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    Lauwarme Beziehung vs. Partner als Fels in der Brandung

    Hallo,

    bevor das Crossposting beginnt vorab: ja, immer noch derselbe Partner wie in dem "verliebt in Kollegen" Strang. Und ja, ich bin immer noch am Kollegen interessiert. Aber das ist nur ein Nebenschauplatz.

    Ich lese oft (vielleicht ist mein Fokus auch nur verstärkt) davon, dass der Partner (m,w,d) Fels in der Brandung sei, Halt im Leben usw.

    Das klingt toll und ich werde natürlich wehmütig. Dass ein Partner das für mich ist hatte ich bisher zwei mal, bei deutlich älteren Männern. Daher vielleicht auch meine Zuwendung zum deutlich älteren Kollegen. Dieser ist aufgrund seiner Art auch so, dass ich ihn als Felsen einschätze. Zupackend, zielstrebig, klug, analytisch...

    Nun, jedenfalls waren die meisten meiner Beziehungen irgendwie leere Spaßbeziehungen. Man konnte zusammen eine tolle Zeit haben, aber für was Tiefes hat es nie gereicht. Auch die jetzige, die vor Coronavirus sicher ihre Schwächen hatte, war doch im wesentlichen okay.

    Nun, da die Umstände aufgrund der Maßnahmen gegen den Virus intensiv sind und das Zurückfallen auf sich selbst Programm, stelle ich fest, von meinem Partner ist keine seelische und moralische Unterstützung zu erwarten. Zunächst halte ich ihn für einen schwachen, ängstlichen Menschen. Hinzu kommt seine mangelnde Sensibilität und Empathie und sein Insichgekehrtsein, und das bekrittele ich als selbst sehr introvertierte Person.

    Er ist da. Physisch. Was mir nicht reicht, ich nicht brauche, möchte. Daher bin ich lieber allein. Langsam kommt in mir das zarte Gefühl, mich selbst stärken zu können, was mich freut und mir Kraft gibt. Nun frage ich mich, ist so ein Partner wie er die traurige Regel? Sind Felsen in der Brandung, Seelenmenschen die absolute Ausnahme, auf die zu hoffen ähnlich sinnvoll ist wie auf einen Lottogewinn? Sollte man sich nicht einfach dmait abfinden, im Zweifel lauwarme Beziehungen zu haben, wenn es tolle für einen selbst nicht gibt?

    Ich hatte ja einige Beziehungen, zweistellige Zahl. Und mir scheint, letztlich ist es so viel an Glück, einen super Partner zu finden, dass man faktisch auch einfach darauf verzichten und sich mit was mittelmäßigem zufrieden geben kann. Wie man eben den Job macht, der einem Geld bringt, aber keine Erfüllung. Wie viele haben wirklich Jobs, die sie erfüllen? Ich mag meinen, so ist es nicht. Aber tiefe Befriedigung ist auch was anderes. Und so lässt es sich auf meinen Partner übertragen.

    Wenn es aber pures Glück ist, ist darauf zu warten sinnlos im Hinblick auf Familienplanung, Kinder, Zusammenleben. Bevor man also einsam und allein verendet, könnte man den mittelmäßigen Partner nehmen.

    Was meint ihr hierzu?

    LG
    AE

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    AW: Lauwarme Beziehung vs. Partner als Fels in der Brandung

    Da ich nicht der Meinung bin, dass man alleine lebend automatisch "einsam verendet", meine ich dazu:
    Nö.
    .

    "Mein PC schreibt nur noch Großbuchstaben..." "Haben Sie die Feststelltaste gedrückt?""Nein, das hab ich ganz allein gemerkt.... !"

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    AW: Lauwarme Beziehung vs. Partner als Fels in der Brandung

    Zitat Zitat von AE90 Beitrag anzeigen
    ....
    Wenn es aber pures Glück ist, ist darauf zu warten sinnlos im Hinblick auf Familienplanung, Kinder, Zusammenleben. Bevor man also einsam und allein verendet, könnte man den mittelmäßigen Partner nehmen.

    Was meint ihr hierzu?....
    Was ich dazu meine ist eigentlich egal, das muss jede/r für sich entscheiden. Jede/r hat die Beziehung, die er/sie verdient. Du musst entscheiden, wie du leben möchtest. Dazu wirst du einen passenden Partner finden. Oder auch nicht.

    Was ich für einen absoluten Irrglauben halte: dass eine Beziehung über Jahre und Jahrzehnte immer rosarot und Sonnenschein ist. Jede/r entwickelt sich im Laufe der Zeit, von demher kann es keine Prognosen geben, ob eine Beziehung halten wird oder eben nicht.

    Mir war es immer wichtig, für mich einstehen zu können. Falls es mit der Beziehung auf Dauer nicht so funzt wie ich es mir vorstelle. Das hat mich frei gemacht, ich hatte und habe weitgehend ein feines Leben. Finde ich, andere sehen das durchaus anders, weil es für sie so nie in Frage gekommen wäre. Ich bin seit vielen Jahren geschieden, habe eine erwachsene Tochter (ich war 9 Jahre alleinerziehnd) und bin seit 15 Jahren mit meinem Partner zusammen.

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

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    AW: Lauwarme Beziehung vs. Partner als Fels in der Brandung

    Zitat Zitat von Mambi Beitrag anzeigen
    Da ich nicht der Meinung bin, dass man alleine lebend automatisch "einsam verendet", meine ich dazu:
    Nö.
    Schließe mich an.

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    AW: Lauwarme Beziehung vs. Partner als Fels in der Brandung

    Na, mir klingt das ein bißchen zuu sehr nach "Güteklasse System", AE90.

    Wenn ich absolut keine Chance habe, Äpfel der Güteklasse A zu bekommen, nehme ich halt Güteklasse II, was immerhin (um beim Gemüse zu bleiben) "gute Konsumware" darstellt...

    Ich übersetze "Fels in der Brandung" für mich so : Ich kann mich auf meinen Mann verlassen, bei ihm heisst Ja Ja und Nein Nein, das ändert sich nicht.
    Er ist eigentlich der einzige Mensch, den ich um mich herum wirklich gut ertrage, wenn es mir richtig dreckig geht.

    Und er schafft es durchaus, mich in schwierigen Zeiten aufzufangen, zu trösten und wieder aufzubauen bzw meinen Blick in die Richtung "Wie kann ich da wieder hinaus kommen" zu lenken.

    Aus Gesprächen weiß ich, es geht ihm mit mir ähnlich.

    Aber absolute Seelenverwandtschaft, so interpretiere ich Seelenmensch?

    Eher nicht. Dafür sind wir einfach zu verschieden. Was auch sehr gut ist.

    Und : Ich halte es für eine unverzichtbare Eigenschaft, sich selbst quasi "an den Haaren aus dem Sumpf ziehen" zu können. Ein Partner kann versuchen einen in schlechten Zeiten zu halten, damit man nicht völlig im Sumpf versinkt.

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    AW: Lauwarme Beziehung vs. Partner als Fels in der Brandung

    Ich finde es schon zutiefst lieb— und respektlos von einem „mittelmäßigen Partner“ zu sprechen. (Ich hatte vor ein paar Tagen eine mittelmäßige Pizza.)
    Damit würde sich die Frage nach dem Zusammensein mit einem ebensolchen mir gar nicht stellen.

    Eine Beziehung, die mich nicht erfüllt, in der ich weiter die Augen offen halte, würde ich beenden / habe ich beendet,

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    AW: Lauwarme Beziehung vs. Partner als Fels in der Brandung

    Ich denke auch, dass da wohl zu viel rosarote Fantasie die Vorstellung von Partnerschaft verklärt.

    Vieles von dem, was mein Partner nicht im Stande war zu bewältigen, hat mich wachsen lassen. Manchmal denke ich, dass es ein Glück war, dass ich immer für mich selber einstehen musste. Sonst wäre ich heute nicht so ein eigenständiger und selbstbewusster Mensch.

    Ich möchte aber meinem Partner damit nicht seine vielen Stärken ab sprechen. Es ist nur so, dass er ebenfalls kein Bilderbuchmensch ist, was auf alle Menschen zutreffen dürfte.

    Wie sieht es denn bei euch aus? Wann bist du für ihn der Fels in der Brandung? Gibst du ihm denn, was du von ihm erwartest?

    Weshalb seid Ihr zusammen gekommen? Was hat dich an ihm fasziniert?
    Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn.

  8. Inaktiver User

    AW: Lauwarme Beziehung vs. Partner als Fels in der Brandung

    Zitat Zitat von AE90 Beitrag anzeigen
    Er ist da. Physisch. Was mir nicht reicht, ich nicht brauche, möchte. Daher bin ich lieber allein. Langsam kommt in mir das zarte Gefühl, mich selbst stärken zu können, was mich freut und mir Kraft gibt. Nun frage ich mich, ist so ein Partner wie er die traurige Regel?
    Da ich keinen einzigen „Seelenmenschen“ kenne und mich der Gedanke an so etwas regelrecht gruseln würde (klingt irgendwie klebrig und erdrückend) würde ich sagen: ja, die sind - Gottseidank - sehr sehr selten.

    „Fels in der Brandung“ - nun, solche Männer kenne ich allerdings einige. Und die sind allesamt eher von der pragmatisch-zupackenden Art. Die sind da, wenn man sie braucht. Die lassen einen, wie man ist. Die sagen, was sie meinen und meinen, was sie sagen. Die meisten von denen sind nicht unbedingt wortgewaltig sondern kommunizieren eher in kurzen dafür aber umso klareren Sätzen. Unmissverständlich. Und auf die kann man bauen. 100%. Nur trösten können sie nicht so gut. Macht aber nix, weil zupacken meist eh besser hilft.

    Hätte ich die Wahl zwischen einem „Tröster“ und einem „Zupacker“ - ich nähme den Zupacker. Trösten kann ich mich meistens allein, oder ich texte meine Freundinnen zu. Und je älter ich werde, desto mehr trösten mich die Zupacker und nicht die tröstenden Worte vieler Frauen. Drei kurze Sätze vom Liebsten oder einem anderen männlichen Vertrauten und ich bin wieder auf der Spur, während sich das ewig lange Ausbreiten der Gefühlslage bei Freundinnen nicht ganz so gut anfühlt.

    Vertraust du deinem Partner? Kannst du auf ihn zählen? Liebst du ihn?

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    AW: Lauwarme Beziehung vs. Partner als Fels in der Brandung

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen

    Ich übersetze "Fels in der Brandung" für mich so : Ich kann mich auf meinen Mann verlassen, bei ihm heisst Ja Ja und Nein Nein, das ändert sich nicht.
    Er ist eigentlich der einzige Mensch, den ich um mich herum wirklich gut ertrage, wenn es mir richtig dreckig geht.

    Und er schafft es durchaus, mich in schwierigen Zeiten aufzufangen, zu trösten und wieder aufzubauen bzw meinen Blick in die Richtung "Wie kann ich da wieder hinaus kommen" zu lenken.
    Ja, genau das meine ich. Alles was du schreibst ist für mich der Fels in der Brandung. Und sowas ist doch nicht die Regel. Wie viele Leute trennen sich, lassen sich mit Kindern scheiden usw. Das sind klare Zeichen davon, dass es nicht passt.

    Dass eine Beziehung dauerhaft toll ist erwarte ich gar nicht. Aber dass ihr Fundament dauerhaft trägt, das schon.

    Na, mir klingt das ein bißchen zuu sehr nach "Güteklasse System", AE90.

    Wenn ich absolut keine Chance habe, Äpfel der Güteklasse A zu bekommen, nehme ich halt Güteklasse II, was immerhin (um beim Gemüse zu bleiben) "gute Konsumware" darstellt...
    Man kann es auch so formulieren, auf den perfekten Partner warten oder einen guten Partner akzeptieren? Mir ist klar, dass es keine Perfektion gibt. Aber mit perfekt in diesem Sinne meine ich, einen sehr gut zu mir passenden.

  10. User Info Menu

    AW: Lauwarme Beziehung vs. Partner als Fels in der Brandung

    Zitat Zitat von animosa Beitrag anzeigen
    Ich denke auch, dass da wohl zu viel rosarote Fantasie die Vorstellung von Partnerschaft verklärt.

    Vieles von dem, was mein Partner nicht im Stande war zu bewältigen, hat mich wachsen lassen. Manchmal denke ich, dass es ein Glück war, dass ich immer für mich selber einstehen musste. Sonst wäre ich heute nicht so ein eigenständiger und selbstbewusster Mensch.

    Ich möchte aber meinem Partner damit nicht seine vielen Stärken ab sprechen. Es ist nur so, dass er ebenfalls kein Bilderbuchmensch ist, was auf alle Menschen zutreffen dürfte.

    Wie sieht es denn bei euch aus? Wann bist du für ihn der Fels in der Brandung? Gibst du ihm denn, was du von ihm erwartest?

    Weshalb seid Ihr zusammen gekommen? Was hat dich an ihm fasziniert?
    aber wie kann man unterscheiden, ob es sich um Durststrecken handelt oder ob man seine Zeit vergeudetet? Und ja, das klingt lieblos. Aber ich bin auch keine 20 mehr und möchte schon eine Familie gründen, ggf. Das als Option schließe ich nicht aus. Und nicht erst mit Mitte 40... und ich möchte nicht Jahre in einer Durststrecke feststecken, um dann festzustellen, dass es alles umsonst war. Das ist doch scheiße.

    Ich denke, ich höre ihm bei seinen Problemen zu, gebe Ratschläge, frage ihn nach seinem Befinden usw. Auch versuche ich, positive Stimmung zu verbreiten, wenn ich die Kraft dafür habe (Depressionen) und wenn er dies benötigt. Vielleicht macht er dasselbe. Bei ihm ist es alles nur viel subtiler und das stört mich. Ich bekomme von ihm auch nicht genügend geistige Impulse. Wie aufregende Diskussionen, usw. Wenn ich versuche, zu diskutieren, macht er manchmal mit, aber es ist einfach nicht seine Welt. Das fehlt mir. Mich geistig zu reiben und daran zu wachsen klappt mit ihm irgendwie nicht. Und er ist durchaus intelligent.

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