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  1. Moderation Avatar von skirbifax
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    AW: Alkoholproblem beim Partner ansprechen

    Zitat Zitat von Suzie Wong Beitrag anzeigen
    Ich sehe, dass auch eine zweite Userin das Gleiche schreibt. Ich bin vielleicht naiv, kenne solch eine Situation nicht, aber sie liebt ihn doch, möchte mit ihm zusammenbleiben. Kann man solch einen Kampf nicht gemeinsam kämpfen? Lässt man seinen Partner da im Stich?
    Natürlich kann man so ein Problem gemeinsam angehen, wenn der andere dazu bereit ist. Ich sehe es vollkommen so wie du. Versuchen sollte man es auf jeden Fall - eigene Wege gehen kann man danach ja immer noch.
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  2. Avatar von schafwolle
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    AW: Alkoholproblem beim Partner ansprechen

    Zitat Zitat von Lustrum Beitrag anzeigen
    Ich will mein Leben mit ihm verbringen.

    Es wäre mir auch viel zu riskant, mich rechtlich oder finanziell an einen Alkoholiker zu binden - Ehe und Familie scheiden damit aus (macht mich zwar etwas traurig ...
    Du willst zwar Dein Leben mit ihm verbringen - aber Verbindlichkeiten meiden.

    Für mich klingt das nach einem letztlich unbefriedigenden und "faulen" Kompromiss.

    Solange Dein Partner weiß, zu welchen Konzessionen Du bereit bist, wird er sicher nicht
    mal ansatzweise in Erwägung ziehen, etwas zu ändern.

    Ich denke, hier kannst Du nur etwas bewirken, wenn Du ihn vor die Wahl stellst:
    entweder der Alkohol - oder ich. Was natürlich das Risiko in sich birgt, dass er sich für den
    Alkohol entscheidet.

    Ansonsten kannst Du aktiv kaum etwas tun.
    Wenn er aufhören möchte, dann wird er das voraussichtlich auch schaffen.
    Aber er muss sich selbst dafür entscheiden und es wollen.

  3. Avatar von brighid
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    AW: Alkoholproblem beim Partner ansprechen

    ich glaube auch, wenn du dich mit deinen problemen vor ihm "nakisch" machst- kann er es dann auch.

    holt euch hilfe. es wurde schon al-anon angesprochen.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

  4. Avatar von animosa
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    AW: Alkoholproblem beim Partner ansprechen

    Du möchtest vermeiden, dass die Kommunikation sofort in Sande verläuft.

    Genau das musst du also erst einmal zum Thema machen. Ihr müsst eine Art Verabredung treffen, wie ihr kommunizieren wollt. Ihr könnt eine Redezeit für jeden vereinbaren z.B., die einzuhalten ist und alle Fragen müssen so ausführlich beantwortet werden, bis das Gegenüber zufrieden mit den Antworten ist. Es gibt dazu auch Expertentipps, die ihr über Vereine wie Profamilia erfragen könnt.

    Wenn ihr richtige Kommunikation erlernt habt, dann kann das eigentliche Problem angegangen werden.

  5. Avatar von animosa
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    AW: Alkoholproblem beim Partner ansprechen

    Übrigens kannst du dich sehr gut ausdrücken und hast eine bildliche Ausdrucksweise.

    So wie du schreibst, musst du also nur noch reden. 😊
    Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn.


  6. Registriert seit
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    AW: Alkoholproblem beim Partner ansprechen

    Zitat Zitat von Lustrum Beitrag anzeigen
    Bitte helft mir, mich auf dieses Gespräch vorzubereiten. Die Wahrscheinlichkeit ist allzu groß, dass es sonst nach 2 Sätzen wieder vorbei ist und kein Dialog entsteht. Ich schaff das nicht alleine.

    Die Beschreibung Deines Mannes erinnert mich sehr an meinen Ex-Mann (knapp zwanzig Jahre Beziehung) - hochintelligenter, funktionaler, familiär vorbelasteter Alkoholiker. Eher still und auch alkoholisiert nicht aggressiv, etc. Meine große Liebe.

    Als mir das Problem klar wurde (auch Anfang 30), hatten wir bereits ein Kind und ein Haus. Ich liebte ihn sehr und hoffte lange auf eine Möglichkeit der Besserung. Sprach es immer wieder an. Trank selbst kaum noch Alkohol. Setzte zwei alkoholfreie Tage pro Woche und einen alkoholfreien Urlaub bei ihm durch.

    Er war bei Entzug schlecht gelaunt und hatte Schlafstörungen, stritt aber ab, ein wirkliches Alkoholproblem zu haben. Ich war mit der ganzen Situation unglücklich - trennen konnte ich mich allerdings erst, nachdem ich zusätzlich seinen jahrelangen Betrug entdeckte.

    Nach der Trennung hörte er plötzlich auf zu trinken und begann eine Therapie. Es kam heraus, dass er zudem jahrelang online eine Spielsucht ausgelebt hatte.
    Statt zu trinken und zu spielen, rauchte er plötzlich exzessiv - Suchtverlagerung.

    Er suchte schnell eine neue Frau, brach die Therapie ab und fing wieder an zu trinken und zu spielen. Inzwischen ist er bei Nachfolgerin Nummer zwei eingezogen, die gemeinsam mit ihm trinkt. Ein verschuldeter, trinkender End-Fünfziger, dem man zusehen kann, wie er sein Leben gegen die Wand fährt.

    Bitte tu Dir das nicht an, was ich viel zu lange toleriert habe. Du wirst mit ihm kein glückliches Leben haben, solange er trinkt und sein Problem nicht angeht.

    Wenn Du in das Gespräch mit Deinem Mann gehst, solltest Du innerlich ganz klar sein und
    ihm wirklich knallhart die Konsequenzen aufzeigen. Entweder sofortiger Entzug und Therapie, oder Du trennst Dich. Anders geht es nicht.

    Er muss sich zwischen Dir und dem Alkohol entscheiden. Tut er das nicht, gehst Du.
    Das ist die einzige Chance, die Du hast. Du kannst ihm nicht helfen - er muss sich entscheiden und sich therapeutisch helfen lassen.

    Viel Glück!

  7. Avatar von Karla48
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    AW: Alkoholproblem beim Partner ansprechen

    Bitte gehe zu einer Beratungsstelle. Bzw. rufe dort an und vereinbare einen Gesprächstermin.
    Dort werden Sie geholfen!

    Alles Gute!!
    The original Karla
    est. 2006



  8. Registriert seit
    05.03.2020
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    5

    AW: Alkoholproblem beim Partner ansprechen

    wow, vielen Dank für die schnellen Antworten mit verschiedenen Sichtweisen! Eine Trennung schließe ich Kurz- bis Mittelfristig aus. Wir führen ansonsten eine sehr liebevolle, zugewandte Beziehung, haben ähnliche Interessen, unternehmen viel,... Bis auf den Alkohol ist alles so (zu?) perfekt!

    Al-Anon hab ich bereits am Radar. Es gibt in meiner Nähe sogar eine Gruppe, die sich wöchentlich trifft. Bisher hab ich mich noch nicht getraut hinzugehen aus Angst, dass ich jemand Bekannten treffe. Und weil "offen Reden" halt echt nicht meine Stärke ist und ich nicht so recht abschätzen kann, was ich dort dann konkret machen soll. Und weil ich noch nicht weiß, wie ich das meinem Partner gegenüber kommuniziere. Sobald die Katze mal aus dem Sack ist, hat sich dieser Punkt aber erledigt.

    Also 1) Buch geben und Unterstützung zusagen ist die logische Vorbereitung für 2) zu Al-Anon gehen. Puh.

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Ich denke, hier kannst Du nur etwas bewirken, wenn Du ihn vor die Wahl stellst:
    entweder der Alkohol - oder ich. Was natürlich das Risiko in sich birgt, dass er sich für den
    Alkohol entscheidet.
    Mir ist schon bewusst, dass ich im Grunde wenig tun kann. Außer meine Konsequenzen zu ziehen.

    Ich bin kein manipulativer Mensch, mir liegt es absolut nicht meine Mitmenschen zu "erziehen". Also ich hab da wenig Erfahrung. Aber es stimmt schon, für meinen Partner ist die aktuelle Situation recht gemütlich und es gibt keine Triebkraft, was zu verändern. Ich hab mir überlegt, was ICH konkret machen könnte in Situationen, die MICH betreffen. z.B. ist seine abendliche Trunkenheit ja nun wenig spannend für mich. Ich könnte dann ja außerhäuslich was anderes machen: Sport, mit Freunden treffen,... oder in einen anderen Raum gehen und dort lesen. In einem anderen Raum schlafen, wenn er merkbar alkoholisiert ist (ich mag den Geruch nicht). Halt konsequent auf Distanz gehen, wenn er trinkt. Das wird für uns beide hart, da wir sehr gerne Zeit zusammen verbringen und fast alles gemeinsam machen. Was haltet ihr davon? Oder ist das lächerlich, nach 2 Jahren mit sowas anzufangen?

    Zitat Zitat von Prima_Vera Beitrag anzeigen
    Es ist möglich, sein Vater ist ein gutes Beispiel, er hat es geschafft. Wie war es bei ihm?
    Der Vater war finanziell, familär und beziehungstechnisch am absoluten Tiefpunkt, bevor es Klick gemacht hat. So weit nach unten könnte und wollte ich meinen Partner bei aller Liebe nicht begleiten. Die Details, was sein Vater dann konkret getan hat um wieder nach oben zu kommen (heute lebt er ein normales, gutbürgerliches Leben), kenne ich nicht - wird in der Familie nicht thematisiert. Ich mag seinen Vater und wir verstehen uns gut, habe aber Hemmungen, ihn diesbezüglich anzusprechen. Guter Punkt, darüber sollte ich nachdenken.

    Zitat Zitat von ImeanIdream Beitrag anzeigen
    spring über deinen schatten und rede, dann fällt es ihm vielleicht auch leichter.
    Das versuche ich seit 1 Jahr und schaffe es nicht.

    Zitat Zitat von animosa Beitrag anzeigen
    Ihr müsst eine Art Verabredung treffen, wie ihr kommunizieren wollt. Ihr könnt eine Redezeit für jeden vereinbaren z.B., die einzuhalten ist und alle Fragen müssen so ausführlich beantwortet werden, bis das Gegenüber zufrieden mit den Antworten ist.
    Ich kenne das Konzept der Zwiegespräche. Theoretisch verstanden, es hapert an der praktischen Ausführung. Ich stecke zu schnell den Kopf in den Sand, wenn etwas nicht funktioniert. Aber ja, das Konzept ist auch zur Allgemeinen Beziehungspflege toll!

    Zitat Zitat von animosa Beitrag anzeigen
    Übrigens kannst du dich sehr gut ausdrücken und hast eine bildliche Ausdrucksweise.

    So wie du schreibst, musst du also nur noch reden. ��
    Danke - das macht mir etwas Mut!

  9. Avatar von Klecksfisch
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    AW: Alkoholproblem beim Partner ansprechen

    Ich hatte jemanden mit Alkoholproblemen in der Familie. Nach einem Telefonat mit den Anonymen Alkoholikern, die mir klargemacht haben, daß ich als Familienangehörige nichts machen kann, war mir das Problem schlagartig völlig egal, ich bin von zu Hause ausgezogen und habe mich um meine Angelegenheiten gekümmert.

    Ja, man kann es kaum glauben, so viel kann ein Telefonat bewirken.

    Wenn derjenige, der den Alkohol reinkippt nicht gewillt ist, damit aufzuhören, dann kannst du dir beide Beine ausreißen und du wirst nichts ändern. Wenn derjenige nicht aufhören will, dann tut er das nicht. Wenn derjenige aufhören will, dann tut er das. Und es wird keinen Menschen auf der Welt geben, der ihn dazu bringen kann, mit der Sauferei aufzuhören. Wenn er so intelligent ist, dann wüßte er, daß saufen nichts bringt und er auf Dauer vor die Hunde geht.

    Du solltest das verinnerlichen, wenn dein Leben nicht den Bach heruntergehen soll.

    Setz dich mit den Anonymen Alkoholikern in Verbindung und kümmere dich um deine Angelegenheiten.
    Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.

    Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)

    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

    Geändert von Klecksfisch (07.03.2020 um 14:37 Uhr)

  10. Avatar von schafwolle
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    AW: Alkoholproblem beim Partner ansprechen

    Zitat Zitat von Lustrum Beitrag anzeigen
    Al-Anon hab ich bereits am Radar. Es gibt in meiner Nähe sogar eine Gruppe, die sich wöchentlich trifft. Bisher hab ich mich noch nicht getraut hinzugehen aus Angst, dass ich jemand Bekannten treffe. Und weil "offen Reden" halt echt nicht meine Stärke ist ....
    Aus Zeitgründen jetzt ganz kurz:

    bei Al-Anon kannst Du auch Einzelgespräche in Anspruch nehmen (wie ich gerade
    ergoogelt habe). Das mit der Gruppe ist tatsächlich nicht jedermanns Sache, ich verstehe
    Dich diesbezüglich sehr gut, @Lustrum.

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