So, erst einmal ein dickes HALLO an alle LeserInnen,
ich bin schon seit gut 2 Jahren stiller Mitleser, hab mich wegen meiner Frage vor einem Monat angemeldet und heute schreibe ich meinen/diesen ersten Beitrag. :)
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Wie ihr am Threadtitel bereits sehen könnt, würde ich gern wissen wie ihr in Partnerschaften den Weihnachtsabend verbringt und was ihr zu meinem Dilemma sagt. Dieses Thema quält mich (und meine Partnerin) nun schon seit mehreren Jahren. Also kurz die Eckdaten: Er 26, sie 20, kinderlos, Beziehung seit 3 Jahren. Wir leben 600km von unserern Elternhäusern entfernt, die im übrigen dicht zusammen liegen.
Wir haben beide komplett unterschiedliche Erfahrungen mit den Eltern gemacht. Sie hat ein gespanntes Verhältnis zu ihrer Mutter (Eltern geschieden, wenig Kontakt zum Vater), und ein neutrales zu ihrem jüngeren Bruder. Sie versucht Telefongespräche und Besuche zu vermeiden bzw kurz zu halten. Bei mir dagegen (ihr könnt es euch wohl schon denken) gibt es diese Probleme nicht. Mein Vater ist vor langer Zeit gestorben, und die entstehenden Probleme haben meine Familie sehr zusammengeschweißt. Ich habe noch zwei ältere Schwestern, und die Familie ist über ganz Deutschland (ab und an auch Europa) verteilt. Wir sehen uns selten, und alle auf einmal eigentlich nur einmal sicher... ja, an Weihnachten.
Ich weiß nicht ob ich zu der Art des Problems viel erläutern muss: Meine Partnerin will Weihnachten mit mir in unserer gemeinsamen Wohnung feiern, da das Weihnachtsfest bei ihr zu Hause nicht so schön ist wie sie es sich vorstellt. Ich dagegen möchte viel lieber diesen Abend mit meiner Familie verbringen.
Schon letztes Jahr haben die Klagen meiner Partnerin schon fast uns beiden das Fest verdorben, an einem der Feiertage haben wir bald zwei bis drei Stunden unter Tränen nur über das Thema gestritten/diskutiert.
Zwischenlösungen sind ihr leider nicht genug. Ich habe ihr angeboten Weihnachten in meiner Familie zu verbringen (auch meine Schwestern haben bereits ihre Partner an Weihnachten mitgebracht, und meine Freundin ist in der Familie gern gesehen und akzeptiert), aber das wollte sie nicht, wegen des dann anstehenden Streits mit ihrer Mutter. Wie gesagt, die Elternhäuser liegen nur etwa 10-15 km auseinander und meine Partnerin fürchtet die Beschwerde ihrer Mutter, warum sie Weihnachten nicht zu Hause verbringe.
Es gibt für sie bis jetzt nur eine Lösung: Wenn sie mit MIR Weihnachten WEIT weg von zu Hause feiern kann, kann sie ein "schönes" Weihnachten verbringen und muss sich nicht zu Hause wegen ihres Fernbleibens verantworten.
Leider wird mir bei dem Gedanken fast schon übel. Nicht das ich nicht gerne Weihnachten mit meiner Freundin feiern möchte, aber ich kann, nein WILL nicht auf meine Familie verzichten! Das tu ich fast das ganze Jahr über. Im Moment reden wir nicht darüber was dieses Jahr wird, aber schon seit...März?? quält mich der Gedanke an den 24.Dezember. Ich freue mich normalerweise auf Weihnachten!
Wahrscheinlich werde ich sie in den nächsten Tagen/Wochen mal deswegen zur Rede stellen müssen, da dieses Problem wirklich oft auf meine Laune drückt, und mir wie gesagt die Freude auf ein schönes Familienfest raubt.
Ich scheue im Moment noch davor zurück, und zu einem Teil erhoffe ich mir von euch auch Bestätigung für meine Position. Ich bin ein harmoniebedürftiger Mensch und ihrer Argumentation oft nicht gewachsen. Vor allem im Bereich der "emotionalen Argumentation" bin ich schlicht unfähig mich zu wehren.
Dies ist das erste Mal in unserer Beziehung, das keine Seite bereit ist nachzugeben, da für mich einfach zu viel auf dem Spiel steht.
Ich hoffe ihr könnt mich verstehen. Ich fühle mich meiner Familie verpflichtet, diesen einzigen Gemeinschafts"termin" einzuhalten. Bin ich jetzt ein Muttersöhnchen, jemand der nicht loslassen kann oder falsche Prioritäten setzt? Ich weiß es nicht mehr.
Jede Meinung ist willkommen, und ich hoffe wirklich ihr könnt mir ein paar Denkanstöße geben! :/
Euer (etwas ratloser) Mondmann
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 25
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10.07.2008, 18:13
Probleme mit Weihnachten, Familie vs Partnerschaft
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10.07.2008, 18:25Inaktiver User
AW: Probleme mit Weihnachten, Familie vs Partnerschaft
Ist denn schon wieder Weihnachten?
Und nun zur Sache: Doch, SIE muß sich für ihr Verhalten verantworten. Das gehört zum Erwachsenwerden.
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10.07.2008, 18:50
AW: Probleme mit Weihnachten, Familie vs Partnerschaft
Hallo Mondmann,
das ist natürlich eine unschöne Situation. An Deiner Stelle würde ich aber klar machen, dass DU Weihnachten definitiv bei Deiner Familie verbringen willst - und wirst. Ich finde es ziemlich egoistisch von ihr, es Dir da so schwer zu machen. Ist doch nicht Deine Schuld, dass sie sich mit ihrer Familie nicht versteht. Sie kann ja Deine Familie "haben". Wenn sie den "weit weg von zuhause feiern"-Trip nur braucht, damit sie eine schöne Ausrede hat fürs wegbleiben kann ihr ja wirklich nur wenig an ihrer Familie liegen... Und das kann sie ihrer Mutter dann auch mitteilen. Am besten mit Begründung, vielleicht renkt sich das sogar (wieder) ein.
Andere Variante: Sie macht einen faulen Kompromiss, d.h. ein paar Stunden einen auf heile Welt bei ihrer Familie und feiert den Rest des Abends bei Euch.
Liest sich vielleicht etwas desillusioniert. Ich hab selber auch schon wegen eines fetten Streits Weihnachten ohne Familie verbracht. War in der Situation aber ehrlicher als gemeinsam das Fest der Liebe zu zelebrieren
. Lass Dich da nicht von ihrer Feigheit um diesen für Dich so besonderen Abend bringen
!!
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10.07.2008, 19:17Inaktiver User
AW: Probleme mit Weihnachten, Familie vs Partnerschaft
Mondmann, ich fass es nicht, dass du am 10.7. ein Riesendrama wegen Weihnachten inszenierst, das bekanntlich mehr als 5 Monate später ins Haus steht.
Bis dahin kann viel passieren, sowohl in deinem Kopf als auch in dem deiner Partnerin und überhaupt. Wie wäre es, wenn du inzwischen den Sommer und das Leben JETZT genießt? Nur mal so als Anregung....
Davon abgesehen: Wenn du unbedingt mit deiner Familie feiern willst, dann tus, aber erwarte keine Jubelschreie von deiner Partnerin, wenn sie so festgefahren ist in ihrer Vorstellung, unbedingt mit dir alleine feiern zu müssen. Ihr kommt mir beide festgefahren vor, mit Verlaub gesagt
"Familienstress an Weihnachten" mitten im Sommer zu thematisieren, als hinge Gottweißwas dran, ist für mich eine klägliche Verschwendung von Lebens-und-Liebeszeit.
Warum entscheidet ihr euch nicht kurz vor dem Termin, wonach euch ist?
Kommt es zu keiner Einigung, geht ihr halt Weihnachten getrennte Wege. Ihr werdet es überleben.
P.S. Eben las ich nochmal dein Eingangspost und blieb daran hängen, dass dich dieses Thema seit 4 Wochen enorm bewegt, du dich damit seit März "quälst" und du dich extra dafür hier angemeldet hast.... Hm. Wenn das wirklich alles so stimmt und du keinen verspäteten Aprilscherz abziehst... Wie läuft denn eure Beziehung sonst so?
LG NugatGeändert von Inaktiver User (10.07.2008 um 19:31 Uhr)
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10.07.2008, 20:38
AW: Probleme mit Weihnachten, Familie vs Partnerschaft
Hey, schonmal danke für eure Beiträge!
@Nugat: Nein nein, das ist kein Aprilscherz. Und keine Sorge, ich versinke ja nicht den ganzen Tag in finsterstem Kummer. Aber das Problem ist halt da, und lauert ungelöst in meinem Hinterkopf. Und ab und an denke ich darüber nach, und dann zerrt es schon an mir, das ich genau weiß das ein geliebter Mensch mir in ein paar Monaten große Probleme bescheren wird.
Die Beziehung läuft ganz ordentlich, wir haben allerdings das Problem mit dem verschwundenem Sex, aber dazu finden sich hier ja unzählige Threads.
Aber es ist schon so wie ich schrieb: Der Weihnachten-Konflikt ist ein unverhältnismäßig großes Problem, wäre es für uns nur eine Nebensache hätte ich diesen Thread nicht eröffnet.
@smilla13: Ja, diese klare Botschaft möchte ich beim anstehenden Gespräch auch übermitteln. Danke das du mich bestärkst. :) Der "faule Kompromiss" taugt aber wahrscheinlich nicht so viel, aber ich denke jetzt mal in diese Richtung weiter.
@maddin: ich weiß, ich weiß... reichlich früh für so ein Thema, meinte Nugat ja auch. Was soll ich machen wenns mir jetzt auf der Seele liegt, es geht vom verschieben ja nicht weg.
Und was das Erwachsenwerden angeht... mal gucken ob ich das thematisieren kann.
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10.07.2008, 20:56Inaktiver User
AW: Probleme mit Weihnachten, Familie vs Partnerschaft
Ehrlich gesagt finde ich besser, das Ganze jetzt zu thematisieren als eine Woche vor Weihnachten, wenn man ohnehin weiss, dass dieser Konflikt ins Haus steht. Ich mag so auf den letzten Druecker Diskussionen nicht, wenn dann wirklich alle emotionalen Wellen hochschlagen. Vielleicht bin ich auch vorgeschaedigt, weil es bei uns in der Familie grundsaetzlich kurz vor und an Weihnachten kraeftig krachte.
Als mein 2. Mann noch lebte, hatten wir einen aehnlichen Konflikt, weil seine Familie ca. 800 Meilen weit weg wohnt, er gerne mit denen feiern wollte, was ich auch verstehe, ich aber gerne zuhause bleiben wollte. Wir haben das dann so geloest, dass wir in einem Jahr Weihnachten zu seiner Familie gefahren sind, das naechste Jahr zuhause geblieben sind, aber dafuer im Sommer hochgefahren sind, um dort Zeit mit der Familie zu verbringen. Wir konnten damit gut leben. Jedes Jahr Weihnachten nur auf eine Weise zu verbringen finde ich auch sehr unflexibel auf beiden Seiten.
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10.07.2008, 21:09
AW: Probleme mit Weihnachten, Familie vs Partnerschaft
Warum ladet ihr ihre Mutter nicht zu deiner Familie mit ein?
Wer bei mir Streit sät, kann die Ernte gleich mitnehmen.
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10.07.2008, 21:09Inaktiver User
AW: Probleme mit Weihnachten, Familie vs Partnerschaft
Nein, nein, nein! Im Gegensatz zu manch anderem hier: Du bist nicht zu früh dran, sondern reichlich spät. Verdrängen ist nicht mein Ding, von daher sollte ich Dich eigentlich tadeln.
Zitat von Mondmann
Wieso guggen? Sag ihr klipp und klar, daß es nicht DEIN Bier ist, wenn sie Probleme mit IHRER Familie hat.
Das mit dem fehlenden Sex -> Stört Dich das nicht?
SEI MAL NICHT SO EIN WEICHEI! Du kannst nur "gewinnen"!
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10.07.2008, 22:12Inaktiver User
AW: Probleme mit Weihnachten, Familie vs Partnerschaft
[QUOTE=Mondmann]Hey, schonmal danke für eure Beiträge!
@Nugat: Nein nein, das ist kein Aprilscherz. Und keine Sorge, ich versinke ja nicht den ganzen Tag in finsterstem Kummer. Aber das Problem ist halt da, und lauert ungelöst in meinem Hinterkopf. Und ab und an denke ich darüber nach, und dann zerrt es schon an mir, das ich genau weiß das ein geliebter Mensch mir in ein paar Monaten große Probleme bescheren wird.
Die Beziehung läuft ganz ordentlich, wir haben allerdings das Problem mit dem verschwundenem Sex, aber dazu finden sich hier ja unzählige Threads.
Aber es ist schon so wie ich schrieb: Der Weihnachten-Konflikt ist ein unverhältnismäßig großes Problem, wäre es für uns nur eine Nebensache hätte ich diesen Thread nicht eröffnet.>>>
Hey Mondmann- das Problem, dass du davon ausgehst, dass ein geliebter Mensch dir in ein paar Monaten große Probleme bescheren wird, machst du dir selbst. JETZT hast du ein anderes Problem in eurer Beziehung, nämlich den fehlenden Sex, vielleicht ist das ja aber kein Problem für euch... ??
Der "Weinachten-Konflikt" existiert im Moment nicht, denn es ist nicht Weihnachten. Du/ihr belebt schlicht und einfach einen Konflikt, den ihr in der Vergangenheit miteinander erlebt habt durch Erinnerungen und Gedankenspiele und projiziert ihn mit negativen Erwartungen in die Zukunft, wodurch er ein unverhältnismäßg großes Gewicht erhält.
Und das finde ich schon merkwürdig und mutmaße, dass es "eigentlich" um etwas anderes bei euch geht, zumal ich in deiner Äußerung, die Beziehung liefe "ganz ordentlich" keinen wilden Enthusiasmus entdecken kann *hüstel.
Auch fällt mir auf, dass du Angst zu haben scheinst vor emotionalen Auftritten deiner Freundin, dass sie Druck macht, dem du dich nicht gewachsen fühlst- interpretiere ich das richtig?
Was, wenn das der Fall ist, an dir liegt, weil dich niemand zwingt, so auf ein eventuell von ihr inszeniertes Drama in einer bestimmten Weise zu reagieren. Du kannst das Spiel auch einfach nicht mitspielen, auch wenns schwer fällt.
"Weihnachtsdruck" - wie machen wir es möglichst allen Eltern und auch dem Weihnachtsmann recht- ist im Grunde selbst gemacht und muss in meinen Augen wirklich nicht schon Monate vorher "geklärt" werden, aber das ist individuell. Trotzdem ist er aber hausgemacht, da beißt die Maus keinen Faden ab. Wenn ich bereit bin, auch lange Gesichter und Gemaule in Kauf zu nehmen, habe ich eventuell weniger Stress, als wenn ich mich auf fremdbestimmten "Weihnachtsdruck" einlasse.
Das finde ich übrigens einen wichtigen Punkt- rausfinden, was will ich wirklich, welche Kompromisse bin ich bereit einzugehen, um Menschen, die mir wirklich etwas bedeuten, etwas Liebes zu tun, und was geht einfach überhaupt nicht. Dazu können auch bestimmte "Streitmuster" gehören, die ich vielleicht immer fein mitgefüttert und mitgespielt habe. Wenn ich nicht mehr zur Verfügung stehe- einfach anders reagiere- ändert sich was. Wenn ich mich auf das "alte Spiel" einlasse, ändert sich nix.
Merke
: Wenn sich was ändern soll, musst du selbst etwas bei dir etwas ändern, in deiner Einstellung oder deinem Verhalten, deinen Gewohnheiten. Das alles- und das ist eine Menge- hast du selbst der Hand.
LG NugatGeändert von Inaktiver User (10.07.2008 um 22:16 Uhr)
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10.07.2008, 22:46
AW: Probleme mit Weihnachten, Familie vs Partnerschaft
Also ich hätte den gleichen Vorschlag wie Smilla13 gemacht: sie verbringt eine kurze Weile bei ihrer Mutter, um danach bei deiner Familie den Abend zu genießen. Ich denke, dass es kaum eine andere Möglichkeit geben wird. Es sei denn, sie ist bereit, ihrer Mutter gegenüber dazu zu stehen, NICHT bei ihr zu feiern.
Bei uns ist es ein bißchen anderes Problem: Wir haben beide ein recht bis sehr gutes Verhältnis zu unseren jeweiligen Familien, aber meine Mutter mag meinen Mann nicht (das beruht auf Gegenseitigkeit) und ich bin auch nicht gerade besonders dicke mit seiner Mutter. Aber bis jetzt haben wir das mit Weihnachten recht gut gelöst. Meine Mutter und mein Bruder kommen an Heiligabend für ein paar Stunden zu Besuch, ich mache etwas zu essen und es werden Geschenke verteilt. Der Rest des Abends gehört uns allein. In den Tagen davor und danach klappern wir seine Familie (Süddeutschland) und meine restliche Familie (Norddeutschland) ab. Ich freu mich schon drauf, dass wir irgendwann Kinder haben, dann sollen bitte alle zu uns kommen...*g*


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