Antworten
Seite 1 von 17 12311 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 166
  1. User Info Menu

    Ist Haarentfernung "unfeministisch"?

    Hi, ihr Lieben!
    Mich interessiert grade die Meinung einer größeren Stichprobe zu etwas und ich weiß nicht so recht, wo hin damit, also versuch ich's mal hier!

    Eine meiner Freundinnen hat beschlossen, sich die Beine und Schamhaare nicht mehr zu entfernen oder zu kürzen - wie sie sagt, um sich dem gesellschaftlichen Druck nicht mehr zu beugen. Nun ist es aber so, dass sie sich nur bedingt wohlfühlt mit ihrer neuen Haarpracht Der Sommer steht vor der Tür und sie scheut sich, in kurzen Hosen rauszugehen. Auch von ihrem eigenen Freund ernetet sie eher negatives Feedback und auf meine Frage, ob sie sich denn selbst schön finde, meinte sie, es würde ihr nur phasenweise gefallen, sie wolle sich aber nach und nach dazu zwingen, es schön zu finden...

    Nun meine Frage: Haltet ihr es für sinnvoll, etwas an eurem Äußeren zu ändern, mit dem ihr euch selbst nicht wohlfühlt, quasi nur um "der Gesellschaft" den sprichwörtlichen Stinkefinger zu zeigen?

    Ich selbst würde mich durchaus als Feministin bezeichnen, sehe die Hauptprobleme unserer Gesellschaft aber eher nicht bei Fragen der Körperbehaarung. Wenn es um Magerwahn, High-heels und übertriebene Schminke geht, halte ich mich wohl auch abseits des Mainstreams - aber fühle mich pudelwohl dabei! Ich denke, wenn man sich dessen bewusst ist, dass gewisse Schönheitsideale einem von außen her übergestülpt wurden, kann man noch immer entscheiden, ob man sich dagegen aufleht oder eben nicht, je nach eigenem Geschmack. Und gewisse Dinge sitzen eben so tief, dass ich persönlich nicht Tag für Tag in einem Zustand herumlaufen möchte, der mir selbst zuwider ist, nur um "anti" zu sein.
    Beispielsweise erwartet man von Frauen eher lange Haare - ich habe zufällig welche und mag sie echt gerne und würde mir nie den Kopf rasieren, nur um ein sozio-politisches Statement zu setzen. Ähnliches mit Beinhaaren - gefällt mir an mir nicht, spürt sich doof an, will ich nicht. Dass das zumindest zum Teil so ist, weil ich eben in dieser Kultur aufgewachsen bin und von klein auf "pro Kopfhaare, anti Körperhaare" vorgebetet bekommen habe, ist mir bewusst - ändert aber nix daran, wie ich mich persönlich damit fühle.

    Was sagt ihr dazu? Findet ihr diese Art von gesellschaftlicher Konformität per se doof? Ist es euch egal? Hat die individuelle Entscheidung über die eigene Körperbehaarung überhaupt irgendwas mit Feminismus zu tun??

    Bin gespannt auf eure Antworten!
    lg Radisi
    Du bist ein lebender Mensch, eine Frau, und kannst irren und zweifeln und gut sein. (Erich Fried)

  2. User Info Menu

    AW: Ist Haarentfernung "unfeministisch"?

    Für mich ist die Entscheidung für oder gegen Körperbehaarung eine persönliche Entscheidung- und sich um des Feminimus willen ständig unwohl zu fühlen, kanns ja nun auch nicht sein. Fühlt sich für mich irgendwie "falsch verstanden" an.

  3. Moderation

    User Info Menu

    AW: Ist Haarentfernung "unfeministisch"?

    Ohne die Einwirkung von Medien und Gesellschaft in Abrede zu stellen, so gehören meine Beine, Achseln und sonstige Haarzonen mir alleine, und sind keine politische Plakatwand, weder in die eine noch in die andere Richtung. Ich rasiere mich, wie es für mich passt. Meine feministische Haltung mache ich an anderen Dingen fest.

  4. Inaktiver User

    AW: Ist Haarentfernung "unfeministisch"?

    Ich finde es seltsam mir die Haare nicht zu entfernen um gesellschaftlichem Druck auszuweichen wie ich es merkwuerdig finde, Haare zu entfernen um gesellschaftlichem Druck nachzugenen. Ich zum Beispiel bin freudiger Epilierer meiner Bein- und Achselhaare, das macht mir nichts aus, tut mir nicht weh und fuehlt sich besser an. Ich kann meiner Schambehaarung nicht zu leibe ruecken, das juckt, wird rot, und ist einfach unangenehm - keine Ahnung wieso, vielleicht eine Allergie? Jedenfalls funktioniert: nichts. Also bleiben diese Haare wo sie sind, und wer Haare in dem Bereich nicht leiden kann und sich glatt rasiert wuenscht, der ist bei mir eben falsch. Weder kaeme ich auf die Idee, Haare zu entfernen wenn ich damit leiden muss, noch auf die, Haare dran zu lassen, wenn ich das nicht mag.

    Emanzipation bedeutet auch, mal dem Feminismus und dem feministischen Druck den Stinkefinger zeigen zu koennen. feministischer Druck ist naemlich auch nichts anderes als gesellschaftlicher Druck. Es ist nur eben eine andere Gesellschaft deren Habitud anerkannt werden soll.

  5. Inaktiver User

    AW: Ist Haarentfernung "unfeministisch"?

    Ich frage mich, was das mit Feminismus zu tun hat. Noch in den 80ern hat sich kaum eine Frau rasiert (siehe die Achselbehaarung von Nena und frühe Playboyfotos von Madonna), höchstens mal die Beine. Da hätte aber niemand behauptet, dass das feministische Gründe hat, das war schlichtweg ein natürlicher Körper.

  6. User Info Menu

    AW: Ist Haarentfernung "unfeministisch"?

    Cool, ihr seid ja flott!
    Ich bin da voll eurer Meinung, insbesondere Cheerful sagt es sehr schön:
    Emanzipation bedeutet auch, mal dem Feminismus und dem feministischen Druck den Stinkefinger zeigen zu koennen. feministischer Druck ist naemlich auch nichts anderes als gesellschaftlicher Druck.
    Kenne aber einige Leute, die sich mit ebensolchen falsch verstandenen Ideologien selbst das Leben schwermachen, die z.B. in offenen Beziehungen leben, nur weil es gegen die Norm ist, sie aber selbst unglücklich macht... Kann ich - genau wie die Haar-Geschichte - nicht so ganz nachvollziehen.

    Was für einen Sinn macht es, sich selbst zu quälen, über seine eigenen Wohlfühl-Grenzen zu gehen, nur um krampfhaft Widerstand zu leisten? Nicht, dass man die Notwendigkeit gewisser Handlungen und Konsumgüter des gesellschaftlichen Mainstreams nicht kritisch hinterfragen sollte, aber alles hat Grenzen. Ich bin ja kein Märtyrer oder Masochistin, der Welt ist nicht mehr gedient, wenn es mir mies geht!

    Freu mich über mehr Meinungen
    Du bist ein lebender Mensch, eine Frau, und kannst irren und zweifeln und gut sein. (Erich Fried)

  7. Inaktiver User

    AW: Ist Haarentfernung "unfeministisch"?

    Zitat Zitat von Radisi Beitrag anzeigen
    Was für einen Sinn macht es, sich selbst zu quälen, über seine eigenen Wohlfühl-Grenzen zu gehen, nur um krampfhaft Widerstand zu leisten? Nicht, dass man die Notwendigkeit gewisser Handlungen und Konsumgüter des gesellschaftlichen Mainstreams nicht kritisch hinterfragen sollte, aber alles hat Grenzen. Ich bin ja kein Märtyrer oder Masochistin, der Welt ist nicht mehr gedient, wenn es mir mies geht!
    Ich halte das für eine reine Geschmacksache, soll jeder enthaaren, soviel er will.

    Allerdings finde ich Deine Wortwahl - "Quälerei", "ist mir zuwider", "geht mir mies" - schon auffallend und ein wenig übertrieben in Bezug auf den Sachverhalt.

  8. Inaktiver User

    AW: Ist Haarentfernung "unfeministisch"?

    haarentfernung und die meisten anderen kosmetischen prozeduren werden m.e. aus feministischer sicht dann zum problem, wenn sie fremdbestimmt sind und/oder körperliche probleme bereiten.

    wenn das bei deiner freundin der fall wäre, müsste sie jetzt mit der behaarung doch auch irgendeinen gegenwert haben zum kopfschütteln der anderen?

    ansonsten kann ich nur den kopf schütteln, in so ein thema so viel energie zu stecken. aus feministischer sicht gäbe es viel wichtigere baustellen, finde ich.

  9. User Info Menu

    AW: Ist Haarentfernung "unfeministisch"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich frage mich, was das mit Feminismus zu tun hat. Noch in den 80ern hat sich kaum eine Frau rasiert (siehe die Achselbehaarung von Nena und frühe Playboyfotos von Madonna), höchstens mal die Beine. Da hätte aber niemand behauptet, dass das feministische Gründe hat, das war schlichtweg ein natürlicher Körper.
    Nun ja, manch eine(r) argumentiert, dass man sich als Frau dem gängigen - bisweilen unrealistischen - Schönheitsideal (schlank, fit, haarlos, cellulitefrei etc.) nicht unhinterfragt beugen sollte. Schon garnicht zu dem Zwecke, Männern zu gefallen Auch den Zugang kann ich verstehen, muss aber nicht alles davon mitmachen... In den 80ern war das Schönheitsideal eben ein anderes (hab ich mir sagen lassen... hatte da noch extrem stylisch Windelhosen an ).
    Du bist ein lebender Mensch, eine Frau, und kannst irren und zweifeln und gut sein. (Erich Fried)

  10. Inaktiver User

    AW: Ist Haarentfernung "unfeministisch"?

    Zitat Zitat von Radisi Beitrag anzeigen
    Nun ja, manch eine(r) argumentiert, dass man sich als Frau dem gängigen - bisweilen unrealistischen - Schönheitsideal (schlank, fit, haarlos, cellulitefrei etc.) nicht unhinterfragt beugen sollte. Schon garnicht zu dem Zwecke, Männern zu gefallen Auch den Zugang kann ich verstehen, muss aber nicht alles davon mitmachen... In den 80ern war das Schönheitsideal eben ein anderes (hab ich mir sagen lassen... hatte da noch extrem stylisch Windelhosen an ).
    Eben nicht, es war ja kein Schönheitsideal, bewusst Körperbehaarung zu haben. Die Haare waren einfach da.

Antworten
Seite 1 von 17 12311 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •