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  1. Registriert seit
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    Frage Männer-Nomadin oder nur zu faul zur Beziehungsarbeit?

    Hallo,

    ich (29) bin seit 4 Jahren mit meinem Freund (33) zusammen, davon das letzte Jahr in einer gemeinsamen Wohnung. Ich hatte vorher schon zwei mehrjährige Beziehungen, er nur so zwei 3-Wochen-Geschichten. Am Anfang waren wir furchtbar verliebt, alle beide, das kannte ich von meinen vorherigen Beziehungen so absolut nicht. Ich konnte mir tatsächlich vorstellen, dass er "es" einfach ist.

    Seitdem wir zusammen wohnen ist natürlich ein bisschen der Alltag eingekehrt - logisch, so ist das nun mal, man kann ja nicht immerzu nur Schmetterlinge im Bauch haben, das hält ja keiner aus. Und trotz aller guten Vorsätze und bewusst gestalteter schöner Abende/Wochenenden hat sich irgendwie über das letzte Jahr schleichend so eine Art WG-Atmosphäre eingeschlichen - aus MEINER Sicht zumindest. Wir verstehen uns super, streiten uns nie, lachen viel miteinander - aber wie eine Beziehung fühlt es sich nicht mehr an, sondern mehr wie ein wirklich guter Freund. Das Kribbeln ist nicht nur weg, sondern durch totale Gleichgültigkeit ersetzt. Er weiß von meinen Zweifeln und ist total verzweifelt, sagt er liebt mich wie am ersten Tag und so weiter. Was die Situation nicht leichter macht, da ich ihn als Menschen sehr schätze und mir die Geschichte total leid tut.

    Ich habe schon zweimal in meinem Leben Schluss gemacht nach 3-4 Jahren, weil genau diese Gleichgültigkeit einsetzte und ich die Männer immer nur noch als Menschen mochte, nicht aber mehr als Mann/Partner. Und weil ich jedesmal dachte, dass 1. sie es nicht verdient haben nicht richtig geliebt zu werden und 2. dass es für mich besser wäre alleine zu leben als in so einer Zweckgemeinschaft. Über die Problematik des Überredungs-Sex will ich hier mal gar nicht erst reden...

    Leute, bin ich vielleicht so eine Art Beziehungs-Nomadin, die auf lange Sicht immer wieder kalte Füße kriegt und weiterziehen muss? Gibt es sowas?
    Oder habe ich einfach noch nicht den richtigen Mann getroffen und sollte meinen aktuellen Freund "freigeben", damit er und ich getrennt unser Glück finden können?
    Oder bin ich bloß ne verwöhnte Göre, die einen wunderbaren Menschen nicht wertschätzen kann und einfach nicht begreift, dass diese Entwicklung in einer Beziehung normal ist und dass das immer immer wieder passieren würde, egal wie fantastisch der nächste Mann wird?

    Über jegliche Denkanstöße wäre ich dankbar!

    Grüße von Kaiona

  2. Avatar von brighid
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    AW: Männer-Nomadin oder nur zu faul zur Beziehungsarbeit?

    nach 3-4 jahren, vorallem wenn ihr zusammenlebt- da kommt zwangsläufig der alltag.

    verliebt bedeutet: dein hirn ist mit glückshormonen überschwemmt, ähnlich wie rauschgift. das würdest du längerfristig gesundheitlich garnicht aushalten. vergleichbar auch mit unter dauerstrom.

    deshalb ist es völlig normal, dass sich das verändert.
    zu anfang ist es verliebt. liebe ist es- wenn du gemeinsam probleme und alltag bewältigst und dem andern zugetan bist.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

  3. Inaktiver User

    AW: Männer-Nomadin oder nur zu faul zur Beziehungsarbeit?

    was machst Du, was macht Ihr, damit die Sache lebendig bleibt?

    gibt es immer größere Nähe, immer mehr Tiefe, immer vertrautere Gespräche? Entdeckst Du immer mal wieder etwas Neues an ihm - oder meinst Du, ihn in- und auswendig zu kennen?

    warum streitet Ihr nie? (das ist für mich kein Qualitätsmerkmal einer Beziehung!)

    es klingt so, als bleibet Ihr ziemlich an der Oberfläche.

    Gruß, Leonie


  4. Registriert seit
    31.08.2008
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    AW: Männer-Nomadin oder nur zu faul zur Beziehungsarbeit?

    Hallo Leonie,


    Zitat Zitat von Inaktiver User
    was machst Du, was macht Ihr, damit die Sache lebendig bleibt?
    Wir versuchen trotz unserer jeweils ziemlich zeitaufwändigen Arbeit und den sonstigen Interessen (Sport, Musik) so oft wie möglich abends gemeinsam zu kochen und dabei zu plaudern, also uns bewusst Zeit einzuräumen. Oder fahren mal ein paar Tage in den Urlaub. Oder gehen am Wochenende mal luxuriös frühstücken oder so.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    gibt es immer größere Nähe, immer mehr Tiefe, immer vertrautere Gespräche? Entdeckst Du immer mal wieder etwas Neues an ihm - oder meinst Du, ihn in- und auswendig zu kennen?
    Hm, ja, es stimmt schon dass ich das Gefühl habe ich voll und ganz zu kennen bzw. nichts neues mehr entdecken zu können. Aber ist das automatisch schlecht, wenn man sich so gut kennt?


    Zitat Zitat von Inaktiver User
    warum streitet Ihr nie? (das ist für mich kein Qualitätsmerkmal einer Beziehung!)
    Da hast Du absolut Recht. Ich habe das neulich auch schon mal bemängelt, dass es ja gar nicht sein kann dass immer alles perfekt ist, und dass es vielleicht von einer gewissen Gleichgültigkeit und Harmoniesüchtigkeit zeugt, wenn man sich nie streitet. Aber seine Antwort war, dass ich doch verrückt sei nach Streitpunkten zu suchen wenn es keine gäbe.
    Natürlich gibt es mal Diskussionspunkte. Z.B.: er will "irgendwann schon mal" Kinder, ich kann's mir absolut nicht vorstellen - aber das Thema ignorieren wir halt einfach ganz gut, weil's ja keine zeitlich brennende Frage ist.

    Grüße von Kaio

  5. Inaktiver User

    AW: Männer-Nomadin oder nur zu faul zur Beziehungsarbeit?

    Zitat Zitat von Kaiona79
    Natürlich gibt es mal Diskussionspunkte. Z.B.: er will "irgendwann schon mal" Kinder, ich kann's mir absolut nicht vorstellen - aber das Thema ignorieren wir halt einfach ganz gut, weil's ja keine zeitlich brennende Frage ist.

    Grüße von Kaio



    kein Wunder, dass Ihr Euch nicht ganz aufeinander einlasst und die Luft rausgeht.



    Hm, ja, es stimmt schon dass ich das Gefühl habe ich voll und ganz zu kennen bzw. nichts neues mehr entdecken zu können. Aber ist das automatisch schlecht, wenn man sich so gut kennt?
    es zeigt, das man an der Oberfläche bleibt - und dass man nicht mehr genau hinschaut und sich nicht wirklich für den anderen interessiert, ihn immer besser und tiefer kennenzulernen.

    man kann keinen Menschen so gut kennen, dass es nichts Neues zu entdecken gibt - so gut kennt man sich ja selbst nicht. Und wir verändern uns doch fortlaufend.


    Und ansonsten empfehle ich Dir folgenden Thread:

    Harmoniefalle

    Man muss keine Reibungspunkte suchen - aber wenn man immer mehr in die Tiefe kommt, wenn die Sache lebendig und in Bewegung ist - dann gibt es immer mal wieder welche.

    Gruß Leonie

    (die schon eine ganze Weile verheiratet ist)

  6. AW: Männer-Nomadin oder nur zu faul zur Beziehungsarbeit?

    Natürlich gibt es mal Diskussionspunkte. Z.B.: er will "irgendwann schon mal" Kinder, ich kann's mir absolut nicht vorstellen - aber das Thema ignorieren wir halt einfach ganz gut, weil's ja keine zeitlich brennende Frage ist.
    Zitat Zitat von Inaktiver User

    kein Wunder, dass Ihr Euch nicht ganz aufeinander einlasst und die Luft rausgeht.
    Wie ist das denn gemeint?
    Was wäre denn deiner Ansicht nach das richtige Verhalten in so einer Situation?

    Hier sieht es nämlich ähnlich aus:
    Freund will auf jeden Fall mal Kinder, mindestens 1 besser 2. Und eigentlich will freund das auch einigermaßen bald, sprich bis er 30 ist (ist jetzt fast 28).
    Ich weiß nicht, ob ich überhaupt irgendwann mal Kinder will - aber auf gar keinen Fall bevor ich 30 bin (bin jetzt grad 27)

    Tja, was tun? Klar können wir das jetzt jeden Tag ausdiskutieren - aber wozu?
    Das Thema Kinder ist ein Thema, was keine Kompromisse duldet. Gehören sie zu seinem Lebensglück fest dazu und behindern sie meines, wird es wohl keinen gemeinsamen Weg geben - was nach über 12 Jahren Beziehung sehr bitter wäre.
    Aber das zeigt sich DANN wenn es akut wird - deshalb müssen wir uns ja jetzt nicht schonmal vorsorglich streiten und trennen

    Wir warten einfach - entweder stellt sich der Kinderwunsch irgendwann bei mir ein (was ja absolut nicht ausgeschlossen ist), oder es passiert vielleicht einfach (und Hormone machen dann ja mitunter lustige Sachen mit einem) oder man kann sich auch später noch trennen oder streiten (wenn das Thema für ihn drängender wird oder ich zum endgültigen Entschluss komme, nie Kinder zu wollen).
    Wozu jetzt über ungelegte Eier lamentieren? Man kann einen Kinderwunsch weder herbeireden noch ausreden. Er ist auch nicht verhandelbar - Ergo: Abwarten!
    Sie sind unvergessen, weil sie ein Leben verändert haben und auch nach ihrem Tod in einem weiter leben. Man spürt es - in seinem Denken, in seinem Handeln, in seinem Fühlen.
    Seelenhunde hat sie jemand genannt: Jene Hunde, die es nur einmal gibt im Leben, die man begleiten darf und die einen auf andere Wege führen. Die wie ein Schatten sind und wie die Luft zum atmen.


    Shiwa, mein Seelenhund. Für immer im Herzen! Du fehlst mir so sehr!

    Bitte pass auf mein Sternchen auf!
    Geändert von murmeltier (01.09.2008 um 02:49 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Männer-Nomadin oder nur zu faul zur Beziehungsarbeit?

    Zitat Zitat von murmeltier
    Das Thema Kinder ist ein Thema, was keine Kompromisse duldet. Gehören sie zu seinem Lebensglück fest dazu und behindern sie meines, wird es wohl keinen gemeinsamen Weg geben - was nach über 12 Jahren Beziehung sehr bitter wäre.
    Aber das zeigt sich DANN wenn es akut wird - deshalb müssen wir uns ja jetzt nicht schonmal vorsorglich streiten und trennen

    Wozu jetzt über ungelegte Eier lamentieren? Man kann einen Kinderwunsch weder herbeireden noch ausreden. Er ist auch nicht verhandelbar - Ergo: Abwarten!

    Ergo: Klärungsprozess in Gang setzen - und im Zweifel trennen.
    jedenfalls, wenn man nicht mehr 20 ist.

    mein Konzept ist ein "Partner für's Leben" und nicht "bis auf Weiteres". Kann ja jeder machen, wie er will - aber der Kaiona geht es offensichtlich um etwas langfristiges - sonst fände sie immer wieder 4 Jahre ja nicht schlimm.

    und die Beziehung ist - wenn man sich eben nicht ganz aufeinander einlassen kann, weil der unterschiedliche Kinderwunsch ungeklärt ist - auch anders.
    Sie schreibt das ja selbst, dass sie das Problem ignorieren, und das führt dazu, dass sie insgesamt "mit angezogener Handbremse fahren".

    Gruß, Leonie

  8. Avatar von Eteterfon
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    AW: Männer-Nomadin oder nur zu faul zur Beziehungsarbeit?

    Das mit dem "Klärungsprozess in Gang setzen" finde ich auch sehr wichtig. Themen ignorieren, weil sie grad nicht brennen, funktioniert nicht auf Dauer. Hab ich in meiner Beziehung gerade wieder gemerkt - obwohl wir gewisse Themen (da geht's auch um Kinder etc. - wunder was ;-) ) gar nicht ignoriert hatten sondern nur erstmal unbestimmt vertagt nachdem wir vor zwei Monaten intensiv gesprochen hatten. Bis ich merkte, dass da doch was an mir nagt und Dinge mit mir macht, die ich nicht will (z. B. weniger bis keine Lust auf Sex mit ihm) obwohl die Vertagung ja auf meinen Vorschlag hin war. Das Unbestimmte war offenbar dann doch nix. Das dauerte aber eine Weile, bis ich für mich rausfand, was los ist.

    Da hilft nur: Thema wieder auf den Tisch. Jetzt werden wir an einem Zeitrahmen arbeiten, bis zu dem jeder das Thema für sich komplett klären muss - und danach gehen wir entweder auseinander oder planen konkret Heirat und Kinder (soweit sich Kiddies überhaupt planen lassen...).

    Und nun ist es bei uns (beide 32) ja nichtmal so, dass einer gar nicht will. Es geht halt, (klar aus Altersgründen, frau kann nicht ewig) um den Zeitrahmen. Und da sind eben auch mal Kompromisse gefragt. "Ich fühle mich noch nicht bereit" hin oder her - wenn der andere der Partner fürs Leben ist, muss es möglich sein, einander da entgegen zu kommen. Und das geht doch nur, wenn man's klärt?
    “Sometimes I think the surest sign that intelligent life exists elsewhere
    in the universe is that none of it has tried to contact us.” (aus Calvin & Hobbes)

  9. gesperrt Avatar von corvus
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    AW: Männer-Nomadin oder nur zu faul zur Beziehungsarbeit?

    "gibt es immer größere Nähe, immer mehr Tiefe, immer vertrautere Gespräche? "
    ...
    Das gefällt mir immer besonders gut.
    Als gäbe es keine Endlichkeit von Nähe, Tiefe und vertrauten Gesprächen.

  10. Inaktiver User

    AW: Männer-Nomadin oder nur zu faul zur Beziehungsarbeit?

    Du bist in die ruhige Phase eingetreten und das macht dich nervös, weil du es nicht kennst, bisher bist du immer vorher gegangen.
    Überall wird dir erzählt, es muß ständig prickeln, Funken sprühen und was los sein in deinem Bauch. Das tut es auch, aber ruhiger als zm Anfang, manchmal versteckt es sich hinter einem warmen "Wir-Gefühl".

    Verzeih den virtuellen Zeigefinger, aber ich denke oft, dass ihr jungen Menschen zu schnell aufgebt, weil ihr die perfekte Beziehung sucht, die es gar nicht gibt.

    Ich plädiere nicht für "Dauerdurchhalten", das ist eine schlechte Basis, aber vielleicht für einen Zeitraum, der dein Muster mal durchbricht, nach 4 Jahren einzupacken.

    Es könnte danach wieder sehr spannend werden.

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