Ihr Lieben,
schon sehr lange Zeit wollte ich hier in diesem konstruktiven Forum schreiben, um ein paar neutrale Sichten auf meine Lage (und das Verhalten meines Partners) zu bekommen, und jetzt ist es vielleicht zu spät. Aber von Anfang an:
Vor knapp zwei Jahren bin ich (ü40) mit meinem Freund (ü50) zusammen gekommen. Wir waren anfangs sehr euphorisch, er sehr verliebt (ich bin es noch immer) und wollten beide einander der letzte Partner sein. Wir hofften, endlich angekommen zu sein.
Nun habe ich aber eine kleine Tochter, während mein Partner nie einen Kinderwunsch verspürte. Offenbar unterschätzte er den Aufwand und die Einschränkungen, die ein Leben mit einem Kindergartenkind so mit sich bringt. Jedenfalls zog er sich nach dem ersten gemeinsamen Urlaub zu dritt, der zugegebener Maßen sehr anstrengend war, immer mehr zurück. Zusammenziehen war kein Thema mehr. Letztlich sahen wir uns nur noch am Wochenende, wovon wir das kindfreie bei ihm verbrachten und das Wochenende, an dem meine Tochter bei mir war, er von Samstag bis Sonntag bei uns war (damit er wenigstens einen Morgen des Wochenendes ausschlafen konnte).
Er ist lieb zu meiner Tochter, sie findet ihn toll, aber er hält sich komplett aus Erziehungs- und Versorgungsfragen raus.
Wir telefonieren außerdem täglich und sehen uns auch kurz auf der Arbeit.
Zum Vater des Kindes habe ich ein enges Verhältnis. Er holt sie mehrmals die Woche vom Kindergarten ab und bringt sie mit eigenem Schlüssel zu mir nach Hause. Letztes Weihnachten feierten wir in großer Runde (meine Tochter, ihr Vater, ich, mein Partner, dessen Mutter und Schwester und Schwager des Kindsvaters) gemeinsam und es war sehr schön und harmonisch. Der Ex und mein Partner mögen sich, wenn auch mein Partner nicht sehr begeistert vom engen Kontakt zum Kindsvater ist.
Die einzigen Streitpunkte in unserer Beziehung waren, dass mein Partner nicht genug Eigeninitiative in Bezug auf meine Tochter zeigte und eben der enge Kontakt zum Ex. Zudem merkte ich immer mehr, dass sein Strahlen und seine Liebesbekundungen mir gegenüber ausblieben, während mein Herz noch immer pocht, wenn ich ihn sehe, ich ihn liebe und begehre. Darauf angesprochen, gab er an, dass ich mir dies nur einbilde und seine Gefühle für mich unverändert seien.
Wegen meiner Tochter ist mir daran gelegen, hier im Stadtteil wohnen zu bleiben. Dort sind fußläufig ihr Kindergarten, ihre spätere Grundschule, ihr Vater und ihre Cousine als einzige Verwandte, die sie hat. Der Stadtteil gefällt mir nicht sonderlich, aber meiner Tochter zuliebe möchte ich hier bleiben. Mein Partner, der keinerlei persönliche Bindungen an seinen (anderen) Stadtteil hat, war zunächst damit einverstanden, aus den genannten Gründen mit uns zusammen in unsere Gegend zu ziehen. Nunmehr, da er kein Interesse mehr daran hat, mit uns zusammen zu wohnen, wurde eben auch thematisiert, dass ich so auf diesen Stadtteil beharrt hätte.
Kurzum: ich möchte eine verbindliche Beziehung mit diesem Mann, möchte mit ihm zusammenziehen, möchte mit ihm alt (noch älter ;-) werden. Ihm ist das alles irgendwie zu anstrengend und er genießt seine Komfortzone zu Hause und die Möglichkeit, sich nach der Arbeit auf die Couch zu hauen und den Fernseher anzuschmeißen. Ich habe es satt, eine unverbindlich Wochenendbeziehung zu leben und mich mit seiner fehlenden Begeisterung mir gegenüber "herumzuschlagen". Ich will ihn nicht dazu drängen, mit uns zu leben, daher habe ich unsere Beziehung jetzt beendet. Ich bin so einfach nicht glücklich. Ich denke, wenn er anfangs nicht so euphorisch gewesen wäre, wäre ich jetzt nicht so enttäuscht.
Was ich nun von euch möchte? Ein paar objektive Meinungen... ich danke schon einmal sehr für Eure Zeit und Mühe. Aber eigentlich weiß ich schon, dass ich die Beziehung ja so nicht mehr möchte...
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Ergebnis 1 bis 10 von 180
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03.11.2020, 11:26
Partner möchte nicht zusammenziehen
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03.11.2020, 11:34Inaktiver User
AW: Partner möchte nicht zusammenziehen
Mich würde ja einmal interessieren, wie er reagiert hat, als Du Schluß gemacht hast.
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03.11.2020, 11:35Inaktiver User
AW: Partner möchte nicht zusammenziehen
mein eindruck: ihr habt beide euch die beziehung einfacher vorgestellt und gewünscht als es möglich ist.
mit der maxime: alles fürs kind- ist doch für seine wünsche alle segel gestrichen. möglich, dass er sich auch nicht ernst genommen fühlt.
er wollte eine beziehung- er wollte nicht papa spielen/sein. zumal ja der leibliche vater sehr präsent ist. und die zeit die ihr miteinander als paar hattet- das wäre auch beim zusammenleben- viel zu wenig.
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03.11.2020, 11:39
AW: Partner möchte nicht zusammenziehen
Du bestehst nur aus Forderungen, wie mir scheint. Das ist gut für ihn, da er dich jetzt so, wie du nun mal wirklich bist, kennengelernt hat.
Bist nun frei für jemanden, der vielleicht demnächst an seine Stellte tritt und auch in der Lage ist, deinen Wünschen nachzukommen.
Gratulation zu dem Entschluss. Beifall. Was soll der Post hier nun? Ist doch alles klar geregelt.
Oder etwa doch nicht?Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
Ich bin die, die ich bin.
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03.11.2020, 11:47Inaktiver User
AW: Partner möchte nicht zusammenziehen
Ü 50 mit einem Kindergartenkind ? Ich kann den Mann verstehen.
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03.11.2020, 12:03Inaktiver User
AW: Partner möchte nicht zusammenziehen
ja, ihr wollt beide nicht das gleiche, wenn du unbedingt einen mann haben möchtest, der verbindlicher ist, war dies die richtige entscheidung.
meine meinung? ich kann ihn verstehehen.Was ich nun von euch möchte? Ein paar objektive Meinungen... ich danke schon einmal sehr für Eure Zeit und Mühe. Aber eigentlich weiß ich schon, dass ich die Beziehung ja so nicht mehr möchte...
es war die richtige entscheidung von dir dich zu trennen.
jetzt kannst du einen mann suchen und finden, mit dem du dein beziehungskonstrukt so leben kannst wie du willst.
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03.11.2020, 12:14Inaktiver User
AW: Partner möchte nicht zusammenziehen
wenn es zwischen vater und tochter so gut läuft, würde ich dem kind zuliebe nicht mit einem anderen mann zusammenziehen.
schon gar nicht, wenn der da nicht so viel lust drauf hat.
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03.11.2020, 12:22
AW: Partner möchte nicht zusammenziehen
oh ja
Also wenn ich meinen Partner von ganzen Herzen liebe, beende ich zumindest aus diesen Gründen keine Beziehung, die sonst sehr gut verläuft. Gerade wenn man erst 2 jahre zusammen ist, finde ich das eh viel zu früh um an zusammenziehen zu denken, aus meiner heutigen Erfahrung heraus. Warum nicht die schönen Stunden am We mitnehmen und alles andere mal der Zeit überlassen.
Aber wenn du total unglücklich warst und kein Kompromiss möglich, dann war deine Entscheidung absolut richtig. Ich bin jetzt 54 Jahre und es wäre mir auch zuviel, wenn ich einen Partner mit kleinem Kind hätte, man ist einfach froh nach Feierabend in seinen eigenen 4 Wänden zu relaxen. Das hat auch nichts damit zu tun, dass man den anderen nicht mehr liebt usw,.Glaube nicht alles, was du denkst

Elliot bzw Daylong
R.I.P Mama 22.04.2019
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03.11.2020, 12:36
AW: Partner möchte nicht zusammenziehen
Gar nicht. Ich habe es ihm geschrieben, da wir früher über unsere Gefühlslage schriftlich besser kommunizieren konnten. Er hat gar nicht reagiert. Ich wüsste auch gar nicht, was ich erwarte. Letztlich habe ich ihm ja auch schon in diversen Gesprächen mitgeteilt, wie es in mir aussieht. Und dass ich nicht weiß, wie lange ich mit diesem Beziehungsmodell zurecht komme. Ich wünschte, er würde mir einfach mal mitteilen, wie es in ihm aussieht. Er ließ sich immer nur alles aus der Nase ziehen und es hieß: "Du hast schon recht."
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03.11.2020, 12:36
AW: Partner möchte nicht zusammenziehen
Wir haben in ähnlicher Konstellation acht Jahre getrennt gelebt, bis das Kind meines Mannes volljährig war.
Auf einen Partner mit Kitakind hätte ich mich niemals eingelassen, mir hat der Teenager schon gereicht.


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