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  1. Inaktiver User

    AW: Unglücklich in der Ehe - Lohnt es sich zu kämpfen?

    Irgendjemand schrieb, dass deinem Mann die von dir gestellte Diagnose ADHS gerade recht komme. Ich möchte ergänzen: dir doch auch. Jetzt hast du ein Etikett, das du an deinen Mann hängen kannst. Und eine Baustelle, an der du dich abarbeiten kannst, nämlich "wenn er nur eine Diagnose bekäme, dann hätte er ein Einsehen und könnte therapiert werden und funktioniert danach besser."

    Das ist aber nicht euer Kernproblem. Vergiss die mutmassliche, angebliche ADHS. Euer eigentliches Problem ist: ihr seid beide vollkommen überlastet und kriegt den ganz normalen Alltag nicht gebacken. Ihr agiert nicht im Team. Zwei Dinge solltet ihr tun, völlig egal, ob jemand ADHS hat oder nicht. Nämlich:
    - Entlastung, Entlastung, Entlastung
    - Paarmediation (ich schreibe absichtlich nicht "Therapie") bzw. Paarkommunikationstraining.

    Entlastung: einerseits durch äussere Massnahmen, anderseits aber auch durch eine Änderung der inneren Einstellung und Ansprüche. Äussere Massnahmen wären:
    - ihr reduziert beide (beide!) euer Arbeitspensum auf je 80% (oder 70%)
    - Haushaltshilfe
    - ihr definiert einen Tag, an dem ihr beide spätestens um 16h00 daheim seid. An diesem Abend kommt ein Babysitter, macht den Kindern Abendessen und bringt sie zu Bett - und ihr zwei macht als Paar was, extern, nur für euch. Jede Woche.
    - An den Wochenenden radikal abgespecktes Programm. Man muss nicht dauernd Bespassungsaktivitäten organisieren, auch Besuche brauchts nicht immer.

    Einstellung ändern ist schwieriger. Aber nötig. Wobei du nur deine eigene ändern kannst, nicht seine.
    - Perfektionismus ablegen.
    - Zulassen, dass mal was in die Hose geht, sofern es nicht für die Gesundheit der Kinder gefährlich ist.
    - Seinen Erwartungen nicht nachkommen. Du schreibst, er erwartet von dir, dass du die Sachen der Kinder rauslegst, weil er das nicht schafft. Und du machst das dann? Sehr bequem für ihn, so muss er sich nie darum kümmern. Machs konsequent NICHT. Er soll. Und wenn dann ein Kind mal nicht zusammenpassende Socken trägt, egal. Du musst zu einer Haltung kommen, dass du akzeptiert, dass er die Dinge anders macht als du, weniger "gut" als du, dass er halt mal was versemmelt, ohne dass du gleich wieder einspringst.
    - aufhören, seine Mutti zu spielen. Wenn ihr irgendwo hin wollt, EINE Ansage, wann ihr fahrt. Wenn er dann nicht bereit ist, dann fährst du mit den Kindern alleine. Punkt. Aufhören, ständig für alles zu planen. Warum sagst du ihm 3x, dass du am Elternabend bist? 1x reicht. Und sowieso, warum immer du? Weil er weiss, dass du dich um alles kümmerst, weiss er auch, dass er es schleifen lassen kann. Du sagst, er KÖNNE das nicht. Aber indem du das alles übernimmst, wie eine Mutter, kann er sich auch bequem auf dieser Haltung ausruhen.


    Und: Finger weg von anderen Männern!
    Geändert von Inaktiver User (06.10.2021 um 13:48 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Unglücklich in der Ehe - Lohnt es sich zu kämpfen?

    Nachtrag

    Und sofort, ultimativ und radikal aufhören, seine Psychiaterin und Therapeutin zu spielen, ihn zur Diagnosestellung und Behandlung zu schicken. Vergiss das ADHS-Ding! Wie gesagt, das ist nicht eure Baustelle, du konstruierst dir da gerade einen Nebenkriegsschauplatz.

  3. Inaktiver User

    AW: Unglücklich in der Ehe - Lohnt es sich zu kämpfen?

    Diese ganzen Selbstdiagnosen bzw. Diagnosen über andere heutzutage mit ADHS, Borderline, what-ever halte ich für mehr als fragwürdig. Um nicht zu sagen für bedenklich und gefährlich ! Ein bisschen im Internet gelesen und die Diagnose steht ? Na super, können wir die Fachärzte doch alle in Rente schicken !

    Ich schließe mich den Vorschreiberinnen an: das Problem liegt in der kompletten Überlastung beider (!) Beteiligten. 100% Berufstätigkeit, dann zwei Kinder, Haushalt und auch am Wochenende Komplettprogramm, das schafft auf Dauer kein Mensch, ich weiss wovon ich rede.

    Vorschläge wurden schon etliche gemacht: dringend Hilfe von außen durch Kinderbetreuung und Haushaltshilfe holen. Ich ergänze: beide reduzieren ihre Berufstätigkeit auf ich sage mal 75%. Nachtrag: ich sehe grade, das hat Horus auch schon vorgeschlagen, hat sich überschnitten.....Damit wäre schon viel gewonnen. Wenn das am aktuellen Arbeitsplatz (angeblich) nicht geht: mittelfristig eine neue Stelle suchen.

    Gruß Elli

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    AW: Unglücklich in der Ehe - Lohnt es sich zu kämpfen?

    Zum Thema ADHS: Bei mir wurde ADHS im Erwachsenenalter diagnostiziert, ich bin verheiratet, habe ein Kind und zwei Teilzeitjobs.

    Nein, beide zusammen ergeben keine Vollzeitstelle, aber genug um die Ohren hab ich trotzdem.

    Dein Mann kann für sich selbst täglich To-do-Listen schreiben, mir hilft das sehr. Liste mit allen zu erledigenden Dingen, danach Prioritäten setzen.

    ADHS ist keine Entschuldigung für jedes Benehmen, und das Verhalten deines Mannes ist eine Beleidigung für Betroffene, die sich täglich Mühe geben und eben NICHT alles dem Ehepartner aufhalsen.

    Er will anscheinend nur nicht. So kann man es sich einfach machen.

    Ich würde eine Trennung zumindest in Betracht ziehen.

  5. Moderation

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    AW: Unglücklich in der Ehe - Lohnt es sich zu kämpfen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn ihr irgendwo hin wollt, EINE Ansage, wann ihr fahrt. Wenn er dann nicht bereit ist, dann fährst du mit den Kindern alleine. Punkt.
    Ich stimme dir im allem zu, bis auf diesen Punkt. Wenn man nicht gerade zu einem Konzert o. ä. fährt, ist es doch egal, ob man nun 15 Minuten später fährt? Ich kann mich darüber nicht aufregen, wenn wir sagen, wir fahren um x Uhr und dann wird es x:15 Uhr. Wir sagen aber auch immer, wir fahren zwischen x und y los - das klappt und passt dann.
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    AW: Unglücklich in der Ehe - Lohnt es sich zu kämpfen?

    Zitat Zitat von Killeshandra Beitrag anzeigen
    Er will anscheinend nur nicht. So kann man es sich einfach machen.
    Ich würde eine Trennung zumindest in Betracht ziehen.
    Warum gleich Trennung? Im Moment ist eine familiäre Schieflage vorhanden, wie sie bei vielen jungen Paaren mit Doppelbelastung Beruf, Kinder und Haushalt vorkommt. Wenn sich da jeder gleich scheiden ließe.....

    Ich finde Horus Vorschläge richtig gut. Das kann man doch mal angehen. Zeit für eine Trennung ist später auch noch.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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    AW: Unglücklich in der Ehe - Lohnt es sich zu kämpfen?

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Warum gleich Trennung? Im Moment ist eine familiäre Schieflage vorhanden, wie sie bei vielen jungen Paaren mit Doppelbelastung Beruf, Kinder und Haushalt vorkommt. Wenn sich da jeder gleich scheiden ließe.....

    Ich finde Horus Vorschläge richtig gut. Das kann man doch mal angehen. Zeit für eine Trennung ist später auch noch.
    Ich schrieb: In Betracht ziehen. Es heißt nicht, dass es zur Trennung kommen MUSS. Aber zu Veränderungen IN der Ehe müssen eben beide etwas beitragen wollen und nicht nur die TE. Ihr Mann will aber nicht. Und jetzt?

  8. Inaktiver User

    AW: Unglücklich in der Ehe - Lohnt es sich zu kämpfen?

    Zitat Zitat von Killeshandra Beitrag anzeigen
    .... Ihr Mann will aber nicht. Und jetzt?
    Mein Ex(!)-Mann hat bei mir auch eine "medizinische Diagnose" gestellt, die ich zu "bearbeiten" hätte. Um in seinem Sinne wieder zu funktionieren. Wollte ich auch nicht, bin längst geschieden.

    Wobei ich letzteres der TE erstmal nicht nahelegen möchte, sondern die diversen Vorschläge, um die Belastungen bei beiden(!) durch Beruf etc. zu reduzieren.

    Gruß Elli
    Geändert von Inaktiver User (06.10.2021 um 14:26 Uhr)

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    AW: Unglücklich in der Ehe - Lohnt es sich zu kämpfen?

    Ich glaube, du bist einfach in die Falle getappt, in die viele Frauen tappen (mich eingeschlossen): du hast nicht nur einen Vollzeitjob, sondern managest auch noch alles andere.

    So war es bei uns auch, mein Ex-Mann war wirklich hilfsbereit, aber da steckt ja schon das Problem im Wort. Er machte, was ich ihm sagte, was er tun solle. Er holte die Kinder ab, er kaufte ein usw.

    Aber nicht aus Eigeninitiative, leider! Auch bei Geburtstagen, die bei uns stets groß ausfielen, blieb die Gesamtorganisation bei mir hängen. Er backte brav einen Kuchen, brachte es aber z. B. fertig, am Tag des Geschehens sich stundenlang zurück zu ziehen, bevor die Gäste kamen, um irgendetwas für sich zu machen.

    Wenn er doch mal gesamtverantwortlich war, gings oft schief: die Kinder heulten, weil er sie nicht rechtzeitig abholte oder vergaß, wo sie abzuholen waren. Er ging einkaufen und vergaß den Geldbeutel mitzunehmen. Die Kinder kamen zu spät zu Terminen, weil der mal wieder nicht in die Gänge kam.

    Jedenfalls kann ich dir nur raten: gib ab! Lass ihn Aufgaben eigenverantwortlich übernehmen. Manchmal sind wir Frauen vielleicht auch selbst ein wenig schuld am Verhalten der Männer. Wir organisieren, machen, tun. Lassen uns auch ungerne etwas aus der Hand nehmen. Und dann wundern wir uns, warum unsere Männer sich nicht verantwortlich fühlen.
    Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg (Mahatma Gandhi)

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    AW: Unglücklich in der Ehe - Lohnt es sich zu kämpfen?

    Zitat Zitat von Fels Beitrag anzeigen

    Jedenfalls kann ich dir nur raten: gib ab! Lass ihn Aufgaben eigenverantwortlich übernehmen. Manchmal sind wir Frauen vielleicht auch selbst ein wenig schuld am Verhalten der Männer. Wir organisieren, machen, tun. Lassen uns auch ungerne etwas aus der Hand nehmen. Und dann wundern wir uns, warum unsere Männer sich nicht verantwortlich fühlen.
    Dem möchte ich noch eines hinzufügen. Nicht nur die Arbeit abgeben, sondern auch die Verantwortung dafür. Wenn er es macht, entscheidet auch er, wie es gemacht wird.

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