Ich muß sagen, ich lese auch aus Deinem letzten Beitrag heraus, dass es Dir persönlich nicht so gut geht und Du auch in einer dicken Krise steckst. Dein Mann ist da sicher nicht allein die Ursache.Zitat von Inaktiver User
Ich wünsche Dir, dass Du das bald überwindest und Du wieder einen Lichtblick in Deinem Leben findest.
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11.07.2007, 14:16Inaktiver User
AW: Hilfe, mein Mann hat die Krise
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11.07.2007, 19:16Inaktiver User
AW: Hilfe, mein Mann hat die Krise
Hallo Ihr Lieben,
wo soll ich anfangen...? Ich habe natürlich zunächst nur die Spitze vom Eisberg gezeichnet. Unser Problem liegt tiefer, keine Frage. Meine Probleme auch, ganz klar.
Ich glaube nicht, dass ich schwärzer male, als es ist. Mein Mann und ich kennen uns seit etwas mehr als 6 Jahren. Wir haben uns in einer für mich sehr schwierigen Zeit kennen gelernt. Meine Mutter lag damals im Sterben, ich hatte eine gescheiterte Ehe hinter mir (er auch) und viele Jahre mit Therapie und Depressionen. Mein Mann war damals einfach da, stärkte mir den Rücken, half, wo er konnte und war der oben zitierte "Fels in der Brandung". Ich ließ mich völlig und ohne Rückendeckung auf diese neue Beziehung ein, eine für mich bis dato unbekannte Situation.
Als meine Mutter starb, verlor ich mehr als einen geliebten Menschen, da sich mein Stiefvater, der bis dahin 35 Jahre mein Vater gewesen war, ebenfalls für ein neues Leben entschied, in dem ich keinen Platz mehr hatte. Es hat sehr lange gedauert, bis ich das einigermaßen verarbeitet hatte. Da auch noch berufliche Krisen und Fehlentscheidungen dazu kamen, schob ich eine Krise nach der anderen. Nichts war mehr so, wie es sein sollte. Ich musste mich neu definieren und positionieren.
In dieser Zeit habe ich einen großen Teil meiner zuvor neu gewonnenen Lebensfreude verloren. Keine leichte Situation für meinen Mann. Irgendwann fing er an, seine Gefühle in Frage zu stellen. Nie wirklich bedrohlich, aber für mich sehr beängstigend. Er kritisierte mich und mein Verhalten, fühlte sich nicht genug geliebt, fand mich zu ernst und zu traurig. Ich versuchte zu erklären und ihm mehr zu zeigen, wieviel er mir bedeutet. Es reichte nie. Wir stritten immer wieder um des Kaisers Bart, kamen aber nie wirklich weiter.
Mein Wunsch, noch ein Kind zu bekommen, wurde von ihm vor 1 1/2 Jahren mit den Worten kommentiert, er wolle mit mir kein Kind, da er mich für ungeeignet halte, Mutter zu sein. (Ich kürze hier jetzt sehr stark ab.) Es folgte ein unglaublich heftiger Streit, der mich völlig aus der Bahn warf. Damals war ich drauf und dran, alles hinzuschmeißen, weil ich spürte, dass ich kurz davor stand, abzudrehen. Meine angeknackste Psyche zeigte mir sehr deutlich, dass die Grenze erreicht war. Ich zog mich völlig zurück und versuchte, mir in Ruhe darüber klar zu werden, was ich wollte und was nicht. Nach vielen Monaten der absoluten Funkstille zwischen uns, kamen wir uns im Herbst letzten Jahres wieder näher. Wir redeten sehr viel miteinander, klärten ein paar wichtige Dinge. Es schien wieder aufwärts zu gehen.
Im März diesen Jahres habe ich mich selbständig gemacht. Er hat mir geholfen, wo er nur konnte. Nach meinem Empfinden ging es uns wieder gut, ich fühlte mich sicher, konnte wieder lachen, zeigte ihm bei jeder sich bietenden Gelegenheit, wie sehr ich ihn liebe. Von ihm kam nicht viel in dieser Richtung, aber ich hatte das Gefühl, er fühlt sich wohl.
Als sich im Mai unser Kennenlerntag jährte und er statt einer gemeinsamen, geplanten Unternehmung lieber mit seinem Freund Motorrad fahren ging, war ich sehr verletzt. Ich sagte es ihm ein paar Tage später sehr deutlich und wollte wissen, ob ich richtig empfinde, dass er sich immer mehr von mir zurück zieht. Er bejahte. Und eine halbe Stunde später sagte er, es sei wohl besser, wenn wir uns trennen. Ich war völlig platt. Wir beendeten das Gespräch, ich ging ins Bett und heulte mir fast die Seele aus dem Leib. Kurz drauf bin ich wieder runter und habe ihn unter Tränen angefleht, es nicht so enden zu lassen. Er weinte ebenfalls und sagte, er wolle mich nicht verlieren. Wir einigten uns darauf, uns Hilfe bei einer Eheberatung zu suchen und künftig vorsichtiger mit uns umzugehen.
Das ist jetzt gut 2 Monate her. Seitdem hat unser Miteinander für mein Gefühl eine neue Qualität gewonnen - aber anscheinend irre ich mich da total. Ich habe in den letzten 2 Wochen gemerkt, dass er sich innerlich von mir entfernt. Und auf meine Nachfrage... siehe oben.
Ich weiß nicht mehr, was richtig ist und was falsch.
Sicher, positives Denken kann man lernen. Allerdings ist es mir momentan ein Rätsel, in welche Richtung ich positiv denken soll. Ich kann nicht verstehen, wie ein Mensch, der laut eigener Aussage total in der Krise steckt, morgens fröhlich pfeifend den Tag beginnt.
Ich fühle mich wie im falschen Film. Ich verstehe gar nichts mehr.
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11.07.2007, 20:51Inaktiver User
AW: Hilfe, mein Mann hat die Krise
Hallo Redwhife,
jeder Mensch verarbeitet Krisen anders. Und so kanns gut sein dass SEIN Weg eine Krise zu verarbeiten eben SEIN weg ist und nicht der gleiche ist den Du wählst.Ich kann nicht verstehen, wie ein Mensch, der laut eigener Aussage total in der Krise steckt, morgens fröhlich pfeifend den Tag beginnt.
Beim Lesen Deines Beitrags drängt sich mir der Eindruck auf dass er die letzten Jahre so viel an "Fels in der Brandung" sein musste dass sein Akku nun schlicht leer ist. Er vielleicht auch mal einen solchen Felsen brauchen könnte statt eines "aber ich brauche doch Deine Stärke weil ich so schwach bin...".
Ganz fatal fände ichs, wenn Du ihm nun beweisen willst dass es DIR noch schlechter geht als ihm. Also quasi Dein "mir geht es gut" daran koppelst dass es ihm gut geht. Gehts ihm nicht gut dann gehts dir sofort gaaanz schlecht. Das ist schon irgendwo eine Art Erpressung, da kann er nicht anders als sich zurueckziehen...
Insofern: für meine Begriffe hast Du auf diese Beziehung nur dann noch eine Chance wenn Du aufhörst damit ihn für deine eigene psychische Stabilität zu ge (und damit auch irgendwie zu miss) brauchen.
Stells Dir doch mal umgekehrt vor: Dir ging es schlecht. Er hat dann nicht mit "wie kanns Dir schlecht gehen wo Du doch mich hast" reagiert. und auch nicht "jetzt habe ich die Panik weil es Dir schlecht geht und deshalb gehts mir jetzt supersauschlecht...".
Sondern war da. ruhig. zuverlaessig. zuversichtlich.
Das was Du befuerchtest nämlich dass er sich zurueckzieht von Dir schaffst Du selbst mit deinem Verhalten. Du laesst ihm quasi keine andere Wahl. Eigentlich braucht er sich nämlich gar nicht trennen, eigentlich braucht er einfach mal nur ein wenig ruhe und "auftanken" können. Wenn Du ihm das aber nicht lassen kannst dann und nur dann MUSS er sich trennen. Nicht weils zwangsläufig passieren muss sondern weil DU so reagierst.
Es gibt in jeder Beziehung Phasen wo sich die beiden Partner mal phasenweise voneinander entfernen. Und dann wieder zusammenfinden. Nur dass er sich mal innerlich entfernt ist doch kein Grund ihn jetzt quasi mit Gewalt herbeizukriseln... - du willst doch keinen Mann der aus Mitleid ("meine Frau ist psychisch so instabil dass ich sie nicht verlassen kann") bleibt. Sondern einen der Dich liebt. Und bei Dir sein will.
In den über 23 Jahren in denen ich mit meinem Partner zusammen bin gabs immer wieder phasen in denen wir uns innerlich voneinander entfernt haben. Und wir haben uns auch immer wieder gefunden. Und gerade dass es moeglich war dies zu tun ist - davon bin ich ueberzeugt - ein ganz festes Fundament unserer Beziehung.
sorry wenn ichs so deutlich sage. Aber Du solltest wirklich schnell Hilfe von aussen in Anspruch nehmen und Dir auch euner Beziehungskonzept nochmal grundsätzlich überlegen: Du wirst keinen Engel finden der auf Dauer in der Lage ist dich zu stabilisieren. Das musst Du lernen alleine hinzukriegen.
Und wenn neben dem "brauchen" bei Dir auch noch ein wenig Liebe zu ihm ist dann lass ihn liebevoll in Ruhe. Liebevolle Zuwendung kann nämlich auch sein einfach nur da zu sein. Sonst nichts. Ohne dass er sich rechtfertigen, erklären, trösten lassen muss.
Gruss
mirca
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11.07.2007, 21:47Inaktiver User
AW: Hilfe, mein Mann hat die Krise
Liebe Mirca,
in den letzten 4 Jahren unserer Ehe hat sich das Blatt gewendet: Aus dem Fels in der Brandung ist ein Mann geworden, der mir mein Unwohlsein nicht mehr lässt, sondern immer noch einen drauf setzt. "Dir geht es schlecht? Na und mir erst..."
Er ist derjenige, der seinen Seelenzustand von meinem abhängig gemacht hat: Ging es mir gut, ging es ihm gut. Ging es mir schlecht, schwächelte auch er. Wir haben diverse Krisen durchlaufen, die meistens damit begannen, dass er seine Gefühle in Frage gestellt hat. Er ist derjenige, der mich immer wieder auf die Probe stellt und mich (unbewusst?) dazu bringt, mich und meine Werte zu hinterfragen.
Ich habe, bedingt durch die Erfahrungen der letzten Jahre, sehr bewusst darauf geschaut, mich emotional nicht zu sehr von ihm abhängig zu machen. Es gab eine Zeit, da dachte ich, ohne ihn nicht leben zu können. Und das hat mir nicht gut getan. Ich "brauche" ihn nicht, ich liebe ihn. Und ich möchte verstehen, was in ihm vorgeht.
Ich glaube nicht, dass ich ihn als den "Starken" missbraucht habe und ich wehre mich vehement dagegen, mich auf meine angeknackste Psyche reduzieren zu lassen. Ich habe große Urängste in mir, das weiß ich und ich kämpfe seit Jahren dagegen an. Dazu gehört für mich auch, Menschen zu vertrauen, möglichst bedingungslos. Ein schwieriges Unterfangen, wenn der Mensch, dem man vertraut, dieses Vertrauen mit Füßen tritt.
Es verstört und verletzt mich, dass mein Mann seit ungefähr 2 Jahren nicht mehr weiß, ob er mich liebt. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich ihm unterstellen, dass es eine andere Frau in seinem Leben gibt. Er macht Sport ohne Ende, nimmt plötzlich konsequent ab (wir kämpfen ständig mit unserem Gewicht und diäteln mehr oder weniger erfolgreich), verschwindet für Stunden (Sonntag 6 Stunden, heute Abend ohne Abmeldung direkt nach der Arbeit), geht früh ins Bett und steht morgens eben fröhlich pfeifend auf. DAS alles passt in keinster Weise zu dem, was er mir am Freitag erzählt hat.
Ich habe Verständnis dafür, dass er kriselt, dass sich sein Wertegerüst verändert, dass sich seine Prioritäten verschieben. Aber es fällt mir schwer zu verstehen, warum ich dabei auch hinten runter falle.
Er hat in den letzten Jahren so viele Forderungen bzgl. meines Verhaltens gestellt, dass ich manchmal gedacht habe, ich müsste mich um 180° drehen, nur damit er zufrieden ist. Ich bin seit längerer Zeit völlig überfordert, weil ich absolut nicht mehr weiß, was eigentlich richtig ist. Jedes Mal, wenn ich denke, jetzt geht's aufwärts, kommt der nächste Knaller, der mich ratlos und verwirrt zurück lässt.
Nein, ich will ihm nicht beweisen, dass es mir schlechter geht als ihm. Warum auch. Aber dass ich mich scheiße fühle, kann ich leider nicht verleugnen. Ich verstehe nicht, was passiert. Und das macht mir Angst.
Vielleicht ist es so, dass ich ihn machen lassen muss, ohne viel darüber nachzudenken. Dass ich geduldig abwarten muss, bis er sich wieder gefangen hat. Dass ich es einfach hinnehmen muss, wenn er so lebt, als sei ich gar nicht da. Wenn Du das meinst, mit "Ruhe und auftanken können", dann wird das ein Kraftakt, von dem ich nicht weiß, ob ich ihn durchhalte. Ich versuche, mich zurückzunehmen. Ich belästige ihn weder mit meinen Gefühlen, noch mit meinen Gedanken. Ich fordere keinerlei körperliche Nähe, sondern harre der Dinge, die da kommen. Ich bin still.
Natürlich will ich einen Mann, der aus Liebe bei mir bleibt. Weder aus Gewohnheit, schon gar nicht aus Mitleid. Das würde er auch nicht tun. Dafür ist er zu egoistisch. Und würde er es versuchen, würde ich es merken und ihn zum Teufel schicken.
Ich bin nicht schwach. Manchmal wäre ich es gern. Aber es gelingt mir nicht.
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11.07.2007, 22:22Inaktiver User
AW: Hilfe, mein Mann hat die Krise
Hallo Redwhife,
ui, das klingt ja dann - für mich - doch stark anders als Dein vorheriges Posting. Danke fuers Erklaeren, ich verstehs jetzt anders als vorher.
Wo ich selbst ansetzen würde wäre an der Kommunikation. Wobei ich vorab schicken muss dass bei uns in der Partnerschaft es voellig klar ist dass, egal was ist, es wird darüber geredet. Sich der Kommunikation ueber das was in einem vorgeht zu entziehen ist beiderseits klar als "Todsuende" innerhalb der Beziehung definiert. Klar ist natuerlich auch, dass jeweils ausgehalten werden muss was dann der oder die andere sagt.
Ich versuche mir gerade vorzustellen wie es mir gehen würde und was ich machen würde wenn mein Mann mir sagt er weiss nicht ob er mich noch liebt. Ich glaube ich würde von ihm wissen wollen was sich geändert hat. hab ich mich verändert? hat er sich verändert? in was genau? ist es Ärger der die Liebe verschüttet? Enttäuschung (meines Erachtens der groesste Quell von verschuetteter Liebe), Resignation? eine neue Liebe?
und danach dann entscheiden wie es weiter geht.... - aber klar, ich würde es wissen wollen. Und bestehen darauf dass er mir das mitteilt. Einfach nur abtauchen und so tun als wäre nix: von mir aus danach. wenns klar ist. Aber die Klarheit darüber was ist würde ich selbst auch brauchen.
Und, ich würde Absprachen haben wollen was Timing angeht: wenn er meint er braucht zeit zum nachdenken dann halt festlegen wie lange er meint zu brauchen und nen Termin ausmachen an dem das Ergebnis mitgeteilt wird. Da ich ein ungeduldiger Mensch bin wären 4 Wochen dabei gerade eben noch so auszuhalten, 4 Monate im luftleeren Raum fände ich ueberzogen. Den würde ich - dafuer kenne ich mich gut genug - dann nämlich fuellen mit eigenen Aktivitäten, einfach monatelang nur "abwarten" bis er ankommt könnte ich nicht.
Ist nicht einfach Deine Situation. Mein eigenes Patentrezept für so Phasen ist dass ich zum Workaholic mutiere. Ist aber sicher nicht fuer alle machbar und uebertragbar. Ich drueck Dir die Daumen und hoffe, Du kriegst ihn zum Reden. Frag ihn im Zweifelsfall halt als erstes, was ihn davon abhält Dir zu sagen was ihn bewegt und ihm durch den Kopf geht...
viele Gruesse
Mirca
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12.07.2007, 07:59Inaktiver User
AW: Hilfe, mein Mann hat die Krise
Ich bin echt fassungslos!Mein Wunsch, noch ein Kind zu bekommen, wurde von ihm vor 1 1/2 Jahren mit den Worten kommentiert, er wolle mit mir kein Kind, da er mich für ungeeignet halte, Mutter zu sein.
Dir ist danch nie die Idee gekommen, dass er nicht der richtige Mann für Dich sein könnte?
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12.07.2007, 10:28Inaktiver User
AW: Hilfe, mein Mann hat die Krise
Hallo Mirca,
Kommunikation ist unser großer Schwachpunkt. Bisher habe meistens ich geredet und er hat gemauert. Vor 2 Monaten haben wir uns geschworen, mehr und vor allem anders miteinander zu reden. Weg von den oberflächlichen Allgemeinplätzen, hin zu ernsthaftem Austausch. Für mich sah es so aus, als hätte es zumindest ansatzweise funktioniert. Aber als er letzten Freitagmorgen ankündigte, abends "mal mit mir reden zu müssen", schwante mir nichts gutes.
Er warf mir (uns?) u.a. vor, das Vorhaben zum "Reden" nicht in die Tat umgesetzt zu haben. Ich sagte, ich wolle nicht reden um des Redens Willen, sondern dann, wenn es was zu reden gäbe. Zumal er mir in der Vergangenheit oft vorgeworfen hat, zu viel zu quasseln.
Da mein Mann absolut allergisch auf Kritik jeder Art reagiert, habe ich versucht, mir meine direkte und z.T. provozierende Art abzugwöhnen. Leider führt das dazu, dass ich überhaupt kein Gefühl mehr für Timing habe. Ich verbiege mich, damit es nicht ständig knallt und damit wir überhaupt eine Chance haben, miteinander zu reden. Dadurch rede ich sehr viel weniger, überlege mir sehr genau, wann ich was sage und lasse es dann manchmal einfach bleiben.
Ich habe schon vor längerer Zeit versucht dahinter zu kommen, was seine Gefühlsverwirrung begründen könnte. Da er sich nicht konkret äußert, schneider ich mir halt was zusammen. Auf Ultimaten reagiert er nicht anders, als auf sonstige Forderungen: Er mauert oder bockt.
Er hat mir vorgeworfen, nicht mehr die Frau zu sein, in die er sich verliebt hat. Es ist eine Menge passiert seither und nichts davon ist ihm verborgen geblieben. Ich habe es aufgegeben, ihm erklären zu wollen, dass mich die Erfahrungen der letzten Jahre verändert haben, z.T. in eine Richtung, die mir selber nicht behagt. Er akzeptiert das nicht, sondern meint, es liege an mir, das wieder rückgängig zu machen.
Es ist nicht so, das wir ständig aneinander herumzanken - im Grunde ist mein Mann ein sehr introvertierter Einzelgänger, der seine Freiheit braucht und sich in keinster Weise einengen lässt. Er brauchte bisher sehr viel körperliche Nähe - mir manchmal zu viel - und hat sie auch immer wieder eingefordert, wenn ich zu sehr mit mir selber beschäftigt war. Eben darum ist sein Rückzug so schwer zu verstehen.
Er ist übrigens gestern Abend um 23.30 Uhr nach Hause gekommen. Ich war schon im Bett. Heute Morgen habe ich ihm zum Geburtstag gratuliert. Ein Kuss und ein Danke von ihm, kein Wort zu gestern. Lediglich ein "Ich hab die halbe Nacht nicht geschlafen" (Bedauer mich!). Ging mir ähnlich. Ich schlafe im Moment kaum noch.
Danach ist er duschen gegangen, hat sich angezogen und weg war er. Ich habe ihm bewusst fröhlich einen schönen Tag gewünscht.
Ich werde diesen Zustand ganz sicher keine 4 Monate aushalten. 4 Wochen vielleicht auch nicht, keine Ahnung. Ich will ihm Zeit lassen, von selber zu kommen, aber ich kann halt auch nur bedingt aus meiner Haut.
Wir werden sehen. Und außerdem: siehe unten. Mein Motto habe ich auch nicht ohne Grund gewählt.
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12.07.2007, 10:33Inaktiver User
AW: Hilfe, mein Mann hat die Krise
Doch, natürlich. Ich habe fast ein 3/4 Jahr gebraucht, um mir darüber klar zu werden.
Zitat von Inaktiver User
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12.07.2007, 10:58
AW: Hilfe, mein Mann hat die Krise
Hi Redwhife,
meine übliche Frage bei solchen männlichen Verhaltensmuster: Ist er von Sternzeichen Fische?? Offensichtlich nicht, da er ja heute Geburtstag hat. Aber bestimmt ist sein Aszendent Fische...
Wie auch immer....eine sehr schwierige Geschichte...die mir persönlich sehr nahe geht. Bei mir geht's zwar ein bisschen anders zu, aber doch ist mir Deine Geschichte in vielen Punkten sehr vertraut. Ich bin bezüglich meiner Geschichte im Moment auch sehr hilflos und möchte mal meine Gedanken hier niederschreiben.
Ich denke, dass Du (und auch ich => fühl Dich bitte nie angegriffen, wenn ich Du schreibe, ich meine auch mich) nach außen hin sehr stabil und resolut wirkst. U. a. schließe ich darauf, weil Du geschrieben hast, dass Du Dein provozierendes Verhalten versuchst zu bessern. Dass Du innen in Wahrheit auch nur ein zartes "Baby" bist merken andere Menschen vielleicht gar nicht. Ist auch schwer....
Bei ihm stelle ich u. a. (auch) ein mangelndes Selbstbewusstsein fest. Und, dass er einfach ein Mensch ist, dem es schwer fällt, sich dauerhaft festzulegen. Er weiß nicht, was er will. So scheint es mir.
Zwei instabile Personen mit wenig Selbstbewusstsein stossen aufeinander. Kommunikationsstil passt auch nicht. Geht bei dieser Konstellation auf den ersten Blick auch kaum. Letztendlich sehnen sich beide nach Stabilität und sind in ihren Unsicherheiten und Ängsten gefangen.
Tja...was fällt mir als Lösung ein? Nichts wirkliches, was die Ehe von heute auf morgen rettet. Klar ist, dass jeder erst mal mit sich selbst ins Reine kommen muß. Vielleicht sollte man den anderen mal für eine Weile (eine längere Weile) komplett ausblenden. Abstand. Klar, wenn man zusammenlebt, dann geht dieses Ausblenden nur im Rahmen....
Ich glaube, dass ein stabiler Mensch, der mit seinen Fehlern, Schwächen und Ängsten ganz alleine umgehen kann und klar kommt damit, der kann mit jedem Partner leben.
Es ist nämlich immer einfach alles auf den anderen zu schieben, aber es spielt in Wahrheit keine Rolle, was der andere macht und/oder nicht macht.
Ich eiere hier rum. Aber eine Lösung???
Puh...das Leben ist nicht einfach. Hat mir auch keiner versprochen.Geändert von BoraBora (12.07.2007 um 16:37 Uhr)
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12.07.2007, 11:09Inaktiver User
AW: Hilfe, mein Mann hat die Krise
Dann musst Du mir die Frage erlauben, warum Du so an ihm hängst
Zitat von Inaktiver User
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Diese Aussage wäre für mich das Todesurteil der beziehung gewesen.
Du schreibst, dass er schon lange nicht mehr ist was er mal war - der Fels in der Brandung.
Aber warum trennst Du Dich dann nicht?


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