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  1. User Info Menu

    Ändert sich die Fähigkeit zu lieben mit zunehmenden Erfahrungen?

    Mich würden Eure Erfahrungen sehr interessieren. Die Frage die ich mir z.Zt. stelle ist die:
    Ist es normal, daß sich die Art zu lieben mit der Zeit, dh. mit zunehmender Erfahrung, ändert ?
    Ich habe nicht viele Erfahrungen mit Männern in meinem Leben gesammelt.
    Ich habe meine erste große Liebe geheiratet. Wir sind aber seit fast 2 Jahren getrennt.
    Ich habe seit über 1 Jahr einen neuen Freund mit dem es auch gut läuft, ich bin eigentlich sehr glücklich.
    Nur fühlt es sich im Vergleich zum dem, was ich für meinen Ex empfunden habe ganz anders an.
    - das Urvertrauen ist nicht mehr da (der Ex hat mich betrogen)
    - da Gefühl, daß es zwischen uns etwas ganz besonderes, einmaliges ist
    - der Wunsch ihn superglücklich zu machen, alles für ihn zu tun, ihm eine Freude zu machen ist nicht mehr so ausgeprägt
    - die 100% Gewissheit, daß er der Eine für mich ist, fehlt
    - das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit ist nicht mehr in dem Ausmaß da
    - es ist einfach so, daß ich nicht so tiefe, bedingungslose Liebe empfinde, wie für meinen Ex

    Ich stelle mir in der letzten Zeit oft die Frage, ob ich ihn wirklich nicht so liebe, daß es für ein Leben reicht ?
    Ich bin 35 Jahre alt und würde gerne eine Familie gründen.
    Ich habe ihn wirklich sehr gern, wir verstehen uns gut. Ich denke auch nicht an Trennung.
    Trotzdem habe ich halt leise Zweifel, weil ich weiß, daß ich in der Lage bin noch viel tiefer zu empfinden als ich das im moment tue.
    Andererseits sind wir ja noch nicht soo lange zusammen. Muß wirkliche tiefe Liebe erst noch wachsen ?
    Kann ich dadurch, daß ich betrogen wurde vielleicht nie mehr ein Urvertrauen entwickeln ?
    Ist es normal, daß man nicht mehr so bedingungslos liebt, wenn man älter wird/mehr Erfahrungen hat ?
    Ist die sogar gut/wünschenswert daß man die Liebe etwas distanzierter sieht ?

    Freue mich auf Eure Antworten

    Engele

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    AW: Ändert sich die Fähigkeit zu lieben mit zunehmenden Erfahrungen?

    @engele: zu den Erfahrungen mit Betrug kann ich nichts sagen. Aber mit ist etwas anderes aufgefallen:

    -da Gefühl, daß es zwischen uns etwas ganz besonderes, einmaliges ist
    ...
    -er Wunsch ihn superglücklich zu machen, alles für ihn zu tun, ihm eine Freude zu machen
    ...
    -die 100% Gewissheit, daß er der Eine für mich ist, fehlt
    Ich bin gerade gar nicht so sicher, ob das Gefühle sind, die auf Dauer wirklich gesund für einen selbst und die Beziehung sind.

    Jede Beziehung ist irgendwie einmalig, nicht austauschbar, aber das heisst nicht, dass ich nicht auch andere Beziehungen leben könnte.

    Wie Leonie immer so schön schreibt: der/die Eine wird man durch gelebte Entscheidung. Es ist sicherlich normal, dass es nach einem Jahr noch nicht soweit ist.

    Und der Wunsch, alles für ihn tun zu wollen: für mich klingt da zuviel Selbstaufgabe mit.

    Daher von mir das Angebot einer alterntiven Interpretation: Du bist inzwischen stärker geworden, stärker bei Dir. Du kannst Dich nicht mehr so sehr verlieren wie früher. Auf diese Weise verlierst Du Dich vielleicht auch nicht in den ganz großen Gefühlen, aber auf Dauer wirst Du gefestigter sein.

    Könnte etwas dran sein?

    Grüße,
    Edelherb
    Die Ente bleibt draußen.

  3. Inaktiver User

    AW: Ändert sich die Fähigkeit zu lieben mit zunehmenden Erfahrungen?

    Hallo Engele,



    Also ich denke, ein Stück weit ist das auch für mich eine völlig normale Entwicklung.......

    Ich war auch nur einmal im Leben so richtig tief drin.....

    Mit diesem Vertrauen und auch mit dieser absoluten bedingungslosen Liebe.......

    Das war bei meinem ersten Freund (vor 14 Jahren :-) )

    Das wird von Beziehung zu Beziehung und mit den daraus resultierenden Erfahrungen doch schwieriger........

    Man wird einfach aufmerksamer und alles geht nicht mehr soooo schnell.......

    Das was du über deinen Freund und eure Beziehung schreibst klingt sehr schön.....

    Ob das reicht, kannst du dir nur selbst beantworten.....

    Ich für meinen Teil habe die Erfahrung gemacht, dass gerade die Männer, die mich nicht total aus den Schuhen gehauen haben, immer die bessere Wahl waren.......

  4. Inaktiver User

    AW: Ändert sich die Fähigkeit zu lieben mit zunehmenden Erfahrungen?

    Davon abgesehen gibt es für nichts 100 % Gewähr!
    Und ein Urvertrauen man vielleicht zur Mtter abe rdoch nicht zum Partner...da reichen doch 95 % völlig aus....


    Ich fidne diese Vergleiche mit vorherigen beziehungen nicht so klasse, denn jeder Mensch ist anders...

    Ich glaube auch, wenn es für Dich richtig stimmig wäre, hättest du diese Gedanken nicht..
    Warum grübeln Frauen manchmal so sehr und gehen sooo ins Detail mit ihren Gefühlen, es handelt sich doch nicht um eine betriebswsirtschaftliche betrachtung...man riskiert immer etwas im Leben, aber man bekommt doch auch soviel zurück!!!
    anstatt einfach nur zu genießen, was man hat, denn du schreibst doch, du bist glücklich!

    Also, bau darauf auf und zerpflücke das Glück nicht nach prozentualen Gesichtspunkten...

  5. Inaktiver User

    AW: Ändert sich die Fähigkeit zu lieben mit zunehmenden Erfahrungen?

    Hi engele,
    beim Lesen kamen mir zwei Gedanken:
    1. Entweder du bist noch nicht über deinen Ex hinweg. Du sagst, du bist seit 2 Jahren getreent, und seit einem Jahr zusammen mit dem neuen. Vielleicht war das eine Jahr, daß du alleine warst, noch nicht genug, um dich wirklich von der alten Beziehung abzunabeln.
    Da du scheinbar deinen jetzigen Freund immer mit dem Ex vergleichst, und auf dein Gefühl horchst, kommt mir das so vor, als würdest du dieser Beziehung noch nachhängen.

    2. oder dein jetziger Freund ist einfach nicht "der", oder wir können auch gerne sagen, "ein" Richtiger für dich.
    Wenn ich mich auf eine neue Beziehung einlasse, dann geh ich da mit dem gleichen Vertrauen ran wie an die vorherigen.

    Ich halte nicht viel davon, den jetzigen skeptisch zu beäugen und ständig mit der Angst zu leben, es könnte wieder auseinander gehen. Bei zwischenmenschlichen Beziehungen besteht immer ein gewisses Risiko, daß man sich eines Tages nicht mehr versteht, oder daß man enttäuscht wird, etc. Aber du kannst doch nicht jetzt schon auf das schlimmste warten! Und da du das aber zu tun scheinst, bringt mich das wieder zu meiner erste These zurück, daß du die alte Beziehung und deinen ersten Freund noch nicht verarbeitet hast.

  6. User Info Menu

    AW: Ändert sich die Fähigkeit zu lieben mit zunehmenden Erfahrungen?

    Zuerst einmal vielen herzlichen Dank für Eure Antworten. Ich finde toll, wie hier jedem geholfen, und wie sich hier mit den Problemen auseinandergesetzt wird .

    @ edelherb das hört sich gut an. Ich denke auch daß diese Form der Partnerschaft die erwachsenere ist.
    Das ist wahrscheinlich besser für beide Seiten. Für mich weil wenn ich mich nicht mehr so ganz in der Partnerschaft verliere, kann ich auch nicht mehr so tief verletzt werden. Ich kann meine eigenen Bedürfnisse besser erkennen und auch durchsetzen.
    Für meinen Partner ist es besser, weil er nicht mehr dem Druck ausgesetzt ist der „Lebenssinn“ für mich zu sein.
    Ich habe mich früher zu sehr auf meinen Partner konzentriert, ihm jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Das kann einen als Mann wahrscheinlich auch nerven und macht einen selbst in seinen Augen uninteressant.

    @ Peppi, das ist für mich sehr interessant, daß du ähnliche Erfahrungen gemacht hast. Ich bin eigentlich auch sehr glücklich.
    Habe nur machmal ein etwas schlechtes Gewissen meinem Freund gegenüber, weil ich denke ich liebe ihn vielleicht nicht ganz so hingebungsvoll/vielleicht auch nicht ganz so wie er mich. Aber wie du schreibst kann diese Form der Partnerschaft die gesündere /stabilere sein.
    @silencio Es geht mir auch nicht darum meine jetzige Beziehung zu zerpflücken oder gegen die frühere aufzurechnen. Jeder Liebe ist anders und nicht vergleichbar. Es ging mir mehr darum meine eigenen Gefühle zu verstehen und zu hören, daß es einigen von Euch ähnlich geht. bzw. zu hören, daß es normal ist mit zunehmenden Alter anders zu lieben.
    @ whiskey, das hast du richtig erkannt. Ich habe meine frühere 10-jährige Partnerschaft noch nicht ganz „verdaut“. Ich habe schon sehr viel Angst davor, daß auch diese Partnerschaft zerbricht und ich wieder sehr verletzt werde.
    Da muß ich aber darüber hinwegkommen, wieder lockerer werden. Wenn ich mich ständig frage, ob die Partnerschaft auch bald in die Brüche geht, wird sie dies höchstwahrscheinlich auch tun
    Ich hoffe einfach, daß die Zeit die Wunden heilt, und daß ich mich dann auch in zunehmenden Maße auf meinen jetzigen Freund einlassen kann. Aber natürlich auch nicht mehr in den alten Fehler der Selbstaufgabe zu verfallen .

    Alles Liebe Eure Engele

  7. Inaktiver User

    AW: Ändert sich die Fähigkeit zu lieben mit zunehmenden Erfahrungen?

    Zitat Zitat von engele
    @ whiskey, das hast du richtig erkannt. Ich habe meine frühere 10-jährige Partnerschaft noch nicht ganz „verdaut“. Ich habe schon sehr viel Angst davor, daß auch diese Partnerschaft zerbricht und ich wieder sehr verletzt werde.
    Da muß ich aber darüber hinwegkommen, wieder lockerer werden. Wenn ich mich ständig frage, ob die Partnerschaft auch bald in die Brüche geht, wird sie dies höchstwahrscheinlich auch tun
    Ich hoffe einfach, daß die Zeit die Wunden heilt, und daß ich mich dann auch in zunehmenden Maße auf meinen jetzigen Freund einlassen kann. Aber natürlich auch nicht mehr in den alten Fehler der Selbstaufgabe zu verfallen .

    Alles Liebe Eure Engele
    Hi Engele, time is on your side... das stimmt auf jedenfall. Wo du aufpassen mußt, ist, daß deine jetzige Beziehung nicht schon vorher daran zerbricht. Den Richtigen zum falschen Zeitpunkt treffen gibt es leider auch...

    Hast du schon mal an Therapie gedacht. 10 Jahre lassen sich nicht so schnell aufarbeiten, und vllt könnte ein Therapeut dir bei der Aufarbeitung aber auch mit dem Umgang der jetzigen Beziehung helfen. Das muß ja gar nicht für lange sein, aber zumindest das du einen Denkanstoß bekommst, wie du mit der Vergangenheit und der Gegenwart umgehen kannst. Vor allem da du auch schreibst, daß du zur Selbstaufgabe neigst. Ein Therapeut könnte dir dazu auch Vorschläge geben, wie du das zum einen vermeidest, aber auch zusammen mit dir herausfinden, weshalb du diese Tendenz hast.

  8. Inaktiver User

    AW: Ändert sich die Fähigkeit zu lieben mit zunehmenden Erfahrungen?

    Ich habe früher auch gedacht, dass es schon der Anfang vom Ende ist, wenn ich mir vorstellen kann, ohne "ihn" zu leben. Bis ich gemerkt habe, dass das die für mich gesündere Sichtweise der Dinge ist.

  9. User Info Menu

    AW: Ändert sich die Fähigkeit zu lieben mit zunehmenden Erfahrungen?

    Zitat Zitat von engele
    Mich würden Eure Erfahrungen sehr interessieren. Die Frage die ich mir z.Zt. stelle ist die:
    Ist es normal, daß sich die Art zu lieben mit der Zeit, dh. mit zunehmender Erfahrung, ändert ?

    Ist es normal, daß man nicht mehr so bedingungslos liebt, wenn man älter wird/mehr Erfahrungen hat ?
    Ist die sogar gut/wünschenswert daß man die Liebe etwas distanzierter sieht ?
    Also, die Art des Liebens ändert sich natürlich, dein Leben lang. Als Kind liebst du anders als als Teenager, als Mutter anders als als Freundin, als einmal Betrogene anders als als Unverletzte.
    Aber was du schreibst, finde ich trotzdem bedenkenswert. Du scheinst eine gewisse "Hollywood-Vorstellung" von Liebe zu haben, nicht böse gemeint, und nachdem die zerstört wurde, musst du erst eine andere Art finden.
    Ich weiß nicht, ob du dafür eine Therapie brauchst, denn es scheint mir gar nicht unbedingt an der ersten Verletzung zu liegen (wobei ich doch zu bedenken gebe, dass ich glaube es gibt auf dieser Welt fast niemanden, der noch nie betrogen wurde...) sondern daran, dass du ein Ideal zu leben versuchst.

    Ich liebe heute sehr viel bedingungsloser als früher, sehr viel verletzlicher, und weniger distanziert.
    Aber ich trenne das davon, ob ich mit einem Mann leben will.

    Liebst du wirklich distanziert oder trennst du nur vielleicht nicht zwischen deinen Ängsten und Barrieren und dem Mann, mit dem du lebst?
    Setz dich doch mal hin und schau ihn dir an. Nicht als deinen Partner, sondern als Mann, nicht danach bemessen, dass er dir viel geben dich aber auch verletzen kann, sondern ihn, wie er ist.
    Liebst du IHN?
    ...und sie hat nicht mal Angst vor Spinnen!

  10. Inaktiver User

    AW: Ändert sich die Fähigkeit zu lieben mit zunehmenden Erfahrungen?

    Hallo Engele,

    bin gerade auf dieses Thema gestoßen und habe sehr ähnliche Gefühle!!
    Bin d.J. im Februar nach 16 jähriger Ehe und zum 2. Mal geschieden worden.
    Seit 19 Monate lebe ich mit meinem Verlobten zusammen. Wir leben eine sehr enge Partnerschaft und machen in der Freizeit eigenlich alles zusammen bis auf wenige Ausnahmen.

    Ich habe auch diesen Typus Liebe zu definieren, wie es von Dir rüber kommt.
    Alles zu machen für den Liebsten und tiefe Empfindungen emotional stark auszudrücken. Hatte auch in der Vergangenheit nicht das Gefühl, dass ich damit etwas falsch gemacht habe. Aber gesund ist es glaube ich nicht. Jedenfalls nicht für uns.

    Hollywood-Liebe: Ja, irgendwie trifft es vielleicht!! Ich habe auch ein sehr starkes Idealbild von Liebe und Partnerschaft, Vertrauen und Freizeitgestaltung. Geben aber auch nehmen dürfen.

    Aber wenn das nicht gleich zurückkommt, mit dem Bekommen, schellen bei mir sofort die Alarmglocken und ich werde misstrauisch und vergleiche, was rationell gesehen natürlich falsch ist. Aber mach was....in gewissen Situationen wirft man einfach alles, was man sich in guten Momenten vorgenommen hat, sofort über den Haufen. Mir geht es jedenfalls andauernd so.

    Ich bin auch sehr misstrauisch geworden und glaube oft, dass mein ehemaliger Mann mich mehr geliebt hat. Und manchmal denke ich, ich liege total falsch mit dieser Annahme. Es geht hin und her.

    Meine Art zu lieben hat sich auch verändert. Es fühlt sich jedenfalls so an.
    So, und jetzt? Ich grüble und zermartere mir den Kopf, ob es an mir oder an ihm oder an was eigentlich liegt?
    Ist er der Richtige? Wird es halten? Wird er mich betrügen? Wird er mich belügen?
    Manchmal fühle ich mich ihm so nah, dass ich in ihn reinkriechen könnte.
    Ein anderes Mal fühlt er sich so weit weg von mir an.

    Wir haben auch schon über MEINE Zweifel gesprochen. ER hatte noch nie welche, sagt er.
    Bei mir ist es eine Achterbahn und diese Vergleiche finde ich selbst total bescheuert.

    Engele, insofern glaube ich, dass Deine Gefühle völlig normal sind . Wir sind eben kritischer und aufmerksamer geworden und wissen, was wir keinesfalls mehr wollen.

    Ich finde das ziemlich anstrengend.

    Grüße

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