, die Frau ihm also eine Hilfsarbeiterrolle bei Haushalt und Kind zuweist, geht das nach hinten los, genauso wie wenn dem Mann immer automatisch die Versorgerrolle zugedacht wird.

    Als meine Tochter einen Aufsatz über ein Vorbild schreiben sollte, fiel ihr nichts dazu ein, sie meint, ihre besten Vorbilder sind ihre Eltern.
    Allerdings ist unser Haushalt nicht besonders ordentlich. Nicht direkt schlampig, aber auch nicht perfekt. Da höre und sehe ich im Umfeld wesentlich mehr Perfektion. Ist mir aber egal, ich habe ein Leben zu leben.

    saphire
    Geändert von Saphire (07.03.2016 um 09:16 Uhr) Grund: Tippfehler

  8. Inaktiver User

    AW: Frauenrolle heute

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Oh, nicht nur. politischen Aktivismus lernt man kaum aus Büchern. Und Hermione war es auch, die Malfoy mal eins runtergehauen hat. Im Gegensatz zu den Jungs spart sie sich ihre kämpferische Seite eben für jene Gelegenheiten auf, wo es wirklich angebracht ist.^^
    Aber Besenfliegen kann sie z.B. nicht, vor dem Troll müssen die Jungs sie retten usw. usf.



    Es ist ja nicht so, dass Männer alle drei "haben" im Sinne von "erleben, erfahren" können. Männer, die ernsthaft Karriere betreiben, sehen ihre Familie so gut wie nie. Dass sie eine "haben"... nützt ihnen auch nichts. Was durchaus auch für den nicht karriereorientierten Allein-Finanzierer der Familie gilt, die Kinder sieht man vielleicht am Wochenende, aber wenig im täglichen Leben.
    Die Möglichkeit würde mir schon reichen als Vorbildrolle.
    Wie gesagt, als Serienausnahmevorbild gibt es da Olivia Benson oder Lady Mary Crawley - wobei letztere von den Umständen ein ziemlicher Sonderfall ist (englische Adelige um 1920) und erstere keine dauerhafte Partnerschaft auf die Reihe kriegt und ihr Kind adoptiert hat als es biologisch wohl schon zu spät war.

    Ihr langjähriger Partner hingegen, exakt derselbe Beruf, hat schon zu Beginn der Serie Frau und mehrere (!) Kinder.


    Nanny Ogg arbeitet nicht in Anführungszeichen. Sie arbeitet. Punkt.
    Die Anführungszeiten daher da sie als Hexe keinen Lohn oder Honorar bekommt.
    Ihr hoher Status ("tyrannische Matriarchin eines ausgedehnten Clans", schreibt Pratchett, wenn ich mich recht erinnere) kommt nicht von nichts. Und bei ihr scheinen eher die Ehemänner, unsicher an der Zahl und nie in Erscheinung tretend, die Anhängsel zu sein, in der Funktion auf Betthäschen beschränkt. Und was von ihrem Sexualleben angedeutet wird, so scheint das reichhaltig und abwechslungsreich zu sein. :-)
    Ja.

    Sie bleibt aber innerhalb der Rolle, die die dortige Gesellschaft für sie vorgesehen hat.
    Versteh' mich nicht falsch ich finde das ist eine tolle Figur.
    Ich hätte aber gerne mal eine Heldin der heutigen Gesellschaft, die auch Partner, Beruf und Kinder hat.






    Pratchett ist definitiv einer der grössten feministischen Autoren unserer Zeit. möge er in Frieden ruhen!

    Das stimmt allerdings.


    In welchem Band war Glenda Sugarbean? Die ist mir noch nicht begegnet.

  9. Inaktiver User

    AW: Frauenrolle heute

    Nachtrag:

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen


    Ja dann wär eben die Frage, wie das dann gelöst werden würde... die Wiege in der Polizeiwache? Schade, wir werden's nie erfahren.
    Die frage würde bei einem männlichen Polizisten niemand stellen.

  10. Inaktiver User

    AW: Frauenrolle heute

    Ich möchte zu bedenken geben, dass es auch bei Männern lange Zeit keine Rollenvorbilder gab, die Karriere und Kinder verbinden. Persönlich kenne ich einige Männer, die in der Wirtschaft Karriere machten, heute in den 60ern sind und es zutiefst bedauern, die Kindheit ihrer Kinder praktisch komplett verpasst zu haben. Und wenn sie es nicht selbst bedauern, bedauern es meist die Kinder. Der Prototyp ist Helmut Kohl, der sich einmal im Jahr mit seinen Söhnen im Urlaub fotografieren ließ, aber ansonsten seine Familie komplett für die Karriere zugrunde gerichtet hat.

    Dass die Popkultur meiner Generation (heute um die 40) tolle Rollen für Frauen bereit hält, finde ich schon. Buffy wurde schon genannt, Prinzessin Leia (wobei ich den neuen Film nicht gesehen hab - ist sie da zum Hausmütterchen mutiert?) oder auch Ellen Ripley, eine Kämpferin mit starken mütterlichen Anteilen. Das Alien selbst ist ja geradezu der Prototyp der für die Brut kämpfenden Mutter.

    Karriere-und-Kinder-Frauen als Rollenvorbild findet man inzwischen auch, wie Madonna, Sheryl Sandberg, Angelina Jolie. Um abseits der Superreichen etwas lebensnähere Rollenvorbilder zu finden, die spannende, ordentlich bezahlte Jobs haben und sich die Erziehungsarbeit von Anfang an mit den Männern teilen, bin ich einem Frauennetzwerk beigetreten. Kann ich jeder jungen Frau auf der Suche nach Rollenvorbildern nur raten.

    Ich find es übrigens super, dass es bei uns in den Kitas jetzt immer mehr Männer gibt. Meine Kinder dürfen auch Männer in der betreuenden, erziehenden Rolle kennen lernen, das war zu meiner Zeit noch fast undenkbar.

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