Hallo, liebe BriCom!!
Ich bin jetzt mit meinem Freund gut 2 Jahre zusammen, 2 1/2 Jahre ist er jetzt von seiner Ex getrennt (12 Jahre Beziehung) und unsere Beziehung läuft sehr gut, ich bin verliebt, glücklich und zufrieden. Ich kenne seine Ex, wir sind uns sympathisch und wenn wir uns mal über den Weg laufen, bleiben wir stehen und plaudern ein paar belanglose Worte miteinander.
Bei dem Problem, was ich gleich beschreibe geht es mir um Eure Meinungen, ob ich das zu eng sehe oder vielleicht überreagiere.
Mein Freund ist ein "wir" Mensch und ausserdem "meine kleine Plaudertasche". Er erzählt sehr viel und gerne auch von irgendwelchen Begebenheiten in der Vergangenheit (liesst sich jetzt so, als wenn er 60 wäre, aber wir sind beide Anfang 40).
Wenn er dann, beim zwanglosen Zusammensein, sei es mit mir alleine oder auch in Gesellschaft wieder mal zu erzählen beginnt, macht er es, wenn er über andere erzählt mit denen er zusammen etwas erlebt hat, dass er sagt, XXX und ich waren dort und wir haben das und das erlebt. Wenn er eine Geschichte erzählt, wo die Ex dabei war, sagt er oft nicht explizit, von wem die Rede ist, sondern sagt, als "WIR" mal dies und jenes erlebt haben.... und macht mit dem "wir" weiter...
Es gibt Situationen, bei denen ich gut drauf bin und mit einem Zwinkern sage "aber WIR beide haben dies und jenes ja gar nicht erlebt" und es gibt Situationen (wenn ich gestresst bin, PMS habe o.ä.) wo ich ihn unterbreche und frage, ob er sich nicht mal angewöhnen kann "Ex-Name und ich" zu sagen und dass es mir irgendwie wehtut, dass dieses, schon mehr als 2 Jahre nicht mehr selbstverständliche "WIR" für ihn noch immer normal ist.
Er versteht meine Einwände nicht, sagt, dass es Wortklauberei ist und er meinen Ärger darüber nicht nachvollziehen kann, sich aber Mühe geben will...
Ich bin kein eifersüchtiger Mensch, mich stören auch die Geschichten nicht, denn es ist klar, dass es nach so vielen Jahren genmeinsamer Vergangenheit viele davon gibt,, fühle in solchen Momenten auch keine wirkliche Eifersucht, sondern einfach Verletztheit, dass eine WIR-Form (er und EX) noch immer selbstverständlich genutzt wird.
Könnt ihr das nachvollziehen oder reagiere ich überzogen?? Vielleicht haben es "ich"-Menschen in solchen Situationen einfach leichter??
Vielen Dank für viele Meinungen...
Alegria
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Ergebnis 1 bis 10 von 14
Thema: Ein "Wir" Problem
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14.07.2008, 16:27
Ein "Wir" Problem
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14.07.2008, 16:47
AW: Ein "Wir" Problem
allegria, kann ich nachempfinden....aber wahrscheinlich ist er zu bequem oder denkt einfach nicht nach....nur eine vermutung.
oder er fühlt sich der ex einfach noch so sehr verbunden
wie würde er denn reagieren, wenn du auch das "wir"problem bekommst, halt nur mit deinem ex. ich verabscheue grundsätzlich spielchen, aber leider wirkt es bei diversen herren einfach gezielter
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14.07.2008, 16:47Inaktiver User
AW: Ein "Wir" Problem
Na ja, Alegria, es kommt wohl auf den Kontext an....
Wenn ich beispielsweise etwas mit meiner Tochter oder meiner Freundin erlebt habe, sage ich erst, von wem ich im folgenden berichte und rede dann anschliessend auch nur noch von "wir".
Genauso mache ich es, wenn es um meinen Ex geht oder um meinen jetzigen Partner. Bei Begebenheiten mit mehreren Beteiligten sagt man doch immer irgendwann "wir", oder ? So gesehen ist es immer irgendwie selbstverständlich im Sprachgebrauch finde ich.
Wobei ich in Gegenwart meines Partners eigentlich nicht gross von Unternehmungen mit meinem Ex rede, höchstens mal kurz am Rande, wenn es sich ergibt...... Ist es nicht eher DAS, was dich stört ? Erzählt er deiner Meinung nach in deiner Gegenwart zuviel von Erlebnissen mit seiner Ex ?
Ich reagiere auch erstmal mit einer humorigen Bemerkung, wenn mich zuviel Gerede über die Ex stört.
Und wenn es mal zuviel war, was am Anfang unserer Beziehung ab und an mal vorkam (allerdings selten) bei gemeinsamen Bekannten meines Partners und seiner Ex, dann habe ich ihm das hinterher offen gesagt. Mein Partner hatte für mich Verständnis und hat bei späteren Gelegenheiten darauf geachtet, dass das nicht "ausufert" wenn ich daneben stehe.
Inzwischen hat sich das gelegt, WIR sind jetzt ein Paar.....
Ich denke mal, mit der Zeit legt sich das auch bei euch. Es kommt immer auf den Kontext an, WIE er darüber redet: wenn du selbst sagst, er erzählt gerne aus seinem bewegten Leben
, dann ist das "wir" sicher mehr informativ gemeint für die Zuhörer und nicht gegen dich gerichtet.....
Gruss, Elli
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14.07.2008, 16:52
AW: Ein "Wir" Problem
Naja, bei uns ist es ähnlich, bzw. ich kann verstehen, was du meinst,- aber ich finde es nicht schlimm. Ich denke, das lässt sich kaum umgehen.
Ich bin seit 6 Jahren mit meinem Mann zusammen, mit dem ich seit 2 Jahren verheiratet bin. Davor hatte er eine 13 Jahre dauernde Beziehung. Wenn er mal was erzählt aus dieser Zeit, aus dem Urlaub oder so, sagt er erst meist "XX und ich" - aber im Laufe der Erzählung wiederholt er nicht laufend diese längere Bezeichnung, sondern danach spricht er von "wir". Aber alles andere fände ich auch umständlich. Ich weiß ja, wen er meint.
Ich muss allerdings dazu sagen, dass er eigentlich in Gesellschaft so gut wie nie von ihr spricht. Falls er dann doch mal von früheren urlauben oder so erzählt, sagt er "ich war schon mal da und da". Auch, wenn er mir von damals erzählt, sagt er oft "ich" und erst, wenn ich nachfrage, ob er alleine dort war bzw. ob er mit XX dort war, sagt er ja.
Das finde ich in Ordnung. Von mir aus könnte er zwar auch gleich sagen, "als ich mit XX dort war", aber ich werte es als Zeichen, dass er mir gegenüber nicht unbedingt von ihr sprechen will. Ich kenne sie auch und sie ist ok, aber es ist eine vergangene Zeit und sie hatten eine lange Zeit miteinander - aber jetzt sind WIR die Hauptpersonen.
Dass es dich ärgert, dass er "wir" sagt, verstehe ich - wobei es mich mehr stören würde, dass er überhaupt in Gesellschaft viel von früher spricht. Finde ich nicht angemessen. Heute ist heute!Umwege erhöhen die Ortskenntnis.
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14.07.2008, 17:05Inaktiver User
AW: Ein "Wir" Problem
Ich muss gestehen, mir passiert das, obwohl das aktuelle "Wir" schon viele Jahre besteht, auch immer noch.
Mein Lebensgefährte fragt dann immer dazwischen, ob ich das "alte Wir" oder das "neue Wir" meine.
Ich kann Dir auch sagen, woran es bei mir liegt: Mir ist es unangenehmer, den Namen meines Ex-Mannes im Beisein meines Lebensgefährten zu erwähnen, als von "wir" zu sprechen.
Ich finde in dem Moment, das hat viel mehr Gewicht, weil ich ihn dann namentlich in eine Runde hole, zu der er nicht dazugehört.
Kann es leider nicht besser erklären.
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14.07.2008, 17:30
AW: Ein "Wir" Problem
Mir passiert das sehr häufig, dass ich von "wir" früher erzähle.
Ertappe mich auch oft dabei, dass ich von "meinem Mann" spreche und meinen Ex meine.
Ich war so lange mit ihm zusammen, fast mein ganzes Leben habe ich mit ihm gemeinsam erlebt ... Über drei Jahre nach der Trennung ist er halt immer noch in meinem Herzen mit mir verbunden, auch wenn längst keine Liebe mehr da ist.
Mit meinem neuen Partner habe ich ein neues "Wir", das sehr liebevoll ist. Ich kann es schlecht erkären, scheint irgendwie eine blöde Angewohnheit von mir zu sein
Meinen neuen Mann stört es inzwischen nicht mehr, da er sich meiner Liebe sicher ist. Am Anfang hat er schon öfter gezweifelt deswegen.
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14.07.2008, 17:31Inaktiver User
AW: Ein "Wir" Problem
Ich kann auch gut nachvollziehen, was Du meinst, allegria.
Ich mag es auch nicht so, aber es kommt schon mal vor. Jedenfalls weiß ich, dass mein Mann sich dabei nichts denkt. Wird aber auch immer seltener.
Auch mir ist es öfters passiert. Ist halt gelebtes Leben. Inzwischen sage ich, wenn ich meine Geschichten erzähle, auch meistens "ich".
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14.07.2008, 18:15Inaktiver User
AW: Ein "Wir" Problem
liebe alegria,Mir passiert das sehr häufig, dass ich von "wir" früher erzähle.
Ertappe mich auch oft dabei, dass ich von "meinem Mann" spreche und meinen Ex meine.
Ich war so lange mit ihm zusammen, fast mein ganzes Leben habe ich mit ihm gemeinsam erlebt ... Über drei Jahre nach der Trennung ist er halt immer noch in meinem Herzen mit mir verbunden, auch wenn längst keine Liebe mehr da ist.
Mit meinem neuen Partner habe ich ein neues "Wir", das sehr liebevoll ist. Ich kann es schlecht erkären, scheint irgendwie eine blöde Angewohnheit von mir zu sein
Meinen neuen Mann stört es inzwischen nicht mehr, da er sich meiner Liebe sicher ist. Am Anfang hat er schon öfter gezweifelt deswegen.
ich kann mich barbellas post weitgehend anschließen. auch der letzte absatz ist bedenkenswert.
im zweifelsfall: mach dir keinen kopf. dieses thema ist in wahrheit nichts tragisches, birgt aber "kulminationspotenzial" und kann zu unschönem langzeit-hickhack führen.
konzentrier dich doch auf das vertrauen, dass du hast und auf eure zuneigung und nicht auf den eifersuchtsteufel und den gekränkten stolz.
ich empfinde das wir übrigens auch viel besser als das "meine ex-xxx und ich", da wir einfach aussagt: ich war nicht allein sondern zu zweit/mehrt, und wer das war, ist für die geschichte absolut unwichtig.
nach diesem motto erzähle ich viele geschichten mit kollegen, freunden, expartnern und familie.
ich würde dir wärmstens empfehlen, der unsicheren, kleinlichen stimme keinen raum zu geben (sag: halt die klappe! wenn sie dir was flüstert) und das erzähtalent deines freundes zu genießen.
alles liebe
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20.07.2008, 14:27
AW: Ein "Wir" Problem
Ja, ich kann es ein bisschen verstehen.
Mein Freund war 10 Jahre mit seiner Ex zusammen und versteht sich immer noch sehr gut mit seinem Bruder, der bei ihm halt nach wie vor der "Schwager" ist. Mich störts jetzt nicht wirklich, da ich weiss, dass zwischen ihm und seiner Ex absolut nichts mehr ist. Ich kenne sie auch mittlerweile, verstehe mich gut mit ihr.
Manchmal denke ich auch, wieso er nicht das kleine Wörtchen "Ex" vornedran setzen kann, aber im Prinzip ist es ja wirklich Wortklauberei (solange er über seine Ex nicht "meine Freundin" sagt *g*).
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21.07.2008, 11:06
AW: Ein "Wir" Problem
Woran sollte er denn dann das Wörtchen "Ex" voranstellen, wenn er offensichtlich nicht "Freundin" sagt? Er sagt ja dann wohl Exfreundin, oder wie drückt er sich aus?
Umwege erhöhen die Ortskenntnis.


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