Dann hat es in Eurer Familie Tradition, dass die Generationen eng zusammenleben.
Was aber nicht zwingend heißt, dass Du diese Tradition fortsetzen musst. Oder wird das, vielleicht auch subtil, von Dir erwartet?
Auf den Aspekt, dass sich Dein Freund inmitten Deiner Familie höchstwahrscheinlich "alleine" fühlt mit seinem Anliegen, bist Du leider nicht eingegangen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass auch das ein Grund ist, warum er sich zunehmend unwohl fühlt.
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Thema: Uneinigkeit Wohnsituation
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19.02.2021, 16:05
AW: Uneinigkeit Wohnsituation
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19.02.2021, 16:28
AW: Uneinigkeit Wohnsituation
Es könnte sein. Es könnte aber auch sein, dass er ein Haus
- als Statussymbol will
- als Geldanlage will
- als Altersvorsorge will
- zur Selbstverwirklichung und aus Gestaltungswillen will
beispielsweise. Es wird hier unterstellt, er fühle sich in der fremden Familie unwohl.
Selbst wenn, dürfte das nicht so schwer wiegen wie wenn die Situation umgekehrt wäre: also bei einer Frau mit Kindern, die bei den ungeliebten Schwiegereltern wohnt, aber viel mehr zuhause ist als ein Selbstständiger...
Ich will damit sagen, dass sozusagen alle seine möglichen Gründe die Einsamkeit und das Gefühl ohne Rückhalt zu sein, unter denen die TE leiden würde, aus meiner Sicht nicht aufwiegen.
Damit wären sozusagen Bedürfnisse einer elementaren Ebene nicht erfüllt, während seines möglicherweise "nur" Luxusbedürfnisse sind.
Ich spreche aus leidvoller Erfahrung, mein Ex-Mann war selbstständig und praktisch nie für die Familie da.
Diese moderne Kleinfamilie finde ich ungesund. Auch in beruflicher Hinsicht habe ich viel mit deren Kindern zu tun, und da ich meine Tätigkeit im ländlich geprägten Speckgürtel einer wohlhabenden Großstadt im Süden der Republik ausübe, sehe ich beide Sorten von Kindern:
Die, die Oma und Opa in Reichweite oder sogar im Haus/Nachbarhaus haben und die Kindern von Eltern, die beide berufstätig sind, die Männer oft in Leitungsfunktionen im nahe gelegenen Dax-Unternehmen und die Mütter in Teilzeit berufstätig und daheim alles alleine managend, die Großeltern weit weg.
Und ratet mal, welche Kinder konzentriert, ausgeglichen und umgänglich sind, und welche dauergestresst sind und zu diversen Therapien kutschiert werden müssen, weil sie irgendwie aus dem Ruder laufen?
Aus Sicht der Kinder, der Mütter und auch in Hinblick auf die Zufriedenheit als Paar sehe ich die derzeitige Lebenssituation der TE als nahezu optimal an. So hätte ich es mir immer gewünscht und nie im Leben würde ich ohne Not etwas an der Konstellation ändern, zumindest nicht, solange die Kinder noch so klein sind!
Als Kompromiss könnte ich mir ein großes Wochenendhaus im Grünen oder ein Ferienhaus in einer reizvollen Gegend vorstellen.
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19.02.2021, 16:44Inaktiver User
AW: Uneinigkeit Wohnsituation
Das finde ich auch.
Mein Enkel wachsen Tür an Tür mit ihren anderen Großeltern auf, die eine sehr solide, ruhige, seit Generationen gewachsene Umgebung bieten. Umgeben von ganz vielen Verwandten.
Da kann jeder für sich sein, wenn er will und jeder zusammen, wann und mit wem er will und genauso machen sie es auch.
Ich wünschte, ich selbst könnte das bieten und ich gönne es ihnen und meinem Sohn von Herzen, der aus einem früh scheidungsgeplagten Elternhaus kommt, mit mir als ständig gestressten alleinerziehenden Mutter.
Die anderen Großeltern stellen sogar das Wochenendhaus im Grünen - woran ich noch arbeite
.
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19.02.2021, 16:51
AW: Uneinigkeit Wohnsituation
Wochenendhaus! Super Idee, das stelle ich mir als perfekte Lösung vor. Freitag bis Sonntag Kleinfamilie für sich, unter der Woche Tochter bei der Verwandtschaft.
Wenn du seine Hauswunsch-Gründe hier nicht nennst, Mimi, ist die Diskussion für die Katz. Dann gibt es nur wilde Spekulationen, die dich nicht weiterbringen.
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19.02.2021, 16:52
AW: Uneinigkeit Wohnsituation
Wir spekulieren hier ja nur.
Denn eigentlich müsste @mimi die Gründe benennen können, nachdem das Thema nicht erst seit gestern existiert.
Für mich auch schwer vorstellbar, dass man sich zu so einem Schritt (ich meine damit die jetzige Wohnsituation) entschließt, ohne darüber zu sprechen, ob er als dauerhaft oder nur für eine bestimmte Zeit gedacht ist.
So habe zumindest ich das nicht dargestellt, also als Grundgefühl.Es wird hier unterstellt, er fühle sich in der fremden Familie unwohl.
Aber ich gehe davon aus, dass sowohl die Eltern als auch die Großeltern der TE wenig Verständnis für das Ansinnen des Mannes haben. Das wird er auf die eine oder andere Art schon zu spüren bekommen, wenn er nicht völlig unsensitiv ist.
Nun ja, gerade die Zufriedenheit als Paar steht auf der Kippe, sonst würde die TE nicht um die Beziehung fürchten.Aus Sicht der Kinder, der Mütter und auch in Hinblick auf die Zufriedenheit als Paar sehe ich die derzeitige Lebenssituation der TE als nahezu optimal an.
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19.02.2021, 17:50
AW: Uneinigkeit Wohnsituation
Auch da wissen wir nicht warum die Zufriedenheit auf der Kippe steht:
a) Weil die Familie der TE eine unerträgliche aufdringliche Mischpoke ist?
b) Weil er seiner Meinung nach zu wenig Privatsphäre hat wenn er daheim ist?
c) Oder weil seine "Luxusbedürfnisse" nicht erfüllt werden und er sich gerne auf ganzer Linie durchsetzt?
d) Oder weil "man" eben baut um zu zeigen dass man "es geschafft" hat?
e) Oder weil er gerne alle seine Lebensumstände selber gestaltet?
Je nach Charakter der Beteiligten ergibt sich also ein völlig anderer Blick auf die Situation, Fakt ist, wir wissen nichts.
Und es ist eben genauso Fakt, dass die drohende Belastung für das Paar in seinen Motivationsszenarien b, c, d und e aus erheblichen psychischen Nachteilen für die TE und das Kind resultieren würde, während er jetzt vermutlich nur unzufrieden ist.
Nur a) halte ich für unzumutbar für ihn und langfristig beziehungsgefährdend. Da wäre in der Tat Handlungsbedarf und da müsste die TE ihm entgegen kommen.
b) kann man verhandeln. c) kann man hinterfragen (alter Glaubenssatz seiner Herkunftsfamilie?) und für e) ließen sich andere Felder finden.
Anders gesagt:
In den meisten Fällen würde sich für die TE und das Kind mit einem Umzug sehr viel verschlechtern, so sehr, dass Grundbedürfnisse (nach sozialer Gemeinschaft und Rückhalt) nicht befriedigt würden.
Wenn alles bleibt wie es ist verschlechtert sich für ihn nichts. Zudem hat er diese Situation einmal freiwillig gewählt. Welche seiner Bedürfnisse in diesem Fall auf der Strecke blieben, dazu müsste er sich selber äußern. Das sollte man von einem erwachsenen Mann eigentlich auch erwarten, denn immerhin verlangt er ein sehr großes Opfer von seiner Frau und seinem Kind, denn sie würde gegen ihren Wunsch ja nur wegziehen, um es ihm Recht zu machen.Geändert von Raratonga (19.02.2021 um 17:55 Uhr)
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19.02.2021, 18:50
AW: Uneinigkeit Wohnsituation
@Raratonga :
All meine Gedanken zu dem Thema hier hast du ganz klar und wunderbar auf den Punkt ausformuliert.life is all about
finding people who
are your kind of
CRAZY
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19.02.2021, 19:21
AW: Uneinigkeit Wohnsituation
Tit mir leid, da bin ich ziemlich anderer Meinung.
Es ist eigentlich der Normalfall, wenn eine junge Familie ihr eigenes Leben gestaltet.
Das Konzept, nach welchem die Familie der TE jetzt lebt, ist eher eine Ausnahme.
Die Befriedigung der Grundbedürfnisse nach sozialer Gemeinschaft und Rückhalt sind doch nicht zwingend daran gekoppelt, dass man im gleichen Haus mit den Eltern und Großeltern lebt. Zudem (das wurde hier ja schon erwähnt) der Mann keinen Umzug nach Timbuktu oder in die tiefe Pampa erwägt, sondern es geht um 20 Minuten Entfernung.
Darin jetzt derart einschneidende psychische Belastungen zu vermuten ist für mich gleichbedeutend, wie der TE eine sehr instabile Psyche zu unterstellen.
Denn normalerweise "packt" man das als junge Familie im eigenen Haus. Man baut sich u.a. auch durch andere Kinder (Kita, etc.) ein soziales Umfeld auf - und hier nochmals der Verweis darauf, dass Eltern und Großeltern auch nach wie vor präsent sind, nur eben nicht rund um die Uhr.
Die Unzufriedenheit des Partners der TE mit der Wohnsituation fällt hier erstaunlicherweise so gar nicht ins Gewicht.
Vielleicht (nur als Beispiel!) will er ja in der warmen Jahreszeit seine Freizeit im Garten nicht gemeinsam mit den Schwiegereltern, Oma und Opa verbringen? Sondern einfach nur das haben, was für die meisten Menschen ein hohes Gut darstellt: nämlich Privatsphäre.
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19.02.2021, 19:23
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19.02.2021, 19:54



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