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  1. Moderation Avatar von Promethea71
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    Sind Eheverträge notwendig, sinnvoll, unromantisch oder beziehungsschädigend?

    Aufgrund der OT-Diskussion in einem anderen Strang, eröffne ich mal einen eigenen Strang dazu - auch wenn ich nur indirekt betroffen bin.


    Ich halte Eheverträge in vielen Konstellationen für sehr sinnvoll für beide Seiten und bin der Meinung, dass der beste Vertrag der ist, den man dann im Zweifel nie braucht, aber dass er auch dazu dient gemeinsam festzustellen ob man wirklich die gleiche Einstellung zu Geld, zu Fairness und einigem anderen hat.


    Ich kenne es - neben Ehevertragen - auch aus Verträgen für Personengesellschaften, die ja auch keinen schriftlichen Vertrag brauchen, aber wo der gemeinsame Vertrag hilft zu entscheiden, ob es - über die gemeinsame Idee (bei der Ehe Romantik) hinaus eine faire Lösung für alle Parteien zu finden - das erspart einem im Idealfall eine unglückliche Beziehung mit bösem Ende.

    im Idealfall braucht man den Vertrag nie und kann ihn dann vielleicht am 50sten Hochzeitstag rituell verbrennen - und wenn man ihn doch mal braucht, dann ist man froh, dass man ihn abgefasst hat, als man sich noch gut verstanden hatte und das Wohl des Partners im Blick hatte.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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  2. Avatar von bifi
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    AW: Sind Eheverträge notwendig, sinnvoll, unromantisch oder beziehungsschädigend?

    Ehe ist ein Vertrag.
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  3. Avatar von Prilblume
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    AW: Sind Eheverträge notwendig, sinnvoll, unromantisch oder beziehungsschädigend?

    Hatten wir letztes Jahr ganz ähnlich:
    Erst der Strang, dann der Strang zum Outtake.
    Mich haben die beiden Stränge, quergelesen, drauf gebracht, für uns auch einen abzuschließen.
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    AW: Sind Eheverträge notwendig, sinnvoll, unromantisch oder beziehungsschädigend?

    Ich finde Ehe-und Erbverträge sinnvoll und das sehe ich losgelöst von Romantik. Ehe ist ein Vertrag und da kann auch alles niedergeschrieben werden was im Falle einer Trennung/Tod passiert am Besten beim Notar.
    Vorallem in 2 Ehen wo ev Patchwork herrscht oder Vermögen/Immobilien sind.


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    AW: Sind Eheverträge notwendig, sinnvoll, unromantisch oder beziehungsschädigend?

    Hallo zusammen,

    schön, dass es jetzt diesen Thread gibt. Bei den anderen wäre ich zu spät eingestiegen.

    Ich finde es schade, dass ein Ehevertrag so verpönt ist, bzw. so einen schlechten Ruf hat und "angeblich" die Romantik zerstört.

    Das gerade zeichnet doch ein gutes Paar aus, z. B. unangenehme Themen wie Tod oder Trennung vernünftig und in Konsens miteinander sprechen kann.
    Ich weiß nicht, ob es eine Statistik gibt, aber es wäre mal eine interessante Frage welche Ehen signifikant länger halten, welche mit oder welche ohne Ehevertrag.

    Wir haben keinen Ehevertrag (obwohl wir schon einmal darüber gesprochen haben). Da wir beide mittellose Studenten bei der Heirat waren, waren wir uns einig, dass es keinen braucht.
    Das was wir uns jetzt gemeinsam(!!!) erarbeiten unter anderem ein Haus, steht uns beiden nach der Trennung hälftig zu. Auch wenn mein Mann aktuell besser verdient wie ich. Aber er unterstützt mich in meiner Vollzeittätigkeit und ich hoffe, dass ich das ich ihn eines Tages überholen kann. ;-)

    Mein Mann und ich aber wirtschaften absolut gemeinsam. Es gibt nicht deins und meins. Wir werfen alles in einen Topf und alles wird davon bestritten. Das klappt bei uns wirklich gut. Ich habe aber den Hut auf. Ich kümmere mich um die Versicherungen und Vermögensanlagen, weil mir das besser liegt. Ich informiere ihn aber immer über alles bzw. ziehe ihn in Entscheidungen mit ein. Wenn Sachen nur unter einem Namen angeschafft werden (z. B. ein neues Auto), dann nur weil es finanzielle Vorteile bietet.

    Wir haben dafür andere Sachen schriftlich fixiert z. B. was mit den Kindern passiert, wenn wir beide unterwartet versterben und wir haben gegenseitige Patientenvollmachten.

    Erbe haben wir noch nicht geregelt, werden wir aber machen wenn das ältere Kind auf die 18 zusteuert. Bis jetzt reicht mir die gesetzliche Erbfolge.

    Alles in allem, haben uns die ganzen Thematiken eher zusammengeschweißt. Ich weiß genau, was sich mein Partner wünscht, was ihm wichtig ist und umgekehrt. Und das finde ich klasse.

  6. Avatar von Antje3
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    AW: Sind Eheverträge notwendig, sinnvoll, unromantisch oder beziehungsschädigend?

    Ich bin ebenfalls der Ansicht: Eine Ehe ist IMMER ein Vertrag - wenn man nichts anders vereinbart, halt eine Zugewinngemeinschaft.

    Zugewinngemeinschaft ist ein sehr komplexes Rechtskonstrukt - und nur weil das "automatisch" in Kraft tritt, glauben viele, es sei eben kein Ehevertrag.

    Nachdem ich der Ansicht bin, man sollte sich über die Konsequenzen eines JEDEN Vertrags, unter den man seine Unterschrift setzt, genau im Klaren sein, bin ich eine Befürworterin von Eheverträgen, die Dinge konkreter regeln, als das Konstrukt Zugewinngemeinschaft es tut.

    Lebenssituationen sind so unterschiedlich wie die Leute, die darin stecken und selten ist ein drübergestülpter Normvertrag da passend.

    Ein Auto kaufe ich doch auch mit Sonderausstattung, die zu mir paßt. Oder ein Haus baue ich und habe noch Sonderwünsche, damit es zu mir paßt. Warum also nicht auch beim Vertrag, die Ehe betreffend?

    Romantisch kann ich anderweitig sein.

    Alles vertragliche, die Ehe betreffend, kann einen jahrzehntelang betreffen - weit über die Dauer der Ehe hinaus. Grund genug, sich mit den Modalitäten genau zu beschäftigen.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  7. Avatar von elli07
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    AW: Sind Eheverträge notwendig, sinnvoll, unromantisch oder beziehungsschädigend?

    Ich finde, Promethea hat im EP das Wichtigeste zum Thema Ehevertrag gesagt: faire Regelungen treffen, solange Liebe und Respekt vorhanden sind. Auch wenn viele der Meinung sind, auch im Trennungsfall fair zu bleiben bzw. nur einen heiraten würden, der sich so verhält, das ist für mich "Geschwätz", denn in einer wirklichen emotionalen Ausnahmesituation hat es schon so manchen ruhigen und besonnenen Vertreter (m/w/d) aus den Socken gehauen. Zur Verwunderung aller Personen, die sie/ihn kennen.... Mir hat mein Ehevertrag mein auskömmliches Leben nach der Scheidung gerettet. Trotzdem wäre ich froh gewesen, ihn nie zu brauchen.

    Schon der Gang zum Standesamt und die dortige Unterschrift begründet -wie es bifi sagt- bereits vertragliche Vereinbarungen. Die der Gesetzgeber festgelegt hat. Auf das eine Paar passen diese vorgefertigten Vereinbarungen, auf ein anderes Paar nicht. Viele sind sich darüber nicht im Klaren, das bittere Erwachen kommt bei einer Trennung - zusätzlich zur emotionalen Belastung.

    Wenn Paare einen vom Gesetz abweichenden Vertrag im gegenseitigen Einvernehmen machen, warum gilt das dann als Misstrauen ? So sehe es nämlich einige. Meist sind dies Personen, die im Fall der Fälle nichts zu verlieren oder gar etwas zu gewinnen hätten.

    Ich hatte auch mal so einen "Kandidaten". Den habe ich dann gefragt, ob er an der Beziehung zu mir interessiert ist oder an meinem Häuschen und meiner Rente. Solange die Beziehung gut läuft, kommt ja eh alles aus einem Topf und der auf den ersten Blick "schlechter gestellte" (also mit weniger Einkommen und/oder Vermögen) profitiert selbstverständlich. Bzw. es redet niemand von profitieren, es ist völlig normal.

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)
    Geändert von elli07 (21.02.2020 um 08:37 Uhr)

  8. Avatar von schafwolle
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    AW: Sind Eheverträge notwendig, sinnvoll, unromantisch oder beziehungsschädigend?

    Zitat Zitat von elli07 Beitrag anzeigen
    Auch wenn viele der Meinung sind, auch im Trennungsfall fair zu bleiben, das ist für mich "Geschwätz", denn in einer wirklichen emotionalen Ausnahmesituation hat es schon so manchen ruhigen und besonnenen Vertreter (m/w/d) aus den Socken gehauen. Zur Verwunderung aller Personen, die sie/ihn kennen....
    Das kann ich nur unterschreiben.

    Und - ich habe es in anderem Strang schon erwähnt - komplexe Konstrukte, wie zB
    zusammen gegründete/geführte Unternehmen bedürfen der gesonderten vertragsrechtlichen
    Aufmerksamkeit.

  9. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Sind Eheverträge notwendig, sinnvoll, unromantisch oder beziehungsschädigend?

    Herr Margali und ich sind gestartet mit nichts, haben alles zusammen erwirtschaftet, sind immer Vollzeit arbeiten gegangen und haben ein ähnliches Einkommen. Sollte geerbt werden, ist das Vorvermögen und gehört demjenigen, der es erbt. Wir haben keine Kinder. Schon bervor wir verheiratet waren hatten wir ein Testament.
    Kein Ehevertrag.
    Moderatorin im Forum

    Trennung und Scheidung,
    Kredite, Schulden und Privatinsolvenz,
    Über das Kennenlernen
    Reine Familiensache

  10. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Sind Eheverträge notwendig, sinnvoll, unromantisch oder beziehungsschädigend?

    Dazu kommt, gesetzliche Regelungen und ihre Auslegung durch Gerichte kann sich ändern.

    Meine Großeltern hatten einen Ehevertrag, weil es damals sonst so gewesen wäre, dass das Vermögen meiner Oma durch die Hochzeit automatisch komplett auf ihren Ehemann übergangen wäre. Deswegen hat ihr Vater auf einem Ehevertrag bestanden, weil er seine Tochter nicht im schlimmsten Fall plötzlich mittellos sehen wollte.

    Heute kann es dann, wenn zB eine reine Hausfrauenehe geplant ist sinnvoll sein einen Regelung zu treffen, weil der Gesetzgeber diese Ehe nicht mehr im gleichen Maße wie früher nachehelich fördert.

    Bei großen Vermögen, bei Selbständigkeit und Patchwork kann es ebenfalls vor ungewollten Konsequenzen und langem Streit bewahren.


    Aber tatsächlich halte ich den Abschluss auch für einen Lackmustest, ob man tatsächlich eine ähnliche Einstellung zu Geld und der langfristigen Beziehungsplanung hat oder nicht, denn viele Kommunikationsmissverständnisse können so frühzeitig aufgeklärt werden.
    Dafür ist allerdings notwendig, dass sich beide ernsthaft mit dem Vertrag beschäftigen und er nicht von einer Seite gestaltet und dann nach dem Motto "friss oder stirb" unterschrieben wird - das wäre für mich allerdings auch der Moment, wo ich nicht mehr heiraten wollte.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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