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  1. Avatar von Wiesenblume
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    Sexualität auslagern - praktische Frage

    Hallo liebe Community,

    eines vorweg: ich weiß nicht, ob ich den Thread in der richtigen Rubrik eröffnet habe: ich finde in Lüge und Treue passt er nicht so richtig rein, weil es hier nicht um "Betrug" geht. Liebe Moderatoren, wenn Ihr der Meinung seid, dass es eine passendere Rubrik gibt: bitte verschieben - dankeschön

    Ich habe mich am Wochenende mit einer Freundin getroffen. Wir hatten uns ewig nicht gesehen, uns "nur" schreiben können und so gab es natürlich unendlich viel zu bereden.

    Ich merkte irgendwann, dass sie ein wenig "herumdruckste", als ob ihr etwas auf der Seele läge, sie es aber nicht auszusprechen wagt.

    Ich habe sie vorsichtig darauf angesprochen und es sprudelte aus ihr heraus: ihr Mann ist seit vielen Jahren chronisch krank (Herz-Kreislauf-Geschichte mit Bluthochdruck...) und muss zahlreiche Medikamente nehmen, um die Symptome im Zaum zu halten (er macht im Rahmen des Möglichen viel Sport und ernährt sich gut, aber das reicht wohl einfach nicht, um den Blutdruck... in den Griff zu bekommen). Nun ist es wohl so, dass die Medikamente, welche ihr Mann nimmt/nehmen muss, nach den Schilderungen meiner Freundin "massiv" auf die Potenz und Libido schlagen: so wie sie es mir geschildert hat leidet also sowohl das pure Lustempfinden, die Lust auf Sex, als auch die körperliche Fähigkeit, eine Erektion zu erlangen, zu halten und einen sexuellen Höhepunkt zu haben.

    Der Leidensdruck und die Frustration auf beiden Seiten ist dementsprechend hoch.

    Langer Rede kurzer Sinn: die beiden führen eine, wie ich finde, sehr erfüllte Ehe auf Augenhöhe mit viel Zuneigung, Liebe und Respekt voreinander. Letztlich ist es wohl so, dass die beiden sich lange und sehr offen mit dem Thema der sexuellen Unzufriedenheit auseinander gesetzt haben und das Thema wohl immer und immer wieder betrachtet und beredet haben.

    Wie meine Freundin es beschreibt, haben die beiden nun ein Agreement, dass meine Freundin zur Erfüllung der sexuellen Bedürfnisse die Beziehung öffnen darf.

    Ich war zunächst ganz erstaunt, dachte "hoppla!" und dann aber ganz schnell "wow, wie tief die Liebe zwischen den beiden wohl geht, dass man dies seinem Partner aus Liebe ermöglicht und erlaubt". Ich war zugegebenermaßen sehr beeindruckt und auch angerührt.

    Nun kam meine Freundin direkt auf eine ,.. naja... praktische Frage, die ich ihr mangels Erfahrung beim besten Willen nicht beantworten kann: "wo" trifft man sich denn für eine solche "Verabredung"?

    Als Rahmenbedingung ist gesteckt: kein Sex mit einem anderen Mann in der ehelichen Wohnung und letztlich wird zuhause geschlafen (also keine komplette ÜN's mit/bei einem anderen Mann bzw. kein Wegfahren übers Wochenende oder ähnliche Dinge)

    Das finde ich absolut fair und nachvollziehbar.

    Nun kam also die durchaus praktische Frage auf, wo man sich dann für solche Treffen treffen könne. Die Wohnung eines potentiellen Liebhabers ist für meine Freundin tabu (sie brachte -wie ich finde zu Recht- den Sicherheitsaspekt rein, dass sie den Menschen ja nicht hinter die Stirn schauen könne und eher "öffentlichere" Orte bevorzugen würde).

    Bliebe also noch ... Hotel? Pension?...
    Ich habe keine Ahnung: ist es "normalen" Hotels letztlich "egal", ob man das Zimmer nur für einige Stunden belegt (solange das Zimmer bezahlt wird, werden keine Fragen gestellt o.ä.) oder verweigern "normale" Hotels dies? (normal vs. Stundenhotels)

    Ich weiß es ehrlicher Weise nicht, habe aber im Gespräch eher auf ersteres getippt: ich denke, dass das gerade in Großstädten in den etablierten großen Hotels gar nicht sooo selten vorkommt, und die Leute an der Rezeption schon Merkwürdigeres erlebt haben, als 2 Menschen, die sich für ein paar Stunden in einem Hotelzimmer treffen.

    Meine Freundin hat eine große Angst/Scham: dass sie -so hat sie die Szene in ihrem Kopf beschrieben- quasi auf offener Bühne an der Rezeption beim Versuch, einzuchecken von einem schmallippigen und gestrengen Concierge sehr laut und deutlich angesprochen wird "Bedaure, aber wir sind doch hier kein Stundenhotel". Sie meinte, dass sie auf der Stelle vor Scham tot umfallen oder wahlweise im Boden versinken würde, wenn diese Szene Wirklichkeit werden würde.

    Wie gesagt: ich denke, dass dies so nicht passieren würde (kann aber die Angst meiner Freundin schon verstehen, dass man ja nicht bloßgestellt werden möchte) , habe aber damit keine Erfahrungen. Haben wir hier in der Community Bri's mit einer besseren Faktenlage?

  2. Avatar von Madiba
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    AW: Sexualität auslagern - praktische Frage

    Zitat Zitat von Wiesenblume Beitrag anzeigen

    Nun kam also die durchaus praktische Frage auf, wo man sich dann für solche Treffen treffen könne. Die Wohnung eines potentiellen Liebhabers ist für meine Freundin tabu (sie brachte -wie ich finde zu Recht- den Sicherheitsaspekt rein, dass sie den Menschen ja nicht hinter die Stirn schauen könne und eher "öffentlichere" Orte bevorzugen würde).
    Jetzt muss ich aber doch ein bisschen lachen wegen des Aspekts der Sicherheit.
    Sex ist (für mich) in hohem Maße auch eine Frage des Vertrauens.
    Heißt: Hätte ich einen Liebhaber, dann geh ich auch in seine Wohnung.
    Ist doch irgendwie skurril - ich hab mit jemandem Sex, ziehe aber in Erwägung, es könne sich dabei um einen Serienkiller handeln?

    Hotel geht natürlich auch. Einer Inquisition wird man dort nicht unterzogen, da braucht sich Deine Freundin keine Sorgen machen.

    Wenn Deine Freundin aber solche Angst vor Bloßstellung durch die Außenwelt hat, sollte sie ihr Agreement nochmal einer ehrlichen Prüfung unterziehen.
    Scheint ja, dass sie sich mit dem Gedanken gar nicht so wohl fühlt.
    ♥ Öffnet die Herzen, herzt die Öffnungen! ♥

    Nitwit! Blubber! Oddment! Tweak!
    sitting on a cornflake waiting for the van to come


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    AW: Sexualität auslagern - praktische Frage

    Zunächst sollte deine Freundin erst einmal geeignete Männer finden. Hat sie sich überlegt, wie sie das angehen will?

    Dann ganz neutral, bei einem Kaffee treffen und schauen, ob sie sich sympathisch sind.

    Erste Treffen in Hotels, Motels,... Das ist für die Hotelbranche schnöder Alltag und es kräht kein Hahn danach, insofern sind ihre Ängst absolut unbegründet.

    Zitat Zitat von Madiba Beitrag anzeigen

    Hotel geht natürlich auch. Einer Inquisition wird man dort nicht unterzogen, da braucht sich Deine Freundin keine Sorgen machen.

    Wenn Deine Freundin aber solche Angst vor Bloßstellung durch die Außenwelt hat, sollte sie ihr Agreement nochmal einer ehrlichen Prüfung unterziehen.
    Scheint ja, dass sie sich mit dem Gedanken gar nicht so wohl fühlt.
    Das scheint mir der springende Punkt bei der Sache.
    Cave: Beiträge können ggf. marginale Rückstände von Ironie und Sarkasmus aufweisen.
    Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie das Posting oder fressen Sie die Verfasserin.

  4. Avatar von Wiesenblume
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    AW: Sexualität auslagern - praktische Frage

    Zitat Zitat von Madiba Beitrag anzeigen
    J
    Wenn Deine Freundin aber solche Angst vor Bloßstellung durch die Außenwelt hat, sollte sie ihr Agreement nochmal einer ehrlichen Prüfung unterziehen.
    Scheint ja, dass sie sich mit dem Gedanken gar nicht so wohl fühlt.
    -Zitat von mir gekürzt-

    Hallo Madiba,

    danke für Deine Antwort.
    Ich glaube, das hilft schon ein bißchen.

    Zu Deinem o.s. Gedanken: ich hatte jetzt am Wochenende nicht den Eindruck, dass sie sich unwohl fühlt. Vielmehr würde ich das, was ich mit meinen Antennen empfangen konnte, als Erleichterung und Dankbarkeit beschreiben.
    So wie ich sie wahrnehme, passt das Wort "diskret" wohl am Besten.
    Sie und ihr Ehemann sind mit sich und mit dem Agreement im Reinen, aber sie würde die Öffentlichkeit damit nicht suchen (also in Form, dass sie wie befürchtet, im Beisein von zig Fremden vom Concierge auf die stundenweise Nutzung eines Hotelzimmers angesprochen werden würde).

    Nein, sie würde damit nicht "hausieren" gehen - so schätze ich sie ein.

  5. Avatar von Wiesenblume
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    AW: Sexualität auslagern - praktische Frage

    Zitat Zitat von Carcasonne Beitrag anzeigen
    Zunächst sollte deine Freundin erst einmal geeignete Männer finden. Hat sie sich überlegt, wie sie das angehen will?

    Dann ganz neutral, bei einem Kaffee treffen und schauen, ob sie sich sympathisch sind.

    Erste Treffen in Hotels, Motels,... Das ist für die Hotelbranche schnöder Alltag und es kräht kein Hahn danach, insofern sind ihre Ängst absolut unbegründet.
    -Zitat von mir gekürzt-

    Danke Carcasonne für Deine Antwort.
    Sie meinte, sie würde gerne den "altmodischen" Weg gehen und eine Annonce in einer großen dt. seriösen Tageszeitung schalten, weil sie den Plattformen und Datingportalen nicht traut.

    Ich weiß ehrlicher Weise gar nicht, ob sowas heute überhaupt noch existiert (also die Annoncen - nicht die Tageszeitung!) bzw. ob solche Anzeigen heute überhaupt noch gelesen werden. Na, das muss ja auch nicht mein Problem sein

    Ja, so, wie sie das beschrieben hat, will sie vor dem eigentlichen Sex-Treffen noch Zwischenstufen einschieben, um sich gegenseitig ein bißchen zu beschnuppern und auf Sympathie abzuklopfen.

    Ich glaube, sowas ist einfach auch wichtig, und das wäre nicht "sie", wenn sie anders vorgehen würde.

  6. Avatar von CuriousCat
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    AW: Sexualität auslagern - praktische Frage

    Hallo Wiesenblume,

    wahrscheinlich ist es sehr viel schwieriger erstmal den geeigneten Kandidaten zu finden, als dann die Örtlichkeit.
    Und, da schliesse ich mich meinen Vorschreiberinnen an, wenn der Mann gefunden ist, sollte man sich doch erstmal auf neutralem Boden kennenlernen und beschnuppern, und wenn dann genug Vertrauen da ist um miteinander Sex zu haben, sehe ich auch nicht weshalb dieser nicht in der Wohnung des Liebhabers stattfinden könnte.

    Ansonsten ist das mit dem Hotel aber auch überhaupt kein Thema, man bucht halt ein Zimmer, und denen ist es herzlich egal ob man die Nacht bleibt oder nicht. Dann gibt es in Flughafennähe meistens Hotels die Tageszimmer anbieten, um den Reisenden die Möglichkeit zu geben, zwischen 2 Langstreckenflügen auszuruhen. Hängt natürlich davon ab, ob man in der Nähe eines grösseren Flughafens wohnt.

    In vielen Städten gibt es mittlerweile auch "Fremdgehzimmer", die man als solche stundenweise mieten kann. Im Internet sollte man da fündig werden.

    Als letzte Lösung käme eventuell noch ein Swingerclubbesuch mit dem Liebhaber in Frage, dort gibt es in der Regel abschliessbare Zimmer, wo man für sich alleine sein kann. Aber das ist doch schon eine sehr spezielle Umgebung und nicht unbedingt für jeden geeignet.

    LG
    Cat

  7. Moderation Avatar von Utetiki
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    AW: Sexualität auslagern - praktische Frage

    Ich musste auch ein bisschen schmunzeln.

    Mir ist da nämlich die Sparsamkeit eingefallen. Die Nacht ist ja in voller Summe zu bezahlen. Falls das in ihrer Stadt stattfnden soll und Frühstück ist nicht extra zu buchen, könnte sie das am nächsten Morgen ja mit ihrem Mann einnehmen....

    Jetzt mal ein praktischer Tipp: wenn ihr die Sache mit auschecken und Hotelportier unangenehm sein sollte: Hotel mit Automaten-Check in auswählen.
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  8. Avatar von Wiesenblume
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    AW: Sexualität auslagern - praktische Frage

    Zitat Zitat von CuriousCat Beitrag anzeigen
    Hallo Wiesenblume,

    wahrscheinlich ist es sehr viel schwieriger erstmal den geeigneten Kandidaten zu finden, als dann die Örtlichkeit.
    Und, da schliesse ich mich meinen Vorschreiberinnen an, wenn der Mann gefunden ist, sollte man sich doch erstmal auf neutralem Boden kennenlernen und beschnuppern, und wenn dann genug Vertrauen da ist um miteinander Sex zu haben, sehe ich auch nicht weshalb dieser nicht in der Wohnung des Liebhabers stattfinden könnte.

    Ansonsten ist das mit dem Hotel aber auch überhaupt kein Thema, man bucht halt ein Zimmer, und denen ist es herzlich egal ob man die Nacht bleibt oder nicht. Dann gibt es in Flughafennähe meistens Hotels die Tageszimmer anbieten, um den Reisenden die Möglichkeit zu geben, zwischen 2 Langstreckenflügen auszuruhen. Hängt natürlich davon ab, ob man in der Nähe eines grösseren Flughafens wohnt.

    In vielen Städten gibt es mittlerweile auch "Fremdgehzimmer", die man als solche stundenweise mieten kann. Im Internet sollte man da fündig werden.

    Als letzte Lösung käme eventuell noch ein Swingerclubbesuch mit dem Liebhaber in Frage, dort gibt es in der Regel abschliessbare Zimmer, wo man für sich alleine sein kann. Aber das ist doch schon eine sehr spezielle Umgebung und nicht unbedingt für jeden geeignet.

    LG
    Cat
    Liebe Cat,

    danke für Deine Antwort. Ach Du liebe Güte, was es alles gibt!
    Ja, ich denke, dass bei ihr diese Lokationsfrage so präsent ist, eben weil sie dieses Concierge-Kopfkino hat und das für sie ein wahrer Alptraum wäre. Daneben rücken die "ersten Schritte" etwas in den Hintergrund.


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    AW: Sexualität auslagern - praktische Frage

    Ich bin NOCH NIE in einem Hotel gefragt worden, ob ich nur ein paar Stunden bleiben will. Ob in Begleitung oder ohne, ob später noch jemand dazukam oder nicht.
    Wir leben doch nicht mehr in den prüden 50ern. Schlüssel/Keycard kommentarlos auf den Tresen legen oder im Zimmer lassen.
    Der Kuppelei-Paragraph wurde auch vor langer Zeit abgeschafft.

  10. Avatar von Wiesenblume
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    AW: Sexualität auslagern - praktische Frage

    Zitat Zitat von Utetiki Beitrag anzeigen
    Jetzt mal ein praktischer Tipp: wenn ihr die Sache mit auschecken und Hotelportier unangenehm sein sollte: Hotel mit Automaten-Check in auswählen.
    -Zitat von mir gekürzt-

    Ah, ja stimmt. Daran hatte ich gar nicht gedacht. Gute Idee. Gebe das mal so weiter.

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