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26.11.2013, 11:11Inaktiver User
AW: Rueckschritt marsch fuer die Frauenbewegung
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26.11.2013, 11:12Inaktiver User
AW: Rueckschritt marsch fuer die Frauenbewegung
Die Hoch-Zeit der Frauenbewegung waren die Siebzigerjahre des letzten Jahrhunderts. Damals waren die Verhältnisse noch anders, die Thesen vieler Protagonistinnen wie Alice Schwarzer klangen teilweise ziemlich schablonenhaft.
Männer wurden als Frauenunterdrücker gesehen, das Patriarchat musste mit allen Mitteln bekämpft werden (es gab damals wirklich noch einen sehr ausgeprägten Machismo).
Damals passte diese Vorgehensweise, heute ist sie naturgemäß überholt.
In der Zwischenzeit stellte sich auch heraus, wo Schwarzer und Konsorten irrten: Es ist keineswegs so, dass das Gros der Frauen in Führungspositionen drängt, so bald sie die Möglichkeit dazu haben. Natürlich gibt es in vielen Bereichen so etwas wie die "gläserne Decke", aber oft sind es auch die Frauen selbst, die dieses Leben nicht führen wollen.
Noch ein zweiter Aspekt scheint mir sehr wichtig: Für Männer lohnt es sich viel mehr, Karriere zu machen. Sie erwerben damit Geld und Status, Anerkennung von Männern wie Frauen und haben eine größere Auswahl bei potentiellen Partnerinnen.
Bei "Karriere-Frauen" sieht das anders aus: Sie bekommen zwar auch Geld und Status, aber im Privatleben ist das kein Vorteil. Viele Männer haben eher Angst vor solchen Frauen, und von ihresgleichen werden sie gemobbt. Bei der Partnerwahl ist das auch nicht unbedingt ein Vorteil, denn Partnerschaften mit statusmässig "niedrigeren" Männern mit geringerem Einkommen bieten oft Konfliktstoff. (In der DDR war das anscheinend anders).
Was die Hausarbeit betrifft, denke ich, dass das Thema überbewertet wird. In Frankreich arbeiten viele Frauen mit mehreren Kindern, das heisst aber nicht, dass der Mann statt dessen putzen muss - man nimmt sich eben Personal. Wenn beide gut verdienen, dürfte das kein Problem sein.
Gäbe es eine bessere öffentliche Kinderbetreuung und weniger Vorurteile dagegen (wie in anderen Ländern), würde auch viel Druck rausgenommen.
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26.11.2013, 11:18Inaktiver User
AW: Rueckschritt marsch fuer die Frauenbewegung
Diese Umfrage hatte "Vorwerk" gestartet. Das ist ein Hersteller von Hausarbeitsgeräten.
Was erwartet Ihr?
Wie sähe es wohl aus, wenn der "Playboy" diese Umfrage gestaltet hätte?
Dann wünschten sich 48% der Frauen Kunst-Titten, 78% der Männer hätten gerne 2 x täglich Sex und alle wären bereit, luststeigernde Pillen zu schlotzen, wenn "ES" nicht mehr funktioniert.
Dann würdet Ihr darüber diskutieren? Wir haben hier in Deutschland eine riesige Vielfalt, und das ist toll. Und hier kann jede/r, wie er/sie mag.
Bei einem funktioniert es besser, bei einem anderen schlechter.
Und jetzt?
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26.11.2013, 11:29
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26.11.2013, 11:48
AW: Rueckschritt marsch fuer die Frauenbewegung
A) Stimmt das nicht für weite Teile der Bevölkerung
B) Wenn es für viele stimmt, kommt das nicht von ungefähr.
Bei Umfragen frage ich mich immer, in wessen Interesse und in welcher Zeit sie gemacht wurden. Momentan halte ich z.B. das Betreuungsgeld für einen Faktor, der die Meinung in eine Richtung lenken könnte.
Inzwischen gibt's ja längere Erfahrung mit der Berufstätigkeit von Frauen mit Kindern.
Und da macht es einen Unterschied, ob eine Rechtsanwältin trotz kleiner Kinder gerne weiter arbeiten gehen möchte oder ob es eine Frau ist, die dafür von 8 bis 18 Uhr Pakete einräumt, sich die Beine in den Bauch steht oder den ganzen Tag lang Waren an die Kasse schiebt.
Solche "kleinen" Unterschiede werden oft in Umfragen nicht berücksichtigt.*
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26.11.2013, 12:02
AW: Rueckschritt marsch fuer die Frauenbewegung
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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26.11.2013, 12:08
AW: Rueckschritt marsch fuer die Frauenbewegung
Hmmm, du unterstellst, dass alle Rechtsanwältinnen ihre Arbeit aus reinem Vergnügen machen und alle Putzfrauen lieber heute als morgen ihren Job aufgeben würden wenn sie es sich nur leisten könnten? Das glaube ich so vereinfacht nicht.
Und generell ist es eben immer alles nicht ganz einfach. Die simple Erkenntnis all dieser Diskussionen ist doch immer: man kann nicht alles haben. Auch wenn es jeden Menge Wahlmöglichkeiten gibt, am Ende wird man Proritäten setzen und Kompromisse eingehen müssen.Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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26.11.2013, 12:18Inaktiver User
AW: Rueckschritt marsch fuer die Frauenbewegung
Ein bisschen mehr Vertrauen in Statistik waere manchmal schoen (sagt eine, die mit Stats arbeitet). Ein Sample was nur Rechtsanwaeltinnen, nur Putzfrauen oder nur Studentinnnen haette, waere nicht represaentativ. Statistik funktioniert nur, wenn eine zufaellige Auswahl aus allen Bevoelkerungsgrupen zu Grunde liegt. Daher wird darauf geachtet, dass es so ist. Jede statistische Berechnung beinhaltet die Berechnung des sogenannten "standard error of the mean" - bedeutet eine Berechnung wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass es sich bei den Ergebnissen um Zufaelle handelt, und nicht um ein wirkliches, belastbares Ergebnis.
Was das "es kommt immer drauf an, wer die Studie in Auftrag gibt" angeht - nein, kommt es nicht. Das sind mathematische Berechnungen, und Allensbach ist ein hochserioeses Institut. Der Auftraggeber kann die Ergebnisse anders interpretieren als es die Wissenschaftler tun (Beispiel dafuer war letztens der Armutsbericht fuer die Bundesregierung), das aendert aber nichts an den Zahlen.
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26.11.2013, 12:28Inaktiver User
AW: Rueckschritt marsch fuer die Frauenbewegung
Es kommt sehr wohl auf den Auftraggeber an, denn die reinen Zahlen sagen nichts über die Fragestellungen - und die Art, wie Fragen gestellt werden, lenken eine Untersuchung in eine bestimmte Richtung. Warum sonst sind so viele Studien nicht das Papier wert, auf dem sie stehen?
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26.11.2013, 12:28Inaktiver User



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