Hallo ihr Lieben!
Ich stecke gerade in einer kleinen Zwickmühle fest... meine bessere Hälfte und ich sind momentan räumlich von einander getrennt- er ist in den USA, ich verweile bis Anfang November noch hier im grauen Deutschland, bevor ich dann zu ihm nachkomme.
Nun erzählte mir seine Mutter vor zwei Tagen bei einem Gespräch, dass eine enge Freundin der Familie (ihr Sohn ist mit meinem Freund aufgewachsen- sie sind sehr eng befreundet) die Diagnose Brustkrebs bekommen hat - direkt nach der Untersuchung wurde sie wohl schnurstracks zur ersten Chemo eingeliefert.
Nun bat mich "Schwiegermama" inständigst, meinem Freund vorerst nichts davon zu sagen sondern zu warten, bis ich persönlich bei ihm in den USA bin - er würde sich in ihren Augen sonst so große Sorgen machen und auch Angst um seine eigene Mutter bekommen.... ganz ehrlich? So schätze ich ihn halt überhaupt nicht ein - sicherlich wäre er betroffen - aber es würde ihn in seinem Alltag bei Weitem nicht so mitnehmen und belasten, wie seine Mutter das befürchtet...
Was mache ich denn nun? Soll ich es ihm per Telefon sagen, soll ich wirklich warten, bis ich bei ihm in den USA bin oder soll ich warten, bis seine Mutter es ihm von sich aus sagt??
Was würdet ihr machen?? Ich telefoniere jeden Tag mit ihm - ich HASSE es, Geheimnisse vor ihm zu haben- wir haben auch die Abmachung, einander immer ALLES zu erzählen... aber was, wenn seine Mutter ihn in solch einer Situation wirklich besser einschätzen kann und ich ihn mit der Nachricht wider Erwartens doch so sehr belasten würde, dass ich mir letztenendes doch nur Vorwürfe machen würde, es ihm gesagt zu haben und jetzt nicht für ihn da sein zu können? *haarerauf* Hilfe!!!![]()
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Ergebnis 1 bis 10 von 37
Thema: Zwickmühle
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12.10.2008, 12:52
Zwickmühle
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12.10.2008, 13:13Inaktiver User
AW: Zwickmühle
Warum erzählt sie es dir dann?
Zitat von hyppolita
Und ihr Sohn würde dann auch Angst um sie bekommen? Finde ich ja an den Haaren herbeigezogen. Ist wohl ihr Wunschdenken.
Ich halte nichts von schlecht begründeten "Schweigepflichten". Ist total unfair. Ich würde mich nicht dran halten.
Nur wenn sie selber Krebs hätte, aber das ist ja eine ganz andere Geschichte.
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12.10.2008, 13:18Inaktiver User
AW: Zwickmühle
Mir fällt grad noch ein, dass dieses Argument jemanden "nicht belasten" zu wollen, in den meisten Fällen doch beleidigend ist. Die betreffende Person möchte meistens selber entscheiden, ob sie es belastend findet oder nicht.
Das ist ein Stück weit eine Entmündigung und gerade wenn eine Mutter das auch noch macht. Er ist doch kein kleines Kind mehr!
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12.10.2008, 13:21
AW: Zwickmühle
Danke, Stefania, du hast mir die Worte aus dem Mund genommen.
Zitat von Inaktiver User
M.E. steckt hinter einem solchen Verhalten eine ordentliche Portion Kontrollsucht.
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Der Kopf ist rund, damit das Denken
die Richtung wechseln kann
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12.10.2008, 13:21
AW: Zwickmühle
Nichts natürlich. Sie hat Dir etwas im Vertrauen erzählt und Dich gebeten, es für Dich zu behalten. Also wird es auch nicht erzählt, dazu gibt es für mich gar keine Alternative
Zitat von hyppolita
Hossa Hase
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12.10.2008, 13:33Inaktiver User
AW: Zwickmühle
Ich würde tun, was ich immer tue, wenn mich jemand um etwas bittet, das ich nicht tun kann oder möchte:
Es freundlich, aber bestimmt ablehnen.
Erkläre Deiner "Schweigermutter", wir ihr derlei handbhabt und biete ihr an, das sie es ihm ja selbst erzählen kann, wenn sie meint, daß dies für Sohnemanns zarte Seele besser sei.
Mit einer Frist, daß zu tun, bevor Du es tust.
Mein Eindruck:
Entweder "Schweigermutter" pflegt ein sehr seltsames Bild von und Verhältnis zu ihrem Sohn.
Das wäre deren Problem.
Oder sie testet Deine Loyalität.
Das wäre dann Dein Problem.
Ein anderer Weg wäre dieser:
Erzähl es Deinen Freund inklusive dessen, worum seine Mutter Dich gebeten hat. Und lass ihn entscheiden, ob und wie er das mit seiner Mutter klären möchte.
Es spielt zwar vermutlich (hoffentlich) keine Rolle für Deine Entscheidung, aber ich glaube nicht, daß diese Form der Darreichung dieser Nachricht und die Verfügbarkeit Deines Trostes für ihn entscheidend ist.
Und mal andersherum:
Angenommen, diese Frau ist ihm persönlich wichtig und verstirbt nun innerhalb weniger Wochen, ohne daß er von ihrer Krankheit erfahren hätte. Dann könnte er Dir zum Vorwurf machen, daß Du es ihm nicht gesagt hättest. Er wäre sonst nämlich rübergeflogen, um Abschied zu nehmen.
Wolltest Du dann argumentieren:
"Aber Deine Mutter hat gesagt ..."?Geändert von Inaktiver User (12.10.2008 um 14:36 Uhr)
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12.10.2008, 13:46Inaktiver User
AW: Zwickmühle
Ja, Drachenbraut. Kontrollsucht. Der Sohn wird sich bedanken für so eine Bevormundung.
Oder glaubt jemand ernsthaft daran, dass er sagen wird:"Ach, die liebe Mutti, macht sich immer Sorgen um mein Seelenleben. War genau richtig von dir, Schatz, mir nichts zu sagen. Mutti weiß schon wie ich ticke."
Sehr gut!
Zitat von Inaktiver User
Auf solche Szenarien kommt man eben, wenn man weiter denkt, als Mutti es gerne hätte.
Wir haben gelernt uns von unserer eigenen Mutter abzunabeln und wollen uns doch jetzt nicht in irgendwelche Fallstricke einer dominanten Schwiegermutter verstricken.
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12.10.2008, 14:04
AW: Zwickmühle
Das ist ja genau mein Problem - Schwiegermama versucht ständig, ein Bild ihres Sohnes zu bewahren und sich selbst vorzugaukeln, so wie sie ihn gern hätte.... dieses Saubermann - Image fängt aber in jeglicher Lebenslage sehr stark an zu bröckeln, sobald er Muttis Haus verlässt...
Nur verunsichert sie mich mit ihrem "ICH kenne ihn da nämlich" total - weil ich mit ihm noch nie in solch einer Situation war und ihn da nicht 100%ig einschätzen kann...
ich kann ihm aber auch einfach nix vormachen - wenn er mich am Telefon fragt, was es neues gibt, etc... ich kann da doch jetzt drei Wochen lang nicht "och- nix..." sagen und dann drüben damit rausplatzen, ihn drei Wochen lang angelogen zu haben...
grrrrr- immer diese Schwiegermonster- die machen doch nix als Ärger!! *grummel*
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12.10.2008, 14:04
AW: Zwickmühle
... u.a. könnte es auch ein "Test" sein, in wie weit Du "verbündungsfähig" bist, "Geheimnisse" nicht weiter erzählst und wie weit Du "auf ihre Seite zu bringen bist" ... .
... Natürlich würde Deine Schwiegermama dieses NIE zugeben
...
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12.10.2008, 14:18Inaktiver User
AW: Zwickmühle
Dann wirds Zeit, dass er seiner Mutti mal reinen Wein einschenkt. Er ist doch schon länger über 18 Jahre, oder?
Zitat von hyppolita
Mmh, mmh, sie meint ihn zu kennen. Aber wenn er bei ihr eine bestimmte Rolle spielt, was du ja angedeutet hast, dann kennt sie ihn ja doch nicht.Nur verunsichert sie mich mit ihrem "ICH kenne ihn da nämlich" total
Warum verunsichert dich das dann?
Ja, aber du möchstest doch die Erfahrung gerne selber machen und dir nicht alles vorkauen lassen, oder?weil ich mit ihm noch nie in solch einer Situation war und ihn da nicht 100%ig einschätzen kann...
Konfrontiere mal deine Schwiegermutter mit diesen Bedenken. Wäre mal interessant zu erfahren, wie sie drauf reagiert.ich kann ihm aber auch einfach nix vormachen - wenn er mich am Telefon fragt, was es neues gibt, etc... ich kann da doch jetzt drei Wochen lang nicht "och- nix..." sagen und dann drüben damit rausplatzen, ihn drei Wochen lang angelogen zu haben...
Und frage sie doch mal, ob sie auch immer alles brav getan hat, worum ihre Mutter oder Schwiegermutter sie gebeten hat.


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