Ich lese das Ganze so, dass er grundsätzlich unzuverlässig ist. Es ging mir nicht um eine spezielle Verabaredung. Es wurde von mehreren Ereignissen berichtet, bei denen er unzuverlässig ist.
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29.03.2021, 11:57
AW: Unzuverlässigkeit vs. Klammern
Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.
Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)
Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
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29.03.2021, 12:03
AW: Unzuverlässigkeit vs. Klammern
Hallo ihr Lieben,
und vielen Dank für die zahlreichen Beiträge zu meinem Problem. Mein Kopf raucht jetzt ein bisschen, ich kann auch nicht auf alles im Detail eingehen, werde mich aber bemühen, eure Fragen zu beantworten.
Ich hoffe außerdem, das mit der Zitierfunktion hinzubekommen …
Klappt, wenn es um tatsächliche "Verabredungen" (in seinen Augen geht): Tisch reserviert, Ticket gebucht, mit anderen Menschen etwas ausgemacht. Uhrzeit festlegen hätte ich auch schon probiert. Beim letzten Mal hab ich dann angerufen um zu sagen, dass ich jetzt wie abgemacht losfahre um ihn abzuholen, da war er gerade bei Freunden und konnte sich nicht mehr erinnern, dass wir uns um drei treffen wollten.
Außerdem meinte er auch, ich solle einfach anrufen wenn ich nicht sicher bin. Klappt aber auch nicht immer, vor allem wenn er entweder erst Stunden später oder gar nicht zurückruft.
Ich fand was Prilblume schrieb sehr interessant:
Genau das erwartet er von mir. Er versteht nicht, wie mir Zuverlässigkeit so wichtig sein kann, und findet es eben "normal", wenn einem solche Dinge egal sind. Sein Satz gestern war doch tatsächlich "Wieso hast Du nicht einfach einen Film geguckt?"
Das einzige, was aus meinem Beitrag wohl nicht ersichtlich genug war, obwohl ich es erwähnt habe, dass wir uns ja trotzdem sehen und auch regelmäßig. Das hat sich über die letzten Jahre stark gebessert (und auch, weil einige seiner Freunde beruflich ins Ausland gegangen sind und er nicht mehr täglich unterwegs ist). Und das nimmt er dann eben immer als Gegenargument, wenn ich Verbindlichkeit einfordere: Wir sehen uns doch, was ist Dein Problem? Wenn nicht heute, dann morgen oder sonst ein andermal.
Und genau an diesem Punkt kommen wir einfach nicht weiter.
Auch hier kann ich nur zustimmen. Für mich ist das Schwierigste diese ständige Unsicherheit. Ein, zwei Wochen ist alles gut, er hält sich an Abmachungen, und dann plötzlich kommt wieder: Nichts. Nichtmal ne Absage. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich grundsätzlich schon davon ausgehe, dass unsere Pläne eh ins Wasser fallen.
Wir haben uns schon mehrmals über das Thema unterhalten. Beim letzten Mal wurde es sehr emotional, und dieses Gespräch habe ich bisher noch gar nicht erwähnt, denke aber, dass es relevant sein könnte für die Diskussion. Er hat mir gestanden, dass er seit einiger Zeit regelmäßig kifft. Ich wusste zwar, dass er ab und an Joints raucht, aber nicht, dass er mittlerweile täglich (!!) konsumiert. Ob das sein unzuverlässiges Verhalten jetzt erklärt, kann ich natürlich nicht sagen, dafür kenne ich zu viele verschiedene Meinungen zu dem Thema. Er versprach, er würde es einschränken, das hat dann auch wieder nur 2 Wochen geklappt.
Ich hoffe, ich konnte ein paar Fragen beantworten und die Situation so deutlicher schildern. Im Grunde habt ihr wahrscheinlich recht, es passt einfach nicht zwischen uns. Ich weiß nicht, ob ich schon für den Schritt der Trennung bereit bin, denn wenn wir schöne Zeiten haben, geht es mir immer sehr gut in der Beziehung.
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29.03.2021, 12:27Inaktiver User
AW: Unzuverlässigkeit vs. Klammern
Es ist dein Leben und du kannst machen was du willst.
Aber selbst wenn diese schöne Zeiten 50% betragen.... Musst du dann die schlechten 50% in Kauf nehmen und damit leben.
Ich verstehe diese ständige aufrechnerei nicht.
Entweder geht es mir insgesamt in einer Beziehung gut oder eben nicht...
Man muss eine Beziehung im gesamten sehen und nicht absplitten: wenn wir schöne Zeiten haben, geht es mir immer sehr gut in der Beziehung
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29.03.2021, 12:29Inaktiver User
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29.03.2021, 12:40
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29.03.2021, 12:46Inaktiver User
AW: Unzuverlässigkeit vs. Klammern
Das hat nichts mit Argumenten zu tun. Bedürfnisse kann man schlecht "diskutieren", weder das Bedürfnis nach mehr Verbindlichkeit noch das nach mehr Unverbindlichkeit. Man kann auch beides nur schwer einfordern, finde ich. Es hat ja keiner von euch beiden Unrecht, ihr habt ja beide Recht.
Du kannst ja zu ihm auch nicht sagen: "Ich bin ein unsicher-klammernder Bindungstyp, nimm darauf Rücksicht und verhalte dich entsprechend." Das funktioniert ja auch nicht.
Das mit dem Kiffen erklärt Einiges, finde ich auch.
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29.03.2021, 12:47Inaktiver User
AW: Unzuverlässigkeit vs. Klammern
Gut, vielleicht hat er bereits in diesem zarten Alter Demenz, nimmt Drogen und/oder hat ADHS? Was auch immer, eigentlich ist es sowas von egal. Weshalb rennt du ihm immer weiter hinterher? Warum suchst du dir nicht einen anderen Partner? Es würde vermutlich nicht einmal auffallen, wenn du dich einfach nicht mehr bei ihm meldest oder selbst Termine einfach ausfallen lässt und nicht mehr ans Telefon gehst. Zumindest sehe ich da keinerlei Verpflichtung auf deiner Seite ihm nachzurennen oder dich zu rechtfertigen, wenn du sang- und klanglos dich zu anderen Ufern aufmachst.
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29.03.2021, 13:00
AW: Unzuverlässigkeit vs. Klammern
Beim Lesen des Eingangsposts war mein 1. Gedanke: kifft der?
Ansonsten ist nämlich angebliches nicht Erinnern in dem Alter schon etwas ungewöhnlich.
Und ja, wenn einem etwas oder jemand wichtig ist, dann schreibt man sich das halt auf.
Also Fazit: ist ihm nicht so wichtig.
Außerdem eine unsympathische Tendenz zur Manipulation und wenig Einfühlungsvermögen.
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29.03.2021, 13:09
AW: Unzuverlässigkeit vs. Klammern
"Zuverlässigkeit" ist, zu tun, was man gesagt hat, daß man tun wird, und wenn das nicht gelingt, Verantwortung dafür zu übernehmen, den Schaden, der durch das Nichtgelingen angerichtet wurde, zu reduzieren -- indem man z.B. textet, "Streckensperrung, keine Ahnung wann es weitergeht, kann unserern Termin nicht einhalten, sorry!", sobald man weiß, daß man etwas zugesagt hat, daß man nicht einhalten kann. Man ist nicht verantwortlich für die Streckensperrnung -- aber für's Texten!
Das erstreckt sich auch auf implizite Zusagen. Wer jeden Abend um acht nach Hause kommt, sollte Leuten, die auf ihn warten, kurz Info geben, wenn's später wird. Wer immer "irgendwann" kommt, braucht das nicht.
Wenn jemand seine Zusagen nicht einhält, dann kann er immer noch "zuverlässig unzuverlässig" sein: Seine implizite Zusage ist, "ich komme, wenn ich komme, falls ich komme, und melde mich, falls ich dran denke und nichts besseres zu tun". Damit kann man ja auch arbeiten. "Ist OK, ich gehe um acht, ob du da bist oder nicht." Bei Leuten mit schlechtem Organisationsvermögen, schlechtem Zeitgefühl, überbordenem Optimismus, Krankheiten mit schwer abzuschätzenden Schüben, kleinen Kindern, oder AD(H)S ist das oft so.
Wenn er seine Freiheit braucht und keine Zusage machen will, kann er dir das sagen. Dann solltest du nicht versuchen, ihn dazu zu drängen, eine "Gefälligkeitszusage" zu machen, die er vermutlich nicht halten kann und wird, oder ihm sein Bedürfnis nach Freiheit wegzuargumentieren. Dein Arguement ist dein Bedürfnis nach Planbarkeit oder Verläßlichkeit, und er sollte nicht versuchen, dich zu "Gefälligkeitstoleranz" zu drängen oder dein Bedürfnis nach Planbarkeit und Verläßlichkeit wegzudiskutieren. Das ist einfach der Respekt, den man einander schuldet. Man findet entweder einen einen Kompromiß (ausgesprochen) oder einen Modus Vivendi (unausgesprochen), oder man findet eben nicht zusammen.
Wenn er Zusagen macht und sie nicht hält, dann sind die Zusagen, die er zu machen scheint, Quatsch ("Bullsh*t") und sollten in der Planung ignoriert werden (siehe "zuverlässig unzuverlässig"). Sonst läuft man ihm ständig hinterher.
(Ich hab einen sehr guten Kumpel mit ADHS. Ich hab Erfahrung mit zuverässig komplett unzuverlässigen Leuten...)
"Klammern" ist was ganz anderes. "Klammern" ist, sich nicht mit der Zusage, die der andere machen kann und will, zufriedenzugeben, sondern immer mehr, immer öfter zu wollen und das sichtbar zu machen, und auf Bitten, das mal runterzufahren, nicht zu reagieren. Da sind die Grenzen sehr unterschiedlich, und da kann man sich auch mal fragen, ob man wirklich all diese Infos und Zusagen braucht, oder ob man nur gerne unheimlich viel Kontakt mit dem anderen hat, oder ob man von Ängsten gehetzt ist, die letzlich durch nichts besänftigt werden können.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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29.03.2021, 13:13Inaktiver User


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Mir ging es nicht anders. Es gibt genügend Menschen, die genau diesen Lifestyle pflegen bis es nicht mehr geht und die keineswegs ein bürgerliches Leben inkl. Beziehung oder gar Familie mit Kindern anstreben.

