Das sehe ich überhaupt nicht so. Arwen hat Ihren Status unter denen, die sie kennen, als Heilerin, als Freundin der Menschen, die für Ihren Glauben an die Menschen sogar ihre Unsterblichkeit gibt, selbst errungen. Sie wird um ihrerselbst als Vorbild geliebt.Das deswegen weil die Frauen danach eben "nur noch" Ehefrau sind und sämtlichen Status (etwa Königin im Fall von Arwen) über den Status des Ehemannes beziehen, während die Männer auch noch andere Rollen haben.
Eowyn hat ihren Ruhm ebenfalls selbst auf dem Schlachtfeld verdient. Aus Statussicht ist nachdem sie den Nazgulherrscher besiegt und ihren Onkel rächt völlig schnuppe, ob sie danach noch geheiratet hat. Sie wird um ihrer Leistungen selbst respektiert.
Was verbindest Du nur mit Ehe? Dadurch verliert man sich doch nicht und wird Anhängsel.
Antworten
Ergebnis 91 bis 100 von 299
Thema: Frauenrolle heute
-
07.03.2016, 08:27Inaktiver User
AW: Frauenrolle heute
-
07.03.2016, 08:46Inaktiver User
AW: Frauenrolle heute
Doch nicht für ihren Glauben an die Menschen.
Dafür, dass sie Aragorn heiraten darf.
Verschwindet aber danach von der politischen Bühne und ist nur noch "Frau von".Eowyn hat ihren Ruhm ebenfalls selbst auf dem Schlachtfeld verdient. Aus Statussicht ist nachdem sie den Nazgulherrscher besiegt und ihren Onkel rächt völlig schnuppe, ob sie danach noch geheiratet hat. Sie wird um ihrer Leistungen selbst respektiert.
Wenn man parallel automatisch sämtliche "beruflichen" Chancen verliert (und zwar nicht, weil man die sowieso nicht wollte, sondern weil Ehe und Beruf eben für Frauen gar nicht geht, wie im Herrn der Ringe) schon.Was verbindest Du nur mit Ehe? Dadurch verliert man sich doch nicht und wird Anhängsel.
-
07.03.2016, 08:52Inaktiver User
AW: Frauenrolle heute
Was es aber nicht gibt: Eine kämpferisch aktive Frau, jede aktive Frau in diesem Buch hat mindestens einen Mann über sich (McGonagall/Dumbledore) oder wird aufgrund des Status als Frau (teils auch von anderen Frauen!) gesondert behandelt (Ginny).
Hermine kommt noch am nächsten an einen aktiven Part ran, aber auch hier: Sie kann das, was man aus Büchern lernen kann.
Dann wäre das dochmal eine Idee für die Literatur.Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, als Rollenbilder Frauen zu schaffen, die Ehe, Kind und Karriere unter einen Hut bringen; da Ehe, Kind und Karriere doch alte Konzepte sind aus alten Gesellschaftsbildern, die womöglihc ganz neu gestaltet werden müssen.
Aber ersetze Ehe durch Partnerschaft.
Sorry, wenn ich Karriere nur haben kann, wenn ich dafür auf Kinder oder Partner verzichte, erscheint mir Karriere wenig attraktiv - und ungerecht erst Recht, da Männer schließlich alle 3 haben können.
Stimmt.Bei Terry Pratchett gibt es eine, die Ehe, Kinder und Karriere unter einen Hut bringt, das ist Nanny Ogg.
Sie "arbeitet" allerdings in einem sehr traditionellen Frauenberuf.
Ich hätte eher Angua genommen als Beispiel - die hat zwar noch keine Kinder, aber einen Partner, und es wird mehrfach angedeutet dass das mit den Kindern noch kommen könnte.
Indem sie sich als Männer verkleiden.....Und es gibt Polly Perks und das "monstrous regiment", wo sich Frauen in einer patriarchalischen Welt durchsetzen, inklusive unterschiedlicher Lebensmodelle.
-
07.03.2016, 09:04Inaktiver User
AW: Frauenrolle heute
Bennett: ich glaube Du konstruierst ein Problem, von dem man in Herr der Ringe nicht sicher sein kann, ob es das überhaupt gibt und das auch mit unserer jetzigen Gesellschaft nichts zu tun hat.Wenn man parallel automatisch sämtliche "beruflichen" Chancen verliert (und zwar nicht, weil man die sowieso nicht wollte, sondern weil Ehe und Beruf eben für Frauen gar nicht geht, wie im Herrn der Ringe) schon.
Ehe und Beruf geht.
Ehe und Kinder und Beruf auch, aber es ist eben anstrengend allen Ansprüchen dieser Tätigkeitsfelder gerecht zu werden.
Inbesondere dann, wenn man es genauso gut oder gar besser machen will, als jmd, der sich auf eines dieser Dinge konzentriert.
In dieser Ansprüche- und Perfektionismusthematik liegt das Problem. Und in der Rushhour des Lebens. Letztere trifft Frauen leider etwas mehr als Männer.
-
07.03.2016, 09:15
AW: Frauenrolle heute
Oh, nicht nur. politischen Aktivismus lernt man kaum aus Büchern. Und Hermione war es auch, die Malfoy mal eins runtergehauen hat. Im Gegensatz zu den Jungs spart sie sich ihre kämpferische Seite eben für jene Gelegenheiten auf, wo es wirklich angebracht ist.^^
Es ist ja nicht so, dass Männer alle drei "haben" im Sinne von "erleben, erfahren" können. Männer, die ernsthaft Karriere betreiben, sehen ihre Familie so gut wie nie. Dass sie eine "haben"... nützt ihnen auch nichts. Was durchaus auch für den nicht karriereorientierten Allein-Finanzierer der Familie gilt, die Kinder sieht man vielleicht am Wochenende, aber wenig im täglichen Leben.Sorry, wenn ich Karriere nur haben kann, wenn ich dafür auf Kinder oder Partner verzichte, erscheint mir Karriere wenig attraktiv - und ungerecht erst Recht, da Männer schließlich alle 3 haben können.
Nanny Ogg arbeitet nicht in Anführungszeichen. Sie arbeitet. Punkt.Stimmt.
Sie "arbeitet" allerdings in einem sehr traditionellen Frauenberuf.
Ihr hoher Status ("tyrannische Matriarchin eines ausgedehnten Clans", schreibt Pratchett, wenn ich mich recht erinnere) kommt nicht von nichts. Und bei ihr scheinen eher die Ehemänner, unsicher an der Zahl und nie in Erscheinung tretend, die Anhängsel zu sein, in der Funktion auf Betthäschen beschränkt. Und was von ihrem Sexualleben angedeutet wird, so scheint das reichhaltig und abwechslungsreich zu sein. :-)
Ja dann wär eben die Frage, wie das dann gelöst werden würde... die Wiege in der Polizeiwache? Schade, wir werden's nie erfahren.Ich hätte eher Angua genommen als Beispiel - die hat zwar noch keine Kinder, aber einen Partner, und es wird mehrfach angedeutet dass das mit den Kindern noch kommen könnte.
Nur am Anfang. Am Schluss ist Polly Perks offiziell, als Frau, gleichzeitig Soldatin und Unteroffizierin. zwar mit "lächerlichem" Outfit mit Röckchen und Rüschen und so, aber von solchen Details lässt sie sich nicht abhalten.Indem sie sich als Männer verkleiden.....
Und bei Pratchett gibt es natürlich noch die Zwerge, die Gender als Privatsache betrachten. Und Glenda Sugerbean, a working class lass, die sich nicht scheut, zum Patriarchen zu gehen und ihm zu widersprechen, und die erkennt, dass man aus dem "Krabbeneimer" rauskommen kann; dass man Regeln brechen kann; dass reine Frechheit (eine eher männlich konnotierte Qualität) oft gute Resultate bringt.
Pratchett ist definitiv einer der grössten feministischen Autoren unserer Zeit. möge er in Frieden ruhen!
gruss, barbara
-
07.03.2016, 09:17Inaktiver User
AW: Frauenrolle heute
Im Herr der Ringe sehe ich das auch unproblematisch, das Buch ist schließlich recht alt.
In der heutigen Welt sehe ich das Problem schon: Es gibt, fiktiv und real, ZIG bekannte beruflich erfolgreiche Männer mit Partner und Kindern, aber so gut wie keine ebenso gestellten Frauen.
-
07.03.2016, 09:18
AW: Frauenrolle heute
Augen auf bei der Partnerwahl. Der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben mit Erfolg in den einzelnen Tätigkeitsfeldern ist ein Partner, der mitzieht und seine Rolle gleichberechtigt zur Frau sieht. Wenn die Kompetenzen traditionell verteilt werden, die Frau ihm also eine Hilfsarbeiterrolle bei Haushalt und Kind zuweist, geht das nach hinten los, genauso wie wenn dem Mann immer automatisch die Versorgerrolle zugedacht wird.
Als meine Tochter einen Aufsatz über ein Vorbild schreiben sollte, fiel ihr nichts dazu ein, sie meint, ihre besten Vorbilder sind ihre Eltern.
Allerdings ist unser Haushalt nicht besonders ordentlich. Nicht direkt schlampig, aber auch nicht perfekt. Da höre und sehe ich im Umfeld wesentlich mehr Perfektion. Ist mir aber egal, ich habe ein Leben zu leben.
saphireGeändert von Saphire (07.03.2016 um 09:16 Uhr) Grund: Tippfehler
-
07.03.2016, 09:26Inaktiver User
AW: Frauenrolle heute
Aber Besenfliegen kann sie z.B. nicht, vor dem Troll müssen die Jungs sie retten usw. usf.
Die Möglichkeit würde mir schon reichen als Vorbildrolle.Es ist ja nicht so, dass Männer alle drei "haben" im Sinne von "erleben, erfahren" können. Männer, die ernsthaft Karriere betreiben, sehen ihre Familie so gut wie nie. Dass sie eine "haben"... nützt ihnen auch nichts. Was durchaus auch für den nicht karriereorientierten Allein-Finanzierer der Familie gilt, die Kinder sieht man vielleicht am Wochenende, aber wenig im täglichen Leben.
Wie gesagt, als Serienausnahmevorbild gibt es da Olivia Benson oder Lady Mary Crawley - wobei letztere von den Umständen ein ziemlicher Sonderfall ist (englische Adelige um 1920) und erstere keine dauerhafte Partnerschaft auf die Reihe kriegt und ihr Kind adoptiert hat als es biologisch wohl schon zu spät war.
Ihr langjähriger Partner hingegen, exakt derselbe Beruf, hat schon zu Beginn der Serie Frau und mehrere (!) Kinder.
Die Anführungszeiten daher da sie als Hexe keinen Lohn oder Honorar bekommt.
Nanny Ogg arbeitet nicht in Anführungszeichen. Sie arbeitet. Punkt.
Ja.Ihr hoher Status ("tyrannische Matriarchin eines ausgedehnten Clans", schreibt Pratchett, wenn ich mich recht erinnere) kommt nicht von nichts. Und bei ihr scheinen eher die Ehemänner, unsicher an der Zahl und nie in Erscheinung tretend, die Anhängsel zu sein, in der Funktion auf Betthäschen beschränkt. Und was von ihrem Sexualleben angedeutet wird, so scheint das reichhaltig und abwechslungsreich zu sein. :-)
Sie bleibt aber innerhalb der Rolle, die die dortige Gesellschaft für sie vorgesehen hat.
Versteh' mich nicht falsch ich finde das ist eine tolle Figur.
Ich hätte aber gerne mal eine Heldin der heutigen Gesellschaft, die auch Partner, Beruf und Kinder hat.
Pratchett ist definitiv einer der grössten feministischen Autoren unserer Zeit. möge er in Frieden ruhen!
Das stimmt allerdings.
In welchem Band war Glenda Sugarbean? Die ist mir noch nicht begegnet.
-
07.03.2016, 09:28Inaktiver User
-
07.03.2016, 09:31Inaktiver User
AW: Frauenrolle heute
Ich möchte zu bedenken geben, dass es auch bei Männern lange Zeit keine Rollenvorbilder gab, die Karriere und Kinder verbinden. Persönlich kenne ich einige Männer, die in der Wirtschaft Karriere machten, heute in den 60ern sind und es zutiefst bedauern, die Kindheit ihrer Kinder praktisch komplett verpasst zu haben. Und wenn sie es nicht selbst bedauern, bedauern es meist die Kinder. Der Prototyp ist Helmut Kohl, der sich einmal im Jahr mit seinen Söhnen im Urlaub fotografieren ließ, aber ansonsten seine Familie komplett für die Karriere zugrunde gerichtet hat.
Dass die Popkultur meiner Generation (heute um die 40) tolle Rollen für Frauen bereit hält, finde ich schon. Buffy wurde schon genannt, Prinzessin Leia (wobei ich den neuen Film nicht gesehen hab - ist sie da zum Hausmütterchen mutiert?) oder auch Ellen Ripley, eine Kämpferin mit starken mütterlichen Anteilen. Das Alien selbst ist ja geradezu der Prototyp der für die Brut kämpfenden Mutter.
Karriere-und-Kinder-Frauen als Rollenvorbild findet man inzwischen auch, wie Madonna, Sheryl Sandberg, Angelina Jolie. Um abseits der Superreichen etwas lebensnähere Rollenvorbilder zu finden, die spannende, ordentlich bezahlte Jobs haben und sich die Erziehungsarbeit von Anfang an mit den Männern teilen, bin ich einem Frauennetzwerk beigetreten. Kann ich jeder jungen Frau auf der Suche nach Rollenvorbildern nur raten.
Ich find es übrigens super, dass es bei uns in den Kitas jetzt immer mehr Männer gibt. Meine Kinder dürfen auch Männer in der betreuenden, erziehenden Rolle kennen lernen, das war zu meiner Zeit noch fast undenkbar.


Zitieren
