Wenn er sich das leisten kann... meiner kann es offenbar nicht, obwohl er zu den begehrtesten zählt... Nicht dass es das nicht gibt, ich kenn so Geschichten auch, aber ich glaube nicht dass das die Regel ist, heute jedenfalls nicht mehr.
Ich meine, es rechnet sich doch auch nicht, wer sollte das also gutheißen, in Zeiten wo alles budgetiert wird????
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15.11.2013, 14:29Inaktiver User
AW: "Immer mehr Frauen bleiben kinderlos" - Die Männer nicht?
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15.11.2013, 14:41
AW: "Immer mehr Frauen bleiben kinderlos" - Die Männer nicht?
Wir leben so ein 50/50 Modell, arbeiten beide ("vollzeitnah") Teilzeit mit zwei Kindern. Unsere Motive sind von den hier gern genommmenen - Luxusleben, ungeliebte Kinderbespaßung an den Partner abschieben, Karriere machen etc. - recht weit entfernt
Ich versuch mal sie aufzudröseln, vielleicht ist das konkrete Beispiel für manchen interessant:
1. Beide möchten aktiver Teil der Familie sein (so kann man das Abschiebargument nämlich umdrehen), wir hatten beide einen Kinderwunsch und wollten beide Zeit mit unseren Kindern verbringen. Keiner hätte sich als Alleinverdiener zur Verfügung stellen wollen und es wäre auch in jedem Fall ungünstig gewesen weil
2. mein Job gut bezahlt aber befristet ist, seiner schlecht bezahlt aber immerhin eine feste Stelle. So - wer hätte nun aussteigen sollen aus dem Job - der Gutverdiener oder der Sicherverdiener? Wir nutzen die Vorteile beider Jobs - mein Mehr an Geld und sein Mehr an Sicherheit.
3. wir wollten unsere Kinder nicht Vollzeit betreuen lassen. Zumindest bei unserem Sohn (fast 5) stellt sich das jetzt mittlerweile als genau richtig heraus (unsere Tochter ist ein anderer Typ, die würde das gut verdauen denke ich). Die Kinder sind bis ca. 14 Uhr außer Haus und das reicht uns und ihnen voll und ganz.
4. zwei halbe Stellen wären bei den Arbeitgebern schwer durchsetzbar gewesen und hätten uns finanziell das Genick gebrochen (ich allein mit Steuerklasse 3 + Mann mit Minijob wäre gegangen, aber siehe oben). Unser Luxusleben: 3-Zimmer Mietwohnung in einer mittelgroßen Stadt, Kleinwagen, Urlaub bei Oma und Opa, die praktischweise in Meeresnähe bzw. mitten im Wald leben. Nix Grundstück, Zweitwagen, Fernreisen.
Im Vergleich mit den Eltern der Freunde unseres Sohnes ist das Durchschnittsniveau. Die Familien mit den Beamtenvätern/müttern bauen jetzt aber die mit normal sicheren bzw. unsicheren Jobs bleiben in Wohnungen in der Stadt. In vielen Familein hat einer von beiden einen befristeten Job, sich an einen jahrzehntenlangen Kredit zu binden ist quasi unmöglich.
Die Kombination aus 1 bis 4 hat uns zu dem Arbeitsmodell geführt dass wir - dank Elternzeit zweier aufeinanderfolgender Kinder - jetzt leben. Unsere Tochter wird in gut einem Jahr 3, dann müssen wir die Karten neu mischen. Wir streben an, es möglichst so beizubehalten, tatsächlich freut sich keiner von uns darauf, wieder Vollzeit einzusteigen weil es so einfach toll für alle passt.
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15.11.2013, 14:51Inaktiver User
AW: "Immer mehr Frauen bleiben kinderlos" - Die Männer nicht?
Das klingt toll!
Interessant finde ich aber, dass ein anderes Paar in der gleichen Situation vielleicht keine Kinder bekommen hätte, weil er nicht genug verdient und ihre Stelle befristet ist.
Was ich damit meine: entscheidend ist nicht unbedingt die objektive Lage, sondern die Bewertung. Und ich denke eben, dass auch die sich sehr verändert hat, nicht nur die Umstände.
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15.11.2013, 14:52
AW: "Immer mehr Frauen bleiben kinderlos" - Die Männer nicht?
Also, man muss ja nicht bei jedem Kind drei Jahre zu Hause bleiben. Und, man ist doch (wenn ich jetzt mal von drei Jahren ausgehe) nicht aus der Welt. Es gibt AG, die bieten auch der/dem Mitarbeiter/in Möglichkeiten an, auf dem Laufenden zu bleiben. Es gibt auch Möglichkeiten, sich vor dem Wiedereintritt wieder auf den momentanen Stand zu bringen.
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15.11.2013, 15:12Inaktiver User
AW: "Immer mehr Frauen bleiben kinderlos" - Die Männer nicht?
Nur welche?
Da stellt sich die nächste Frage...freiwillig oder weil Frau gleich klare Ansage macht, dass er sich nicht so groß kümmern braucht und lieber rackern gehen soll? Weil sonst klingt das so, als ob die meisten Männer gleich abwinken. Was aber wenns ihnen leicht gemacht wird? Gut..dann könnte man noch sagen, sollten sie sich mal durchsetzen und der Frau sagen, dass sie gern auch paar Monate daheimbleiben wollen. Aber wenn die Frau, vielleich auch aus Gewohnheit, gleich abwinkt, na dann nehmen das viele Männer vielleicht auch dankbar an.
Soll jetzt keine Schuldzuweisung sein (um bei Ausgangsposting zu bleiben), aber ist eben die Frage, ob Männer gleich abwinken und daher Kindererziehung bei Frauen zwangsläufig kleben bleibt oder ob ihnen wie im Sorgerecht Kompetenzen von vorn herein abgesprochen werden.
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15.11.2013, 15:16Inaktiver User
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15.11.2013, 15:18
AW: "Immer mehr Frauen bleiben kinderlos" - Die Männer nicht?
Ich denke mal es ist noch ein Stückchen harmloser. Viele machen sich darüber gar keine großartigen Gedanken.
Mann: arbeitet
Frau: bleibt zuhause
wird einfach vervielfältigt und kopiert so wie die Eltern das gemacht haben.
Praktisch ein Selbstläufer, in vielen Fällen ist das ja auch bewährt.
Scheidungskinder machen sich da eher mal Gedanken zumindest kann ich das in meinem Umfeld beobachten.
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15.11.2013, 15:25Inaktiver User
AW: "Immer mehr Frauen bleiben kinderlos" - Die Männer nicht?
In meinem Umfeld in der Stadt in der ich jetzt lebe, sieht es so aus, daß viele Paare um die 40 mit jungen Kindern nicht von hier sind, also zugezogen.
Vielfach auch erst in en letzten Jahren, bedingt z.B. durch Jobwechsel des Mannes nachdem ein Kind da war. Manche sind in die Nähe der Großeltern und potentiellen Kinderbetreuer gezogen. Manche hatten zeitweise im Ausland gelebt und sind erst wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Zum Beispiel auch mein Mann und ich.
Das ist nur ein Grund, aber kurz gesagt: Ich kenne jede Menge Paare, die gar nicht mehr am Ort ihres zum Zeitpunkt der Geburt des 1. Kindes ausgeübten Jobs leben, die Frau kann also gar nicht zum alten Arbeitgeber zurückkehren.
Oft sind 2 bis 3 kleine Kinder da, da bleibt es nicht bei 3 Jahren aus dem Job.
Keine Ahnung, ob das so wenig representativ (vielleicht haben sch in unserem Freundeskreis einfach die Zugezogenen organisiert
) ist, aber ich staune, daß viele hier nur Leute zu kennen scheinen, die wie auch immer zum alten Arbeitsplatz zurückkehren, und ggf. die "Auf dem Laufenden-Bleib" Angebote des AG in Anspruch nehmen können. Ich erlebe öfter Familien, die sich wegen geographischer Veränderung in einem ganz neuen Kontext wiederfinden, wenn es so weit ist, daß die Frau wieder arbeiten will.
Und wenn man sich dann nach einem ganz neuen Job umsehen muß (übrigens müßen das auch die, die nach ihrer Rückkehr in den Job in Teilzeit von Chef und Kollegen gemobbt werden -leider höre ich das öfters) sind die Karten eh' ganz anders gemischt und es wird richtig lustig. Oder eben auch nciht, nach 3 Plus Jahren draußen. Ich finde das ätzend, das ist aber das was ich sehe.
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15.11.2013, 15:35Inaktiver User
AW: "Immer mehr Frauen bleiben kinderlos" - Die Männer nicht?
Nicht nur - aber doch sehr viele, ich meine, wer heute im öffentlichen Dienst oder bei einem Konzern arbeitet, der wechselt doch nicht einfach so?
Ich denke eher, du beziehst dich da auf ein spezielles (akademisches?) Milieu. Die normale Sachbearbeiterin oder Krankenschwester wird wohl kaum mit ihrem Mann durch Deutschland ziehen, so der nicht mindestens im mittleren Management tätig ist. Und wenn zieht man doch meist wohin wo es jobmäßig günstiger ausschaut, und da seh ich dann auch die Chancen für die Mütter wieder günstiger. Hier um mich rum herrscht nahezu Vollbeschäftigung, klar ist meine Perspektive da eine andere.
Ich lese ja auch mit Staunen von den vielen Befristungen und prekären Arbeitsverhältnissen und weiß natürlich dass es die gibt. Nur prägen die für mich halt (noch) nicht das ganze Land.
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15.11.2013, 15:41
AW: "Immer mehr Frauen bleiben kinderlos" - Die Männer nicht?
Ja, das kann sein. Ich denke halt, dass die Veränderung der Arbeitswelt neue Lösungen erfordern. Mit Veränderungen meine ich sowohl positive Aspekte: Frauen sind zunehmend gut ausgebildet und erfolgreich im Beruf - als auch negative: die Unsicherheit der Arbeitsverhältnisse nimmt zu. Ich kann mich jetzt natürlich als Frau mit Kinderwunsch ganz klassisch verhalten und auf die Suche nach einem gutverdienenden Mann gehen, der als Alleinverdiener die Brötchen nach Hause bringen kann und will und wenn ich den nicht finde bleibe ich kinderlos. Oder ich überlge mal, was sonst noch alles möglich ist. Für den Mann mit Kinderwunsch gilt das vice versa.
Ich komme aus einem - hmh - Arbeiterhaushalt würde ich sagen. Beide Eltern mit Volksschule, die sich über lange Jahre hochgearbeitet haben. Ihren Traum - ein eigenes kleines Reihenhäuschen - haben sie sich erfüllt, da war ich schon aus dem Haus. Sie hatten garantiert weniger Geld und Güter als wir sie heute haben. Aber sie konnten sich kontinuierlich Wohlstand erarbeiten, sie konnten langfrisitig investieren, sparen, planen. Eine sichere, dauerhafte Grundlage schaffen für ihre kleine Familie.
Das ist es was uns heute fehlt, was uns Angst macht und uns hemmt. Innerhalb eines Jahres landet man auf Sozialhilfniveau egal wie man sich vorher abgestrampelt hat. Die vielen Frauen die ihren Job nicht aufgeben wollen für Kinder, ich glaube nicht dass es denen wirklich immer um Karriere geht oder um Selbsterfüllung. Ich glaube, dass bei vielen die nackte Angst dahinter steht, sich abhängig zu machen und am Ende kein Bein mehr auf die Erde zu bekommen. Und ich kann das verstehen. Die Sicherheit, die meine Eltern hatten, die gibt es eben für mich nicht mehr. Auf die unbefriste Stelle kann ich warten bis zum Sank Nimmerleinstag und währenddessen geht meine Fruchtbarkeit den Bach runter.
Oder ich mach mich von den klassischen Vorstellungen frei und verwirkliche mit meinem Partner eben das was unter unseren Bedingungen möglich ist. Ergebnis unserer "Bemühungen" sind zwei wunderbare Kinder. Und komischerweise ist die Angst fast verschwunden obwohl die Verantwortung für zwei kleine Menschen hinzugekommen ist. Die Kinder haben mich zur - vermutlich total verblendeten - Optimistin gemacht, das geht ja auch ganricht anders wenn man möchte, dass sie es jetzt und in Zukunft gut haben.



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