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19.08.2011, 15:50
AW: Schoßgebete": Alice Schwarzer greift Charlotte Roche an
Drink in your summer, gather your corn
M. Jagger
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19.08.2011, 16:11
AW: Schoßgebete": Alice Schwarzer greift Charlotte Roche an
NDR.de
Literarische Darmspiegelung
Über diese Geschichte würde man gern mehr lesen. Am Ende geht es bei Charlotte Roche aber doch wieder um das Fassungsvermögen eines menschlichen Afters. So vergreift sie sich an ihrer eigenen Geschichte - und der Sinn, der Schmerz verschwinden im Po-Loch der Bedeutungslosigkeit.
Wie schon erwähnt, habe ich noch keines ihrer Bücher gelesen.
Ich lese zwischendurch gerne mal erotische Bücher und Inhalte. Möchte aber für mich selber nur über fiktive Personen lesen. Würde jetzt jemand, den ich kenne, einen Bestseller über sein Sexleben veröffentlichen, wäre ich die Letzte, die das liest. Selbst bei Personen, die man aus dem Öffentlichen Leben kennt, geht es mir so. Eine Macke.
Leseprobe:
"Wenn ich schnell alles sauber gelutscht hab, riecht da nichts mehr. Wie eine Kuh ihr Kalb sauber leckt. (...). Ich küsse die Leisten, oder wie das heißt, wo die Beine am Rumpf festgewachsen sind. Spätestens da höre ich ihn leicht stöhnen und nach mehr verlangen. Im Moment geht es nur ums Bedienen. Ich überlege genau, welchen Rhythmus was haben muss, um ihn in den Wahnsinn zu treiben. (...) Erst mal nur ärgern. Bei den Leisten bleiben, die Eier immer noch fest mit der Hand umschlossen. Vom Küssen langsam ins Lecken übergehen. Ich mache laute Schmatzgeräusche, damit er nicht nur fühlt, sondern auch hört, was ich da mache. Unter dem Sack ertaste ich die Verlängerung des Schwellkörpers, der bis zum Damm geht. Sagt man beim Mann überhaupt Damm?"Von der Anatomie des Wirsings
Und so geht das weiter, immer weiter und weiter, Schwellkörper schwellen an und wieder ab, Würmer kriechen aus Po-Löchern. Und zwischendurch wird auch mal, vermutlich in metaphorischer Absicht, die Anatomie eines zu kochenden Wirsingkopfs analysiert - alles sehr detailliert, alles sehr hölzern und geschwätzig geschrieben, ohne Spannungsbogen, ohne Dramatik. Was verwegen sein soll, erweist sich als Gratis-Mut. Die Provokateurin ist ja doch nur eine Meisterin der Langeweile.
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19.08.2011, 16:48Inaktiver User
AW: Schoßgebete": Alice Schwarzer greift Charlotte Roche an
bartfootinlife,
wie bei "Feuchtgebiete doch auch jetzt : neidvoll schauen Kollegen Schreiberlinge und ergehen sich für ihre paar Groschen pro Zeile in Wortorgasmen wie "Po-Loch der Bedeutungslosigkeit"..
Sie aber plappert wie immer ( bei Lanz gerade eben) dass sie ihre vielen, vielen Taler, die sie nun hat, bei einer Ethik-Bank anlegt..
und es gut findet, dass ihre Bank nun nur "Gutes" mit ihrem Geld macht..
und Lanz grinst nur und hämt ein wenig..
Soll er doch..
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19.08.2011, 18:47
AW: Schoßgebete": Alice Schwarzer greift Charlotte Roche an
Hasst Du etwa auch Katzen, sogar Katzen?
Du Unmensch!
Was willst Du denn damit andeuten?Nur weil du in dieser Hinsicht noch manischer bist, nur weil deine Misogynie erheblich plumper und offensichtlicher daherwalzt, hältst du dich nun für berufen, meine Leistung in Abrede zu stellen?
Dass Deine Eheherrin, die hier natürlich wieder mal mitliest (Warum ist sie nicht sicher weggesperrt? Hat sie in der Küche nicht genug zu tun?!), Schlimmeres verhütet?
Ja, ich finde Frauen toll, einige, wenige.Du, der du ein Schreibtischtäter bist und bisher den Verdacht, Frauen doch irgendwie gut zu finden, nicht endgülig ausräumen konntest!
Oder, genauer gesagt, von allen notwendigen Übeln sind sie mir das liebste.
Na ja, so wie Du Rücksicht nehmen musst auf Deine gleiebte Eheherrin, so muss ich Rücksicht nehmen auf die NUBn.Du, der du kernige Verallgemeinerungen immer mit weibischen Graduierungen ("im Schnitt", "tendenziell", "nicht alle, aber viele", etc.) versiehst!
Das Leben besteht nun einmal aus taktischen Anpassungen an übermächtige Umstände.Cum grano salis
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19.08.2011, 18:54
AW: Schoßgebete": Alice Schwarzer greift Charlotte Roche an
Glaubst Du denn, das sei der Zweck meiner (für den Halbmast kann ich ja nicht sprechen, obwohl..., dem traue ich alles zu) Äußerungen, Geilheit zu erwecken, bei Frauen?
Vielleicht bin ich ja schwul?
Aber schön, dass Du uns Einblick gewährst in Dein Vermuten.
Was Du Verachtung nennst, nenne ich Realismus....und so frage ich mich, wozu die Verachtung dient? Feministische Kriminologie: Wer hat einen Vorteil davon?
Feministischer Realismus ist so reallistisch wie es der sozialistische war und eine Funktion des feministischen Narzissmus.Cum grano salis
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19.08.2011, 19:11
AW: Schoßgebete": Alice Schwarzer greift Charlotte Roche an
Da für eine Feministin das Private politisch ist, hat das sehr wohl mit dem Schwarzerfeminismus zu tun.
Da der "Muttermord" der Frau Roche die "Ermordung" einer vom Schwarzerfeminismus geprägten Mutter ist, hat das sehr wohl mit Feminismus zu tun.
Da, vermute ich mal, feministische Mütter wohl überproportional häufig psychisch gestörte Töchter (und Söhne) heranziehen dürften, könnte auch die psychische Labilität von Frau Roche vom Feminismus mit beeinflusst sein.
Natürlich dürfte es eher so sein, dass psychisch verunsicherte, an ihrer Weiblichkeit leidende Frauen besonders häufig Feministinnen werden, denn die "Krankheit" sucht sich die Ideologie, die ihr wohl tut viel eher, als dass die Ideologie die psychische Malaise verursachte.
Ideologien sind die Schonhaltungen einer kranken (gekränkten) Psyche.
Ist bei Männern ja nicht anders.
Im Übrigen war ich schon immer der Überzeugung, dass es vor allem Frauen sein werden, die den Feminismus in die Tonne klopfen, viel eher als Männer.
Die sind gegenüber Frauen sehr viel "kampfunfähiger".Geändert von arouet58 (19.08.2011 um 19:16 Uhr)
Cum grano salis
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19.08.2011, 20:38
AW: Schoßgebete": Alice Schwarzer greift Charlotte Roche an
Ich vermute, das gilt aber nicht für die inbrünstigen Thesen der neuen Naturfreunde? (Zur Erinnerung: Männer wollen sich möglichst oft mit kleinen Frauen vermehren und Frauen wollen einen reichen Mann und das hat irgendwie mit der Evolution zu tun und mit diesem uralten Ruf der Natur, der in uns allen pulsiert bis zum geht nicht mehr. )
Wenn es sich in diesem Fall nicht um echte wahre Wissenschaft handelte, könnte man doch glatt vermuten, das Erkenntnisinteresse sei ein klein wenig ideologisch gefärbt durch Gender-Verwirrtheit und die eine oder andere Kratzspur an der Dominanz des männlichen Egos.
"Sind wir nicht eine krasse Herde, hätten wir bloß einen Eimer Fische dabei."
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19.08.2011, 20:45
AW: Schoßgebete": Alice Schwarzer greift Charlotte Roche an
Und zum Strangthema: Charlotte Roche geht mir am Arsch vobei.
"Sind wir nicht eine krasse Herde, hätten wir bloß einen Eimer Fische dabei."
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19.08.2011, 23:37
AW: Schoßgebete": Alice Schwarzer greift Charlotte Roche an
Freedom's just another word for nothing left to loose.
Geändert von Blick (19.08.2011 um 23:44 Uhr)
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19.08.2011, 23:39
AW: Schoßgebete": Alice Schwarzer greift Charlotte Roche an
Ich denke, jede Frau (und jeder Mann) hat eine eigene Art und Ausprägung von Sexualität. Diese Ausprägung ist die Summe von Erziehung, Körperempfinden, erlebten Erfahrungen und empfundenen Erfahrungen mit dem eigenen und fremden Körpern.
Jeder der denkt, entwickelt - im Einfluss der Ausprägung - eine eigene Theorie darüber, was sexuell richtig oder falsch ist.
Die einen haben in Ihrem Leben nur mit einem Mann geschlafen (und finden's toll) und die anderen stehen auf Anal-Sex (und finden's toll. Ja, echt!). Aber es bleibt immer beim eigenen Empfinden.
Jetzt kommen zwei Frauen, Alice Schwarzer und Charlotte Roche, die darüber reden.
Frauen wie Alice Schwarzer haben wir (alle, nicht nur die Frauen) viel zu verdanken. Ich persönlich finde die meisten ihrer Debattierstränge weder als überholt, noch als extrem. Alice Schwarzer spricht aber für viele Frauen und das ist auch genau ihr Handicap. Themen wie gleiche Bezahlung, Kinderbetreuung, Genitalverstümmelung, Erziehung und Gender-Sprache sind immer noch brandaktuell. Viele Feminismus-relevante Themen spielen jedoch rund um die Sexualität und hier habe ich tatsächlich den Eindruck (ich bin keine Forscherin), dass das Wissen oder die Erfahrung von Schwarzer tatsächlich aus einer anderen Zeit kommt. Oder dass sie eben vielleicht für den Großteil der Frauen spricht, der vielleicht aus religiös-maskulin geprägten Gegenden (Sudan, Bayern :-) stammt. Keinesfalls finde ich mich (oder auch ein Großteil meiner weiblichen Bekannten) in dem Schema de Unterdrückung/Unterwerfung wieder.
Sex wird heute ja nicht mehr hauptsächlich nach Zuchtbuch und zu Reproduktionszwecken praktiziert, sondern zum Spaß. Und genau so kommt auch das Gebende und das Empfangende zu Stande. Ich gebe, ich empfange, der Partner gibt und empfängt. Guter Sex ist, wenn beide nicht nur das Empfangen sondern auch das Geben als lustvoll empfinden. Was die Handelsmasse ist (Kuscheln und Streicheln oder eben Analsex, Prostituierte, Sado-Maso) muss jedes Paar selbst aushandeln. Die Varianten sind grenzenlos. Wichtig ist, dass es Spaß macht. Beiden. Immer. Und dass man artikulieren kann, was nicht.
Charlotte Roches Buch ist kein Ratgeber und soll auch nicht für viele Frauen sprechen. Sie spricht von sich selbst oder von einer fiktionalen Figur, die ihrer eigenen Persönlichkeit, nachdem was ich gehört habe, sehr nahe stehen muss. Marketing-Schachzug hin oder her: Sie hat eine (Markt)Lücke entdeckt. Die des offenen, nicht zurückhaltenden Redens über Sexualität und Ängste. So bizarr, so verzerrt und so wenig erstrebenswert ich ihr Leben auch empfinde: Endlich macht das mal jemand! Detailliert, manchmal eklig, direkt, angstfrei vor den Folgen (auch dem Ehemann muss ein Lob für seinen Mut ausgesprochen werden). Ich würde mir wünschen, dass es viel mehr Menschen (vor allem Frauen) gelänge, so offen darüber zu reden.
Wenn Charlotte Roche damit ins Rollen bringt, dass Menschen offener über ihre Sexualität sprechen und das zu einem späteren Zeitpunkt wiederum dazu führt, dass Menschen erkennen, dass es ein "Normal" nicht gibt und sie ermutigt, ihren eigenen (passenden, lustvollen, kuscheligen) Weg durch den Dschungel der sexuellen Möglichkeiten zu finden, dann kann ich nur sagen: Danke, Frau Roche, das war ein großer Beitrag zur Sexual-Debatte und auch zur Feminismus-Debatte.
Die ganze Porno-Marketing-Sittenverfall-Debatte ist mir dabei herzlich egal.
Im Übrigen: Beziehung kann Freiheit bedeuten. Der schmale Grat zwischen gegenseitiger Hingabe und abhängiger Selbstaufopferung. Und kaum ein Mensch der frei von sozialen Beziehungen ist, wird diesen Zustand als Freiheit bezeichnen. Oder wie Janis Joplin schon sagte: Freedom's just another word for nothing left to loose.



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