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    Notsituation: erwarte ich zu viel?

    Meine lieben Mitleserinnen und -leser,

    bereits früher habe ich über meine Ambivalenz geschrieben. Meine Ehe ist ohne jeden Körperkontakt, aber an sich haben wir auch wieder ein unkompliziertes Alltagsleben, sodass ich mich mit einer Entscheidung schwer tue.

    Gestern ist etwas vorgefallen, zu dem mir eure Meinung kostbar wäre:

    Ich bin gegen 18:30 Uhr nach Hause gekommen und habe unterwegs die ersten Symptome einer heftigen Blasenentzündung verspürt. Ich habe es dann versucht, mit Medikamenten aus der Apotheke, viel trinken und einem heissen Bad. Meine beiden besten Freunde und meine Schwester arbeiten alle in der Pflege und haben versucht, mir bezustehen, haben auch später wieder angerufen, wie es gehe. Mein Mann? Der hat in aller Ruhe sein Abendessen und die Sonnenstrahlen auf dem Balkon genossen. Auf meine dringende Bitte hat er mir immerhin eine Kanne Tee aufgebrüht.

    Gegen 21.00 Uhr war es dann etwas besser und ich dachte, ohne Arztbesuch auszukommen (hatte ja die Sachen aus der Apotheke). Gegen 23.15 Uhr wurde es dann aber wieder echt schlimm und ich habe eine Teleärzte in einer dieser 24-Stunden-Medizin-Hotlines angerufen und sie riet mir, ungeachtet der späten Stunde die Notfallstation des örtlichen Krankenhauses aufzusuchen.

    Ich habe dann meinen Mann (grade ins Bett gegangen, noch nicht geschlafen) gefragt, ob er fahren könne oder ob ich besser ein Taxi rufen soll. (Wäre mir beides recht gewesen.) Er hat dann tatsächlich angefangen zu diskutieren, ob ich wirklich gehen wolle. Da müsse ich warten. Auf meinen Einwand, es gehe mir nicht gut und die Ärztin der Hotline hätte empfohlen, sofort zum Arzt zu gehen, meinte er, ich könnte doch wirklich am anderen Tag auch noch auf die Notfallstation. So ging es hin und her und er meinte wirklich, ich brauche doch keinen Arzt, das reiche doch noch am anderen Tag etc. pp.

    Er ist dann doch gefahren, als ich gesagt habe, ich würde ein Taxi rufen. Wir mussten auch gar nicht lange warten, das Personal war sehr freundlich und nach der ersten Gabe Antibiotika ging es etwas besser.

    Aber mich beschäftigt es schon, die Frage, ob das mit meinem Mann Zukunft hat. Erwarte ich zu viel von einem Partner? Ich weiss nicht, wie ich zu einem Mann stehen soll, der mir sagt, ich brauche keinen Arzt, wenn es mir nicht gut geht.

    Frau Petersilie

  2. Inaktiver User

    AW: Notsituation: erwarte ich zu viel?

    Deinen anderen Strang kenne ich nicht. Stell mal die Frage anders rum: reicht es dir, was er die an Einfühlungsvermögen und Unterstützung entgegen bringt? Was ist, wenn du mal richtig ernsthaft erkrankst? Wer ist dann für dich da?

    Aber erst mal gute Besserung!

  3. Inaktiver User

    AW: Notsituation: erwarte ich zu viel?

    Ich nehme jetzt nur Stellung zur Blasenentzündung.
    So etwas ist sehr unangenehm, keine Frage!
    Ich habe eine zeitlang auch darunter gelitten. Kann durchaus stressbedingt sein.
    Aber viel trinken, bevorzugt Blasentee, einen warmen Thermophor und den nächsten Tag abwarten. Mir wäre es nie in den Sinn gekommen, da um Mitternacht eine Ambulanz aufzusuchen, egal wie mies ich mich fühle.
    Zumal du ja ohnedies leichte Mittel aus der Apotheke hattest!
    Meist ist das Brennen mit viel Wärme am nächsten Tag vorbei, wenn nicht, dann ab zum Hausarzt.
    Ich meine, in diesem Fall erwartest du dir tatsächlich zu viel.
    Warum auch sollte dein Mann nicht sein Abendessen in der Sonne der Terrasse essen, eine Blasenentzündung ist doch keine schwere Erkrankung!

  4. Inaktiver User

    AW: Notsituation: erwarte ich zu viel?

    Sehe ich genauso, dass eine Blasenentzündung keine lebensbedrohliche Erkrankung ist, aber eine Qual kann sie allemal sein. Wenn mir eine Ärztin den Weg zum Notdienst empfiehlt, dann gehe ich da natürlich hin.

  5. Inaktiver User

    AW: Notsituation: erwarte ich zu viel?

    Ich erwarte auch Loyalität von meinem Partner wenn ich krank bin.
    Aber bei einer Blasenentzündung wäre ich mir albern vorgekommen dafür in den Notdienst zu wollen. Und ich weiss auch wie unangenehm das ist.
    Also schlussendlich halte ich es für übertrieben.

  6. Inaktiver User

    AW: Notsituation: erwarte ich zu viel?

    Ich fürchte, ich hätte das auch nicht besonders ernst genommen. Ich habe allerdings keine Erfahrung mit Blasenentzündungen.

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    AW: Notsituation: erwarte ich zu viel?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    eine Blasenentzündung ist doch keine schwere Erkrankung!
    Ohoooo... Dann hattest Du noch keine "ordentliche" Blasenentzündung. Die dreimal, die ich eine hatte, waren der Horror, als würde ich mit Rasierklingen traktiert, Blut pinkeln ist Aua. Ohne schnelles Antibiotikum kann es zu einer Nierenentzündung werden. Zumindest wurde ich diesbezüglich jedesmal geschallt. Von demher finde ich die laue Reaktion des holden Gatten nicht doll. Und @TE - die Frage - suchst Du nach Gründen gegen oder für das Aufrechterhalten der Beziehung?

  8. Inaktiver User

    AW: Notsituation: erwarte ich zu viel?

    Das kann sehr schnell sehr übel werden, mit unerträglichen Krämpfen, rotem Urin etc. Das möchte man nicht haben. Ich wünschte, du müßtest dich nicht dafür rechtfertigen, dass du medizinische Hilfe in Anspruch nimmst.

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    AW: Notsituation: erwarte ich zu viel?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Also schlussendlich halte ich es für übertrieben.
    Übertrieben hin oder her, aber einen Ehemann ohne jegliche Anteilnahme, Verständnis und Hilfsbereitschaft... braucht man den wirklich?

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    AW: Notsituation: erwarte ich zu viel?

    Hallo und danke,

    ich bin eigentlich nur gegangen, weil die Ärztin (und meine Freunde und Schwester aus dem Pflegebereich) es mir dringend angeraten hat. ich hatte eben noch massiv Blut im Urin und die Ärztin meinte, es könne auch eine Verletzung sein, man müsse es wirklich abklären.

    Klar, lebensbedrohlich ist es nicht. Andererseits ist es sehr unangenehm und gleichzeitig in 3 Minuten diagnostiziert und mit einem Rezept therapiert.

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