Antworten
Seite 10 von 10 ErsteErste ... 8910
Ergebnis 91 bis 93 von 93
  1. Moderation

    User Info Menu

    AW: Verhalten von Ehemann. Erkenne mich kaum wieder

    Zitat Zitat von regenbogen1234 Beitrag anzeigen
    Paartherapie könnte ich mir vorstellen er aber nicht. Ich habe nie gelernt mich gegen sowas zu wehren. Ich bin sehr harmoniebedürftigund hasse Streit.
    Niemand außer A***ern mag Streit.

    Aber wenn man nicht sagen kann, "mein Herr, bis hierher und nicht weiter, oder es brennt der Hut" oder "so redest du nicht mit mir" oder "sag mal, geht's noch?", oder auch nur "nein", und Konsequenzen ankündigen und umsetzen kann, dann ist man darauf angewiesen, sich nur mit unglaublich freundlichen, großzügigen und feinfühligen Menschen zu umgeben, die für einen mitdenken. Nur, die verbringen oft auch lieber ihre Zeit mit Leuten, für die sie nicht mitdenken müssen, sondern die sagen, wenn was ist.

    Also zieht man statt dessen die Leute an, die man am wenigsten brauchen kann, nämlich die, die sagen "Nur was du verteidigen kannst, gehört dir, und, ups, du kannst nichts verteidigen? Ja so was... (grabsch)". Die haben vielleicht nicht mal so angefangen, sondern das ist ein grottenschlechter Einfluß, den man aufeinander hat. (Das könnte bei dir und deinem Mann passiert sein? Es werden auch Leute, die sich für vieles verantwortlich fühlen, oft dominant, wenn man sie läßt, weil sie keine Verantwortung herrenlos rumlaufen sehen können.)

    Hat der Umzug oder das Kind deine Position wesentlich geschwächt? Verdienst du dadurch weniger Geld, hat mehr Arbeit und weniger Energie, hat dein soziales Netz gelitten, so daß du weniger praktische und vor allem moralische Unterstützung findest? Könnte dein Mann den Eindruck haben, der Umzug und das Kind haben *seine* Position (gegenüber dir, oder gegenüber seinem Umfeld, oder seiner Vorstellung von der Gesellschaft) geschwächt? Das könnte auch diesen Absturz eurer Beziehung ausgelöst haben. Seid ihr einfach beide corona-/haus-/kindbedingt mit den Nerven am Ende? Habt ihr vergessen, freundlich miteinander umzugehen? Gibt es eine "gute alte Zeit" an die ihr euch erinnern und die ihr als Orientierungspunkt nehmen könnt? (Solche Analysen lassen sich in einer Beratung besser machen als in Eigenregie.)
    Wie viel allerdings "Ursachen verstehen" in deiner Situation hilft, weiß ich nicht. Vielleicht hilft es dir, einen Hebel zu finden, den du ansetzen kannst, aber vielleicht grübelst du dich auch nur eckig und denkst, alles verstehen hieße alles zulassen.

    Wenn du es nicht mehr in dir findest, Grenzen zu sehen, die sich zu verteidigen lohnt, und Wege, sie zu verteidigen, brauchst du jemanden, der dir dabei hilft. Der dir sagen kann, wo du recht hast und wo nicht, der dir reflektiert, was funktioniert und was nicht, wo du stehst, wo du hin kannst. Freundinnen sind oft mehr auf deiner Seite als gut ist, weil sie dir dann das Gefühl geben, sie befänden sich in Konkurrenz zu deiner Familie. Deswegen würde ich auch raten, dich an einen Profi zu wenden, der wohlwollend, aber unvoreingenommen ist. Therapie, Coaching, Beratung, wie immer es dann heißt.

    Was auch sehr wertvoll sein kann, ist, einfach mal aus allem rauszukommen. Einen Grund finden, mal für ein oder zwei Wochen weg zu sein. (Mit Kind, vielleicht.) Dadurch sieht man klarer.

    Wer nicht standhalten kann, kann immer noch gehen. Das ist keine Feigheit, denn es ist kein Mut, auf dem Sofa sitzen zu bleiben, wenn das Sofa brennt.

    Zitat Zitat von regenbogen1234 Beitrag anzeigen
    Warum trennt man sich nicht einfach? Weil da vielleicht noch was is, weil man sich über die Jahre etwas aufgebaut hat usw
    Dein Posting klingt, als würde hier nur abgebaut, und zwar du.

    Zitat Zitat von regenbogen1234 Beitrag anzeigen
    Ich gebe auch zu, ich bin etwas schusselig und tollpatschig ab und zu und auch ich habe meine Fehler. Ich bin einfach nicht mehr ausgeglichen.
    Ja kein Wunder, wenn du jede Sekunde damit rechnen mußt, wegen einem Sch*** angepampt und niedergemacht zu werden. Überleg dir mal, was das mit einem Kind machen würde. So viel robuster ist ein Erwachsener auch nicht. Erwachsene können sich nur besser verteidigen.

    ###

    Wenn du dazu übergehen möchtest, Grenzen zu ziehen und zu verteidigen: Sei dir klar, welche es sind, und überzeuge dich entweder, daß du ein Recht hast, das zu tun, oder (fake it till you make it), daß du sie allein aus Stolz, Sturheit und genereller Unleidlichkeit (oder aus Prinzip) ziehen und verteidigen wirst. Sonst ist es zu leicht, sich von einem Menschen, mit dem man in einem Grabschen-Zurückweichen-Teufelskreis ist, sein Recht auf seine eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Würde wegquatschen zu lassen.

    Es wird trotzdem Rückschläge geben. Aufstehen, Staub aus den Klamotten klopfen, weitermachen.

    Weil das angesprochen wurde: Leute, die sich nicht gut verteidigen können, werden oft zu einem in Stacheldraht gewickelten Wolverine, wenn sie es versuchen, weil sie keine Verhandlungstechniken können und keine Robustheit haben, der sie vertrauen könnten. Sei ehrlich, sei realistisch, aber bedenke, daß du mit einem Menschen sprichst, den du mal geliebt hast und versuche, fair und wohlwollend im Umgang zu sein. Das kostet dich nichts, und ist gut für die Selbstachtung.

    Die Selbstachtung ist auch das beste Argument, die Affäre aufzugeben. Es ist gut, wenn jemand einen mag und einem zeigt, daß ein freundlicher und respektvoller Umgang möglich ist, aber wenn du deinen Respekt vor dir selbst verlierst, weil du eine Affäre mit einem vergebenen Mann hast, das ist das ein schlechter Tausch.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  2. User Info Menu

    AW: Verhalten von Ehemann. Erkenne mich kaum wieder

    Dankeschön für diese Antwort.

    Ich habe die Affäre beendet und ihn auch gebeten, mir nicht mehr zu schreiben.

    Ich glaube wir müssen von ganz vorne anfangen. Früher z.b habe ich mich gefreut mach Hause zu kommen oder wenn die kleine im Bett war habe ich mich auf die Zweisamkeit gefreut. Das ist heute nicht mehr so. Und sowas darf einfach nicht sein.

    Ich habe definitiv dazu beigetragen, dass es soweit kommen konnte. Ich war vielleicht auch nicht immer verständnisvoll ihm gegenüber. Auch des öfteren genervt oder vielleicht habe ich ihn sogar auch mal gekränkt. Ja mit Sicherheit.

    Mir fehlen die kleinen einfachen Dinge. Ein Hallo Schatz wie war dein Arbeitstag? Auch wenn ich jeden Tag das gleiche mache und nicht wirklich was spannendes passiert. Es geht darum, Interesse zu zeigen. Ich Frage ihn jeden Tag wie sein Tag war. Oder ganz simple. Ein gute Nacht, Schlaf gut. Es sind die kleinen Dinge, die fehlen und das Fass irgendwann zum Überlaufen gebracht haben.

    Ich werde demnächst auch ein paar Tage wegfahren und einfach mal meine ganzen Gedanken schweifen lassen, ob die liebe überhaupt noch reicht. Ich muss zudem unbedingt selbstbewusster werden. Und auch die besagten Grenzen setzen. Wo diese liegen, miss ich selbst herausfinden.

  3. User Info Menu

    AW: Verhalten von Ehemann. Erkenne mich kaum wieder

    Du kannst Eure Eheprobleme nicht alleine lösen.
    Sprich mit Deinem Mann, schaut, ob ihr noch eine gemeinsame Basis habt (und damit meine ich nicht Haus und Kind).
    .

    "Mein PC schreibt nur noch Großbuchstaben..." "Haben Sie die Feststelltaste gedrückt?""Nein, das hab ich ganz allein gemerkt.... !"

Antworten
Seite 10 von 10 ErsteErste ... 8910

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •