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  1. Avatar von Alles
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    Beitrag Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    ich habe mir zu Weihnachten wieder mal die aktuellen Magazine (P.M.) zu religiösen Themen zugelegt, um den aktuellen und offiziellen Stand der Forschung mitzubekommen. Dort schrieb man u.a. dass Maria vermutlich durch eine Vergewaltigung zu ihrem Kind kam.

    Ich möchte das hier nun nicht diskutieren, das sind Dinge, über die keiner reden möchte, v.a. nicht bei Abwesenheit der Betroffenen, weil niemand ihren guten Ruf beschädigen will.

    Nun, logisch angenommen, dass uns der Datenschutz verbietet, Maria zu verunglimpfen, kann man also frei über die jungfräuliche Empfängnis spekulieren ohne ihren Ruf beschädigen zu wollen, und werden zu keiner anderen logischen Erklärung kommen.

    Es gibt mehrere Hinweise, dass Kleopatra nicht an einem Schlangenbiss starb, bzw. Selbstmord beging, sondern im Exil weiterlebte.

    Am Ende der Schlussfolgerungen steht, dass ihr erstgeborener Sohn Kaisarion nach langem hin und her zu Jesus wurde, Jesus am Kreuz also nicht mit 30, sondern mit ca. 77 starb, es gibt ja auch heute Menschen, die in hohem Alter noch jugendlich aussehen.

    Ich sehe das als monumentalen Film vor meinem geistigen Auge. Das ganze ist eine lange Geschichte, ich habe das Thema nun ca. 8 Jahre lang studiert und die einzelnen Hinweise ( Beweise gibt es nicht ) wie Perlen an einer Schnur nacheinander aufgereiht.

    Im Rahmen der Emanzipation der Frau ist das Thema insofern wertvoll, als es ein ganzheitliches Frauenbild vermittelt und die Jungfrau ohne Unterleib oder die Meerjungfrauen mal wieder in den Focus stellt. Auf der anderen Seite hört vielleicht die weiße Frau auf zu spuken und mit ihren Ketten zu rasseln. Vielleicht ist es nicht nur in ihrem Interesse, mal zu ergründen, wie sie gegen den Patriarchen Augustus doch noch gewonnen hat, bzw. was uns Frauen heute gegenüber einem Augustus zu helfen vermag.

    Soll ich die Geschichte erzählen? Hat jemand Interesse?

    Viele Grüße


    (mit gemischten Gefühlen)

  2. Inaktiver User

    AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    Meinetwegen gern.

    Obwohl ich emanzipiert genug bin mich gegen jeden "Augustus" zu wehren der mir im Weg steht...

    Und wie Maria zu ihrem Kind kam - ich vermute ja immer noch, dass Josef der Übeltäter war uns da sie nicht verheiratet waren, diese Geschichte erfunden haben - ist heute auch nicht mehr wichtig - zudem bin ich nicht in der Kirche aber das ist ja nicht das Thema,..


    Also erzähl, ich hol schon mal Popcorn und Wein....


  3. Registriert seit
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    AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    köstlich! ich habe mich zerkugelt.
    lg
    legrain

  4. Avatar von Alaska
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    AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Soll ich die Geschichte erzählen? Hat jemand Interesse?
    Ja bitte! Wir sind schon ganz Ohrensessel.

    "But time makes you bolder."
    (Stevie Nicks, Landslide)

  5. Avatar von Alles
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    Beitrag AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    Hallo, ich freue mich über das feedback und entschuldige mich für die Verspätung! Hier gehts also los mit dem ersten Part:

    Alles beginnt damit, dass Kleopatras Vater, der ägyptische Pharao Ptolemaios, im Jahr 58 AD aus Alexandria vertrieben wird, weil er so hohe Schulden in Rom hatte, dass die Bürger von Alexandria unter hohen Repressalien litten.

    Ptolemaios Auletes ( der Flötenspieler ) reiste also mit der 11-jährigen Kleopatra nach Rom, wo er auf Pompeius traf. Diesem war klar, dass er sein Geld nur wiederbekommen würde, wenn er Ptolemaios wieder auf den Thron helfen würde, was noch teurer war. Die Verhandlungen zogen sich also jahrelang hin.

    Pompeius Frau Julia freundete sich indessen mit Kleopatra an und schenkt ihr eine Puppe.

    Ptolemaios beschließt, noch weitere Freunde um Hilfe zu bitten und reist daher mit seiner Familie zu den Partnerstädten des Heiligtums Heraklion, den Wallfahrtstätten rund ums Mittelmeer: Nach Eleusis bei Athen, Kos ( wo er als unehelicher Waise aufgewachsen ist ) und schließlich Ephesos mit dem Artemis-Heiligtum. Überall wurden die Exilanten freundlich aufgenommen.

    In Ephesos redet ein Priester des Heiligtums mit Kleopatra, als sie gerade mit ihrer Puppe spielt. Er fragt sie, ob sie denn wüßte, dass sie als Pharaonin eine Göttin sei, und dass sie auch als Artemis das Heiligtum von Ephesos repräsentieren würde ( Pharaonin = Isis = Artemis ). Er versucht sie zu trösten, indem er ihr sagt, dass sie einmal ein großartiges Kind gebären wird.

    Kleopatra ist beeindruckt und verwirrt und läßt ihre Puppe liegen.

    Die Exilanten reisen weiter nach Antiochia, wo die römischen Truppen stationiert waren. Dort treffen sie auf den Gefangenenzug des Aristobul, ein Hasmonäer, und seiner Familie. Kleopatras Mutter ist entfernt mit ihnen verwandt und sie legen ein gutes Wort für Aristobuls Familie ein. Diese kommt frei. Aristobulr selbst können sie nicht freikaufen. Der römische Statthalter Gabinius ist beeindruckt von Ptolemaios weitläufigen Kontakten und verspricht, ihm bei nächster Gelegenheit zu helfen, inzwischen mußte er die räuberischen parthischen Truppen zurückschlagen.

    Endlich kommt der Marschbefehl aus Rom. Ptolemaios reist ebenfalls auf dem Landweg Richtung Ägypten. In Jerusalem werden sie freundlich von der Familie des Antipater aufgenommen, der ebenfalls Truppenhilfe verspricht. Kleopatra ist inzwischen 13 und macht Bekanntschaft mit Herodes dem Großen, dem 15-jährigen Sohn des Antipater, der ihr spaßeshalber den Hof macht.

    Kleopatra zeigt ihm die kalte Schulter und freundet sich mit Alexandra an, der Ehefrau des freigelassenen Sohnes des Aristobul, der Alexander heißt. Sie unterhalten sich über die Verkündigung eines Sohnes in Ephesos. Alexandra verstand ihren Kinderwunsch. Sie wünschte sich sehnlichst Kinder von Alexander, insbesondere weil beide Familien zerstritten waren. ( ist das so ausreichend klar geworden oder muss ich die Verwandschaftsverhältnisse noch weiter erklären ?)[20100108 Aristobul ( Alexander korrigiert zu Aristobul]

    Als Ptolemaios wieder auf dem Thron von Ägypten saß, machte er Kleopatra zu seiner Mitregentin und sie begannen auf Anraten der Priester, einen Hathor-Tempel ( Hathor = Geburtsgöttin ) bei Dendera zu bauen, als Erinnerung an Kleopatras Erlebnis in Ephesos.

    Als Ptolemaios starb, folgte ihm Kleopatra zusammen mit ihrem jüngeren Bruder auf dem Thron. Als Kleopatra nach Jerusalem reiste, um Alexandra zu besuchen, übernahm die Partei um den jüngeren Bruder den Thron von Ägypten. Alexandra hatte in der Zwischenzeit einem Sohn, Johannes, das Leben geschenkt und die 17-jährige Kleopatra war natürlich zum Fest der Beschneidung angereist.

    Währenddessen war Julius Caesar aus Germanien nach Italien zurückgekehrt und verfolgte Pompeius, weil er ihm Aggression vorwarf. Pompeius flüchtete bis nach Alexandria, wo er einen tragischen Tod fand.
    Caesar quartierte in Ephesos, wo ihn die dortige Priesterschaft zum "Neos Dionysos" kürte, ein Ehrentitel, den jedes höhere Staatsoberhaupt dort erhielt. Dort erfuhr er bereits vom Hilferuf der Kleopatra.

    In Alexandria angekommen, klärte er zunächst den Tod des Pompeius auf, den er für feigen Mord hielt. Anschließend nahm er die Nachfolgeregelung seines alten Freundes Auletes in die Hand. Er ließ durch Kundschafter Kleopatra suchen und nach Alexandria bringen. Diese hatte sich im Tempel von Dendera versteckt.

    Als die Partei um den jüngeren Bruder erfuhr, die sich in Hausarrest befand, dass Kleopatra wieder im Palast war, kam es zum offenen Kampf.


    ...


    Die Kämpfe dauerten Monate. Julius Caesar wartete auf Verstärkung. Als diese eingetroffen war und Kleopatras Macht wiederhergestellt war, war diese schwanger. Die römischen Generäle warfen ihr vor, dass nicht die passende Zeit sei, um Kinder zu bekommen, während die Ägypter das alles nicht so tragisch sahen.

    Kleopatra schenkte Julius Caesar einen ( nach ihm benannten ) Kalender nach Sonnenzeit. In Rom verwendete man bis dahin noch Mondkalender.

    Caesar lud Kleopatra nach Rom ein und reiste ab.

    So das wars fürs erste. Wie gefällts? Irgendwelche Fragen?
    Geändert von Alles (09.01.2011 um 00:40 Uhr)


  6. Registriert seit
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    AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    So das wars fürs erste. Wie gefällts? Irgendwelche Fragen?
    es gefällt mir sehr gut.
    erkläre mir bitte noch den rest der welt.
    lg
    legrain

  7. Inaktiver User

    AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Alles beginnt damit, dass Kleopatras Vater, der ägyptische Pharao Ptolemaios, im Jahr 58 AD aus Alexandria vertrieben wird, weil er so hohe Schulden in Rom hatte, dass die Bürger von Alexandria unter hohen Repressalien litten.
    Aber was machen wir so ganz grundsätzlich mit Jerusalem? Es gibt doch viele Hinweise, dass Jesus dort geboren wurde?

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Ptolemaios Auletes ( der Flötenspieler ) reiste also mit der 11-jährigen Kleopatra nach Rom, wo er auf Pompeius traf. Diesem war klar, dass er sein Geld nur wiederbekommen würde, wenn er Ptolemaios wieder auf den Thron helfen würde, was noch teurer war. Die Verhandlungen zogen sich also jahrelang hin.
    Das klingt für mich sehr glaubwürdig.

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Pompeius Frau Julia freundete sich indessen mit Kleopatra an und schenkt ihr eine Puppe.
    Diesen Punkt finde ich noch etwas unterbelichtet. Mir ist klar, dass Du hier nicht alle Einzelheiten bringen kannst. Ja, da gibt es die Mutterbeziehung, die vorgelebt und geübt wird. Andererseits ist die Puppe auch Ausdruck von Tand, also höchst weiblich. Und das Problem der sinnlichen Schönheit Kleopatras müsstest Du im Hinblick auf die Mariendarstellung noch ausführen.

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Ptolemaios beschließt, noch weitere Freunde um Hilfe zu bitten und reist daher mit seiner Familie zu den Partnerstädten des Heiligtums Heraklion, den Wallfahrtstätten rund ums Mittelmeer: Nach Eleusis bei Athen, Kos ( wo er als unehelicher Waise aufgewachsen ist ) und schließlich Ephesos mit dem Artemis-Heiligtum. Überall wurden die Exilanten freundlich aufgenommen.
    Warum ist das wichtig?

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    In Ephesos redet ein Priester des Heiligtums mit Kleopatra, als sie gerade mit ihrer Puppe spielt. Er fragt sie, ob sie denn wüßte, dass sie als Pharaonin eine Göttin sei, und dass sie auch als Artemis das Heiligtum von Ephesos repräsentieren würde ( Pharaonin = Isis = Artemis ). Er versucht sie zu trösten, indem er ihr sagt, dass sie einmal ein großartiges Kind gebären wird.
    Kleopatra ist beeindruckt und verwirrt und läßt ihre Puppe liegen.
    Das mit der Puppe finde ich eben nicht stimmig.


    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Die Exilanten reisen weiter nach Antiochia, wo die römischen Truppen stationiert waren. Dort treffen sie auf den Gefangenenzug des Alexander, ein Hasmonäer, und seiner Familie. Kleopatras Mutter ist entfernt mit ihnen verwandt und sie legen ein gutes Wort für Alexanders Familie ein. Diese kommt frei. Alexander selbst können sie nicht freikaufen. Der römische Statthalter Gabinius ist beeindruckt von Ptolemaios weitläufigen Kontakten und verspricht, ihm bei nächster Gelegenheit zu helfen, inzwischen mußte er die räuberischen parthischen Truppen zurückschlagen.
    Das wird mir alles ein bisschen zu durcheinander.

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Endlich kommt der Marschbefehl aus Rom. Ptolemaios reist ebenfalls auf dem Landweg Richtung Ägypten. In Jerusalem werden sie freundlich von der Familie des Antipater aufgenommen, der ebenfalls Truppenhilfe verspricht. Kleopatra ist inzwischen 13 und macht Bekanntschaft mit Herodes dem Großen, dem 15-jährigen Sohn des Antipater, der ihr spaßeshalber den Hof macht.
    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Kleopatra zeigt ihm die kalte Schulter und freundet sich mit Alexandra an, der Ehefrau des freigelassenen Sohnes des Alexander, der ebenfalls Alexander heißt. Sie unterhalten sich über die Verkündigung eines Sohnes in Ephesos. Alexandra verstand ihren Kinderwunsch. Sie wünschte sich sehnlichst Kinder von Alexander, insbesondere weil beide Familien zerstritten waren. ( ist das so ausreichend klar geworden oder muss ich die Verwandschaftsverhältnisse noch weiter erklären ?)
    Ich fände eine Aufstellung der Verwandtschaftsverhältnisse wirklich sinnvoll.


    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Als Ptolemaios wieder auf dem Thron von Ägypten saß, machte er Kleopatra zu seiner Mitregentin und sie begannen auf Anraten der Priester, einen Hathor-Tempel ( Hathor = Geburtsgöttin ) bei Dendera zu bauen, als Erinnerung an Kleopatras Erlebnis in Ephesos.
    Das finde ich eine hübsche Idee.

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Als Ptolemaios starb, folgte ihm Kleopatra zusammen mit ihrem jüngeren Bruder auf dem Thron. Als Kleopatra nach Jerusalem reiste, um Alexandra zu besuchen, übernahm die Partei um den jüngeren Bruder den Thron von Ägypten. Alexandra hatte in der Zwischenzeit einem Sohn, Johannes, das Leben geschenkt und die 17-jährige Kleopatra war natürlich zum Fest der Beschneidung angereist.
    Ah, endlich, Jerusalem!

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Währenddessen war Julius Caesar aus Germanien nach Italien zurückgekehrt und verfolgte Pompeius, weil er ihm Aggression vorwarf. Pompeius flüchtete bis nach Alexandria, wo er einen tragischen Tod fand.
    Caesar quartierte in Ephesos, wo ihn die dortige Priesterschaft zum "Neos Dionysos" kürte, ein Ehrentitel, den jedes höhere Staatsoberhaupt dort erhielt. Dort erfuhr er bereits vom Hilferuf der Kleopatra.
    Wie lässt sie ihm den Hilferuf zukommen? Das mit Pompeius halte ich für sinnloses Nebengeplänkel.


    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Als die Partei um den jüngeren Bruder erfuhr, die sich in Hausarrest befand, dass Kleopatra wieder im Palast war, kam es zum offenen Kampf [...]Die Kämpfe dauerten Monate. Julius Caesar wartete auf Verstärkung. Als diese eingetroffen war und Kleopatras Macht wiederhergestellt war, war diese schwanger. Die römischen Generäle warfen ihr vor, dass nicht die passende Zeit sei, um Kinder zu bekommen, während die Ägypter das alles nicht so tragisch sahen.
    Caesar lud Kleopatra nach Rom ein und reiste ab.
    Also sie kriegt das Kind von Cäsar? Aber wo? Doch nicht in Jerusalem?

    Und wie geht es weiter???

  8. Avatar von Alaska
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    AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Pompeius Frau Julia freundete sich indessen mit Kleopatra an und schenkt ihr eine Puppe.
    Wie fand Kleopatras Mutter das denn?

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    So das wars fürs erste. Wie gefällts? Irgendwelche Fragen?
    Naja, recht komplexe Geschichte, finde ich, aber flott erzählt. Und was war nun mit der Emanzipation?
    "But time makes you bolder."
    (Stevie Nicks, Landslide)

  9. Avatar von Alles
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    Beitrag AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    Hier ein weiterer nächster Teil:

    In Rom angekommen staunt Julius Caesar nicht schlecht, als er in den Straßen Statuen von ihm selbst findet mit der Inschrift "Dem unbesiegten Gott", u.s.w. Offensichtlich bestand die Tendenz, ihn zu vergöttlichen. Ihm selbst war das nicht recht. Stattdessen bleibt er verbunden mit "dem kleinen Mann von der Straße", ernennt Arme zu Senatoren, wenn sie ihn nur davon überzeugen konnten, dass dies notwendig war und lehnt eine Leibwache ab. Leider verstärkte das den Anteil der Senatsmitglieder, die Caesar vergöttlichen wollten, wohl kannten diese Leute keine andere Form, ihre große Verehrung auszudrücken. Julius Caesar dagegen richtet einen Tempel zu Ehren der Venus Genetrix, des Weiblichen ( er leitet sein Geschlecht von der Göttin Venus ab ) ein. Ein Bildnis seiner Mutter findet sich darin und eine Statue seiner verstorbenen Tochter Julia, der Frau des Pompeius. Auch fand man darin eine Statue der Isis, manche interpretierten dies richtig dahingehend, dass Julius Caesar den Isis-Kult in Rom erlauben wollte und begannen, ein Isis-Heiligtum zu planen.

    Sein Neffe Oktavius freute sich, ihn wiederzusehen. Er war inzwischen Hohepriester des Vesta-Kultes und hatte damit die Oberaufsicht über Staatsvermögen und Testamente römischer Senatoren, denn diese deponierten ihre Wertsachen traditionsgemäß im Tempel der Vesta, die als ständige Vertretung der griechischen Botschaft angesehen werden kann, genauer gesagt des delphischen Orakels und des dortigen Apollon-Heiligtums. Das Amt des Hohepriesters der Vesta wird im Zwei-Jahres-Turnus neu besetzt.

    Ein Krieg in Nordafrika zog seine Aufmerksamkeit auf sich und Julius Caesar reiste erneut ab.

    Im Sommer des Jahres 47 brachte Kleopatra ihren erstgeborenen Sohn in Dendera zur Welt. Die Decke des Tempels war mittlerweile übersät mit Zeichnungen von babylonischen Sternzeichen, die ägyptische und babylonische Astronomen zusammen ins Ägyptische übersetzt hatten. Diese Decke ist heute übrigens im Louvre zu bewundern. Napoleon hat sie von seinem Ägypten-Feldzug nach Paris gebracht.

    Sie nannte ihren Sohn Kaisarion der Vater- und Mutterliebende. Kaisarion war eine Wortschöpfung. Es leitet sich natürlich vom Wort Caesar ab, übersetzt ins Griechische. In der späteren Zeit finden sich hauptsächlich Plätze und Gebäude mit dem Namen Kaisarion, deswegen vermute ich, dass es ( in unsere Zeit übersetzt ) einen ähnlichen Eindruck macht, wenn ich mein Kind Sidney oder Kaiserhof nenne.

    Irgendwie war sie wohl von Caesar beeindruckt, denn zwei Jahre später findet sie sich in Rom ein, zusammen mit Kaisarion, einem weiteren Bruder als Mitregent und dem Astronom Sosigenes, der bei der Umsetzung der Kalenderreform behilflich sein soll.

    Da Caesar nicht anwesend ist, wird sie von Markus Antonius empfangen und in Caesars Gärten auf der anderen Seite des Tiber untergebracht. Dort unterhielten er und seine Frau Fulvia eine Art Waisenhaus, in dem sich auch Kleopatras Neffe, Archelaos Sisines, der letzte Seleukide, befindet. Markus Antonius hatte ihn aus Ägypten mitgebracht, als er unter Gabinius Kleopatras Vater wieder auf den Thron verhalf. Er war der Sohn ihrer Schwester Berenike. Glaphyra und ihr Ehemann Archelaos befanden sich ebenfalls dort und kümmerten sich rührend um ihn. In dem Haus waren also die letzten Vertreter der Diadochen-Herrscher versammelt.

    Caesar brachte aus Nordafrika noch einen weiteren Waisenjungen mit: Juba. Er wurde dort ebenfalls herzlich aufgenommen.

    Kleopatra und Caesar verlebten noch ein paar Wochen zusammen, bevor er in den Iden des März 45 AD von Kollegen aus dem Senat erdolcht wurde. Wer die Osiris-Legende kennt, kann Analogien entdecken, denn auch Osiris wurden von seinen vermeintlichen Freunden während der Ausübung seiner Freundschafts-Pflicht in einen Hinterhalt gedrängt und getötet.

    Caesars Tod löste nicht nur bei Kleopatra Panik aus. Sie war nun mit 23 Jahren Witwe. Markus Antonius war gewarnt worden und flüchtete in sein Haus auf dem Palatin. Caesars Anhänger versammelten sich bei ihm und man brachte Caesars laufende Geschäfte zu ihm in Sicherheit. U.A. auch das Testament des Caesar aus dem Tempel der Hestia.

    Caesars Mörder waren inzwischen über alle Berge und Caesars Neffe Oktavius, damals gerade 18 Jahre alt, wurde benachrichtigt. Dieser machte sich schnellstens auf dem Weg von der Hafenstadt Brundisium nach Rom.

    Nach dem, was Rom in den vergangenen Wochen in Caesar und Kleopatra beobachten konnten, schien es unglaublich, dass in Caesars Testament die Adoption des Oktavius verfügt war, während sich sein leiblicher Sohn Kaisarion nur unter der Klausel fand: Sollte ich einen leiblichen Sohn haben, so gebt auch ihm, was ihm zusteht. Die Adoption jedoch befand sich außerhalb des Siegels, auf der Außenseite des Testaments.

    Markus Antonius fühlte sich diesem Testament von nun an verpflichtet. Der junge Oktavius musste auf sein Amt vorbereitet werden und auch Kaisarion sollte nicht vernachlässigt werden.

    Als Oktavius in Rom eintraf, nahm er sein Erbe, entgegen allen familiären Ratschlägen an. Seine ebenfalls jugendlichen Ratgeber jubelten und nannten ihn bereits bei seinem neuen Namen: Julius Caesar.

    Er veranstaltete sportliche Spiele zu Ehren seines verstorbenen Onkels, während denen er ihn zum Gott erklärte. Ein Komet soll an diesem Tag zum Zeichen seiner Vergöttlichung am Himmel erschienen sein.

    Kleopatra hingegen mußte in der Zwischenzeit erleben, dass ihr Mitregent und Bruder ebenfalls erstochen aufgefunden wurde. Sie reiste ab und machte in Alexandria wenig später Kaisarion zu ihrem Mitregenten.

    Cicero dagegen, so erfahren wir später aus seinen vertraulichen Briefen, gibt in dieser Zeit die offizielle Haltung Roms gegenüber Kaisarion vor: Kaisarion existiert nicht.



    Habe gesehen, dass weitere Fragen auftauchten, vielen Dank! Das mit der Puppe und Caesar und Julia wird nun hoffentlich deutlicher, sie spielt auch später nochmal eine Rolle. Die Mutter Kleopatras hatte ncihts gegen die Puppe, weil Julia ja die Gatsgeberin war.

    Jesus ist laut Bibel in Bethlehem geboren. Josef und Maria ziehen jedoch je nach Evangelist (Lukas, bzw. Mathäus) von Nazareth nach Bethlehem, bzw. auf der Flucht vor dem Kindsmörder Herodes über Ägypten nach Nazareth. Das darf man also nicht so wörtlich nehmen.

    Hinweise zielen darauf ab, dass sie (Kleopatra) auf der Flucht vor Augustus von Ägypten nach Israel ziehen, der Kindsmörder Herodes bleibt gleich, auch Augustus ist Kindsmörder, meiner Meinung nach glaubte zuerst Herodes, er sei Gott und begann, seine Familienangehörigen ( = Kinder ) zu ermorden, Augustus - oder Teile seines Hofstaats - taten es ihm nach, aber das kommt noch ...

    Die Hasmonäerfamilien von Alexander und Alexandra werde ich später genauer beschreiben.

    Viel Spaß beim Weiterlesen, muss jetzt erst mal auf die Silvesterparty - und wünsche Euch einen guten ( nicht wörtlich gemeinten ) Rutsch.

  10. Avatar von Alles
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    Erleuchtung AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    Zur Emanzipation:

    Was ist zu tun gegen einen Vorgesetzten ( hier exemplarisch Augustus ), der Dich ignoriert, für den Du nicht existierst, Zudem werden schlechte Dinge über Dich erzählt. Soll ich Selbstmord begehen ( wie Kleopatra ) oder ins Exil gehen - was zu gesellschaftlichen Problemen führt - oder soll ich alles tun, um im Lande zu bleiben, versuchen, Augustus für mich zu gewinnen, die öffentliche Meinung zu drehen, meinen guten Ruf wieder herzustellen? Verbündete und Freunde finden? Unbeirrt weitermachen?

    Zur sinnlichen Schönheit Kleopatras:

    Keine Ahnung, ich habe sie nicht gekannt. Nach dem Motto I'm every woman und der phänomenologischen Methode ( = Rollenspiel ) kann ich nur versuchen, mich in ihre Lage zu versetzen - wahrscheinlich hat mich als kleines Mädchen der Film mit Elisabeth Taylor tief beeindruckt.

    Ihre Schönheit wird jedenfalls nach ihrem Tod und kurz vorher von der augusteiischen Propaganda ins Hässliche und Monströse verzerrt. Siehe dazu zwei weitere Beispiele in der Menschheitsgeschichte, in denen die Herrscherfamilien mit kleinen Kindern komplett ausradiert wurden: Marie-Antoinette und die Zarenfamilie: Der Pöbel musste sie hassen, aber entsprach ihr Bild genau der Wirklichkeit? Nein, es war haßverzerrt.

    Ihre Sinnliche Schönheit interpretiere ich mal volgendermaßen: Als Herrscherin von Ägypten wurde sie als Göttin verehrt ( Man darf ruhig anmerken, dass ihre Heimatstadt Alexandria damals das wirtschaftliche Haupthandelszentrum des Mittelmeerraumes war. Die großen Handelskarawanen zogen druch Alexandria. Griechisch war damals Weltsprache, die größte Bibliothek, die besten Wissenschaftler waren in Alexandria, sogar Buddhisten verkehrten dort, vergleichbar vielleicht mit dem heutigen New York und der dort ernannten Schönheitskönigin, die auch ein paar represäntative Pflichten haben wird ), ob sie nun schön war oder nicht: Sie representierte die Isis und im Mittelmeerraum gibt es weitere wibliche Gottheiten, die mit Isis gleichgesetzt wurden: Da gibt es Aphrodite, Venus, Aschtar, Artemis, Kybele, Magna Mater, alles Fruchtbarkeitsgöttinnen - daher sinnliche Schönheit. In den Heiligtümern dieser Gottheiten wurden nicht nur Kinder zur Welt gebracht, sondern auch sexuelle Aufklärung betrieben. Woher soll eine Frau wissen, warum ihr Bauch kugelrund wird - ist das nicht gefährlich? - Woher soll es erst recht ein Mann wissen, dem sowas nicht passiert? Die Menschen sollen ja nicht unfruchtbar sein. Uns es gibt immer Leute, zu denen sich nicht alles herumspricht.

    In Ägypten gab es Polygamie, d.h. Mann oder Frau konnten gleichzeitig heiraten, so viel sie wollten, man sehe auch die Darstellungen ägyptischer Bilder aus der Zeit: Die Oberkörper der Frauen waren oft nackt. Seitdem die ägyptische Isis zu christlichen Maria wurde, zeigt Maria meist nur noch ihre Brust (Mamma).

    In der Kunstgeschichte ist der Übergang von Kleopatra zu Maria also bereits vollzogen: Die bekannte Pose der nackten Isis, die ihr Kind säugt finden sich ab einem bestimmten Jahrhundert nur noch bei Maria-Darstellungen.

    Es ist ausserdem auffallend, dass Kleopatra in einer Reihe mit Eva und Maria genannt wird, wenn es um weibliche Archetypen geht, also hat auch die Psychologie die Transfomation einer jungen zur reifen Frau bereits vollzogen ( siehe Anima von C.G. Jung ).

    Was mich bei Kleopatras Selstmord gestört hat ist die Tatsache, dass sie eine Mutter von vier kleinen Kindern war! Welche Mutter würde freiwillig aus dem Leben treten?

    Kleopatra wurde verunglimpft, wenn ich sie wäre, würde ich mich im Grabe umdrehen - und die Sache wird nicht besser, wenn wir immer nur die augusteiische Propaganda wiederholen, nur weil sie als einzige offizielle Dokumente übriggeblieben sind.

    Wenn ich weitererzählen soll, bitte melden.


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