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  1. Avatar von Alaska
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    AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Irgendwie war sie wohl von Caesar beeindruckt, denn zwei Jahre später findet sie sich in Rom ein, zusammen mit Kaisarion, einem weiteren Bruder als Mitregent und dem Astronom Sosigenes, der bei der Umsetzung der Kalenderreform behilflich sein soll.
    Wissen wir denn schon genaueres über Kaisarions Vater?

    "Caesarion wird vom Großteil der modernen Forschung als einziger leiblicher Sohn Caesars angesehen, obwohl manche antike wie moderne Autoren an seiner Vaterschaft zweifelten. Der römische Feldherr erkannte Caesarion aber als seinen Sohn an und widersprach der Vaterschaft nie offiziell."

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Habe gesehen, dass weitere Fragen auftauchten, vielen Dank! Das mit der Puppe und Caesar und Julia wird nun hoffentlich deutlicher, sie spielt auch später nochmal eine Rolle. Die Mutter Kleopatras hatte ncihts gegen die Puppe, weil Julia ja die Gatsgeberin war.
    Die Rolle der Puppe gerade im Zusammenhang mit Emanzipation ist ja durchaus bedeutsam und wird auch immer wieder kontrovers diskutiert:

    "Angeboren oder anerzogen: Warum spielen viele Jungs lieber mit Autos und Mädchen eher mit Puppen? Wissenschaftler haben jetzt bei unseren nächsten Verwandten ebenfalls Geschlechtsunterschiede beim Spielverhalten entdeckt - was für eine biologische Vorliebe sprechen könnte."

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Was ist zu tun gegen einen Vorgesetzten ( hier exemplarisch Augustus ), der Dich ignoriert, für den Du nicht existierst, Zudem werden schlechte Dinge über Dich erzählt. Soll ich Selbstmord begehen ( wie Kleopatra ) oder ins Exil gehen - was zu gesellschaftlichen Problemen führt - oder soll ich alles tun, um im Lande zu bleiben, versuchen, Augustus für mich zu gewinnen, die öffentliche Meinung zu drehen, meinen guten Ruf wieder herzustellen? Verbündete und Freunde finden? Unbeirrt weitermachen?
    Moment, war Augustus nicht irgendwie Kleopatras Stiefsohn?

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Zur sinnlichen Schönheit Kleopatras:

    Keine Ahnung, ich habe sie nicht gekannt. Nach dem Motto I'm every woman und der phänomenologischen Methode ( = Rollenspiel ) kann ich nur versuchen, mich in ihre Lage zu versetzen - wahrscheinlich hat mich als kleines Mädchen der Film mit Elisabeth Taylor tief beeindruckt.
    Vielleicht können wir vermittels dieser phänomenalen Methode zunächst noch etwas über das Verhältnis von Kleopatra zu ihrer Mutter herausfinden, das wäre bestimmt sehr hilfreich.
    "But then I wouldn't know what to say."
    (Lou Doillon, I.C.U)

  2. Avatar von Alles
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    Erleuchtung AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    Zu den Puppen:
    Ich finde es nicht problematisch, dass Frauen ihrer Neigung nachgehen und gerne mit Puppen spielen. Es bereitet sie auf ihre Rolle als Mutter vor oder bringt sogar zum Ausdruck, dass sich eine Frau rein biologisch schon Kinder wünscht und sie davon abzuhalten, sich zu vermehren, wäre grausam.

    Dass sich eine Frau also entscheiden muss zwischen Karriere und Kind, ist grausam.

    Die Frage der Vaterschaft des Kaisarion war bis in die heutige Zeit hinein umstritten. Ich verfolge hier nur den Strang der Geschichte, der wie Perlen wie auf einer Schnur geradewegs zur Lösung des Rätsels um Jesus Christus führen könnte. Du zitierst richtig, dass Caesar mit hoher Wahrscheinlichkeit der Vater Kaisarions war. Caesar = römische Schreibweise; Kaisar = griechische Schreibweise.

    Angenommen, Jesus war wirklich der Sohn Caesars mit all den Konsequenzen und Verwicklungen, die ich noch schildern könnte, dann bringt die Bibel auf einfache Weise die wesentlichen Begebenheiten aus seiner Biographie auf den Punkt.

    Zu Kleopatras Mutter: Über sie ist wenig bekannt. Sie soll eine Priesterin gewesen sein. Da Ptolemaios Auletes erst spät zu seinem Thron kam, soll er sie außerdem schon vorher gekannt und geheiratet haben. Ptolemaios musste für den ägyptischen Thron die amtierende Pharaonin Kleopatra ( eine andere ) heiraten, wie gesagt, war in Ägypten die Vielehe erlaubt. Da ja irgendwoher das jüdische Blut des Jesus kommen muss, schließe ich rück, dass sie aus dem Haus des Antipater stammt und sie Ptolemaios in Kos beispielsweise kennengelernt hat, also irgendwo außerhalb Israels, vielleicht hatte sie dem Judentum entsagt und war vorübergehend Priesterin der Derketo in Askalon. In meiner Phantasie hat man ihr die Zunge herausgeschnitten, ich möchte dadurch nur auf die grausamen Rituale hinweisen, die zur damaligen Zeit durchgeführt wurden. Deswegen ist auch wenig von ihr bekannt. Sie liebt natürlich ihre Tochter über alles, war als Priesterin "berufstätig" und war allem neuem sehr aufgeschlossen. Puppen wurden übrigens im Kybele-Kult verwendet, aber dazu kommen wir später.

    Zu Augustus ( sorry, es ist so kompliziert, dass ich selbst nicht zu allem immer den Überblick habe ... ):
    Oktavius, der Neffe des Julius Caesar, wurde per Testament von diesem adoptiert. Er nannte sich fortan selbst Julius Caesar. Nachdem er alle Widersacher seiner Macht aus dem Weg geräumt hatte ( ca. 15 Jahre später ), ließ er sich Augustus ( = Der Erhabene ) nennen. So gesehen war er ihr Neffe, ihr Sohn und ihr "Mann". Er nannte sich nach der Adoption Gaius Julius Caesar, er war es also zu Beginn selbst, um dem gemeinen Volk den Übergang von einem zum anderen Herrscher zu vereinfachen, später nannte er sich Sohn des vergöttlichten Caesar.





    Liebe Freunde, so geht es weiter:

    Oktavius muss sich mit Markus Antonius und Lepidus die Macht in Rom teilen, wobei Lepidus Hohepriester wird. Markus Antonius nimmt Rücksicht auf den jungen Oktavius und übernimmt die schwierigeren Aufgaben der Staatsführung. Er bekommt die östlichen Teile des römischen Reiches zur Verwaltung zugeteilt. Oktavius muss sich nur um Rom kümmern.

    Um ihn mit den wichtigsten Aufgaben eines Staatsmanns vertraut zu machen, schlägt Antonius Oktavius vor zu heiraten. Antonius setzt hier also zur Befriedung auf gezielte Heiratspolitik. Die älteste Tochter von Antonius Frau Fulvia ist heimlich in Oktavius verliebt. Ihr Name ist Clodia. Leider schickt er sie nach nur wenigen Wochen wieder nach Hause. Antonius ist in den Osten abgereist und Fulvia übernimmt es, ihn in Rom zu vertreten. Dabei verstrickt sie sich nach und nach in einen Krieg gegen Oktavius, weil für den jungen Mann und die ältere Frau die Aufgabenaufteilung nicht klar war.

    Vergil kommt nach Rom und bittet Fulvia um Hilfe.

    Fulvia verliert den Krieg gegen Oktavius während Markus Antonius Kleopatra trifft und auch um Kaisarion besorgt ist. Er folgt ihr nach Alexandria und kann wegen starker Winterstürme Fulvia nicht zu Hilfe eilen. Er trifft sie in Athen, wo sie vielleicht mit ihrer Tochter an den Mysterienkulten in Eleusis teilnimmt. Clodia wird aufgeklärt. Fulvia stirbt kurz darauf in Antonius Armen.

    Antonius kommt nach Rom und erneuert das Bündnis mit Oktavius. Diesmal muss auch er ein Heiratsbündnis eingehen: Antonius heiratet Oktavia, die Schwester des Oktavius und letzterer heiratet Skribonia, die Nichte eines weiteren Widersachers, der in Kriegshandlungen verstrickt war.

    Oktavia jedoch bleibt ihrem Bruder Zeit ihres Lebens eher verbunden als ihrem Ehemann. Als Oktavia einmal ihre Hilfe anbot, erwartete er, dass sie Oktavius dazu bringen würde, die Truppen wie vereinbart zur Verfügung zu stellen, sie kam jedoch an mit einer lächerlichen Leibgarde.

    Oktavius wiederum verstieß Skribonia am Tag der Geburt seiner einzigen Tochter Julia. Er hatte die Frau seines Lebens gefunden: Livia, die bereits zwei Kinder hatte: Tiberius und Drusus. Sie war 10 Jahre jünger als Kleopatra.

    Diese half Antonius wirklich mit Truppen weiter.

    Die Babylonier, oder Parther, spielen eine große Rolle im östlichen Verwaltungsbereichs des römischen Reiches. Nicht nur sie führten räuberische Überfälle aus, es kam wenige Jahre zuvor zu einem größeren Gefecht zwischen Rom und Parthia, wobei Rom verlor und Parthien eine enorme Anzahl Kriegsgefangener machte. Diese zurückzuholen, war eine der größten Aufgaben zu der Zeit.

    Ein parthischer Spion führte Antonius Truppen beim ersten Gegenschlag in die Irre, weitere Bündnispartner waren nicht geneigt, rechtzeitig Truppen bereitzustellen, so dass auch der zweite Feldzug fehlschlug. Nach dem einzigen Feldzug ( gegen Armenien ), dem Antonius geglückt ist, verteilte er die östlichen Länder des römischen Reiches an seine und Kleopatras Kinder, die aufgrund ihrer Erziehung eher dazu geeignet waren, mit der östlichen Mentalität friedlich klarzukommen.

    Kaisarion war in der Zwischenzeit als Gott Horus angebetet, in der multikulturellen Kultur Alexandrias aufgewachsen. Er erhielt einen Lehrer: Nikolaos von Damaskus, ein Peripatetiker.

    Peripatetiker waren Schüler der aristotelischen Philosophie. Wir erinnern uns, dass der Lehrer von Alexander des Großen Aristoteles persönlich war und folgern daraus, dass man gerne aus Kaisarion einen zweiten Alexander machen wollte. Kaisarion war jedoch ähnlich wie Oktavius von einem ausgeprägt friedlichen Charakter.
    Wenn man ihn fragt, wie er zu Rom steht, sagt er: Mit Hilfe eines Anwalts werde ich meine römischen Bürgerrechte einfordern. Wer die ägyptische Mythologie kennt, wird erkennen, dass auch dies Analogien zur Osiris-Legende aufweist: Horus holt sich das Erbe seines Vaters von Seth zurück mit Hilfe des Richters Thot.

    Viele Grüße
    Alles

    --------------------- alles neu, macht der Mai
    Geändert von Alles (08.01.2011 um 17:20 Uhr)

  3. Avatar von Alaska
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    AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Zu Kleopatras Mutter: ... Sie liebt natürlich ihre Tochter über alles, war als Priesterin "berufstätig" und war allem neuem sehr aufgeschlossen.
    Prima.

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Zu Augustus ( sorry, es ist so kompliziert, dass ich selbst nicht zu allem immer den Überblick habe ... ): ...
    Ok, da wäre mein Vorschlag dann:

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Zur Emanzipation:

    Was ist zu tun gegen einen Vorgesetzten ( hier exemplarisch Augustus ), der Dich ignoriert, für den Du nicht existierst, Zudem werden schlechte Dinge über Dich erzählt. Soll ich Selbstmord begehen ( wie Kleopatra ) oder ins Exil gehen - was zu gesellschaftlichen Problemen führt - oder soll ich alles tun, um im Lande zu bleiben, versuchen, Augustus für mich zu gewinnen, die öffentliche Meinung zu drehen, meinen guten Ruf wieder herzustellen? Verbündete und Freunde finden? Unbeirrt weitermachen?
    Denn wie Du schon sagst:

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Was mich bei Kleopatras Selstmord gestört hat ist die Tatsache, dass sie eine Mutter von vier kleinen Kindern war! Welche Mutter würde freiwillig aus dem Leben treten?
    Und ...

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Kaisarion war jedoch ähnlich wie Oktavius von einem ausgeprägt friedlichen Charakter.
    Wenn man ihn fragt, wie er zu Rom steht, sagt er: Mit Hilfe eines Anwalts werde ich meine römischen Bürgerrechte einfordern. Wer die ägyptische Mythologie kennt, wird erkennen, dass auch dies Analogien zur Osiris-Legende aufweist: Horus holt sich das Erbe seines Vaters von Seth zurück mit Hilfe des Richters Toth.
    Das ist doch auch ein schönes Happy-End.
    "But then I wouldn't know what to say."
    (Lou Doillon, I.C.U)

  4. Inaktiver User

    AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    "Angeboren oder anerzogen: Warum spielen viele Jungs lieber mit Autos und Mädchen eher mit Puppen? Wissenschaftler haben jetzt bei unseren nächsten Verwandten ebenfalls Geschlechtsunterschiede beim Spielverhalten entdeckt - was für eine biologische Vorliebe sprechen könnte."
    @Alaska
    Äffinnen spielen auch lieber mit Puppen als mit Autos?

    Das ist doch auch ein schönes Happy-End.
    Diese Meinung teile ich

  5. Avatar von Alaska
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    AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Äffinnen spielen auch lieber mit Puppen als mit Autos?
    Anscheinend:

    "Eine frühere Studie am Yerkes National Primate Research Center in Atlanta hatte gezeigt, dass beim Rhesusaffen-Nachwuchs ähnliche Vorlieben zu finden sind: Bei der Wahl zwischen einem Stofftier und einem Spielzeugauto wählte der männliche Affennachwuchs fast ausschließlich das Auto, die Mädchen zeigten eine etwas größere Neigung für die Plüschtiere."

    Vermutlich waren einfach keine Cabrios dabei.
    "But then I wouldn't know what to say."
    (Lou Doillon, I.C.U)

  6. Inaktiver User

    AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    Besonders interessant finde ich die Stöckchen, die ins Nest getragen wurden, solange keine Jungen da waren
    Vielleicht ist ein Stöckchen heraus- und einem Wissenschaftler/einer Wissenschaftlerin auf den Kopf gefallen.
    Oder die Damen und Herren lesen zu viele Abhandlungen über die mangelnde Kinderliebe der Cleopatra

  7. Inaktiver User

    AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Kleopatra schenkte Julius Caesar einen ( nach ihm benannten ) Kalender nach Sonnenzeit. In Rom verwendete man bis dahin noch Mondkalender.
    Darüber bin ich gestolpert.

    Nicht sehr emanzipiert. Bzw. nicht so stimmig. Warum will Kleopatra den (weiblichen) Mond durch die (männliche) Sonne ersetzen?



    PS: Dass es in der BriCom nur einen Sonnen-, aber keinen Mondsmilie gibt, finde ich auch bedenklich



    PPS: Vielleicht regt Dich ja mein Avatar zu weiteren Geschichten an. Das Foto ist in der Nähe von Philae aufgenommen worden, einer Stätte, wo man den Wandel vom Isis- zum Marienkult sehr gut nachvollziehen kann. *toternst*
    Geändert von Inaktiver User (02.01.2011 um 01:46 Uhr)

  8. Avatar von Alles
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    AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    Hallo Colonna,
    hallo Alaska,
    hallo Mar-Lene
    und all Ihr anderen,

    vielen Dank für das schöne Foto.

    Ein Affen-Mädchen zieht vielleicht etwas Kuscheliges vor.
    Was tun die Jungen, wenn keine Cabrios da sind?

    Es dürfte ja hinreichend bekannt sein, dass Jungs längliche Gegenständen eigentlich den Vorzug geben, so als Phallus-Symbol, und Mädchen tun das auch?

    Letztenendes versteht nur ein Affe einen Affen ( hat mein Sohn heute über Nilpferde gesagt ).

    Ich habe das Happy-End echt gaanz lange auf mich wirken lassen, und kann nur sagen: es hat was.

    ...


    Die Sache mit dem Sonnenkalender ist eine historische Tatsache! Der julianische Kalender hat heute noch in den Ostkirchen Gültigkeit, da fällt Weihnachten auf den 7. Januar. Wir hier verwenden mittlerweile den gregorianischen Kalender, der wurde eingeführt, weil nach ca. 1600 Jahren ein paar Tage gefehlt hatten ( d.h. der astronomisch feststellbare kürzteste Tag des Jahres = Winterbeginn fiel nicht mehr mit dem 21.12. zusammen, sondern befände sich jetzt eben auch im Januar, dadurch wurde der Kalender für die Bauern unbrauchbar ) Mit dem gregorianischen Kalender ( eingeführt unter Papst Gregor ) wurden die Schalttage eingeführt, dadurch geht unser Kalender weniger nach.

    Das hat mit Feminismus so nicht viel zu tun, was interessiert mich als Frau, ausrechnen zu können, wann meine nächste Regel kommt? Der Mondzyklus wandert durch das Sonnenjahr, das sieht man u.a. daran, dass der Fastenmonat Ramandan durch das Jahr wandert, weil die Moslems noch einen Mondkalender haben ( 1 Mondzyklus entspricht einem Monat ).

    Der Sonnenkalender ist viel präziser, er legt den Beginn der Jahreszeiten beipielsweise in einem Sonnenzyklus fest ( 1 Sonnenzyklus entspricht einem astronomischen Jahr ). Für die Ägypter war es wohl extrem wichtig, den Zeitpunkt der jährlichen Nilüberschwemmung zu kennen, bzw. für alle Bauern ist es wichtig, den Zeitpunkt der Ernte, den Frühlingsbeginn, u.s.w genauer zu kennen.



    Hier geht die Geschichte mit einem weiteren sehr traurigen, weil kriegerischen Kapitel über Antonius Niedergang ( weil er Kaisarion-Anhänger war ) weiter:

    Während Antonius Ansehen in Rom sinkt, weil er Krieg auf Krieg verliert, gewinnt Oktavius durch seine permanente Anwesenheit in Rom an Macht und Einfluss. Er tut nichts, was dem Senat nicht gefällt. Der Senat jedoch wurde ziemlich kurz nach dem Tod des Julius Caesar gründlich "gesäubert", d.h. missliebige Senatoren wurden kurzerhand umgebracht und ihr Vermögen beschlagnahmt.

    Oktavius nutzte von Anfang an jede Gelegenheit, Antonius zu schlagen.

    Antonius verfügte in seinem Testament, dass er in Alexandria beerdigt zu werden wünscht und er erkennt Kaisarion als Sohn des Julius Caesar an. Er läßt sich von Oktavia scheiden.

    Oktavius bricht den Datenschutz und verbreitet den Inhalt von Antonius' Testament um Rom zu schützen in aller Öffentlichkeit. Antonius und Oktavius liefern sich eine verbale Schlacht, die schließlich in einen Bürgerkrieg münden sollte. Oktavius erklärte Kleopatra den Krieg.

    Die Freunde um Kleopatra beraten, wie sie dem begegnen sollten. Über Kaisarions Meinung ist nichts bekannt. Er war Mitregent und 17 Jahre alt. Sein damaliger Lehrer Nikolaos von Damaskus sollte viele Jahrzehnte später eine Augustus-Biografie verfassen, in der er Kaisarion mit keinem Wort erwähnt!

    Tatsache ist, dass er kurz vor Ausbruch des Krieges die Familie verlässt. War er mit der Strategie der Familie nicht einverstanden? Generäle wie Markus Antonius wollten natürlich kämpfen, doch der Krieg galt Ägypten und Kleopatra. Sie ließ sich nicht auf die Seite drängen. Berichte über diesen Bürgerkrieg in der Form der Schlacht bei Aktium beginnen mit der Darstellung von zögerlicher Verteidigung. Kann es sein, dass Kaisarion auch mitbestimmt hatte, wie die Schlacht ausgehen sollte?

    Welche Strategie kann man ihm empfehlen, wenn er als einzigartiger Herrscher in die Geschichte eingehen soll? Nun, er hatte eine militärische Ausbildung als Ephebe absolviert. Diese haben geschworen, die Hand nicht gegen einen Mitbürger zu erheben. Er war also gegen den Krieg. Selbst die Bücher der indischen Religionsgelehrten berichten von unvermeidlichen Kriegen zwischen Verwandten, aber Kaisarion bleibt hart: Dieser Krieg würde nicht stattfinden, es sollte kein Blut vergossen werden. Das gab es noch nie vorher in der Geschichte. Noch heute lesen wir über diese Schlacht, Kleopatra und Antonius hätten Fahnenflucht begangen ( von Kaisarion natürlich kein Wort ).

    Aber Kaisarion kannte sie alle, die Religionen oder Kulte seiner Zeit. Er wünschte nichts sehnlicher als die Menschen zu vereinen und dass sein Vater stolz auf ihn sein könnte. Sein Vater, der gnadenvolle ( clementia caesaris ) Gott Caesar.

    Sein Freund, Johannes aus Jerusalem war einmal zu Besuch gekommen, und sie hatten so oft zusammen "Taufe" gespielt. Die ägyptischen Priester trösteten den kleinen Kaisarion damit, dass sie ihn oft duschten, badeten oder tauchten, damit sich Kaisarion sicher sein konnte, dass sein Vater ihn liebt, denn in Rom galt ein Sohn nur als anerkannt, wenn der Vater das Kind beim ersten Bad in den Armen hält.

    Johannes war der Sohn der Alexandra. Beide Großväter des Johannes waren Brüder, der eine sollte König, der andere Hohepriester von Israel sein, aber sie hatten deswegen schon jahrelang Streit. Ihre Namen waren Hyrkan und Aristobul ( sorry, hatte mich anfangs verschrieben Aristobul war sein Name, nicht Alexander. Aristobul wurde von Gabinius verhaftet und nach Rom gebracht ). Ihre Kinder Alexandra und Alexander heirateten, aber vermochten ebenfalls nicht, Frieden zu stiften.

    Stattdessen wurde Antipater, der Vater von Herodes, ein einflußreicher Gouverneur in Israel. Nach Antipaters Tod heiratete Herodes die Schwester des Johannes, die 12-jährigen Mariamne.
    ... living next door to ...
    Geändert von Alles (12.01.2011 um 01:15 Uhr)

  9. Avatar von Alaska
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    AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Ein Affen-Mädchen zieht vielleicht etwas Kuscheliges vor.
    Was tun die Jungen, wenn keine Cabrios da sind?
    Sie nehmen die Bagger?

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Es dürfte ja hinreichend bekannt sein, dass Jungs längliche Gegenständen eigentlich den Vorzug geben, so als Phallus-Symbol, ...
    Naja, Stöcke eignen sich als Werkzeug oder Waffe ja auch besser als Plüschtiere. Und was Spielzeugautos angeht müssen die nicht unbedingt länglich sein, wenn ich mich recht erinnere.

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    ... und Mädchen tun das auch?
    Keine Ahnung. Die Anziehungskraft von Puppen scheint jedenfalls auch begrenzt zu sein:

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Kleopatra ist beeindruckt und verwirrt und läßt ihre Puppe liegen.
    Wie Du schon sagst:

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Letztenendes versteht nur ein Affe einen Affen ( hat mein Sohn heute über Nilpferde gesagt ).
    Versteh einer die Frauen.

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Der Sonnenkalender ist viel präziser, er legt den Beginn der Jahreszeiten beipielsweise in einem Sonnenzyklus fest ( 1 Sonnenzyklus entspricht einem astronomischen Jahr ). Für die Ägypter war es wohl extrem wichtig, den Zeitpunkt der jährlichen Nilüberschwemmung zu kennen, bzw. für alle Bauern ist es wichtig, den Zeitpunkt der Ernte, den Frühlingsbeginn, u.s.w genauer zu kennen.
    Dann war Kleopatra ja schon sehr emanzipiert, indem sie ökonomischem Pragmatismus den Vorzug vor besitzstandwahrenden Zuschreibungen gegeben hat.

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Hier geht die Geschichte mit einem weiteren sehr traurigen, weil kriegerischen Kapitel über Antonius Niedergang ( weil er Kaisarion-Anhänger war ) weiter:...
    Also ist das tragische Ende von Kleopatra und mutmasslich Kaisarion letztlich unvermeidlich gewesen?
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  10. Avatar von Alles
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    AW: Emanzipation: War Kleopatra Maria?

    Hi lieber Alaska,

    natürlich war Kleopatra emanzipiert. Wenn Königinnen nicht emanzipiert sind, wer dann? Wenn Königinnen keinen Überblick über das Staatsvermögen haben, wer dann?

    Emanzipation ? Wikipedia

    Letztlich ist es doch gleichbedeutende mit Unabhängigkeit ...

    Unemanzipiert finde ich die Version der Geschichte, die mit Kleopatras Selbstmord durch Schlangenbiss endet.

    Auch hatten Marie-Antoinette und die Zarenfamilie keine Chance, sich zu wehren, sie waren schließlich Gefangene des Pöbel. Aber dass die Auslöschung ihrer Familien mit einer Kulturrevolution einherging, war wenigstens klar:

    Marie-Antoinette war Opfer der "Aufklärung".
    Die Zarenfamilie war Opfer der "Februarrevolution", der Arbeiterbewegung, in Russland.

    Heute haben alle Kaiser abgedankt ( ich denke, der letzte, der sich noch in der intakten direkten Erbfolge sehen könnte, ist der spanische König ), Königsfamilien übernehmen nurmehr repräsenatative Pflichten, das Papsttum hat als einziges überlebt. Dies ist der Triumph der toten Kleopatra: Ihr Sohn hat als Religionsstifter reussiert.

    In jedem Fall war die Vernichtung der Herrscherfamilien zunächst ein Kulturschock, dessen Auswirkungen in den zeitgleich stattfindenden Revolutionen untergingen.

    Im Fall der Kleopatra fand keine Revolution statt, es war ein Kulturschock par excellence. Mit dem Sieg des Augustus, verschwand die amtierende "Wein- und Schönheitskönigin", die Repräsentantin der Fruchtbarkeitskulte im Mittelmeerraum war angegriffen worden und verschwunden, die jahrein-, jahraus-stattfindete ägyptische Maschinerie des ägyptischen, rituellen Feier des Jahresablaufs verlief zwar weiter, aber seine Macht war eingebüßt, Rom hatte gewonnen, kein Römer hatte sich bis jetzt getraut, allein Ägypten einzunehmen, denn wer Ägypten besiegt, wäre der reichste Römer überhaupt. Nur Oktavius wurde es erlaubt, weil der Senat so gegen Antonius und Kleopatra aufgebracht war.

    Es entstand ein Vakuum, vielleicht vergleichbar mit dem Tod des Elvis, der Diana, ein für so manchen unglaubliches Vorkommnis.

    Ein großer Verlust: der kleine "Rowdie" Oktavius mit seinen drei ebenso jugendlichen Beratern Maeceneas, Pollo und Agrippa greifen den ( eher bei älteren ) allseits beliebten Fruchtbarkeitskult an und reussieren und setzen NULL auf Kooperation.



    Du schreibst:
    Versteh einer die Frauen.
    Es geht darum, Mensch zu sein.
    Verständnis ist ein fortlaufender Prozess, und DU bist gefragt, nicht irgendein Dritter, der mal eben die Frauen verstehen soll.

    Kinderkriegen und Kindererziehen ist wohl das einzige, was Mann und Frau trennt: Frauen putzen und blödeln herum. Sie tun das für ihre Kinder. Sie machen für die Kinder den Weg frei. Und Kinderkriegen und Kindererziehen ist das, was Mann und Frau auch eint, denn zum Kindermachen gehören immernoch zwei, und wenn das klappt, ist es das größte Glück!

    Es geht darum, Kinder zu haben! Es geht um Rücksicht! Leider geht das nicht ohne die Frauen, lieber Alaska.




    ... und so geht die Geschichte weiter:

    Nach dem Tod des Antipater wurde Israel von den Parthern überfallen. Herodes, der gleichalt ist wie Oktavius, geht nach Rom und bittet die drei Machthaber Oktavius, Antonius und Lepidus um Hilfe. Oktavius setzt ihn als König von Israel ein und Antonius verspricht ihm Truppenhilfe. Tatsächlich können Antonius und Herodes Israel zurückerobern und Herodes nimmt den Thron ein. Er heiratet Mariamne. Deren Mutter Alexandra, die aus einer alten Hohepriester-Familie stammt, bittet Herodes, ihren Sohn Johannes als Hohepriester einzusetzen. Herodes hatte zunächst einen jungen Parther eingesetzt. Nach Fürsprache durch Kleopatra und Antonius, der aber eigentlich meint, der König könne tun und lassen, was er will, setzt er widerwillig Johannes als Hohepriester ein. Sein Großvater Hyrkan, dem ein Ohr abgeschnitten worden war, kommt deswegen zurück aus Babylonien ( Babylonien liegt auf dem Gebiet der Parther ). Der junge Johannes ist ein begeisterter Verfechter der Taufe und allseits beliebt. Leider lässt ihn Herodes ( als Badeunfall getarnt ) in einem Brunnen ertränken. Dieses war sein erster Mord.

    Alexandra und ihre alte Freundin Kleopatra sind daraufhin unversöhnlich gegen ihn aufgebracht.

    Ein anderer Parther wird also Hohepriester, seine junge Frau Mariamne lebt in Todesangst.

    Lieber Alaska, du schreibst:

    Also ist das tragische Ende von Kleopatra und mutmasslich Kaisarion letztlich unvermeidlich gewesen?
    Das tragische Ende war vorhersehbar. Ich merke mir an dieser Stelle immer das Märchen Dornröschen. Ein Fluch lag seit ihrer Geburt auf Dornröschen, weil die böse Fee nicht zur Geburtstagsfeier eingeladen werden konnte ( es fehlte ein Teller ). Die Eltern tun alles, um den Fluch abzuwenden, aber sie schaffen es nicht: An ihrem 18. Geburtstag sticht sich Dornröschen mit der (Schicksals-)Spindel und die ganze Welt fällt in einen 100-jährigen Schlaf.



    Hier nun als die Beschreibung der Vorlage:
    Währenddessen diskutieren Kleopatra und Antonius weiter über den bevorstehenden Krieg. Sie taten auch in den vergangenen Jahren alles, um die vorhersehbar bevorstehende Konfrontation zwischen Oktavius und Kaisarion abzuwenden. Antonius, der nur an militärischen Maßstäben gemessen wird, ist dafür, die Schlacht zu schlagen und zu gewinnen, aber er kann auch vernünftig mit Kaisarion reden und versteht letztlich dessen Einwände. Antonius hat sich selbst nie als Herrscher über den Osten gesehen, er wollte alles den Kindern, insbesondere Kaisarion, überlassen, dem er sich als einziger Sohn des Julius Caesar und dessen Testamentsvollstrecker verpflichtet fühlt. Also wird die Flucht geplant. Allen ist klar, dass der Gewinner des Krieges über Ägypten und den Osten des römischen Reiches herrschen wird. Viele möchten mit ihrem Leben dafür einstehen, aber Kaisarion verbietet jegliches Blutvergießen, schließlich hat es Oktavius nur auf ihn abgesehen.

    Wenn Oktavius nicht hören will, so soll er fühlen und den Osten bekommen und sehen, was er davon hat.

    Antonius beauftragt Herodes, die Nabatäer rund um die Felsenstadt Petra zu besiegen. In Petra halten sich Flüchtlinge auf. Es ist zwar der offizielle Handelsweg nach Osten, deren Passage mit hohen Zöllen verbunden ist, jedoch beschützt der König von Petra jeden seiner Gäste und hat ein regelmäßiges Einkommen.

    Der König der Parther wird über die bevorstehende Schlacht informiert, es standen alle drei Herrscher und Herrscherinnen mit ihm in Briefkontakt. Nach wie vor, müssen die römischen Kriegsgefangenen aus Parthien freikommen. Alexander Helios, der damals 9 Jahre alt war und dem Parthien versprochen worden war, geht mit parthischen Verbündeten in die Ländereien seiner jungen Verlobten Iotape von Media Atropatene und führt in den folgenden Jahren unter dem Thronnamen Tiridates Krieg gegen die Parther von Nord-Osten her.

    Antonius, Kleopatra und die anderen beiden Kinder Kleopatra-Selene, die Zwillingsschwester des Alexander-Helios und Philadelphos ziehen nach der verlorenen Schlacht von Aktium nach Petra und verbringen die kommenden fünf Jahre in der Felsenstadt. Anschließend würden er und seine Schwester zurück in die Zivilisation zu ihrer Tante Oktavia, die bereits wieder ihre Hilfe angeboten hatte, zurück nach Rom ziehen, aber nicht als Kriegsgefangene, sondern erhobenen Hauptes mit einer Geisel, nämlich einem Sohn des Partherkönigs Phraates, im Gepäck.

    Kaisarion dagegen zieht ebenfalls bereits vor der Schlacht zimbelklappernd mit buddhistischen Mönchen nach Indien, weil er schon immer mal die Edikte des Ashoka bestaunen wollte.

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