Hallo,
ich wende mich an Euch, weil ich die Sichtweisen von Leuten hören möchte, die "aussenstehend" sind.
Bitte lasst Euch nicht davon abschrecken, dass es nicht mit zwei, drei Worten umfassend erläutert ist.
Ich bin m, 36, habe was technisches studiert und einen Job, der für mich genügend abwirft. Ich bin frauentechnisch ein ziemlicher Spätzünder und habe meine Freundin in einem Internetforum für Singles kennengelernt. Nachdem wir erst lange nur gechattet hatten und wegen der räumlichen Distanz und dem Altersunterschied es nicht darauf anlegten, uns zu sehen, trafen wir uns eher zufällig auf einem Treffen dieses Internetforums. Wir waren auch dort noch nicht heissverliebt ineinander, aber ich wollte der Sache schon einen Schwung verleihen. Ende 2003 haben wir uns endlich allein auf einem Date treffen können. Die Initiative dazu war von mir ausgegangen.
Da sie damals Klausuren schrieb und keine Zeit hatte (und im Gegensatz zu mir sehr gute Noten erzielte), konnten wir uns erst Mitte Februar 2004 wiedersehen, diesmal bei ihr, in ihrer Wohnung. Trotz der räumlichen Entfernung war es kein Problem, und es wurde ein sehr schönes Wochenende, bei dem wir bereits fast miteinander Sex gehabt hätten.
Meine Freundin ist jetzt 25 und damals, als ich sie kennenlernte, studierte sie noch und ich auch (ich habe sehr lange studiert, weil ich von anderen Negativerfahrungen her, die mit Frauen nun aber nichts zu tun haben, nichts mehr riskieren wollte).
Vor mir hatte sie erst mit einem Mann "richtigen" Sex, und ich hatte ihrzuliebe zwei reine Sexbeziehungen abgebrochen. Ihr müsst dazu wissen, dass ich mein 1. Mal erst mit 30 hatte und einigen Nachholbedarf hatte. Diese Sexbeziehungen waren für mich sehr schön, und hin und wieder denke ich daran noch immer gern zurück. Übrigens waren sie nicht für mich allein schön.
Meine Freundin besorgte sich erstmals die Pille, die sie gut vertrug und ihre monatlichen Leiden erheblich reduziert hat.
Die Probleme begannen, als wir "richtigen" Sex hatten. Ohne Kondom und mit Pille tat es ihr weh, und ohne Pille und mit Kondom haben wir es damals nicht versucht.
Ich bin nicht wirklich übergross gebaut und bin bei ihr sehr vorsichtig und zärtlich, und wir haben immer ein sehr heisses Vorspiel.
Es ist schwierig, mit ihr darüber zu reden, denn sie sagt, "es" müsste doch einfach nur "normal" gehen, also ich müsste sie penetrieren können, ohne Schmerzen. Es gab dabei schon häufiger mal Tränen.
In der Zeit seit 2004 hat sich daran nichts geändert, dass wir uns nur am Wochenende oder im Urlaub sehen können, denn dank unserer Jobs, für meinen bin ich "dank" meiner Studienleistungen so dankbar, konnten wir partout bislang nicht zusammenziehen. Wir haben also immer nur wenig Zeit miteinander und füreinander, und ich habe ihr sehr oft erklärt, wie wichtig mir diese rare Zeit geworden ist. Gegenwärtig hat sich immerhin der räumliche Abstand von einstmals drei auf eine Autostunde reduziert.
Während sie noch studierte, hatte meine Freundin die Möglichkeit zu einem Auslandssemester, und ich habe sie dazu ermutigt, auch wenn es mir schwergefallen ist. Seitdem sie ihren Job nach dem Studium hat, wurde sie in der kurzen Zeit schon ins ferne Ausland geschickt, wogegen sie natürlich nichts machen konnte, was ihr aber im nachhinein gar nicht gefallen hat, und wieder habe ich sie widerstrebend gehen lassen müssen.
Sie ist ein Mensch ohne viele soziale Kontakte, ebenso wie ich, doch im Gegensatz zu mir stört sie das sehr und sie bedauert es oft. Sie wäre gern kontaktfreudiger. Problematisch daran ist, dass sie mich zum Teil dafür verantwortlich macht. Durch mich hätte sie gern neue Kontakte geknüpft, aber ausser meinen Familienmitgliedern (die sie im übrigen nicht gerade herzlich gewonnen hat), gab es für sie keine neuen Gesichter.
Wir verstehen uns zunächst mal sehr gut, und sie mag mich auch wirklich sehr.
Wir teilen ähnlichen Humor und können über dieselben Dinge lachen, wir haben kompatiblen Musikgeschmack und spielen beide ein Instrument. Wir sind technisch interessiert und mögen beide gerne Computer. Ich mag gerne mit ihr etwas unternehmen, mit ihr Shoppen gehen (jawohl, sowas gibts), denn für mich ist alleine Klamotten kaufen einfach nur ein Greuel. Zu zweit ist das viel lustiger.
Ich habe ihr einmal gesagt, dass ich sie mitlerweile liebe, nicht mehr "nur" lieb habe, doch sie konnte mir das bislang nicht erwidern.
Sie ist von ihrer Art her so, dass sie an vielem etwas auszusetzen hat. Sie ist manchmal ziemlich nörgelig, sie weiss das auch von sich und sie entschuldigt sich später für ihre Nörgeleien oft. Aber während sie so ist, tut sie mir damit sehr weh.
Als sie damals im Auslandsstudium war, konnte ich sie für ein paar Tage besuchen fliegen, musste aber zu ungünstigem Zeitpunkt wieder weg, wegen der Tickets, das hängt mir heute noch nach und sie hat mir das nie verziehen, obgleich ich schon oft erklärt habe, wie leid es mir tut und dass es mich auch gestört hat.
Wenn sie nörgelig ist, ist ihr Tonfall unglaublich schroff und entwürdigend. Ich muss mich dann oft sehr zusammenreissen, damit mir nicht der Kragen platzt und ich einfach abhaue.
Wenn ich sie am Sonntag verlasse, dann würde ich bei einem Besucher von MIR noch solange stehenbleiben und warten, bis er tatsächlich mit dem Auto weggefahren ist, und meiner Freundin winke ich dabei noch hinterher. Sie dagegen verschwindet sofort in ihrer Haustür, nachdem sie sich von mir am Auto verabschiedet hat. Kein Blick zurück, kein Winken.
Wenn wir zusammen TV gucken oder im Kino einen Film sehen, lege ich nur allzugern einen Arm um sie oder was man eben so macht, doch sie würde auch jetzt noch stur das Programm verfolgen oder den Film, ohne sich darum zu kümmern, dass ihr Freund neben ihr sitzt, wenn ich sie nicht gelegentlich darauf aufmerksam gemacht hätte. Mittlerweile spreche ich sie darauf nicht mehr an.
Sie sagt, sie "erwartet" schon, "umworben zu werden", in dem ich ihr Türen aufhalte und in den Mantel helfe. Gern, aber sie führt das ad absurdum, wenn sie sich den Mantel noch immer schneller anzieht, als man gucken kann, es sei denn, ich nehme ihn noch schneller als erster an mich.
Ich habe einige Verhaltensweisen an mir geändert, was mir entweder vorher nicht bewusst war oder was ich ihrzuliebe gemacht habe. Das hat aber nicht wirklich dazu geführt, dass sie mich jetzt noch lieber mag als vorher. Umgekehrt gibt es an ihr nichts, ausser dem Genörgel, was sie abstellen müsste bzw. was mich ernsthaft an ihr stört. Die eben genannten Eigenarten (mit dem TV-Gucken und so) habe ich akzeptiert. Sie ist wohl einfach so. Ich bezweifle, dass es mit irgendeinem Mann statt meiner anders wäre.
Ich denke, dass sie unvorhergesehene Probleme ziemlich fertigmachen, obwohl oder gerade weil sie eigentlich erfolgsverwöhnt ist. Es gibt dann für sie nur die Alternative "weg damit" oder "es geht richtig". Auf die Idee, dass man manche Dinge akzeptieren muss oder versuchen muss, sie zu ändern, bis sie gehen, kommt sie nicht. Ich konnte ihr bislang auch nicht klarmachen, dass ich nicht zu 100% der Mensch werden kann, den sie gern in mir sehen würde, abgesehen davon, dass wir nunmal zu einem merklichen Teil immer unterschiedlich sein werden. Und daher jetzt auch das wirkliche Problem.
Sie lässt in letzter Zeit häufiger durchblicken, dass sie unglücklich ist. Mit ihrem Job, der stressig ist. Aber auch mit mir, weil sie etwas angeblich mit mir nicht kann: ernsthafte, tiefgehende Gespräche führen. Dazu habe ich ihr gesagt (anfangs), dass ich davon nichts gewusst habe. Und dann, dass sie es doch ruhig von selbst ansprechen kann, wenn sie etwas interessiert. Ich habe umgekehrt die Beobachtung gemacht, dass, wenn ich ein Thema anspreche, dass ich für diskussionswert halte, das Thema von ihr nicht aufgegriffen wird und sich die Sache dann schnell im Sande verläuft. Wie soll ich das nun deuten?
Hinzu kommt unser Sexproblem. Ich notiere mir von den Wochenenden, was wir unternommen habe und sammle oft genug auch kleine Souvenirs, wo wir waren (Eintrittskarten und sowas), und ich weiss, wie lange es zurückliegt, dass wir "richtigen" (mit Penetration) Sex hatten. Seitdem hatten wir "nur" Oralverkehr, den sie bei mir gern macht und ich bei ihr, oder wir masturbieren uns gegenseitig. Das ist alles wirklich schön und ich mag es sehr, insofern ist es ein wirklicher "Verlust", aber wir haben eben seit Monaten nicht mehr richtig miteinander geschlafen.
Sie hat mir erklärt, sie habe sich bereits vorgestellt, wie es wäre mit einem anderen Mann zu schlafen, wenn es zwischen uns beiden immer so schwierig ist und es ihr weh tut, und um Haaresbreite wäre sie tatsächlich während ihres Job-Auslandaufenthaltes einmal mit einem ihr sympathisch erschienenen Mann im Bett gewesen. Aber warum versucht sie nicht, die Probleme zwischen uns beiden in den Griff zu bekommen?
Manchmal komme ich mir wie eine Last für sie vor. Dabei haben wir jetzt schon eingeführt, dass wir, selbst in der wenigen Zeit an den Wochenenden, die wir haben, einige Lesestunden haben, und im Monat haben wir auch immer Wochenenden, an denen wir uns nicht sehen, weil sie Zeit für sich selbst haben will. Diese Zeit benutze ich dann dazu, meine Verwandtschaft zu besuchen, oder mich in meine technischen Hobbies zu versenken. Dieser Eindruck, eine Last zu sein, wird dadurch verstärkt, dass wir gemeinsam für die Wochenenden überlegen müssen, was wir unternehmen und vor allem auch, was wir kochen wollen. Dazu wird dann eine Liste erstellt, was benötigt wird -soweit, so gut. Doch ihrer Meinung nach mache ich zu wenige Vorschläge, was wir kochen wollen, aber wenn ich welche mache, dann "hatten wir das gerade erst", oder sie mag es nicht (weil Hausmannskost etc.). Ich würde das Problem auf humorvolle Art nehmen und etwas heraussuchen aus ihrer Rezeptesammlung. Für sie ist das immer eine halbe Katastrophe, jedenfalls, ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen.
Sie kann sich im Moment nicht vorstellen, dass wir zusammenziehen, da sie denkt, ich würde sie dauernd kontrollieren, was sie abends macht, oder zur Ordnung rufen, wenn sie einfach einmal Klamotten lose herumliegen lässt. Ich bin sicher ordentlich, aber es würde mir nicht einfallen, jemandem (also ihr) in ihre Ordnung dreinzureden und ich will sie auch nicht kontrollieren (müssen).
Sie hat sich auch irgendwie vorgestellt, dass sie durch mich zu mehr sozialen Kontakten kommen würde. Doch da ich keine Freunde habe und auch keine vermisse, hat sich diese Vorstellung nicht erfüllt.
Es ist ihr irgendwie nicht zu vermitteln, was ICH eigentlich darunter leide, wenn wir Probleme haben und nicht darüber reden können, und wenn ich sie monatelang nicht sehen kann, was ich in der bisherigen Zeit gelitten habe und jetzt wieder leide.
Ich bin wirklich sehr geduldig gewesen, bin beim Sex vorsichtig und langsam, aber sexuelle Aktionen sind selbst in der ohnehin raren Zeit mit ihr rar. Obwohl es jedesmal sehr schön für sie ist, und sie auch immer einen Höhepunkt erlebt.
Ich weiss nicht mehr, was ich denken oder was ich tun soll. Sie hat mich lieb, doch ich liebe diese Frau. Ich weiss nicht, was ich ohne sie täte.
Vor allem weiss ich auch nicht, was sich durch einen anderen Mann an ihrer Seite an meiner statt ändern sollte.
Bitte schreibt mir mal Eure Meinung dazu.
Crypto.
- weiss, dass alles recht lang geworden ist. Sorry!
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03.01.2008, 18:28Inaktiver User
Fernbeziehung und Probleme (lang)
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06.01.2008, 10:59
AW: Fernbeziehung und Probleme (lang)
Hallo Crypto1971,
mhhhh, also für mich hört es sich so an, als wenn Deine Freundin gar nicht genau weiß, was sie eigentlich wirklich möchte (hast Du sie mal danach gefragt?) Ich führe selber auch eine Fernbeziehung und ich weiß, dass das nicht einfach ist. Tja und zu den Launen... ich bin (w) auch manchmal launisch, kann Dir aber nur sagen, dass das meistens mehr damit zusammenhängt, dass ich mit mir selber unzufrieden bin und mein Freund das dann leider auch ab und zu abbekommt, obwohl er da gar nichts für kann und er mich dann natürlich auch fragt, ob es mit ihm zu tun hat (was dann meistens gar nicht der Fall ist).
Ich finde es übrigens toll, dass Du Dir Gedanken machst - vielleicht sprichst Du Deine Freundin das nächste Mal, wenn Du ihr in den Mantel helfen willst/wolltest (und sie wieder schneller war) einfach mal ganz lieb darauf an oder stell Dich, wenn sie die Jacke schon an hat ganz dicht hinter sie und flüstere ihr ganz leise und zärtlich ins Ohr "ich würde mich sehr freuen, wenn Du den Mantel beim nächsten Mal nicht so schnell anziehen würdest, weil ich Dir gerne in den Mantel helfen würde..." oder sowas in der Art
Das mit den Freunden ist eine andere Sache. Jeder sollte ein paar gute Freunde haben, wobei ich mit einem echten Freund/in glücklicher wäre, als mit vielen "hier und da Freundschaften". Sie kann es sich da nicht einfach machen, wenn sie davon ausgeht, durch Dich mehr Kontakte zu finden; dies ist nicht selbstverständlich und sollte auch kein Thema sein. Da muss man auch schon selber was tun; das ist keine Sache, für die Du verantwortlich bist. Solltest Du ein paar Freunde haben, kannst Du sie ihr ja gerne (als Deine Freundin) vorstellen - ansonsten verstehe ich da nicht genau, was Deine Freundin sich da vorstellt. Ich meine aber, dass Du nicht dafür verantwortlich bist, dass sie neue Menschen kennenlernt.
Ich konnte gar nicht lesen (oder habe ich es übersehen?), ob sie Dir eigentlich gesagt hat, dass sie Dich liebt? Oder sagst sie immer nur, ich hab Dich lieb? Ich würde sie fragen, wie wichtig DU ihr bist und ob Du ein Teil ihres Lebens bist (oder sein sollst)! Für mich hört es sich so an, als ob Du mal wissen müsstest, woran Du bei ihr bist - also frag sie!
Vielleicht klären sich dann viele Deiner Fragen von selbst?
Tja, und zum Thema Sex: Ich finde es schon hart, wenn sie darüber nachdenkt (und vor allem, dass sie es Dir auch sagt), dass sie sich vorstellen kann, mit jemand anderem in die Kiste zu gehen. Da leuten dann doch schon die Alarmglocken, es sei denn, ihr führt eine "offene Beziehung(?)". Ihr solltet Euch meiner Meinung nach einfach mal (an einem ruhigen, neutralen Ort) treffen und die Dinge aussprechen. Frag genau nach, was sie möchte, ob ihr der Sex mit Dir fehlt, und gib ihr ruhig das Gefühl, dass Du gerne bereit bist, mehr auf sie einzugehen (obwohl Du das nach dem, was Du hier schreibst, ja auch tust).
Ich weiß, eine Fernbeziehung ist immer nicht ganz einfach... aber überlege Dir auch, was DIR wichtig ist - mehr als die Dinge ändern zu wollen, kannst Du auch nicht tun! Ich drück Dir die Daumen.
Alles Liebe,
darling1973
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06.01.2008, 13:21Inaktiver User
AW: Fernbeziehung und Probleme (lang)
Hallo darling1973,
vielen Dank für Deine Antwort, ich möchte dazu einige Dinge schreiben.
Was sie eigentlich will, habe ich sie schon häufiger gefragt. Besser gesagt, was sie bedrückt.
Zitat von darling1973
Sie würde sehr gern häufiger reisen (von den Auslandsaufenthalten bedingt durch ihr Studium und ihren Job hatte ich schon geschrieben). Sie hat zu Schulzeiten ein Austauschjahr im Ausland verbracht und war davon hell begeistert.
Interessanterweise - oder beunruhigenderweise - komme ich in ihren Reiseplanungen nie vor. Sie will hierhin und dorthin etc., aber anscheinend ohne mich. Mittlerweile habe ich ihr schon zu verstehen gegeben, dass ich selbstverständlich gerne mitkommen würde.
Übrigens würde ich sie durchaus auf Kurztrips nach Paris oder in ein Wellnesshotel einladen, aber irgendwie komme ich bei ihr nicht durch.
Sie würde gern mehr ihren Hobbies nachgehen. Das kann sie aber nicht, wenn ich da bin bzw. sie bei mir, weil ich dann quasi "erwarte", dass wir etwas zusammen unternehmen.
Sie ist unzufrieden mit ihrem Job. Sie verrichtet häufig Arbeit für andere, die für ihr Nichtstun zu hoch bezahlt werden und sie kriegt dafür nur Ärger. Dank ihrer Qualifikationen ist sie aber die einzige, die einen Überblick über diese Arbeiten hat.
Am Verreisen kann ich nicht wirklich etwas machen, denn dazu gehört natürlich auch, Urlaub zu haben, um reisen zu können.
Als ich sie kennenlernte, hatte ich ihr trotz meiner spärlichen Erfahrungen - so vermutet sie wohl hin und wieder - einige Erfahrungen voraus. Sie malt sich nun aus, wie es wäre, selbst noch etwas "nachzuholen", zumal es ja beim "richtigen" Sex zwischen uns Probleme gibt, die sie möglicherweise mit einem anderen Mann nicht hätte.
Ich habe ihr schon zu verstehen gegeben, dass es irgendwie sinnlos ist, in den Mantel geholfen werden zu wollen (*lol*) und dann den Mantel doch selbst anzuziehen...
Zitat von darling1973
Vom Typ her habe ich sie übrigens anfänglich so eingeschätzt, dass solche Gesten etwas altmodisch sind wenn auch toll, und vor allem, dass ihr diese Gesten nicht so wichtig sind. Dass davon unsere Beziehung abhängen könnte, finde ich erstaunlich.
Es ist weiterhin nicht so, dass sie keine kleinen Aufmerksamkeiten von mir bekommt, wenn ich sie besuche, bringe ich typischerweise Blumen mit oder etwas zu naschen.
Dieses Thema hat schon oft für Gesprächsstoff zwischen uns gesorgt. Ich persönlich vermisse Freunde wie gesagt nicht sehr, da ich noch nie jemanden getroffen habe, mit dem ich mir eine Dauerfreundschaft hätte vorstellen können. Meine Kontakte zu ehemaligen Schulfreunden sind eingeschlafen, zumal sie auch weit weg leben von mir.
Zitat von darling1973
Im Falle meiner Ex-Schulfreunde habe ich immer das Gefühl, mich für meine Lebensweise rechtfertigen zu müssen, nach dem Motto "was ist aus xy geworden?"
Mir ist die Zweisamkeit mit meiner Freundin erheblich wichtiger und hat Priorität. Meine Freundin hatte schon immer das Problem, Kontakte und Freundschaften zu knüpfen - eigentlich ähnlich wie ich - und ist deswegen sehr bekümmert. Ich habe ihr vorgeschlagen, genau zu überlegen, was sie gern tut (ihre Hobbies, Handarbeiten, Sport...) und was davon man mit anderen Leuten zusammen machen könnte. Diese Dinge sind leider überwiegend so, dass man sie am besten nur alleine macht. Eine von ihr angefangene Aktivität ist, so wie es momentan aussieht, nach einiger Zeit, wo es recht gut aussah, wieder eingeschlafen (exotisches Schachspiel).
Kontaktbörsen im Internet oder der regionalen Zeitung haben bislang auch nichts ergeben.
Sie wünscht sich auch, jemanden zu haben, mit dem sie intelligente Gespräche führen kann. Was genau sie darunter versteht, konnte ich bislang nicht nachvollziehen, vor allem nicht, warum das nicht mit mir geht oder wann sie gern über etwas hochgeistigeres anspruchsvolles mit mir gesprochen hätte was nicht geklappt hat. Diese Eigenschaft und schmerzlosen Sex - das hat sie sich schon bei anderen Männern vorgestellt.
Es klingt traurig, aber die Antwort ist "nein". Nein, sie hat mir bislang in den Jahren nie gesagt, dass sie mich liebt, sie sagt "ich hab' Dich lieb". Unter Tränen hat sie mir erklärt, sie könnte das noch nicht zu mir sagen, und mittlerweile höre ich heraus als würde sie es nie zu mir sagen können. Es macht mir sehr zu schaffen und tut mir sehr weh.
Zitat von darling1973
Ich "musste" ihr quasi beibringen, auch einmal eine Rückmeldung zu geben, wenn ihr etwas gefällt, mir zu verstehen zu geben, wenn sie etwas süß fand, etwas schön fand. Mir im Vorbeigehen über die Schulter zu streicheln oder sich einfach so an mich zu lehnen. Sie hat das zuerst nicht getan.
Ja, das war ein schwerer Schock für mich. Aber als sie es fast getan hätte, war sie im Ausland und ziemlich down. Sie hat sich wohl einfach danach gesehnt, Zärtlichkeiten zu bekommen, und ich war nicht da. Ich halte es ihr zugute, dass sie es mir gleich gemailt hat, dass diese Situation da war, und dass sie mit mir darüber geredet hat.
Zitat von darling1973
Ich habe sie oft gefragt (zu oft?), was ihr beim Sex gefällt und was sie anmacht, und ich kann, wenn wir welchen haben (in dem Fall ohne Penetration), nicht erkennen, dass ihr etwas gar nicht gefallen hätte bzw. so schlimm war, dass sie lieber einen anderen im Bett hätte. Was wir zusammen machen und wie wir uns liebkosen, macht sie und mich sehr an. Und da es auch ihr so gut gefällt, wundert es mich, wie sehr sie sich manchmal dagegen sperrt ("Wir können doch nicht den ganzen Tag im Bett verbringen!" etc.).
Ich habe sie auch ermutigt dazu, sich noch stärker dadurch zu beteiligen, dass sie mehr aus sich herauskommt, mehr Initiative ergreift, einfach an sich denkt. Das ist in der Vergangenheit ganz sachte auch so passiert.
Wir waren zu Weihnachten bei ihren Eltern. Dort habe ich von ihrer Mutter erfahren, wie meine Freundin als kleines Mädchen war. An typischen Mädchenspielen hatte sie meistens keinen Spass. Sie hat sich an ältere Kinder gehalten, denen sie in ihrer geistigen Reife ebenbürtig war. Sowas wie dicke Freundinnen fürs Leben hat sie aus ihrer Kindheit nicht. Sie brauchte geistige Beschäftigung. Meine "Strategie" wird in nächster Zeit sein, ihr mehr Zeit für ihre Hobbies zu lassen, damit sie das Gefühl bekommt, "trotz" der Zeit mit mir Zeit für sich zu haben und mich damit nicht einzuschränken oder zu vergraulen.
Was mir wichtig ist? Mit ihr zusammenzubleiben. Jobtechnisch können wir momentan nicht zusammenziehen, aber wenigstens einmal darüber sinnieren, was wäre, wenn...
Zitat von darling1973
Ich möchte, dass sie und ich im Leben glückliche Menschen sind, egal ob gemeinsam oder mit einem anderen Partner, aber ich für mich muss zur Zeit sagen, ich bin am glücklichsten nur mit ihr.
Ich danke Dir für Dein Posting, es hat mir gutgetan, ein Echo zu lesen.
Zitat von darling1973
Achja, noch ein paar Fragen: worüber redet man beim gemeinsamen Kochen? Beim Abwaschen? Vor dem Einschlafen, wenn einer total beruflich genervt und sehr müde ist? Wie hält man ein Gespräch am Laufen?
Crypto.
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06.01.2008, 13:28
AW: Fernbeziehung und Probleme (lang)
Was ist für Dich ein diskussionswertes Thema?
Zitat von Inaktiver User
Ihre "Nörgeleien" sitzt Du aus. Kann es sein, dass sie dort Reaktionen von Dir erwartet?
Hat Du Angst vor ihr, wenn sie nörgelt?Wer bei mir Streit sät, kann die Ernte gleich mitnehmen.
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06.01.2008, 13:45Inaktiver User
AW: Fernbeziehung und Probleme (lang)
Diskussionswertes Thema: ich nehme an, sie möchte sich dann und wann über aktuelle Tagespolitik unterhalten, oder übers Geldanlegen etc. So genau weiss ich es nicht, denn sie hat sich darüber bislang eher in Schweigen gehüllt.
Zitat von Sittsam
Ich habe noch einen anderen Verdacht: sie KÖNNTE damit meinen, sich einfach "so" zu unterhalten, und das stundenlang, ohne bange Gesprächspause. EGAL WORÜBER. Sie hatte, bevor ich sie kennenlernte, einen Bekannten im Internet kennengelernt, der sie damals, während sie studierte und da auch nicht ganz glücklich über die Studienfachwahl war, öfters mal mental aufgebaut hat. Mit ihm schien/scheint sie sich gut unterhalten zu können. Sie war (ist es noch?) ein wenig in ihn verliebt, obwohl er nicht sehr gut aussieht (meine Meinung) und auch noch älter als ich ist. Diesen Bekannten hat sie noch immer und kontaktiert ihn gelegentlich. Beide haben sich auch getroffen, was aber schon längere Zeit zurückliegt, zumindest soweit ich weiss, und sich dabei über anspruchsvolle Themen unterhalten, wobei ich nicht weiss, was genau darunter alles zu verstehen ist. Ich habe ihn schon persönlich kennengelernt, auf einem Forumstreffen, und ihm gesagt, er solle den Kontakt zu ihr nicht abbrechen (bin ich wahnsinnig?), weil er meiner Freundin viel bedeutet und er der einzige ernstzunehmende Kontakt im sozialen Umfeld ist, der ihr (hoffentlich nur) rein freundschaftlich etwas wert ist.
Es ist ohnehin manchmal schwierig, ein längeres Gespräch zu führen, egal worüber. Das heisst aber nicht, dass es gar nicht geht. Und ich habe noch nicht verstanden, was sie genau in dieser Hinsicht bedrückt (dass wir uns zuwenig zu sagen haben? dass sie mit mir keine hochgeistigen Gespräche führen kann? Was immer sie damit meint).
Zu Nörgeleien: welche Reaktion empfiehlst Du und warum?
Ich habe mich mit meiner Freundin noch nie ernsthaft gestritten, sondern immer moderat nach Gründen und Lösungen gesucht. Darauf bin ich irgendwie stolz. Ich weiss gar nicht, ob sie mich herumpolternderweise ernster nehmen würde. War es ein Zeichen für Schwäche?
Ich habe nicht unbedingt Angst vor ihr. Aber es kann etwas dauern, bis sie wieder unbeschwerter drauf ist. Das halbe Wochenende ist dann weg... Und Zeit für Zärtlichkeiten ist dann sehr wahrscheinlich auch keine.
Sie weiss auch, dass sie nörgelig ist, immerhin entschuldigt sie sich bei mir, wenn sie denkt, dass sie es an mir ausgelassen hat.
Crypto.
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06.01.2008, 14:02
AW: Fernbeziehung und Probleme (lang)
Genau. Einfach so.
Zitat von Inaktiver User
(bin etwas knapp, weil ich keine Zeit habe, schreibe später mal mehr)Wer bei mir Streit sät, kann die Ernte gleich mitnehmen.
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06.01.2008, 15:14
AW: Fernbeziehung und Probleme (lang)
Hallo Crypto,
erstmal: Herzlich willkommen und ein frohes neues Jahr!
Beim Lesen deiner Geschichte gingen mir verschiedene Sachen durch den Kopf. Ich hoffe, der Beitrag wird nicht allzu wirr.
Weiß nicht, ob ich es richtig aufgefasst habe, doch deine Beschreibungen erwecken in mir den Eindruck, dass deine Freundin viele Baustellen in ihrem Leben sieht, aber sich nicht wirklich ein Bein ausreißt, um Lösungen zu finden. Euer Gesprächsproblem ist ein gutes Beispiel. Sie wünscht sich tiefgründige und intelligente Gespräche, du möchtest ihr diesen Wunsch erfüllen, aber sobald du Entgegenkommensbereitschaft signalisierst, macht sie dicht. So könnt ihr natürlich zu keiner Lösung kommen.
Sie hat Schmerzen beim Liebesspiel. Was unternimmt sie, um das zu ändern? Hat sie sich untersuchen lassen (dafür können z.B. eine falsche Pille oder falsche Bakterien verantwortlich sein)? In der Apotheke gibt es Hilfsmittelchen, die ganz leicht Abhilfe schaffen können. Schon ausprobiert?
Welche Möglichkeiten hat sie, ihre berufliche Unzufriedenheit in den Griff zu bekommen? Gespräche mit dem Team, Veränderung innerhalb des Unternehmens oder Firmenwechsel, vielleicht könnt ihr sogar näher zueinander ziehen...?
Tut mir leid, wenn ich es falsch verstanden habe (vielleicht macht sie ja was und du hast es aus Platzgründen nicht aufgeschrieben). Aber ich finde die Art, wie sie dir die Verantwortung für ihre Kontaktarmut anhängt, symptomatisch: "Ich habe dir signalisiert, dass ich im Bereich X ein Problem habe. Jetzt hast du den Ball. Lass dir was einfallen - ich lehne mich derweil zurück und warte."
Sollte sie tatsächlich solche Wesenszüge haben, dann könnte es hilfreich sein, die Gespräche darauf (und auf die Auswege) zu lenken, möglicherweise ist es sogar das, was sie will? Psychologische Themen, Selbstfindung, ein bisschen Herumanalysieren? Das lieben die meisten Frauen.
Nachvollziehen kann ich ihre Passivität beim Fernsehen. TV und Kino sind für mich keine kommunikationsfördernden Beschäftigungen. Wenn ich vor einer Leinwand sitze, möchte ich in erster Linie das Geschehen darauf verfolgen, alles andere kommt danach. Zur Kuschel- und Dialoguntermalung eignet sich eine schöne CD besser, finde ich.
Auf Genörgel ohne erkennbare Ursache würde ich nicht groß eingehen. Habe es bei meinem Partner (der normalerweise sehr lieb, fröhlich und herzlich ist, aber manchmal seine Motztage hat) früher versucht, es ging jedesmal in die Hose. Lass ruhig mal zu, dass dir der Kragen platzt. Es kann sein, dass sie diesen Schuss vor den Bug braucht: "Bis hierhin und nicht weiter!"
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06.01.2008, 15:17
AW: Fernbeziehung und Probleme (lang)
Diese Aussagen finde ich ehrlich gesagt gruselig.
Zitat von Inaktiver User
Du hast noch nie jemanden getroffen, mit dem Du gern befreundet wärst? Du vermißt es nicht, Dich mit anderen Menschen zusammen-, aber auch mal auseinanderzusetzen? Dafür soll aber Deine Freundin den Bereich "zwischenmenschliche Kommunikation" völlig abdecken? Da wäre ich an ihrer Stelle auch mehr als zurückhaltend. Mir würde das Angst machen.
Über alles und nichts? Ich komme aus einer bekennenden Vielquatscherfamilie, in der viel geredet wurde. Aber selbst mein eigentlich eher schweigsamer Partner, der auch über Stunden still sein kann, redet gern mit mir. Und zwar über alles. Kochen, Politik, Tiere, unsere Familien, Arbeit, Bücher, die wir lesen, Filme, die wir gesehen haben, Reisen, Hobbies, die wir nicht teilen, aber dem anderen davon erzählen wollen und auch einfach nur so...Achja, noch ein paar Fragen: worüber redet man beim gemeinsamen Kochen? Beim Abwaschen? Vor dem Einschlafen, wenn einer total beruflich genervt und sehr müde ist? Wie hält man ein Gespräch am Laufen?
Wie verbringt Ihr denn Eure gemeinsame Zeit?
LG
Polarstern
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06.01.2008, 21:10Inaktiver User
AW: Fernbeziehung und Probleme (lang)
Hallo Polarstern,
Zitat von Polarstern
ich hatte früher zwei, drei relativ gute Freunde zu Schulzeiten, mit denen ich mich häufiger nachmittags getroffen und was unternommen habe. Aber allmählich kristallisierten sich zwischen ihnen und mir in elementaren Lebensdingen grosse Unterschiede heraus, und ich habe mich mit ihnen weniger bis gar nicht mehr getroffen. Ausser auf Jahrgangsfeten oder später dann Jahrgangstreffen. Nach der Schule hatte ich zwar diverse Bekannte und Kollegen, aber eine echte Freundschaft ist daraus nie entstanden.
Der Umstand, keine Freunde zu vermissen, hat auch damit zu tun, das meine Hobbies seinerzeit nicht gerade angesagt waren.
Ich bin, so denke ich, ein völlig normaler wenngleich gutmütiger Mensch. Ich bin nicht zum Gruseln!
Auch wir reden übers Kochen, Tiere, unsere Familien, Bücher etc. und auch nur so, aber aus irgendeinem Grund neigen unsere Gespräche dazu, sich zu rasch zu erschöpfen. Auch wenn wir das nicht wollen. Ich beherrsche das Reden um des Redens willen einfach nicht. Smalltalk.
Zitat von Polarstern
Grüsse,
Crypto.
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06.01.2008, 21:22Inaktiver User
AW: Fernbeziehung und Probleme (lang)
Hallo Megan_Rose,
Untersuchen ist sehr, sehr, sehr heikel. Sie geht ÄUSSERST ungern zum Frauenarzt. Nur wenn es unbedingt sein muss (also die Besuche zwecks Verlängerung der Pille, wo gleich nachgeschaut wird, ob noch alles in Ordnung ist). Sie geht da so schnell wie möglich wieder raus.
Zitat von Megan_Rose
Ob es sich um Bakterien, Pilze etc. handelt, keine Ahnung. Es ist auch nichts zu sehen.
Ich habe schon Gleitmittel hinzugeführt, wir machen ölige Massagen. Das macht erst gewissen Eindruck, hat aber noch fast gar nichts gebracht. Vielleicht muss ich noch mehr nehmen.
Es ist ihr erster Job nach dem Studium. Sehr kleine Abteilung. Sie hatte sehr gute Abschlussnoten im Studium und sie ist hochqualifiziert. Aber sie ist gezwungen, den Kontakt mit einer Auslandsniederlassung abzuwickeln, da sie dort vor Ort war und die Gegebenheiten kennt. Keine Möglichkeit, dies auf andere zu delegieren. Innerhalb des Unternehmens kann sie da nicht wechseln und umziehen auch nicht. Sie ist extra für diesen Job in den Ort des Unternehmens gezogen.
Zitat von Megan_Rose
Haben wir schon ein paarmal durchprobiert, ohne wesentliche Erfolge. Dass ich einen Teil an ihrer Situation "verursacht" haben soll, habe ich ihr auch schon erklärt, dass dies nicht angehen kann.
Zitat von Megan_Rose
Diese Passivität ist auch unser kleinstes Problem. Ich hätte allerdings früher gedacht, wenn der/die Liebste neben einem sitzt, ist das wesentlich interessanter als jedes Programm.
Zitat von Megan_Rose
Es ist einfach nicht meine Art, laut zu werden und auf den Tisch zu hauen. Aber gut möglich, dass sich dadurch etwas bewegen liesse.
Zitat von Megan_Rose
Danke für Deine Antwort und viele Grüsse,
Crypto.


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