Den ersten fettgedruckten Satz bestreite ich jetzt einfach einmal. Ich kenne genügend muskulöse, handwerklich sehr begabte Frauen und mindestens genau so viele "sozial veranlagte Männer", was immer man darunter verstehen mag. Und selbst wenn es so wäre, wie Du sagst, was hätte das dann heute noch für eine Bedeutung? Hieße es, Männer müssen das Mammut verjagen und Frauen die Höhle schmücken?
Beim 2. und 3. fett gedruckten Satz kann ich nur sagen, und das ist das eigentliche Thema hier, wenn man Dich denn läßt.
Und was machst Du, wenn Du auf Unverständnis stößt, wie Du sagst?
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18.07.2013, 21:54Inaktiver User
AW: Seid Ihr Feministinnen, was versteht Ihr darunter?
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18.07.2013, 22:17
AW: Seid Ihr Feministinnen, was versteht Ihr darunter?
Ich auch - das war, wie gesagt, nur eine Verallgemeinerung. Zum Schluss meines Beitrags habe ich daher nochmals all die Abstufungen dazischen erwähnt.Ich kenne genügend muskulöse, handwerklich sehr begabte Frauen und mindestens genau so viele "sozial veranlagte Männer"
Natürlich ist es nicht so, dass ich, nur weil ich auf mein Recht bestehe, es auch immer bekomme. Darin sehe ich die Aufgabe des Feminismus - Klarheit in den Köpfen zu schaffen, dass es bei gleichen Voraussetzungen eben keinen Unterschied macht, welchem Geschlecht man angehört.
Womit kann man also überzeugen - ich denke nur mit Taten, d.h. Frau muss sich beweisen. Leider lässt man sie noch nicht oft genug, auch das ist eine Tatsache. Ich habe keinen ultimativen Vorschlag dafür. Nur glaube ich auch, sorry wenn ich damit jemandem auf den Schlips trete, so lange es Frauen gibt, die wirklich nicht rückwärts einparken können, die bei jedem Problemchen anfangen zu weinen etc.pp. - so lange ist dieses Verhalten Öl auf das Feuer der Männer, die solch eine Veränderung verhindern wollen.
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18.07.2013, 22:20Inaktiver User
AW: Seid Ihr Feministinnen, was versteht Ihr darunter?
Ja, Satyr, ich bin Dir dankbar, dass Du Deine Meinung gesagt hast, weil ich glaube, dass einige, gerade junge Männer so denken wie Du.
Ihr seit oft in einem mehrheitlich weiblichen Umfeld groß geworden (allein erziehende Mütter, Erzieherinnen, Grundschullehrerinnen). Und vielleicht hattest Du Pech, dass dieses Umfeld ziemlich männerfeindlich war. Dass Männer per se an allem Schuld sind ist natürlich völliger Unsinn.
Du sagst, Du weißt, dass es gerechtfertigte Anliegen gibt. Trotzdem bist Du da (aus Trotz?) ziemlich in Opposition geraten? Wer will Dir denn persönlich etwas vorschreiben? Frauen? Lässt Du Dir von Männern lieber etwas vorschreiben? Und wie ist Deine Art, dass sie nicht in das "Weltbild von Feministinnen" passt? Hast Du auch so sexistische Sprüche drauf, wie Brüderle (was noch ziemlich harmlos war m.E.)? Was hast Du an der Aufschrei Geschichte nicht gut gefunden? Dass Frauen von Ihren Erfahrungen gesprochen haben? War das ein Angriff für Dich?
Du schriebst es schon. Beide Geschlechter müssen Kompromisse finden. Verschiedene Interessen müssen unter einen Hut gebracht werden. Im privaten, als auch im öffentlichen Raum. Das ist ganz meine Meinung. Nur waren weibliche Interessen und Möglichkeiten über Jahrhunderte von Männern bestimmt. Erst seit ein paar Jahrzehnten werden sie von Frauen ausgedrückt und Teilhabe gefordert. Und das, glaube ich, macht Männern Angst. Dir auch? Oder bist Du zum einsamen Wolf geworden?
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18.07.2013, 22:23
AW: Seid Ihr Feministinnen, was versteht Ihr darunter?

Jede Frau die sich den Schuh auch anzieht nur weil jeder Fehler den ein Individuum macht auf das Geschlecht zurückgeführt wird, das ist struktureller Sexismus.
Klassisches s/w Beispiel, analog zum Einparken:
ein Junge kann kein Mathe: na du kannst das nicht
ein Mädchen kann kein Mathe: sie ist ja auch eine Frau.*
Das geschieht oft gedankenlos, dafür aufmerksamkeit zu schaffen, dafür sind nervige Dinge wie z.B. Aufschrei zuständig. Ich weigere mich als Fallbeispiel zu stehen und mich in irgendeiner Weise beweisen, nur weil ich weiblich bin.
*bevor WATM (was about the menz) kommt, ja den gibts auch anders herum, beides für die KatzGeändert von _Farmelli (18.07.2013 um 22:26 Uhr)
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18.07.2013, 23:14
AW: Seid Ihr Feministinnen, was versteht Ihr darunter?
Mh... das kann ich zumindest für mich nicht so sagen. Ich hatte und habe wunderbare (adoptiv-)Eltern. Ich bin beiden grenzenlos dankbar für alles was sie für mich getan haben und noch tun.
In der Grundschule war mein Klassenlehrer zwar männlich aber der einzige Mann an der Schule. Ist mir damals aber nie wirklich aufgefallen und wäre mir wohl recht egal gewesen.
Nein, nicht aus Trotz. Sondern weil ich eben realisierte das einige Dinge so nicht stimmen. Es hilft beiden Geschlechtern nicht, wenn sie nur Argumente austauschen was die andere "Seite" angeblich besser oder sonstwas hat.Du sagst, Du weißt, dass es gerechtfertigte Anliegen gibt. Trotzdem bist Du da (aus Trotz?) ziemlich in Opposition geraten?
Der Feminismus (mal grob verallgemeinert). Er will vorschreiben wie sich Männer wann zu benehmen haben, was wann moralisch verwerflich ist usw.... Aber mit welchem Recht? Wie ich das verstanden hab war der Feminismus mal gestartet um Frauen von der Definitionshoheit anderer zu befreien. Gute Sache! Aber nicht indem man selbst eine Definitionshoheit aufbaut. Das passiert aber schon seit vielen Jahren... in Zeitungen, im TV, im Radio und auch in der Politik (die Grünen schwingen sich gern als moralische Instanz auf).Wer will Dir denn persönlich etwas vorschreiben? Frauen?
Das alles erzeugt nur ein ewiges hin&her auf immer neuen Ebenen. Mehr nicht. Wobei ich verstehe warum Politiker daran Interesse haben. Aber das ist ein anderes Thema.
Lieber? Lieber lasse ich mir von niemandem etwas vorschreiben. Manchmal muss das leider sein, im Job z.B... aber dabei ist das Geschlecht mir recht egal.Lässt Du Dir von Männern lieber etwas vorschreiben?
Sagen wir es so... mein Humor kann recht zynisch und auch 2deutig sein, ja. Meinen Humor lasse ich mir aber nicht verbieten. Wer ihn nicht mag, soll weghören. Es haben nun mal nicht alle den gleichen Geschmack, in jeder Hinsicht. Das ist menschlich.Und wie ist Deine Art, dass sie nicht in das "Weltbild von Feministinnen" passt? Hast Du auch so sexistische Sprüche drauf, wie Brüderle (was noch ziemlich harmlos war m.E.)?
Ansonsten möchte ich diese Frage lieber nicht weiter beantworten. Das führt sonst nur zu Diskussionen die es hier schon gab und nie etwas gebracht haben.
Jetzt mache ich mir Feinde: Die Aufschrei Geschichte war von vorne bis hinten getürkt. Ich habe mir damals die Mühe gemacht die Twitterdiskussion genauer auseinander zu nehmen. Die meisten tweets stammten von ca. 12-15 Leuten, die aber immer gleiche Erfahrungen hundertfach wiederholten. Die zweitgrößte Gruppe waren Leute die versuchten Sachlichkeit hinein zu bringen, darauf hinwiesen das sich Leute wiederholen und darauf das viele "Kleinigkeiten" zur sexuellen Belästigung aufgeblasen werden, obwohl es normales oder übermotiviertes Flirten war.Was hast Du an der Aufschrei Geschichte nicht gut gefunden? Dass Frauen von Ihren Erfahrungen gesprochen haben? War das ein Angriff für Dich?
In den Medien und von der Initiatorin selbst wurde es aber so dargestellt als ob tausende verschiedene Tweets eingegangen wären, von tausenden verschiedenen Frauen die meist mehrfach sexuell belästigt wurden.
Ich will keinesfalls abstreiten das es sexuelle Belästigung gibt. Nur ist es genau DIESE Masche, die mich stört. Da wird etwas hochgepusht, einige Wochen durch die Medien gejagt in denen immer wieder darauf hingewiesen wird was Männer bitte alles zu lassen haben (Ich schreibe nicht von Straftaten. Also wieder: Mit welchem Recht?) und am Ende ist niemandem geholfen und nichts hat sich spürbar geändert.
Viell. wäre es besser an Männer statt mit Forderungen, mit Diskussionsbereitschaft auf Augenhöhe zuzugehen. Unter der prämisse das kein Geschlecht dem anderen irgendwas vorschreiben will, moralisch gesehen, aber alle Kompromisse finden möchten.
Nö. Ich bin weder einsam noch habe ich Angst (wovor auch?). Aber ich habe Frauen auch Jahrhunderte nichts verweigert und bin nicht (mehr) bereit deshalb jetzt mein Leben einzuschränken. Auf vergangenes anderer Generationen hinzuweisen finde ich nicht konstruktiv für das jetzt.Nur waren weibliche Interessen und Möglichkeiten über Jahrhunderte von Männern bestimmt. Erst seit ein paar Jahrzehnten werden sie von Frauen ausgedrückt und Teilhabe gefordert. Und das, glaube ich, macht Männern Angst. Dir auch? Oder bist Du zum einsamen Wolf geworden?
Zumal ich das eh ein wenig anders sehe. Zu der Zeit gab es sehr starre Rollenbilder. Für Mann und Frau. Jeweils andere aber in einem gesellschaftlichen Korsett waren beide. Bestimmt haben weniger "die Männer", mehr die übergeordneten Schichten. Warum ging die Befreiung denn, im Verhältnis, die letzten Jahrzehnte recht fix aber die Jahrhunderte davor nicht? Obwohl noch immer genug Männer an der Macht sind und waren? Weil sich die Gesellschaft geändert hat. Früher war es fast nicht möglich aus seinem Stand herauszukommen. Das hat sich (Glücklicherweise) geändert. Ein Prozess der leider trotzdem Zeit brauchte, bis alle gleiche Rechte hatten.
Das haben sie aber, juristisch gesehen. Dieser Teil ist erfüllt. Was bleibt sind unfaire Sachen auf moralischer Ebene, die Auswirkungen aufs Leben haben.
Hier sehe ich aber nicht den Feminismus in der Pflicht oder den Maskulismus, sondern den Humanismus. Denn es geht nicht mehr dediziertb um Dinge die ein Geschlecht betreffen, es geht um alle.Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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Schau auf deine Haut und lies
Such wo meine Zunge war
Such mein Lied in deinem Haar
Willst Du mein Gefühl verstehen
Mußt Du Dich in Dir ansehen
Schließ die Augen und Du siehst ich bin in Dir
(c) ASP
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19.07.2013, 08:21Inaktiver User
AW: Seid Ihr Feministinnen, was versteht Ihr darunter?
Satyr, vielleicht solltest du dich einfach dem modernen Feminismus anschließen?
(Männer sind herzlich willkommen!)
Im Gegensatz zur alten Feministinnen-Garde (die natürlich sehr, sehr wichtig war, um die Frauen überhaupt erst einmal aus der „Unsichtbarkeit“ zu befreien), geht es der heutigen Frauen-Generation nämlich genau um die Dinge, die du einforderst:
Um eine Gleichberechtigung beider Geschlechter.
Uns ist schon lange klar, dass auch Männer in Rollenbildern festgenagelt sind, die ihnen zwar mehr Macht verleihen, aber genauso wenig Spielraum bieten, ihre selbstbestimmten Lebensbedürfnisse zu befriedigen.
Die Befreiung von alten Zwängen ist also nur gemeinsam möglich und sie kann nicht GEGEN eines der beiden Geschlechter gerichtet sein.
Sie muss als ein gemeinsames Projekt begriffen werden.
Der erste Schritt im Denken eines Menschen sollte demzufolge die Erkenntnis sein, dass „Lagerbildungen“ (wie du sie leider auch betreibst) der Humanismus-Idee komplett den Nährboden entziehen.
Wie glaubwürdig ist denn dein WIR-Gefühl (dein humanistischer Leitgedanke also), wenn DU immer wieder (wenn auch sehr subtil) auf „die anderen“ eindrischst?Geändert von Inaktiver User (19.07.2013 um 08:57 Uhr)
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19.07.2013, 09:48
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19.07.2013, 10:10
AW: Seid Ihr Feministinnen, was versteht Ihr darunter?
Könntest du das (von mir fett markierte) etwas näher erläutern?
Ich glaube zwar, ich weiß was du meinst, bin mir aber nicht sicher.
Hast du denn mal zwei/drei Beispiele für diese Behauptung, dass der Feminismus Männern vorschreiben will, wie sich Männer wann zu benehmen haben?
Dann belassen wir es doch bei diesem Satz und einigen uns darauf, dass es in der Tat sexuelle Belästigungen gegenüber Frauen gibt - und überlegen gemeinsam, wie dieses Problem in der Gesellschaft zurückgedrängt werden kann, im Berufsleben, als auch im öffentlichen/privaten Raum.Ich will keinesfalls abstreiten das es sexuelle Belästigung gibt.
Im Berufsleben geht es dann aus meiner Sicht darum, mit welchen Mitteln es am besten gelingt, sexuelle Belästigungen von Männern gegenüber Frauen zurück zu drängen, insb. dann, wenn es sich um männliche Vorgesetzte handelt, die ihre weiblichen Untergebenen sexuell belästigen.
Im Privatleben/öffentlichen Raum ist m.E. ebenfalls ne Menge zu tun - ich plädiere bspw. als erstes dafür, in allen öffentlichen Verkehrsunternehmen (DB, S- und U-bahnen und Busse) eine groß angelegte Plakat- und Bilderkampagne zu starten, die das Thema sexuelle Belästigung von Frauen im öffentlichen Raum thematisiert; ähnliche Kampagnen gab es schon in einigen Städten zum Thema Gewalt oder Ausländerdiskriminierung.
Kannst du da auch noch mal zwei/drei Beispiele nennen, wo du dein Leben durch Frauen bzw. Feminismus eingeschränkt siehst?Aber ich habe Frauen auch Jahrhunderte nichts verweigert und bin nicht (mehr) bereit deshalb jetzt mein Leben einzuschränken.
VanDyckGeändert von VanDyck (19.07.2013 um 10:42 Uhr)
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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19.07.2013, 10:37Inaktiver User
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19.07.2013, 11:22Inaktiver User
AW: Seid Ihr Feministinnen, was versteht Ihr darunter?
vanDyck, die Idee mit den Plakaten fände ich klasse. Weiß zwar nicht, ob dies einen Grabscher hindert, aber zumindest wird damit die gesellschaftliche Ächtung dieses Verhaltens zum Ausdruck gebracht.
Was die bri-Stränge angeht, so habe ich ja schon die Haushalts-, Mode- und Kosmetikforen genannt. Nicht das mich das im Einzelfall nicht auch mal interessieren würde, aber sich ausschließlich und zeitaufwendig mit Waschmitteln, Fleckentfernern, neuen Lippenstiftfarben oder meinem Klassiker an Unsinnigkeit "Was habt Ihr heute an" oder so ähnlich zu beschäftigen, das finde ich nun für gebildete Frauen wirklich merkwürdig.
An letztgenanntem Strang beteiligen sich sogar Männer, vielleicht auch ein Zeichen für männliche Emanzipation
, für mich allerdings der Gipfel an Absurdität, Als gäbe es nicht genug wichtige Dinge auf der Welt zu besprechen



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