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    Definition "feste Beziehung"

    Hallo an alle,

    ich habe grad den Nachbarstrang von ullina überflogen zum Thema Dazugehören.

    Auch in anderen Strängen finde ich Aussagen, wonach man "nach 1,5 Jahren noch keine feste Beziehung hat" und "Einladungen zu Familenfeiern nicht erwarten darf". Das gilt auch für den Dauerbrenner hier in der BriCom "Einladung zur Hochzeit". Da wird das Argument mit der festen Beziehung auch gerne gebraucht.

    Worauf zielen diese Argumente ab?
    Geht es nur um die zeitliche Dauer der Beziehung?
    Gilt man nur als "feste Beziehung", wenn man verheiratet ist und/oder zusammen wohnt?

    Ich habe kein eigenes Anliegen zu dem Thema, bin aber jedesmal sehr überrascht über solche Aussagen.
    Daher würde mich interessieren, aus welchen Erfahrungen oder aus welchen sozialen Hintergründen solche Meinungen entstehen.

    In meinem ganzen Verwandten- und Freundeskreis kenne ich so etwas nicht. Und mein "Kreis" erstreckt sich über Nordlichter über Bayern, von Homo-Paaren über Großfamilien, Wohlhabenden über weniger Wohlhabende.

    Einer meiner Cousins hat beispielsweise häufig neue "Freundinnen", diese werden selbstverständlich zu Omas 70. Geburtstag mitgebracht. Obwohl die Tatsache, dass er oft eine neue "Begleitung" hat, durchaus kommentiert wird, würde NIEMAND auf die Idee kommen, dass er die jeweilige Dame nicht mitbringen darf.

    Meinen Partner habe ich auch auf einem runden Geburtstag meiner Oma zum ersten Mal in die Familie "eingeführt". Das war praktisch, da waren wenigstens alle auf einem Haufen.

    Sämtliche Beziehungen in meinem Umfeld schleppen ihre Partner überall mit hin.

    Daher bin ich so verwundert über diese Differenzierung. "Fester Partner" - "Nicht-Fester-Partner"

    Woran macht ihr das konkret fest?

    Ich bin mit meinem Partner 8 Monate in einer Wochenendbeziehung liiert, wir wollen 2009 heiraten.

    Nach der oben aufgeführten Definition hätten wir keine "feste Beziehung" und ich dürfte nicht mit zum Geburtstag seiner Tante. Wenn ich ihm das erzähle - ich weiß nicht ob er den Kopf schüttelt oder lachen muss......

    Um es gleich klarzustellen: Natürlich geht es mir nicht um einen "juristischen Anspruch", auf eine Feiereinladung. Einen juristischen Anspruch auf die Hochzeit von Herrn Müller/Meier eingeladen zu werden, hat man natürlich als Ehefrau auch nicht.

    Mir gehts um eure Ansichten zu dem Thema, euren Lebenserfahrungen / Hintergründen, die eure persönliche Ansicht geprägt haben.

    Liebe Grüße

    Chennai

  2. AW: Definition "feste Beziehung"

    Ich glaube, es hängt weniger mit "fest" vs. "nicht-fest" zusammen, als mit den jeweiligen Umständen.

    Wenn die Neue z.B. der Trennungsgrund für die vorherige Beziehung war, dann würde ich länger warten, bis ich sie der Verwandtschaft präsentiere. Einfach, weil die Leute sich verständlicherweise oft mit dem verlassenen Partner ein bischen solidarisieren und / oder einfach den Anlass für den Herzschmerz nicht sehen mögen. Da ist dann Taktgefühl angesagt.

    Ansonsten - was kann es für Gründe geben, das "meet the family" hinauszuzögern? Vielleicht gibt es einen Verwandten, den man dem neuen Partner nicht sofort zeigen möchte. Ich habe z.B. eine super liebe Tante, meine Lieblingstante, die hat starke psychische Probleme und steht immer unter Medikamenten. Da möchte ich einfach erstmal wirklich sicher sein, dass mein Partner mit der Tante umgehen kann und dass sich alle wohl fühlen.
    Eine Freundin von mir hat einen Vater, der Alkoholiker ist, sie liebt ihn sehr, aber sich möchte ihn halt auch nicht sofort dem neuen Partner "vorführen".

    Solche Sachen kann ich mir vorstellen.

    Eine feste REgel kann ich mir nicht vorstellen. Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen. Spätestens, wenn der neue Partner drängelt, sollte man es entweder machen, oder ehrlich die Gründe sagen, warum es (noch) nicht geht.

    Kottan
    : "I rauch ned, i trink ned und i hob nix mit andere Frauen"
    Elvira: "Gar koan Fehler?"
    Kottan: "Doch, i liag manchmal"
    ______________________________________

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  3. Inaktiver User

    AW: Definition "feste Beziehung"

    Chennai,
    mich überrascht das auch, was Du da an Beispielen aus den Strängen aufzählst.

    Für mich ist es eine feste Beziehung, wenn zwei Menschen sich dazu entscheiden, zusammen zu sein, sich vorstellen können, gemeinsame Zukunftspläne zu machen (unabhängig davon ob, wann oder wie sie diese dann auch tatsächlich machen) und sich nicht mehr nach anderen potenziellen Partnern umzusehen.

    Das kann wenige Tagen nach dem Kennenlernen der Fall sein, es kann aber auch Monate dauern, bis man sich dafür entscheidet.

    Keine feste Beziehung hat man meiner Meinung nach, wenn man eine Affäre hat oder eine Bettgeschichte oder etwas in der Art, d. h. wenn man mit einem Menschen eine gute Zeit hat, aber sich nicht an ihn binden will.

    Was das Vorstellen in der Familie angeht: Ich stehe auf dem Standpunkt, dass, sobald jemand einen festen neuen Partner hat, dieser in die Familie aufgenommen wird.

  4. Inaktiver User

    AW: Definition "feste Beziehung"

    Ach Chennai, weisste - ich finde diese ganze Diskussion ab wann und wieso und warum auch reichlich uebertrieben und kleinkariert. Was Familie angeht, rede ich sowieso nicht mit. Familie ist fuer mich etwas, was ich mir nicht aussuchen kann und um ehrlich zu sein, geht mir meine Familie ziemlich am A**** vorbei. Und meine bisherigen Schwiegerfamilien geben mir auch nicht gerade Anlass, in Verzueckung auszubrechen. Meine "extended family" wie man hier in den USA sagt, ist mir dagegen viel wichtiger.

    Was die feste Beziehung angeht: Ich habe das bisher immer so gehandhabt, dass ich mich mit meinem (potentiellen) Partner immer sehr frueh darueber verstaendigt habe, wo wir in der Beziehung stehen und in welche Richtung wir schauen. Mein zweiter Mann und ich waren z.B. bereits nach drei Monaten verheiratet - nach den Massstaeben einiger hier wuerden drei Monate ja noch nicht mal ausreichen, ein Broetchen zusammen zu kaufen

    Ich bin wohl auch etwas waehlerisch, wen ich in meine extended family einfuehre oder nicht. Allerdings in einem etwas anderen Sinne. Immer wenn ich jemanden kennengelernt habe, von dem ich mir nicht vorstellen konnte, ihn meinen Freunden vorzustellen, habe ich schon im Vorfeld die Finger davon gelassen. Explizit gesagt: ich fange nicht irgendwas an, von dem ich von vorneherein weiss, dass die Beziehung meinen Anspruechen nicht standhalten kann. Und im Gegensatz zu anderen Leuten brauche ich dafuer nicht Lichtjahre, um das herauszufinden - das geht bei mir immer sehr schnell.



  5. Registriert seit
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    AW: Definition "feste Beziehung"

    Hallo Kappuziner,

    deinen Aussagen kann ich gut nachvollziehen, das sehe ich auch als Gründe an, dass man noch abwartet mit der Vorstellung.

    Jedoch lese ich bei einigen Beiträgen in der Bricom schon raus, dass da schon die Beziehungsdauer eine Rolle zu spielen scheint. So nach dem Motto: "Was, erst ein Jahr liiert, na des kann ja nix Gscheits sein, da warten wir erstmal ab".

    Da ich jedoch viele Leute aus verschiedenen Millieus kenne, kann man als Argument auch schwerlich regionale Herkunft, Katholisch / Evangelisch, Stadt oder Land, Arbeiter oder Beamte heranziehen.
    Denn in meinem "realen Leben", ist es in allen obigen Millieus so, dass der Partner eben der Partner ist, und, so er denn will, auch selbstverständlich bei der Hochzeit von Cousine Emma dabei ist.

    Chennai


  6. Registriert seit
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    AW: Definition "feste Beziehung"

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Chennai,
    mich überrascht das auch, was Du da an Beispielen aus den Strängen aufzählst.

    Für mich ist es eine feste Beziehung, wenn zwei Menschen sich dazu entscheiden, zusammen zu sein, sich vorstellen können, gemeinsame Zukunftspläne zu machen (unabhängig davon ob, wann oder wie sie diese dann auch tatsächlich machen) und sich nicht mehr nach anderen potenziellen Partnern umzusehen.

    Das kann wenige Tagen nach dem Kennenlernen der Fall sein, es kann aber auch Monate dauern, bis man sich dafür entscheidet.

    Keine feste Beziehung hat man meiner Meinung nach, wenn man eine Affäre hat oder eine Bettgeschichte oder etwas in der Art, d. h. wenn man mit einem Menschen eine gute Zeit hat, aber sich nicht an ihn binden will.

    Was das Vorstellen in der Familie angeht: Ich stehe auf dem Standpunkt, dass, sobald jemand einen festen neuen Partner hat, dieser in die Familie aufgenommen wird.
    Ganz meine Meinung....

  7. Inaktiver User

    AW: Definition "feste Beziehung"

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Chennai,
    mich überrascht das auch, was Du da an Beispielen aus den Strängen aufzählst.

    Für mich ist es eine feste Beziehung, wenn zwei Menschen sich dazu entscheiden, zusammen zu sein, sich vorstellen können, gemeinsame Zukunftspläne zu machen (unabhängig davon ob, wann oder wie sie diese dann auch tatsächlich machen) und sich nicht mehr nach anderen potenziellen Partnern umzusehen.

    Das kann wenige Tagen nach dem Kennenlernen der Fall sein, es kann aber auch Monate dauern, bis man sich dafür entscheidet.

    Keine feste Beziehung hat man meiner Meinung nach, wenn man eine Affäre hat oder eine Bettgeschichte oder etwas in der Art, d. h. wenn man mit einem Menschen eine gute Zeit hat, aber sich nicht an ihn binden will.

    Was das Vorstellen in der Familie angeht: Ich stehe auf dem Standpunkt, dass, sobald jemand einen festen neuen Partner hat, dieser in die Familie aufgenommen wird.
    Mediterranee, Danke für diese in meinen Augen treffende Definition.

    In meinen Augen hast Du die Antwort wunderbar und verständlich auf den Punkt gebracht.
    Geändert von Inaktiver User (25.04.2008 um 14:45 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Definition "feste Beziehung"

    Was mich nachdenklich macht: Wieso meinen die Leute, die Du, Chennai, da in Deinem letzten Posting zitierst, dass eine Beziehung, die lange dauert, eine "gscheite" wäre?
    Manche Paare haben recht schnell das Gefühl, dass sie zusammen leben wollen.
    Eine Gewissheit hat man aber nie!
    Und manche Paare kennen sich nach 20 Jahren immer noch nicht....

    Natürlich muss eine Beziehung wachsen.
    Aber dass eine, die erst ein halbes Jahr geht, deshalb weniger stabil wäre, ist doch keine Selbstverständlichkeit.


  9. Registriert seit
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    AW: Definition "feste Beziehung"

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Mein zweiter Mann und ich waren z.B. bereits nach drei Monaten verheiratet - nach den Massstaeben einiger hier wuerden drei Monate ja noch nicht mal ausreichen, ein Broetchen zusammen zu kaufen

  10. Inaktiver User

    AW: Definition "feste Beziehung"

    Danke Claudia.
    Eine ganz kleine etwas korinthenkackerische Bitte an Dich: Ich schreib mich mit zwei e hinten. Sonst liest es sich nämlich wie Mediterraaane. (Klingt furchtbar).

    Merci!

    Übrigens lese ich Dich sehr gern!

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