+ Antworten
Seite 2 von 175 ErsteErste 12341252102 ... LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 1742
  1. Inaktiver User

    AW: Rueckschritt marsch fuer die Frauenbewegung

    Also, ich habe keine Kinder, aber wenn ich welche hätte, würde ich auch lieber mehr Zeit mit ihnen und weniger im Job verbringen.
    Und ich habe auch ohne Kinder nur "kleine" Karriere gemacht, weil ich schlicht keinen Bock hatte, meinen Job (der mir viel Spaß macht), mein Leben bestimmen zu lassen - einfach, weil mir mein Privatleben dann doch noch wichtiger ist.
    Fazit: Das Geld muss reichen, der Job sollte Spaß machen. Große Verwerfungen für mein Privatleben sollte er aber nicht bringen.
    Und ich schätze, ganz viele Frauen sehen das so, weil die Gesellschaft sich ändert und das Verhältnis zu Leistung auch.
    Und wenn dann jemand meint, die Hausarbeit besser zu machen als der Mann ... ja, mei ... jeder nach seiner Fasson.

  2. Inaktiver User

    AW: Rueckschritt marsch fuer die Frauenbewegung

    Ruby:

    Zitat Zitat von Sprachlos Beitrag anzeigen

    Eine andere Frage ist ja die nach dem Kürzertreten für Kinder. Und da erlebe ich gerade wieder im Umkreis, dass die Frauen das wollen!
    Ich hab bei dem "Wollen" ein bisschen meine Zweifel und im Bekanntenkreis gerade zwei Faelle, die bei den Kindern bleiben "wollen" weil sie a) keine andere Chance haben, heisst, im Job einfach nicht weiterkommen, b) keine andere Wahl haben, heisst keine andere Kinderbetreuung haben. das aber ist kein "Wollen". Aber es sind Einzelbeispiele und nicht repraesentativ, also lass ich das mal beiseite.

    Problematisch finde ich die Kiste aber dann, wenn Frau zu hause bleibt, Mann Geld ranschafft, und die Ehe nach ein paar Jahren aus welchen Gruenden auch immer scheitert, und Frau vor dem nix steht: keine Berufserfahrung / zu lange aus dem Job draussen, kein Job im alten Beruf, und der Zwang "unter Wert" zu arbeiten, wenn sie denn was findet. Weniger Rente, etc (und daran wird auch die Muetterrente nichts aendern). "Ehe" im traditionellen Muster gelebt bedeutete eben: Du kriegst meine Kinder und versorgst mein Heim, ich schaffe die Kohle ran und zwar bis ans Lebensende, und falls ich irgendwann ein paar juengere Beine huebscher finde, dann entbindet mich das nicht von meinen Verpflichtungen dir als Mutter meiner Kinder gegenueber.

    Jeder soll das Modell leben wie er mag, kein Thema. Solange wir nicht wieder dahin kommen, dass Maedchen gesagt wird, sie heirateten eh und Gymnasium sei nicht noetig. Nur es kann doch nicht sein, dass Frauen dabei das volle Risiko tragen.

  3. Inaktiver User

    AW: Rueckschritt marsch fuer die Frauenbewegung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nur gibt es in einer Paarbeziehung Bereiche, die mag Frau nicht gerne machen, die dann der Mann übernimmt. Das wird komischerweise aber nie richtig diskutiert oder abgewertet oder zur Hausarbeit dazugezählt weil es ja angeblich zum Vergnügen des Mannes dazugehört.
    Meinst du sowas wie handwerkliche Arbeiten und Gartenarbeiten? Es gibt durchaus Männer, die das gerne machen. Es gibt sogar Frauen, die das gerne machen (ich z. B.). Wenn ich die Wahl zwischen diesen Arbeiten und Hausarbeiten habe, überlege ich nicht 2 x. Deshalb käme die "traditionelle" Rollenverteilung für mich auch nicht infrage. Teilen ja. Aber Haushalt ich, Spaß er - nein danke. Ich würde das allerdings auch von Anfang an so kommunizieren.

  4. Inaktiver User

    AW: Rueckschritt marsch fuer die Frauenbewegung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Also, ich habe keine Kinder, aber wenn ich welche hätte, würde ich auch lieber mehr Zeit mit ihnen und weniger im Job verbringen.
    Und ich habe auch ohne Kinder nur "kleine" Karriere gemacht, weil ich schlicht keinen Bock hatte, meinen Job (der mir viel Spaß macht), mein Leben bestimmen zu lassen - einfach, weil mir mein Privatleben dann doch noch wichtiger ist.
    ich drueck mich manchmal unklar aus, sorry …. wenn ich "Karierre" schreibe, dann meine ich das im angelsaechsischen Sinn, wo "Career" nicht die ganz grosse Sandberg-Mayers-Vorstandsvorsitzende-Karriere ist, sondern einfach den peruflichen Lebensweg bezeichnet. Auch eine Arzthelferin hat eine "Karierre" im Sinne von Beruf. Und das zu haben und eben nicht auszusetzen mit allen Folgen: weniger Rente, Schwierigkeiten wieder in den Job einzusteigen, etc, das sehe ich schon als wichtig an...

    Ich muss da wirklich mehr drauf achten, sorry

  5. Avatar von Sprachlos
    Registriert seit
    20.05.2005
    Beiträge
    7.502

    AW: Rueckschritt marsch fuer die Frauenbewegung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich hab bei dem "Wollen" ein bisschen meine Zweifel und im Bekanntenkreis gerade zwei Faelle, die bei den Kindern bleiben "wollen" weil sie a) keine andere Chance haben, heisst, im Job einfach nicht weiterkommen, b) keine andere Wahl haben, heisst keine andere Kinderbetreuung haben. das aber ist kein "Wollen". Aber es sind Einzelbeispiele und nicht repraesentativ, also lass ich das mal beiseite.
    Bei meinen Beispielen sind die Frauen nach der Kleinstkindphase (i.d.R. 1 Jahr) wieder in den Job eingestiegen, das ist in meinem Umfeld schon in der 2.Generation das Regelmodell (ich muss nicht extra erwähnen, dass es sich um Ostdeutschland handelt ). Die Frauen haben auch studiert und die Männer ziehen sich auch nicht aus der Verantwortung, aber die Frauen treten bewusst und gewollt kürzer.
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

    Nimm dich selbst wahr, und wo du dich findest, da lass dich.(Meister Eckhart)


  6. Registriert seit
    02.05.2012
    Beiträge
    1.923

    AW: Rueckschritt marsch fuer die Frauenbewegung

    Manchmal lehrt einen auch schlicht die Realität, was von den selbstverwirklichenden Plänen aus jungen Tagen tatsächlich auch lebbar ist.

    2 Beispiele aus meinem direkten Umfeld: 2 Frauen, die beide zeitgleich zur Abteilungsleitung ernannt worden waren, kurz, bevor sie schwanger wurden.

    Beispiel 1: Ehemann langjähriger Abteilungsleiter im gleichen Unternehmen. Sie ohne wirkliche Karriereambitionen, aber trotzdem stolz, dass man "endlich auch an sie gedacht hätte". Als das Kind dann da war, verzichtete sie freiwillig auf die Leitungsposition und arbeitet seitdem Teilzeit.

    Beispiel 2: Ehemann Geringverdiener. Sie ist stark in die Familie eingebunden und hat sich für eine Immobilie aufgrund von bestimmten familiären Hintergründen verschuldet bis über die nächsten 30 Jahre hinaus. Kann also auf das Gehalt nicht verzichten. Nach nunmehr ca. 2 Jahren, in denen sie das versucht zu stemmen, wird sie immer häufiger krank. Sie ist aber ein Macher-Typ und versucht, sich die Schwäche nicht anmerken zu lassen. Ihr Kind war die letzten 4 Wochen 2 Wochen krank. Das heißt, eine Woche war sie wegen des Kindes krank, eine Woche wegen sich selbst. Jetzt ist das Kind wieder krank, diesmal ist der Mann zuhause, der sich sehr stark einbringt, aber es ihr nie wirklich recht machen kann, weil er oftmals eher auf Entspannung baut als darauf, ob das Laub im Garten sauber gerecht ist oder nicht. Der Arbeitgeber trägt das bewundernswert familienfreundlich mit, aber man munkelt, dass bei der nächsten Umstrukturierung die Abteilung aufgelöst wird.

    Ich will das jetzt überhaupt nicht wertend verstanden wissen. Aber der 2. Fall ist für mich einfach ein Beispiel dafür, wie das in der Praxis aussehen kann. Die Frau arbeitet sich auf, versucht, an allen Fronten zu funktionieren, während ihr Körper ihr deutlich sagt, dass es langsam nicht mehr geht (sie hat eine chronische Krankheit, die sich bei Stress verschlimmert) - und sitzt hier manchmal mit Tränen in den Augen, weil ihr Kind am Telefon geweint hat und sie es nicht trösten kann. ICH möchte nicht in ihrer Haut stecken und rede mich natürlich leicht, wenn ich ihr sage, manchmal muss man auch eine radikale Bestandsaufnahme des eigenen Lebens machen und sehen, was tatsächlich geht und was nicht.

    Das Geld will halt verdient werden, ganz klar. Aber diesen Gewissenskonflikt, den sie hat, im Gegensatz zum ersten Fall, wo die Mutter sich deutlich leichter tut, weil eben das klassische Rollenmodell funktioniert, möchte ich nicht austragen müssen.
    Geändert von Marga3 (26.11.2013 um 11:01 Uhr)

  7. Avatar von Brausepaul
    Registriert seit
    01.09.2010
    Beiträge
    10.299

    AW: Rueckschritt marsch fuer die Frauenbewegung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...
    Aber bevor mit jetzt jemand Männerfeindlichkeit unterstellt:
    Die Frauen wollen das ja so.
    Welche Frau findet schon einen sanften Hausmann attraktiv...einen lieben Kindergärtner, einen, der unbemuskelt und weiblich-weich bei Rewe an der Kasse hockt?
    Welche Frau mag schon einen Mann, der immer brav das Bad putzt (incl. Toilette)?
    Ganz ehrlich? Ich kenne viele Frauen, aber nur eine, die so einen Typ Mann begehrenswert findet...alle anderen wollen den Jäger, den einsamen drahtigen Wolf, den sie dann sozialisieren, umfrisieren, erziehen und umformen wollen. Hat das geklappt - nun, dann ist der nächste einsame Wolf dran, denn der erscheint vielen Frauen interessanter...
    Aber wie gesagt - bitte nicht allzu ernst nehmen, das...
    Hübsch zusammengefasst Ruby
    Ich glaube vielen Frauen ist die Ambivalenz ihrer Ansprüche an Männer gar nicht bewußt. Wobei es sicher auch genug Männer gibt, die ähnlich gegensätzliche Wünsche an Frauen haben.
    Die eierlegende Wollmilchsau wäre vielleicht der perfekte Partner, ist aber unrealistisch.

    Insofern kann ich persönlich mir auch kaum vorstellen, dass sich die Gleichberechtigung in allen Bereichen umsetzen lässt, ohne das die Geschlechter an Profil verlieren.
    Fände ich schade und auch nicht sinnvoll, aber das kann ja jeder sehen wie er mag.
    Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht.
    Du wirst auf jeden Fall recht behalten.

    - Henry Ford -

  8. Inaktiver User

    AW: Rueckschritt marsch fuer die Frauenbewegung

    Zitat Zitat von Marga3 Beitrag anzeigen
    Aber diesen Gewissenskonflikt, den sie hat, im Gegensatz zum ersten Fall, wo die Mutter sich deutlich leichter tut, weil eben das klassische Rollenmodell funktioniert, möchte ich nicht austragen müssen.
    Ich auch nicht, ganz klar. Muss ich ja aber auch nicht. Wenn ich sage: ich habe und will meinen Leitungsposten (weiter) machen trotz Kind, dann muss ich bei gerechtem Laub etc Abstriche machen, und vielleicht dem Kindsvater auch einfach mal vertrauen, dass es, so wie er es macht, auch schon okay ist.

    Ich habe nichtsdestotrotz Schwierigkeiten damit zu glauben, dass vor 20 jahren es einfacher oder selbstverstaendlicher gewesen sein soll, Kind, Haushalt und Job anders aufzuteilen als in der klassischen Rollenverteilung. Insoweit frage ich mich schon, wo kommt das denn ploetzlich her, im Zeitalter von Elternzeit und dem Versuch, Vaeter einzubinden, dass 80 % der Frauen meinen, Hausarbeit sei ihre Sache?

    Ich finde diesen Schwenk einfach beachtlich.


  9. Registriert seit
    28.09.2011
    Beiträge
    3.518

    AW: Rueckschritt marsch fuer die Frauenbewegung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vielleicht ist es gerade Ausdruck einer Emanzipation für sich entscheiden zu können was man mag und was nicht?
    Was hast Du dagegen, wenn Frauen und Männer eben für sich entscheiden was für sie richtig ist, egal ob es jetzt irgendeiner Frauenbewegung in den Kram passt oder nicht?

    Bestimmt jetzt eine Frauenbewegung (oder irgendeine andere) welches Lebensmodell man lebt oder leben soll?

    So sehe ich das auch.

    Optimal ist es doch, wenn Frauen (und Männer) so leben können, wie sie es sich wünschen.

  10. Inaktiver User

    AW: Rueckschritt marsch fuer die Frauenbewegung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Meinst du sowas wie handwerkliche Arbeiten und Gartenarbeiten? Es gibt durchaus Männer, die das gerne machen. Es gibt sogar Frauen, die das gerne machen (ich z. B.). Wenn ich die Wahl zwischen diesen Arbeiten und Hausarbeiten habe, überlege ich nicht 2 x. Deshalb käme die "traditionelle" Rollenverteilung für mich auch nicht infrage. Teilen ja. Aber Haushalt ich, Spaß er - nein danke. Ich würde das allerdings auch von Anfang an so kommunizieren.
    Ja beispielsweise, oder sich um Versicherungen kümmern, oder die Steuer, oder Gartenabfälle wegbringen, rasen mähen, Dinge am Computer erledigen, Reifen wechseln etc.

    Das das auch Frauen können und machen ist gar nicht der Punkt, sondern, daß bei diesen gesamten Diskussionen ganz souverän einfach Bereiche des anderen ausgeklammert werden.

    Eine Umfrage wie sie cheerful eingestellt hat geht auf das statistische Maß und hier diskutieren wir aber eben individuell.

    Der Hauptstreitpunkt ist doch der, daß in unserer Gesellschaft die Familie so hochgehalten wird als Ideal aber die unausweichlichen Benachteiligungen nicht aufgefangen werden. Und viele Frauen lassen sich von ein paar elitären Furzern willfährig auch noch vor deren Karren spannen ohne es zu merken.

+ Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •