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    Er arbeitet lieber 700km weit weg, als bei uns

    Liebes Forum,

    Mein Mann und ich sind Ende 20bzw. Mitte 30 und wir haben ein 10 Monate altes Kind. Seit 2 Jahren sind wir verheiratet, eigentlich glücklich.

    Er ist vor etwas mehr als einem Jahr mit dem Studium fertig geworden, als ich schon schwanger war. Natürlich wollte er danach sofort arbeiten und hat sich auf mehrere Stellen beworben in ganz Deutschland, was mich gewundert und geärgert hat. Letztendlich hat er dann mehrere Zusagen bekommen und einen Job angenommen, der 700 km entfernt von unserer Wohnung liegt, er arbeitet jetzt in süddeutschland, in einem kleinen Dorf, wir leben in einer Großstadt.

    Dazu kommt, dass er dort eine Wohnung gemietet hat, die ca. 500 Euro im Monat kostet. Zusätzlich muss er dorthin fahren mit dem ICE, was er natürlich auch zahlen muss.

    Ich würde sagen, dass die Wohnung plus Fahrtkosten pro Monat 600- 1000 Euro kosten, je nachdem, wie oft er fährt.

    Dank Pandemie war er das letzte Jahr eigentlich zu 80 Prozent im Homeoffice, also hier bei uns und ist seltener dorthin gefahren, vielleicht 1-2 mal pro Monat.
    Die Wohnung hat er natürlich trotzdem das ganze Jahr über bezahlt.

    Der Streitpunkt ist einfach der, dass ich ihm immer wieder sage, dass ich von meinem Elterngeld, das nur 65 Prozent meines letzten Gehaltes beträgt, im Prinzip hier alles alleine zahle: die Wohnung und die Einkäufe. Mittlerweile gibt er mir nach langen Diskussionen 170 Euro im Monat für die Miete dazu. Die Wohnung hier kostet mit allem drum und dran ca. 600 Euro. Die Einkäufe zahle ich auch zu 80 Prozent, da ich immer morgens mit dem Kinderwagen losgehe und dabei auch einkaufen gehe.
    Manchmal geht er abends um 9 mal schnell zum Discounter und kauft ein paar Sachen, wobei er auch oft die Hälfte nicht findet oder vergisst, weil es spät ist und er auch nicht wirklich gerne einkauft, bzw. Immer „schnell schnell“ macht.

    Wir wohnen hier als zu zweit, bzw. Zu dritt in einer 2 zimmerwohnung mit 56qm, ohne Balkon, 4. Stock ohne Fahrstuhl.

    Ich möchte gerne umziehen, mindestens eine 3 Zimmer Wohnung haben, damit unser Kind ein eigenes Zimmer bekommt. Außerdem wohnen wir hier im Altbau, 4. Stock und es ist sehr anstrengend, das 10 Kilo Kind plus Einkäufe die Treppen hoch zu tragen . Er macht das ja nicht, da er tagsüber arbeitet. Ich muss es ja machen und es ist jetzt schon eine Grenze erreicht, mein Rücken tut weh und ich muss dauernd anhalten und durchatmen.

    Wir streiten immer wieder darum, dass ich ihm sage, dass wir mit den durchschnittlich 700 Euro mehr, die er in Wohnung und Fahrtkosten pulvert, eine schöne 3-4 zimmerwohnung haben könnten. Dazu müsste er nur hier arbeiten. Und er könnte auch hier arbeiten, da er einen Beruf hat, der überall Arbeitsplätze bietet. Er möchte aber dort bleiben, der Grund ist: die Firma ist wohl eine sehr gute Firma in dem Bereich und er mag die Kollegen. Außerdem möchte er seine eigene Wohnung haben, da er noch nie alleine gewohnt hat. Er möchte wohl einen Rückzugsort und eine männerwohnung, Fieber minimalistisch einrichtet, keine Blumen, Bilder etc., wie hier bei uns. Er möchte irgendwie etwas „Eigenes“

    Ich habe auch schon vorgeschlagen, dorthin zu ziehen, das will er aber auch nicht, da es in dem Kaff nichts zu tun gibt und er irgendwann wieder herkommen möchte. Nur auf das „irgendwann“ lässt er sich nicht festnageln. Er kann keinen Zeitpunkt nennen, wann er sich hier bewerben wird, er sagt, jetzt wäre es zu früh, 1 Jahr ist zu wenig arbeitserfahrung.


    Kurzum: ich finde es total Dämlich, dass wir als Familie in einer 2 Zimmer wohnung leben und er sich eine Zweitwohnung leistet. Dazu kommt, dass er nach Ende der Pandemie bestimmt noch öfter dort sein wird und ich dann mit Kind allein bin und ewigkeiten nur zu 50 Prozent arbeiten kann, um alles allein auf die Reihe zu kriegen. Meine Mutter wohnt zwar hier in der Nähe (1 stunde entfernt) und sie hilft auch gerne, aber ich bin nicht mit ihr verheiratet.
    Da Thema zermürbt mich: ich habe mir das so nicht vorgestellt und finde es egoistisch von ihm, da er nicht darauf angewiesen ist, unbedingt dort zu arbeiten.


    Wie sehen das andere Leute?

  2. Moderation

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    AW: Er arbeitet lieber 700km weit weg, als bei uns

    Das Finanzielle und dass es Dich ärgert verstehe ich alles, aber so richtig maximal bescheuert - entschuldige bitte - finde ich, dass man(n) heiratet und ein Kind im die Welt setzt, wenn man(n) "was eigenes" und eine Jungesellenbude will. Was sagt er denn bitteschön dazu, was er sich dabei gedacht hat? Rückzug braucht jeder mal, das weiß ich als Mutter gerade eines Kleinkinder nur zu gut. Aber dazu brauch es keine eigene Wohnung 700km weit weg. Und wo bleibt eigentlich Dein Rückzug? Oder hast Du sowieso "Urlaub" da Elternzeit?
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung

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    AW: Er arbeitet lieber 700km weit weg, als bei uns

    Er macht, was er will ohne Rücksicht auf seine Familie. Du hast finanziell und familiär das Nachsehen. Ich war in Deinem Alter leider so blöd das auch so mitzumachen. Würde ich nie wieder tun. Familie bedeutet, das Ganze muss betrachtet werden.

    Wärst Du geschieden, hättest Du deutlich mehr Geld. Unterhalt für Dich, Unterhalt für das Kind, hälftiges Kindergeld und Steuerklasse 2. Eure Konstellation muss auf den Prüfstand. Er muss mehr zahlen, so geht das nicht.

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    AW: Er arbeitet lieber 700km weit weg, als bei uns

    Habt Ihr denn nie darüber gesprochen, wie und wo Ihr leben wollt? Wenn er noch im Studium war, war doch klar, dass die Karten vielleicht nochmal neu gemischt werden.

    Wenn er aber offen sagt, dass er seine eigene Wohnung möchte, wird eine andere Lösung natürlich schwierig.

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    AW: Er arbeitet lieber 700km weit weg, als bei uns

    Bist du sicher, dass er mit dieser ganzen Familiensache so glücklich ist? Er scheint sich ja ziemlich damit im Regen stehen zu lassen und sich wenig zu kümmern, dazu die Aussage, dass er eine Junggesellenbude haben möchte usw

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    AW: Er arbeitet lieber 700km weit weg, als bei uns

    Er hat doch "was Eigenes". Eigene Frau, eigenes Kind, mit dem Gedanken könnte er sich mal vertraut machen.
    Never argue with idiots. They drag you down to their level and beat you with experience.

    Hunderttausend Schweine pferchen
    Von der Desna bis zur Weichsel
    Und Kathinka, dieses Saumensch,
    Geht im Schmutz bis an die Knöchel.
    Hunderttausend Ochsen brüllen
    Auf Wolhyniens grünen Weiden.
    Und Kathinka, ja Kathinka,
    Glaubt. ich sei in sie verliebt! (G. Keller)


    Sentenza®, seit 20.09.2001


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    AW: Er arbeitet lieber 700km weit weg, als bei uns

    Hallo,

    Das ist natürlich eine untragbare Situation.

    Verstehe ich es richtig das er Mitte 20 ist und du Mitte 30?
    Betrunken flirten ist wie hungrig Einkaufen gehen.

    Man geht mit Sachen nach Hause, die man eigentlich gar nicht will
    .

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    AW: Er arbeitet lieber 700km weit weg, als bei uns

    Der Mann wird wohl eine Freundin mit Kind(ern) in Süddeutschland haben.

    Wenn jemand seinen Beruf in ganz Deutschland ausüben kann, dann zieht er nicht völlig zufällig in ein Kaff am anderen Ende der Republik. Am guten Betriebsklima wird es nicht liegen (das konnte er vor Antritt der Stelle gar nicht wissen) und wegen der Blumen und Bilder zieht man auch nicht 700 km von seinem neugeborenen Kind weg.

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    AW: Er arbeitet lieber 700km weit weg, als bei uns

    Das Verhalten Deines Mannes macht auf mich einen unreifen, egoistischen Eindruck.

    Du bist zwar auf dem Papier verheiratet, aber in der Praxis alleinerziehend.

    Bestand der Wunsch nach einem Kind bei Euch beiden gleichermaßen? Es macht ja den Eindruck, als wolle er gar kein Familienleben.

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    AW: Er arbeitet lieber 700km weit weg, als bei uns

    Zitat Zitat von PollexNiger2 Beitrag anzeigen
    Wenn jemand seinen Beruf in ganz Deutschland ausüben kann, dann zieht er nicht völlig zufällig in ein Kaff am anderen Ende der Republik.
    Will ich nicht sagen, Traumarbeitgeber sitzen halt nicht unbedingt um die Ecke. Muss man aber vorher besprechen, wenn man eine Familie gründet und beruflich noch nicht irgendwo angekommen ist.

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