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    AW: Männer wollen ihre Kinder nicht hüten

    Mir scheint, Hans Dampf, wir sind auf vielen Gebieten dabei, die Fehler des Ostblocksozialismus hier zu wiederholen.
    Wäre ja auch gelacht, würde der Mensch irgendetwas aus der Geschichte lernen.

    Das einzige, was man aus der Geschichte lernen könne, sei, dass man nichts aus ihr lerne, meinte Karl Kraus.
    Cum grano salis

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    AW: Männer wollen ihre Kinder nicht hüten

    Zitat Zitat von arouet58 Beitrag anzeigen
    Mir scheint, Hans Dampf, wir sind auf vielen Gebieten dabei, die Fehler des Ostblocksozialismus hier zu wiederholen.
    Wäre ja auch gelacht, würde der Mensch irgendetwas aus der Geschichte lernen.

    Das einzige, was man aus der Geschichte lernen könne, sei, dass man nichts aus ihr lerne, meinte Karl Kraus.
    Ich glaube nicht, daß hier Fehler wiederholt werden. Ich halte es für eine zwangsläufige Entwicklung. Gesellschaften, die sich egalisieren, emazipieren und individualisieren, bei gleichzeitiger Unterwerfung unter das Diktat des Marktes/Geldes (also die Kombination Demokratie und hochentwickelter Kapitalismus), stehen vor dem Problem, die private und die berufliche Erlebniswelt immer mehr miteinander zu verquicken. Die Anforderungen der Arbeitswelt bestimmen immer stärker auch unser Privatleben, die Antwort darauf (als Lebensentwurf) wird aber immer ein individueller sein. Lebenssinn-Definition über die Erwerbsarbeit (im Sinne von Sicherheit und Befriedigung) wird die Spannungen im privaten Lebensbereich weiter verstärken und gerade die kritische Ressource ZEIT immer weiter verknappen. Delegation von Erziehung und Betreuung ist daher eine absolut naheliegende Strategie.

    Hans
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    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

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    AW: Männer wollen ihre Kinder nicht hüten

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Die Anforderungen der Arbeitswelt bestimmen immer stärker auch unser Privatleben, die Antwort darauf (als Lebensentwurf) wird aber immer ein individueller sein. Lebenssinn-Definition über die Erwerbsarbeit (im Sinne von Sicherheit und Befriedigung) wird die Spannungen im privaten Lebensbereich weiter verstärken und gerade die kritische Ressource ZEIT immer weiter verknappen. Delegation von Erziehung und Betreuung ist daher eine absolut naheliegende Strategie.

    Hans
    War das denn im ehemaligen Ostblock nicht ähnlich?
    Abgesehen vom "individuellen" Lebensentwurf, der so individuell bei uns ja nicht ist.
    Wir betreiben Selbstkollektivierung durch gesellschaftlichen Konformismus, haben die Stasi und die Massenorganisationen internalisiert und erzielen damit auch ein erstaunliches Maß an Einheitlichkeit.

    Ich habe, im Gegensatz zu Dir, dort nie gelebt, kann nur als Beobachter schreiben.

    Auch dort wurde die private Zeit verknappt, aus ideologischen Gründen (je weniger Privatheit, desto totaler die öffentliche Kontrolle durch und in gesellschaftlichen Organisationen) und durch die niedrige Produktivität, die die Mobilisierung eines jeden Arbeitsfähigen für die Erwerbsarbeit erzwang.
    Auch dort suchte man die Lösung in ausgelagerter Kinderbetreuung.
    Den arbeits-und aktivismuspflichtigen Eltern blieb nichts anderes übrig, als ihre Kinder ebenfalls zu "kollektivieren" und enteignen zu lassen.

    Bei uns ist es der Zwang zu hoher Produktivität, der zum selben Ergebis führt: Es fehlt Eltern die Zeit, ihre Kinder im familiären Rahmen zu betreuen.
    Und manchen fehlt der Wille, weil bei uns keine Ideologie, keine Religion mehr Lebenssinn stiftet, sondern materieller Konsum als Sinnsurrogat, als Opium dienen muss, das die Sinnfrage betäubt, das Loch in der Seele füllt.

    Obwohl gerade Kinder dies doch leisten könnten: Sinn stiften, für Väter und Mütter.
    Geändert von arouet58 (03.03.2010 um 10:44 Uhr)
    Cum grano salis

  4. gesperrt

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    AW: Männer wollen ihre Kinder nicht hüten

    Zitat Zitat von arouet58 Beitrag anzeigen
    Den arbeits-und aktivismuspflichtigen Eltern blieb nichts anderes übrig, als ihre Kinder ebenfalls zu "kollektivieren" und enteignen zu lassen.
    Och ne, wieder diese alte und olle Kamelle, sprich die ach so allgemeine Opferrolle. Also immer wieder der ach so „arme“ Mensch, der sich in jeder Gesellschaft doch nur immer und stetig verpflichten lassen muss, unabhängig von seinem eigenen Denken und Wollen.

    Meine Güte – ja, geht’s noch? Merkst Du eigentlich, dass Du das Tun aller s. g. Enteigner und Zwangskollektivierer mit solchen Worten sogar noch legalisierst, bzw. entschuldigst?

    Zitat Zitat von arouet58 Beitrag anzeigen
    Ich habe, im Gegensatz zu Dir, dort nie gelebt, kann nur als Beobachter schreiben.
    Ach ne, als s. g. Beobachter – ja, also die sind ja dann besonders wichtig und gesellschaftsrelevant. So lange sie selbst nicht betroffen sind oder jemals waren. Direkt.

    Zitat Zitat von arouet58 Beitrag anzeigen
    Bei uns ist es der Zwang zu hoher Produktivität, der zum selben Ergebis führt: Es fehlt Eltern die Zeit, ihre Kinder im familiären Rahmen zu betreuen.
    Und manchen fehlt der Wille, weil bei uns keine Ideologie, keine Religion mehr Lebenssinn stiftet, sondern materieller Konsum als Sinnsurrogat, als Opium dienen muss, das die Sinnfrage betäubt, das Loch in der Seele füllt.
    Es scheint, Du schreibst hier abwechslungsweise dann doch mal aus ganz eigener Erfahrung … Selten aber irgendwie auch sehr interessant!

    Zitat Zitat von arouet58 Beitrag anzeigen
    Obwohl gerade Kinder dies doch leisten könnten: Sinn stiften, für Väter und Mütter.
    Sie könnten es nicht nur, sondern sie tun es auch, wenn sie Väter und Mütter haben, die dieser Bezeichnung auch gerecht werden. Und das sehen dann doch sehr viele Väter und Mütter. Und die schränken sich und vor allem dadurch auch ihre Kinder nicht ein. In dem was sie wirklich wollen und für sinnvoll erachten.

    Aber das ist natürlich auch von der Sichtweise abhängig verbunden mit den eigenen Erfahrungen. Denn will man nur schwarz sehen, sieht man auch nur schwarz. Schon auch sehr bedauerlich, aber letztendlich dann auch nicht zu ändern.

    Und ich denke, trotz all der Bedauerlichkeit muss man daher auch solchen Menschen wie Dir eine Plattform bieten. Sei es nur hier, wo eh keiner mehr auf SO WAS antwortet … außer … naja … ich …
    Geändert von LaTanga (04.03.2010 um 22:06 Uhr)

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    AW: Männer wollen ihre Kinder nicht hüten


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    AW: Männer wollen ihre Kinder nicht hüten

    Zitat Zitat von LaTanga Beitrag anzeigen
    Sehen wir auf's Positive.
    Manchmal lassen sich Kinderchen auch von Schlimmerem kaum beeindrucken.
    Muss man da nicht viel eher die Eltern bedauern?
    Geändert von arouet58 (05.03.2010 um 04:06 Uhr)
    Cum grano salis

  7. gesperrt

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    AW: Männer wollen ihre Kinder nicht hüten

    Zitat Zitat von arouet58 Beitrag anzeigen
    Sehen wir auf's Positive.
    Wenn es denn möglich ist ...

    Muss man da nicht viel eher die Eltern bedauern?
    Ich denke nein!

    Denn Kinder werden doch sehr von ihren Eltern und deren Ansichten geprägt. Früher oder später und ob sie nun wollen oder nicht. Und genau das sollte man gerade bei diesem Thema nicht aus den Augen verlieren … als Vater oder Mutter und nicht als Kind.

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